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Sprache(n) des Geschichtsunterrichts – Sprachliche Vielfalt und Historisches Lernen

XXIII. Zweijahrestagung der Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD) in Essen
24. bis 26. September 2019

Hier finden Sie alle Informationen rund um die Tagung auf Zeche Zollverein.


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Call for Sections

Thema

Geschichte ist ein sprachliches Fach. Mithilfe von Sprache verständigen wir uns über vergangene Wirklichkeit und formen wir Geschichte als Erzählung. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Lernergebnisse lassen sich nur in sprachlichen Produkten zum Ausdruck bringen. Das sind keine neuen Einsichten, aber spätestens seit den ernüchternden Ergebnissen der PISA-Untersuchungen zur Lesekompetenz von Schüler*innen ist das Thema einer im und für das Fach relevanten Sprachförderung auf der Forschungsagenda der Geschichtsdidaktik weit nach oben gerückt. Der Jahresband 2015 der Zeitschrift für Geschichtsdidaktik mit dem Themenschwerpunkt „Sprache und historisches Lernen“ hat das eindrücklich bestätigt. Parallel dazu sind die Bemühungen vieler Bundesländer zu nennen, Sprachbildung als Querschnittaufgabe in allen Fächern zu implementieren. Beispielhaft sei hier auf den Erlass des nordrheinwestfälischen Kultusministeriums „Förderung in der deutschen Sprache als Aufgabe des Unterrichts in allen Fächern“ von 1999 hingewiesen, der also angesichts der weit auseinandergehenden Sprachfähigkeiten von Kindern und Jugendlichen an den Schulen des Landes bereits vor der PISA-Studie die Aufmerksamkeit auf die Sprachbildung als umgreifende Schulaufgabe lenkte. Daraus erwuchsen zahlreiche Forschungsaktivitäten, die sich ganz unterschiedlicher Aspekte dieses Themas annahmen. Das gilt beispielsweise für das Projekt FörMig („Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“), das sich seit 2003 der „durchgängigen Sprachbildung“ zunächst dieser ausgewählten Gruppe widmete. Das „Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache“ an der Universität Köln will seit 2012 die sprachliche Bildung und die Sprachförderung entlang des
gesamten Bildungswegs und insbesondere in der Schule verbessern. Bei aller Zustimmung zur Relevanz von Sprache und Sprachförderung im Geschichtsunterricht ist bislang aber kaum geklärt, was die spezifisch fachliche Dimension daran sein kann. Es ist festzustellen, dass der größte Teil der Forschungsaktivitäten zur Sprachbildung, zu Mehrsprachigkeit und zur Bildungssprache im Kontext von Schule und Ausbildung linguistisch oder fachunspezifisch betrieben wird. Das trifft auch auf die meisten unterrichtspraktischen Vorschläge zu wie etwa die in den Schulen viel genutzten Publikationen des Physikdidaktikers Josef Leisen. Die dort enthaltenen Vorschläge zum Geschichtsunterricht sind jedoch ohne Bezug auf die geschichtsdidaktische Diskussion formuliert und leisten kaum einen Beitrag dazu. Aber auch die Geschichtsdidaktik hat sich jenseits der Forderung nach Narrativität oder narrativer Kompetenz als oberstem Lernziel schwergetan, fachsprachliche Operationen zu identifizieren, die gezielt gefördert werden könnten. Die Zweijahrestagung der KGD will sich dieser Herausforderung stellen und der Frage nach der Fachlichkeit von Sprachbildung und Sprachförderung im Geschichtsunterricht nachgehen. Das kann und soll über ganz unterschiedliche Zugänge geschehen. Fragen nach Narrativität sind ebenso erwünscht wie solche nach Lese- oder Schreibkompetenz. Vorstellbar sind Vorschläge zum bilingualen Geschichtsunterricht, zur Mehrsprachigkeit, zur Leichten Sprache/Inklusion, zur interdisziplinären Sprachbildung oder zu einer solchen im Fächerverbund, aber auch zur Sprache der Quellen und Darstellungen oder zur Rolle der Sprache in der Geschichtslehrer*innenausbildung.


