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Mathematik

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Keine Frage: Mathematisches Denken ist in vielfacher Weise bei komplexen Situationen und insbesondere beim sinnvollen Einsatz von virtuellen Systemen gefragt. Ökonomische Prozesse werden dabei in interdisziplinärer Zusammenarbeit analysiert. 
Der bisherige universitäre Diplomstudiengang Mathematik war an deutschen Hochschulen recht einheitlich aufgebaut. Im Grundstudium erfolgte die Ausbildung in Analysis und Linearer Algebra sowie einem Fach der angewandten Mathematik, meist Wahrscheinlichkeitstheorie oder Numerik. Hinzu kam noch das sogenannte Nebenfach, das im Hinblick auf eine Profilbildung für die spätere Berufstätigkeit von Bedeutung ist. Im Hauptstudium hatten die Studierenden meistens einen großen Freiraum bei der Gestaltung des Studiums und der Wahl ihrer Schwerpunkte gehabt, wobei das Angebot allerdings stark von der jeweiligen Hochschule abhängt. Fast an allen Hochschulen werden aber nur noch gestufte Studiengänge angeboten, die die genannten Teilgebiete entsprechend offerieren. Der Bachelorstudiengang führt in der Regel in drei Jahren zum berufsqualifizierendem Abschluss "Bachelor of Science" und soll  eine breite mathematische Grundausbildung garantieren. Nach wie vor gilt: Das Mathematikstudium stellt sehr hohe Anforderungen an das Abstraktionsvermögen. Im allgemeinen merkt man relativ früh, ob man sich von seinem Begabungsprofil her für dieses Studium eignet.
An der LMU München wird vor diesem Hintergrund  ein Eignungsfeststellungsverfahren für Bachelorstudenten der Mathematik  durchgeführt.

Ein weiterer zu beachtender Gesichtspunkt des Mathematikstudiums ist, dass insbesondere die als Schwerpunkt vermittelten mathematischen Inhalte (abgesehen von Teilgebieten wie Statistik / Versicherungsmathematik) in fast allen für Mathematiker relevanten Tätigkeitsfeldern (z.B. Software-Entwicklung, Banken / Versicherungen, Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung) eine eher untergeordnete Rolle spielen. Ausgenommen ist hier natürlich die wissenschaftliche Laufbahn, die aber später  von einer Minderheit eingeschlagen wird. Von der Zielsetzung her soll das Studium die Absolventen zu strukturiertem Denken sowie zur Analyse und Modellierung komplexer Zusammenhänge befähigen. 

Nur an wenigen Universitäten ist die Ausbildung zum Wirtschaftsmathematiker (Aktuar) möglich. Der Aktuar soll die Anwendung von mathematischen Methoden und die Nutzung der modernen Informationstechnologien im Rahmen wirtschaftlicher Fragestellungen leisten. Die Einsatzgebiete von Aktuaren finden sich vor allem bei Versicherungen, Banken, Investmentgesellschaften und Trägern der gesetzlichen und betrieblichen Rentenversicherungen. 

In den oftmals unterschiedlich ausgerichteten Bachelorstudiengängen lassen sich spezifische Profile erkennen. So bietet beispielsweise die Uni Duisburg  - Essen Wirtschaftsmathematik an. WIRTSCHAFTSMATHEMATIK ist kombiniert aus passend ausgewählten Ausbildungsbereichen der Angewandten Mathematik (60% Fachanteile) und der Betriebswirtschaftslehre (40% Fachanteile Business Administration) sowie aus Komponenten angewandter Informatik

Absolventen:   Studiendauer und Alter   -   (Bachelor insgesamt)
Abschluss: Bachelor
Regelstudienzeit: 6-8 Semester
Tatsächliche Studiendauer: 6,9 Fachsemester (2019)
Alter bei Abschluss*:  22,0Jahre (2019)

Quelle: Statistisches Bundesamt 
Hinweis zur Studiendauer Bachelor

Die Zahl der universitären Studienanfänger ist im Zeitraum von 1993 bis 1997 zunächst  leicht gesunken. Nach geringeren Zunahmen kurz vor dem Jahrtausendwechsel erfährt die Anfängerentwicklung seit dem Jahr 2000 einen Anstieg und diese Entwicklung  hat nun zu einem neuen Höchststand in den Jahren 2015 und 2016 geführt, den so kaum jemand erwartet hat. Anschließend kommt es zu einem Rückgang. Nahezu identisch mit der Anfängerentwicklung verläuft langfristig die Entwicklung bei den Studierenden. Mit rund insgesamt über 40.000 Studierenden ist 2016/17 das höchste Niveau im Betrachtungszeitraum erreicht worden.Aktuell ist es auch zu einem Rückgang gekommen, der eigentlich nur an den Universitäten gilt.

Mathematik Studienanfängerstatistik

Mathematik Studierendenstatistik

Mathematik Absolventenstatistik

Der ab 1993 zu beobachtende Rückgang bei den Studienanfängerzahlen an Universitäten schlägt sich mit einer zeitlichen Verzögerung, die in etwa der mittleren Studiendauer entspricht, bei den Absolventenzahlen nieder. 2004 war erstmals ein leichter Anstieg der Absolventenzahlen zu verbuchen, der spürbar bis 2011 angehalten hat. Danach folgen anhaltende Rückgänge mit Blick auf die Gesamtentwicklung. Überproportional - wenn auch auf niedrigerem Niveau - fällt für die Fachhochschule die Zunahme der Absolventen in der langfristigen Entwicklung aus. Setzt man die Absolventenzahlen der letzten Jahre in Beziehung mit den zeitversetzt zurückliegenden entsprechenden Anfängerzahlen, so dürften sich kalkulatorisch die grundständigen Absolventenzahlen in den kommenden Jahren (>2022)  in einer Größenordnung von 3.000  bewegen. 

Ca.  2.300 Mathematiker bestanden die Masterprüfung im Jahr 2019. 

Abweichend verläuft die Entwicklung bei den  Promotionen. Anders als beispielsweise bei den naturwissenschaftlichen Studiengängen Chemie und Biologie hat die Promotion hier nicht durchschlagend an Bedeutung gewonnen und zeigt mit Blick auf die Höhe der Absolventenzahlen ein niedrigeres Niveau, wenngleich 2018 wieder fast  ein neuer Höchstand erreicht worden ist.

     Mathematik Master 


Mathematik Promotionsstatistik

Einen Gesamtüberblick über die aktuellen Studienmöglichkeiten des Faches Mathematik bieten der Studien- und Berufswahlführer und der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz.


 


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