7. Denkwerk-Symposium der Robert Bosch Stiftung

Vom 25. bis 26. Januar 2013 besuchten Simone Frank, Andre Steffans, Matthias Gomoll sowie Carmen, Ziemek, Christin Ziemek, Juliane Neumann und Carolin Bier vom Lise-Meitner-Gymnasium in Geldern das 7. Denkwerk-Symposium in Berlin. Neben den Schülervorträgen aus anderen Projekten, unter anderem zur Thematik der Displaced Persons in Lübeck, zur Nürnberger Migrationsgeschichte oder einem Projekt zur Spracherforschung, stellte die Duisburger Gruppe ihr Projekt in einem Vortrag vor. Im Anschluss stand eine Stadtrundfahrt mit einer kleinen Geschichtsrallye rund um das Brandenburger Tor und dem Reichstag mit anschließender Siegerehrung im Restaurant Nolle, in welchem der Abend ausklang, auf dem Programm.

Der zweite Tag des Denkwerk-Symposiums stand unter dem Zeichen der Weiterentwicklung des Denkwerk-Programms. In der ZunkunftsDENKWERKstatt diskutierten die Teilnehmer unter anderem in einer fiktiven Talkshow im Jahr 2023 die Potentiale des Programms sowie die Möglichkeiten der Einbettung von Projektarbeit in den Schulalltag. Zudem zeichneten die Denkwerker eine Landkarte der Zukunft, in welcher Forderungen und Ideen für die Fortsetzung von Projektarbeit in Verbindung mit Universitäten und anderen Institutionen formuliert wurden.

Fotos vom Denkwerk-Symposium folgen in Kürze!

Ausstellungseröffnung in Oberhausen

Am 14.1.2013 wurde die Ausstellung auf ihrer letzten Station in der Sparkasse Oberhausen (Filiale im Hirsch Center am Sterkrader Tor) eröffnet. Zur Eröffnung fasste Simone Frank für die Besucher die Arbeit des InKuR sowie Matthias Gomoll den Verlauf des Denkwerk-Projekts zusammen. Im Anschluss referierte Dr. Holger Schmenk über die Nachkriegszeit in Oberhausen und eröffnete die Ausstellung offiziell für die Besucher, welche besonders seitens des Sophie-Scholl-Gymnasiums zahlreich erschienen waren.

Ausstellungseröffnung in Kaiserswerth
am 10. September 2012:

Am Abend des 10. September 2012 eröffneten die Denkwerker des Erzbischöflichen Suitbertus-Gymnasiums aus Kaiserswerth die Ausstellung in ihrer Stadtbücherei unweit ihrer Schule. Zu Beginn der Eröffnung berichtete der hiesige Projektkoordinator Markus Veh über den Projektverlauf von der Antragsphase bis zu endgültigen Realisierung durch die Schülerinnen und Schüler. Ergänzt wurde dieser Bericht durch die Denkwerker, welche nicht nur reine Fakten gelernt, sondern auch neben dem kontinuierlichen wissenschaftlichen Arbeiten eine fortdauernde Gruppendynamik entwickelt haben. So konnten bei den Gesprächen im Anschluss an den Ausstellungsrundgang viele weitere Ideen im Kreis der Schüler, Lehrer und Projektkoordinatoren diskutiert werden, woran nicht nur die angereisten Zeitzeugen, sondern auch die Besucher die Begeisterung der jungen Forscher spüren konnten.

Ausstellung Denkwerk Ausstellung Denkwerk
Während des Rundgangs durch die Ausstellung diskutierten die Denkwerker viele weitere Ideen und lauschten den persönlichen Erfahrungen der Besucher.
Nicht nur die Denkwerker selbst, sondern auch die anwesenden Eltern waren von den vielfältigen Ergebnissen des Denkwerk-Projektes begeistert und tauschten sich mit den Lehrern über die Erfahrungen des vergangenen Jahres aus.

Die Ausstellung, welche bis zum 22. September zu sehen ist, widmet sich den Lebensverhältnissen der Menschen in der Phase des Wiederaufbaus und präsentiert neben zahlreichen Exponaten auch persönliche Geschichten von Zeitzeugen, welche ein lebendiges Bild der Nachkriegssituation vermitteln.

Einen Bericht der NRZ über die Ausstellung in Wesel findet sich im Online-Portal der WAZ-Mediengruppe.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Montag und Donnerstag von 14 bis 19 Uhr,
Mittwoch und Freitag von 11 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
Samstag von 11 bis 13 Uhr


Weitere Austellungsorte und -termine:


Ausstellungseröffnung in Duisburg
am 1. Juli 2012:

Ausstellung Denkwerk

Am Sonntag, 1. Juli 2012, fand die Eröffnung der von den Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Denkwerk-Projektes konzipierten und erarbeiteten Ausstellung "Leben in den Trümmern" statt. Zugleich erhielten alle jungen Forscherinnen und Forscher in einer kleinen Feierstunde im Audimax am Campus Duisburg Ihre Zertifikate über die Teilnahme an diesem Projekt. Dieses hatte sich mit denn alltäglichen Problemen der Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg in den Heimatorten der Schülerinnen und Schüler - Geldern, Kaiserswerth, Oberhausen und Wesel - beschäftigt. Die Ausstellung ist noch bis zum 20. August 2012 in der Universitätsbibliothek am Campus Duisburg zu sehen. Die Öffnungszeiten sowie weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Webseite der UB. Im Anschluss wird die Ausstellung noch in den vier Schulorten zu sehen sein, die genauen Termine dazu finden Sie in der Rubrik 'Austellungsorte und -termine'.

