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Sprache(n) des Geschichtsunterrichts – Sprachliche Vielfalt und Historisches Lernen

XXIII. Zweijahrestagung der Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD) in Essen
24. bis 26. September 2019

Hier finden Sie alle Informationen rund um die Tagung auf Zeche Zollverein.


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Programm


Dienstag, 24. September 2019


Eröffnung 14.00 – 15.30 Uhr

14:00 - 14:45 Uhr: Begrüßung und Grußworte
14.45 – 15.30 Uhr: Tagungseinführung
15.30 – 16.30 Uhr: Kaffeepause

16.30 – 18.30 Uhr: Podiumsdiskussion:
Wessen Geschichte? Identität und Geschichtslernen in der Einwanderungsgesellschaft.
Gäste: Zafer Şenocak (Schriftsteller, Berlin), Prof. Dr. Michele Barricelli (Ludwig-Maximilians-Universität München), Julia Haggenmiller (Max-Ernst-Gesamtschule, Köln), Dr. Carola Rupprecht (Deutsches Hygiene-Museum, Dresden)
Moderation: Georgious Chatzoudis (Wissenschaftsportal L.I.S.A., Gerda Henkel Stiftung)


19.00 Uhr: Abendempfang der KGD

Mittwoch, 25. September 2019


9.30 – 12.00 Uhr: Sektion I, II und III

Sektion I:
Halle 2
Sektion II:
Halle 12
Sektion III:
KoksKohlenbunker
Sprachsensibler Geschichtsunterricht in der Geschichtslehrer*innenbildung. Konzepte einer phasenübergreifenden Professionalisierung
Leitung: Martin Schlutow (Münster)
Historische Sprachhandlungen initiieren - Aufgaben im Fokus
Leitung: Nicola Brauch (Bochum)
Christoph Bramann (Salzburg)
Fachsprache als Leichte Sprache und als Bildungssprache – Sprache und Geschichte im (scheinbaren) Spannungsverhältnis zwischen Inklusion und Sprachbildung
Leitung: Martin Lücke
(Berlin)

12.00 – 13.30 Uhr: Mittagspause

13.30 – 19.00 Uhr:
Posterpräsentation, Arbeitskreise, Mitgliederversammlung


13.30 – 15.00 Uhr: Posterpräsentation

15.00 – 16.30 Uhr: Arbeitskreise

Digitaler Wandel und Geschichtsdidaktik Empirische Geschichtsunterrichtsforschung Frühes historisches Lernen
Geschichtsdidaktik theoretisch Historisches Lernen mit Museen Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven

16.30 – 17.00 Uhr: Kaffeepause

17.00 – 19.00 Uhr: Mitgliederversammlung

20.00 Uhr: Verlagsabend des Wochenschau Verlags

Donnerstag, 26. September 2019


9.30 – 12.00 Uhr: Sektion IV und V

Sektion IV: Halle 12 Sektion V: Halle 2
Historische Kompetenzen sprachbasiert erfassen
Leitung:
Martin Nitsche (Basel),
Jörg van Norden (Bielefeld)
Sprachsensibel und geschichtsbewusst? Herausforderung bei der Konzeption von Geschichtslehrwerken
Leitung:
Saskia Handro (Münster)