Zum Verfahren

Der Vorstand der Konferenz für Geschichtsdidaktik hat für diese Zweijahrestagung ein modifiziertes Verfahren für das Einreichen
von Themenvorschlägen beschlossen, um die thematische Prägnanz und die Qualität der Tagung zu fördern.


Einreichen der Themenvorschläge

Der Vorstand bittet demgemäß darum, Vorschläge für ganze Sektionen einzureichen. Wir erhoffen uns von einem derartigen Call for Sections eine größere Kohärenz und Konsistenz der einzelnen Sektionen. Wie bei anderen Tagungen üblich, sollen sich Forscherinnen und Forscher auf dem Feld der Geschichtsdidaktik angesprochen fühlen, die an entsprechenden Fragen arbeiten, und
  • einen Vorschlag für ein ganzes Panel mit einer Sektionsleitung und maximal drei weiteren Referenten*innen einreichen.
  • Durch die veränderte Referenten- / Referentinnenzahl
    sollen für jedes Panel wenigstens 45 Minuten Diskussionszeit gesichert werden.
  • Als Redezeit verbleiben demnach 75 Minuten, die sich auf die Einführung (max. 15 Min.) und auf drei Vorträge (max. jeweils 20 Min.) verteilen. Die Sektionsleitung kann moderieren oder auch durch einen eigenen Vortrag an der Sektion beteiligt sein.
  • Erwünscht ist in den Sektionen eine möglichst breite Berücksichtigung des Forschungsfeldes und eine Kooperation aus etablierten und Nachwuchs-Kräften.


Auswahl

Der Vorstand wählt aus den Sektionsvorschlägen diejenigen aus, die das Spektrum der entsprechenden Forschung innerhalb der Disziplin originell, innovativ und vielschichtig abbilden.
Der Vorstand behält sich vor, den ausgewählten Sektionsleitungen inhaltliche und personelle Modifikationen vorzuschlagen.


Fristen

  • Die Vorschläge für die Sektionen sind bis zum 15. Dezember 2018 per Emailanhang an den Vorstand der KGD zu senden kgd.geschichtsdidaktik(at)
    gmail.com
    .
  • Die Sektionsleiter*innen erhalten vom Vorstand eine
    Rückmeldung zu ihren Vorschlägen bis zum 15. Januar 2019.
  • Im gegebenen Fall sind Modifikationen bis zum 1. März 2019 einzuarbeiten.


Publikation

Die Beiträge der Tagung sollen in den Beiheften der Zeitschrift für Geschichtsdidaktik publiziert werden und nicht an anderen Stellen zur Veröffentlichung angeboten werden. Mit der Übernahme eines Sektionsreferats ist die Erwartung zur Einreichung einer ggf. überarbeiteten schriftlichen Fassung dieses Beitrags für die Tagungspublikation verbunden.
Die Sektionsleitungen sollen für ihre Sektionsbeiträge als Teilherausgeber*innen des Tagungsbandes fungieren.

Die Einreichung der schriftlichen Manuskripte erfolgt bis zum 31. März 2020 an die Sektionsleiter*innen.


Mögliche Themenfelder für Sektionsvorschläge

  • Sprache in der Geschichtslehrer*innen-
    ausbildung
  • Narrativität – Diskursivität. Sprache im historischen Erkenntnis- und Lernprozess
  • Mehrsprachigkeit, Heterogenität
  • Lesekompetenz im Geschichtsunterricht
  • Fachsprachliches Schreiben
  • Bilingualer Geschichtsunterricht
  • Unterschiedliche Sprachen – unterschiedliche Narrative?
  • Leichte Sprache – Inklusive Sprache
  • Geschichtsunterricht in Zuwandererklassen
  • Sprachliche Aspekte bei der Arbeit mit Quellen
  • Konzeption von sprachsensiblen Arbeitsmaterialien und Aufgabenstellungen für den Geschichtsunterricht
  • Empirische Untersuchung von Schulbüchern auf Sprachsensibilität