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Sozialwesen: Sozialarbeit und Sozialpädagogik

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Hauptanliegen des Sozialwesens ist es, Menschen zu helfen, 'Eigenkräfte' zu entwickeln, damit diese in ihren vielfältigen - oftmals problematischen Lebenslagen - verantwortlich handeln können. Die wesentlichen Tätigkeitsfelder des Sozialwesens sind Jugendhilfe, Sozialhilfe und Gesundheitshilfe. Unterschiede zwischen den beiden Studiengängen (SA/ SP) finden sich insbesondere dahingehend: Das Studium der Sozialarbeit (SA) weist mehr verwaltungstechnische Inhalte auf (z.B. Jugendamt oder allgemein in den Kommunalen Sozialdiensten). Demgegenüber ragt Sozialpädagogik (SP) oftmals stärker in Bereiche der außerschulischen Bildung (Jugendarbeit, Streetworker, Hort) und in Grundlagenbereiche der Erziehungswissenschaft hinein.

Die hier in Rede stehenden Studiengänge des Sozialwesens sind schwerpunktmäßig an Fachhochschulen zu finden – aber auch an Universitäten vorhanden. Als Bachelorstudiengang wird "Soziale Arbeit" (z.B. FH Münster, FH Potsdam, FH Fulda, Universität Duisburg - Essen) mit unterschiedlichen Profilen angeboten. Studienmöglichkeiten zu Bachelorstudiengängen können gezielt über die ständig aktualisierte Datenbank Hochschulkompass (unter Studium/ grundständiges Studium) der Hochschulrektorenkonferenz abgefragt werden. Einen Einblick in das Berufsbild Sozialarbeit sowie weitere Informationen zum Sozialwesen gibt der DBSH, der Deutsche Berufsverband der Sozialarbeiter/Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagogen/Sozialpädagoginnen und Heilpädagogen/Heilpädagoginnen e.V..

Seit 1980 gibt es an verschiedenen Hochschulen den Studiengang Sozialwesen, der einen Abschluss in einer der beiden Fachrichtungen Sozialarbeit oder Sozialpädagogik ermöglicht. Parallel dazu existieren an anderen Hochschulen auch Angebote, die nur auf eine der beiden Fachrichtungen ausgerichtet sind. Laut Darstellung der Bundesagentur für Arbeit  wenden sich die angebotenen Beschäftigungsmöglichkeiten nicht selten an Absolventen beider Fachrichtungen, wobei ausschlaggebend für die erfolgreiche Vermittlung oftmals das über eine Zusatzqualifikation erworbene spezielle Fachprofil ist. Darüber hinaus werden dem Studienbereich Sozialwesen teilweise Studierende der Studiengänge Sozialmedizin bzw. Heilpädagogik zugeordnet. Die sozialmedizinischen Aufgabenschwerpunkte liegen im Bereich der Jugend-, Gesundheits- und Behindertenhilfe. Bei den Tätigkeiten handelt es sich auch um unterstützende und therapeutische Maßnahmen für geschädigte Menschen, die weit in das Tätigkeitsfeld der heilpädagogischen, gesundheits- und pflegewissenschaftlichen Berufe hineinragen können und die aktuell auch für Integrationsmaßnahmen mit Blick auf die Flüchtlingsanforderungen relevant sind.


Absolventen:   Studiendauer und Alter   -   (Bachelor insgesamt)
Abschluss: Bachelor
Regelstudienzeit: 6-8 Semester
Tatsächliche Studiendauer: 6,8 Fachsemester (2019)
Alter bei Abschluss: 24,4  Jahre (2019) 

 Quelle: Statistisches Bundesamt 

Hinweis zur Studiendauer Bachelor

Die Studienanfängerzahl hatte 2002 insgesamt eine alte Rekordmarke von 14.000 überschritten. Im Jahr 2004 trat in der Entwicklung - erstmals seit 1993 - ein Rückgang auf, der sich trendmäßig aber nicht fortgesetzt hat. Die aktuelle Entwicklung bei den Studienanfängerzahlen ist vor dem Hintergrund der Umstellung auf sog. örtliche Zulassungsverfahren (seit 2005/06) durch eine kontinuierliche Zunahme gekennzeichnet. Die Kriterien für dieses Zulassungsverfahren sind meistens  bei den Hochschulen zu finden. Im Studienjahr 2019/20 erreicht die Anfängerzahl  nunmehr einen absoluten Höchststand -  über  26.000 schrieben sich an Universitäten und Fachhochschulen ein.

Die Zahl der Studierenden des Studienbereichs Sozialwesen hat sich von 1993 bis 2003 kontinuierlich erhöht (von 50.000 auf über 60.000 im Jahr 2003). Erst im Jahr 2004 setzt eine Verminderung ein, die sicherlich im Kontext mit der vorübergehenden  Einführung von Entgeltregelungen im Hochschulwesen gesehen werden muss und die sich in den Jahren 2005 und 2006 nicht mehr  fortgesetzt hat. Seit 2009/10 zeigt sich eine sichtbare Zunahme, die aktuell immer noch  anhält. 

Seit 1997 haben die Absolventenzahlen insgesamt zwischen 9.000 und 10.000 jährlich gelegen. In den Jahren 2005 und 2006 haben sie sich wieder auf dieses Niveau eingependelt. 2010 haben sie bei 13.000 auf neuem Höchststand und deutlich oberhalb der 12.000er Marke gelegen. Im Jahr darauf sind die Absolventenzahlen wieder auf 12.000 gesunken und erreichen im Jahr 2012 nicht mehr ganz diesen Wert. 2013  erfolgt wieder ein Anstieg auf das Höchstniveau, der tendenziell bis 2017 angehalten hat.  Weniger als ca. 15 % davon sind Absolventen entsprechender Studiengänge an Universitäten. In den kommenden Jahren (>2020) wird weiterhin mit jährlichen Absolventenzahlen in einer Größenordnung in einer Bandbreite von 16.000 bis 18.000  zu rechnen sein. Eine der Ursachen für das hohe Erfolgsniveau liegt vermutlich darin begründet, dass unter den Absolventen dieser Studiengänge der Anteil von sogenannten Seiteneinsteigern auch überdurchschnittlich stark  gewesen ist.

Sozialwesen Studienanfängerstatistik

Sozialwesen Studierendenstatistik

Sozialwesen Absolventenstatistik

Sozialwesen Absolventenstatistik


Über 2.300 SA/SPLer bestanden die Masterprüfung  im Jahr 2019.  Die Zahl der  Masterabschlüsse wird voraussichtlich noch weiter ansteigen.
Aktuelle Studienmöglichkeiten im Bereich des Sozialwesens findet man auf den Seiten des DBSH. Mit Blick auf Studienmöglichkeiten und -profile der Studiengänge des Sozialwesens empfiehlt sich auch der Studien- und Berufswahlführer.



 


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