Weitere Informationen zur Ausstellung:


Das Projekt:

Das von der Robert-Bosch-Stiftung geförderte Denkwerkprojekt unter der Leitung des Instituts für niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung (InKuR) ist auf eine einjährige Projektlaufzeit angelegt und beginnt am 15.07.2011. Beteiligt sind das Erzbischöfliche Suitbertus Gymnasium (Düsseldorf), das Lise-Meitner-Gymnasium (Geldern), das Sophie-Scholl-Gymnasium (Oberhausen) und das Andreas-Vesalius-Gymnasium (Wesel) sowie die Niederrhein-Akademie/Academie Nederrijn e.V. (NAAN), der Historische Verein für Geldern und Umgegend e.V., zahlreiche Archive am Niederrhein und die E-Competence Agentur sowie das Zentrum für Informations- und Mediendienste der Universität Duisburg-Essen.

Die Schülerinnen und Schüler der vier Schulen erarbeiten in Kleingruppen verschiedene Themen zum Wiederaufbau in ihrem jeweiligen Schulort. Hierbei werden sie von Wissenschaftlern des InKuR und der NAAN, den Archivaren sowie ihren Lehrerinnen und Lehrern unterstützt. Ziel des Projektes ist, dass die Schülerinnen und Schüler eine Ausstellung konzipieren, die in den Schulorten gezeigt wird. Das Projekt wird an den einzelnen Schulen als Projektkurs in der 9. Klasse und als AG angeboten und durchgeführt. Die Projektpartner und Schülerinnen und Schüler sind über die Kommunikationsplattform "Moodle" vernetzt und tauschen sich regelmäßig über Fragen und Inhalte aus.

Die Idee:

Das Projekt ermöglicht Schülerinnen und Schülern von vier Schulen, unterstützt von Wissenschaftlern, schulübergreifend an einem gemeinsamen Thema zu forschen, das für die Erschließung der eigenen Lebenswirklichkeit relevant ist. Noch heute werden unsere Städte in wirtschaftlicher, struktureller und sozialer Hinsicht in erheblichem Maße geprägt durch Entscheidungen, die in der Phase des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg getroffen wurden. Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Region werden anhand von vier Beispielen herausgearbeitet. Durch die Arbeit mit Wissenschaftlern und den Austausch mit anderen Schülerinnen und Schülern wird es ermöglicht, die methodische Bandbreite historischen Arbeitens zu erlernen und praktisch anzuwenden. Hierbei werden die durch das vorhandene Quellenmaterial vorgegebenen Grenzen der Forschung erfahrbar gemacht. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ein grundlegendes Verständnis für den Zusammenhang zwischen Frage, Methode und Erkenntnis. Sie lernen auszuhalten, dass Fragen nicht eindeutig beantwortet werden können.

Das Ziel:

Das Projekt verfolgt zwei Ziele: erstens das Einüben historischer Forschungsmethoden und zweitens die inhaltliche Erarbeitung der Geschichte des eigenen Schulortes nach 1945. Durch angeleitetes aber letztlich eigenverantwortliches Anwenden wissenschaftlicher Arbeitsweisen erkennen die Schülerinnen und Schüler, welche historischen Entscheidungen Auswirkungen auf ihre eigene Lebenswirklichkeit haben und noch haben werden. Die Schülerinnen und Schüler, die an dem Projekt teilnehmen werden, entstammen im Allgemeinen auch den Orten bzw. Städten, die untersucht werden sollen. Dieser lokale Bezug kann die Schüler intrinsisch motivieren, sich mit einem Ort, der für sie eine emotionale Qualität hat, auseinanderzusetzen. Den Schülerinnen und Schülern wird im Rahmen des Projektes deutlich werden, dass Geschichte kein abgeschlossenes Phänomen ist, sondern konkrete Auswirkungen auf die Gegenwart hat, die wir erleben. Geschichte wird somit für die Schüler "be-greifbar" (Lebensweltbezug). Die Orientierung an Personen und Personengruppen durch einen biographischen Zugriff bietet den Schülerinnen und Schülern zudem die Möglichkeit der Identifikation.

Während die Forschungsliteratur und viele archivalische Quellen einen möglichst objektiven Eindruck des Wiederaufbaus des eigenen Schulortes vermitteln, gewinnen die Schülerinnen und Schüler durch die Arbeit mit "Ego-Dokumenten" einen sehr persönlichen Eindruck der Lebenswirklichkeit der am Wiederaufbau direkt oder indirekt beteiligten Personen sowie ihrer Handlungsspielräume, ihrer Selbstwahrnehmung und des sozialen Geflechts, in dem die historische Person sich bewegt. Hier finden die Jugendlichen einerseits Parallelen und andererseits Divergenzen zu ihrem eigenen gesellschaftlichen Kontext. Durch die Kontextualisierung und den Vergleich dieses persönlichen Zugriffs können Muster für Personengruppen destilliert werden. Die Jugendlichen gelangen durch die Anwendung wissenschaftlicher Methoden der Quellenkritik zu einem distanzierten und vergleichenden Geschichtsbewusstsein, das ihnen letztlich einen multiperspektivischen und mehrdimensionalen Zugang zu geschichtswissenschaftlichen Themen ermöglicht. Auch gewinnen sie durch die methodische und differenzierte Bearbeitung verschiedener Quellengattungen einen kompetenten und reflektierten Zugang zu häufig sehr subjektiven Darstellungen historischer Sachverhalte in den Medien. So sind die Schülerinnen und Schüler in der Lage, Informationen zu anderen, auch aktuellen Themen kritisch zu hinterfragen und zu werten.

Der Vergleich der vier Städte im Hinblick auf die Entscheidungsträger des Wiederaufbaus, deren Auswahl und Qualifikation, ihre Interaktion mit der Bevölkerung, des strukturellen Rahmens, in dem sie sich bewegten, den formalen Anforderungen, die zu bewältigen waren, sowie die Betrachtung verschiedener Bevölkerungsgruppen und ihrer Rolle beim Wiederaufbau führt zu einem grundsätzlichen Verständnis der Interdependenzen zwischen Anforderungen und Handlungen an Hand der Parallelen und Unterschiede zwischen den Städten. Die Schülerinnen und Schüler haben zudem durch den multidimensionalen Zugriff in Arbeitsgruppen nach ihren thematischen Neigungen die Möglichkeit, an dem Thema Wiederaufbau zu arbeiten, was zu einer höheren Motivation führt.

Durch die Konzeption einer Ausstellung und das Erstellen eines eigenen Films im Rahmen der Ausstellung wollen die Antragssteller und Kooperationspartner das Ziel erreichen, möglichst viele Schülerinnen und Schüler, deren Familien und Freunde sowie die historisch interessierte Öffentlichkeit für die Geschichte der Städte Düsseldorf-Kaiserswerth, Geldern, Gaesdonck/Goch und Wesel zu interessieren.

Das kontinuierliche Arbeiten an einem Projekt mit dem Ziel der publikumswirksamen Präsentation stärkt zudem die Selbstkompetenz sowie die Sozialkompetenz der Schüler, da ein hohes Maß an Disziplin, Selbstorganisation sowie Organisation innerhalb der Arbeitsgruppe und der Kommunikation mit den parallel arbeitenden Gruppen der anderen Partnerschulen notwendig ist.

Indem die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Quellengattungen arbeiten, wenden sie zwei Methoden aktiv an: erstens Hermeneutik und zweitens Oral History. Sie gelangen so, unterstützt von Wissenschaftlern und Lehrern, zu einem eigenständigen, reflektierten und sicheren Umgang mit verschiedenen Quellen sowie lokaler Geschichte.

Die Struktur:

Zu Beginn des Projektes absolvieren die Schülerinnen und Schüler einführende Workshops zur Quellenarbeit sowie zu Moodle an der Universität Duisburg-Essen und einen Archivtag in dem jeweils für sie zuständigen Archiv. Zusätzlich haben die parallel arbeitenden Schülergruppen an den vier geplanten Studientagen an der Universität Duisburg-Essen Gelegenheit, sich über ihre Forschungsfragen und Arbeitsergebnisse auszutauschen. Bereichert werden die Studientage durch inhaltliche und konzeptionelle Fachvorträge/Workshops.

Die vier Projektphasen im Überblick:

  1. Schaffung einer gemeinsamen Basis im Umgang mit Quellen und Methoden, inhaltlicher Überblick, Themenfindung
  2. Arbeit in den Kleingruppen zu verschiedenen, selbst gewählten Teilthemen
  3. Vertiefte Erarbeitung der Spezialthemen an den Quellen
  4. Erarbeitung der Präsentation, Zusammenführung der Teilthemen

Individuell finden an den Schulen zusätzlich Vorträge, Unterrichts-/Expertengespräche, Zeitzeugeninterviews, Archiv- und Museumsbesuche sowie Unterrichtsgänge statt.

Ansprechpartner an der UDE:

Ansprechpartner an den Schulen:

  • Markus Veh, Erzbischöfliches Suitbertus Gymnasium Kaiserswerth
  • Gerd Hallmanns, Lise-Meitner Gymnasium Geldern
  • Dr. Holger Schmenk, Sophie-Scholl-Gymnasium Oberhausen
  • Jennifer Pauly und Andre Steffans, Andreas-Vesalius-Gymnasium Wesel