12.00 – 13.15 Uhr: Mittagspause

13.15 – 15.00 Uhr:
Berichte aus den Sektionen und Abschlussdiskussion


ab 15.00 Uhr: Begleitprogramm

Sektionsbeschreibungen

Sektion I:
Sprachsensibler Geschichtsunterricht in der Geschichtslehrer*innenbildung. Konzepte einer phasenübergreifenden Professionalisierung
Sprachbildung lässt sich gegenwärtig als Schlüsselaufgabe für Geschichtslehrer*innen charakterisieren. Die Sektion verfolgt deshalb das Ziel, Sprachsensiblen Geschichtsunterricht als fachspezifischen Professionalisierungsauftrag in den drei Phasen der Lehrer*innenbildung zu profilieren. Die zentralen Fragen lauten: Über welche theoretischen, analytischen, diagnostischen und methodischen Kenntnisse und Fähigkeiten sollten Geschichtslehrer*innen zur Umsetzung Sprachsensiblen Geschichtsunterrichts verfügen? Und mit welchen Konzepten können sie hierauf in den verschiedenen Phasen der Geschichtslehrer*innenbildung vorbereitet werden? Eine Diskussion dieser Fragen wird ermöglicht, indem Konzepte der Professionalisierung zum Sprachsensiblen Geschichtsunterricht aus den drei Phasen der Geschichtlehrer*innenbildung präsentiert werden.
Leitung: Martin Schlutow (Münster)
Sektion II:
Historische Sprachhandlungen intiieren – Aufgaben im Fokus
Die Sektion beleuchtet aktuelle Ansätze zur Erforschung und Weiterentwicklung von Aufgaben zur Initiierung und Förderung fachspezifischer Sprachhandlungen im Geschichtsunterricht. Im ersten Beitrag stellen Nicola Brauch und Lena Heine (Bochum) ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Frage vor, inwiefern sich auf konkrete Sprachhandlungen ausgerichtete Aufgaben auf fachspezifisches Erklären auswirken können. Danach geht Charlotte Husemann (Essen) den Fragen nach, welche fachlichen, lexikalischen, syntaktischen und semantischen Strukturen die Textsorte „Historisches Sachurteil“ erfordert und wie adäquate Operatoren-gestützte Leistungsaufgaben formuliert werden können. Im letzten Beitrag diskutiert Christoph Bramann (Salzburg) vor dem Hintergrund seiner Forschungen zu einer Aufgabenkultur in Geschichtsschulbüchern, welche Voraussetzungen Schulbuchaufgaben mitbringen (können), um fachspezifische Sprachhandlungen zu ermöglichen.
Leitung: Nicola Brauch und Christoph Bramann (Bochum)
Sektion III:
„Fachsprache als Leichte Sprache und als Bildungssprache – Sprache und Geschichte im (scheinbaren) Spannungsverhältnis zwischen Inklusion und Sprachbildung“
Wie in einer diversen Gesellschaft sprachliche Vielfalt in historischen Lernprozessen manifest wird, wird momentan v.a. anhand von Konzepten zur Leichten Sprache und Sprachbildung diskutiert, die zugleich die Bandbreite von sprachlicher Vielfalt im Geschichtsunterricht markieren. Ziel der Sektion ist es zu zeigen, dass die Verwendung von Leichter Sprache oder Ansätze von Sprachbildung einer fachspezifischen Sprachverwendung nicht im Wege stehen, sondern im Gegenteil neu und ganz anders über das Fachpotenzial von Sprache nachdenken lassen, sobald der Aspekt der Differenzierung mitbedacht wird. Die Beiträge in der Sektion fokussieren zwei Aspekte: zum einen hebt jeder Beitrag hervor, wie das Fachpotenzial von Geschichte durch die Berücksichtigung von sprachlicher Vielfalt nicht etwa verwässert, sondern gestärkt wird. Zum anderen zeigen die Beiträge, wie empirische Ergebnisse die Pragmatik fachsprachlichen Handelns im Geschichtsunterricht beeinflussen können.
Leitung: Martin Lücke (Berlin)
Sektion IV:
Historische Kompetenzen sprachbasiert erfassen
Auch über zehn Jahre nach dem Beginn der ‘Kompetenzorientierung’ ist die plausible Erfassung historischer Kompetenzen von Lernenden herausfordernd. Während bei quantitativen Verfahren problematisiert wird, dass die jeweiligen Teilkompetenzen bisher nicht statistisch unterscheidbar seien, zielt die Kritik an qualitativen Methoden etwa auf Probleme bei der sprachlichen Erfassung des Umgangs mit Zeitlichkeit. Mit der geplanten Sektion wollen wir an letzten Kritikpunkt anknüpfen. Dazu präsentieren wir drei qualitative Herangehensweisen. Bei allen Projekten stellt die Verbindung zwischen Sprache und Erhebung eine wesentliche Voraussetzung dar, um die fachlichen Leistungen von Personen plausibel zu untersuchen. Insgesamt erhoffen wir uns von unserer Sektion, unter anderem Blindstellen aktuell genutzter sprachbasierter Zugriffe sowie die Theoriegebundenheit empirischer Forschung an konkreten Beispielen aufzeigen zu können.
Leitung: Martin Nitsche (Aarau) und Jörg van Norden (Bielefeld)
Sektion V:
Sprachsensibel oder geschichtsbewusst?
Herausforderungen bei der Konzeption von Geschichtslehrwerken

Geschichtslehrwerke bergen für Lernende sprachliche Hürden. Doch wie schreibt man Geschichte in didaktischer Absicht? In der Sektion sollen Möglichkeiten und Grenzen einer sprachsensiblen Konstruktion von Schulgeschichtsbüchern aus geschichts- und sprachdidaktischer Perspektive und unter Berücksichtigung pragmatischer Rahmungen der Schulbuchproduktion und -nutzung diskutiert werden. Die Beiträger*innen gehen davon aus, dass eine geschichtsbewusste Gestaltung von Lehrmitteln Sprachsensibilität verlangt, da historische Denkstrukturen zum einen sprachlich repräsentiert werden sollten und zum anderen die sprachlichen Kompetenzen Lernender Berücksichtigung finden müssen. Daher gewinnt die didaktische Reflexion und Explikation sprachlicher Mittel historischen Erzählens an Bedeutung und als Herausforderung der Schulbuchproduktion an Gewicht.
Leitung: Saskia Handro (Münster)
Podiumsdiskussion:
Wessen Geschichte? Identität und Geschichtslernen in der Einwanderungsgesellschaft.
Deutschland ist ein Einwanderungsland, auch wenn sich manche in der Gesellschaft mit dieser Erkenntnis noch immer schwertun. Wie unterschiedliche Kulturen und Lebensentwürfe miteinander in Einklang gebracht werden können und sollen, darüber wird gegenwärtig politisch und gesellschaftlich viel gestritten. Bei vielen Fragen der Integration spielen Schulen eine besondere Rolle. Dort ist viel Basisarbeit zu leisten. Das gilt auch für das Fach Geschichte, mit dem neben Wissen über elementare historische Zusammenhänge auch kritische Urteilskraft und damit Orientierung in Gesellschaft und Politik vermittelt werden soll. Welche Geschichte und wessen Geschichten finden in Gesellschaft und Schule ihren Platz? Wie werden Fragen von Zugehörigkeit, Aus- und Abgrenzung in die historisch-politische Bildung eingebunden? Und wie ist Geschichtsvermittlung im Spannungsfeld von gesellschaftlicher Diversität, Populismus und Identitätsdebatten zu gestalten? Die Podiumsdiskussion ist eine Kooperation zwischen der Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD) und der Körber-Stiftung. Der Medienpartner ist die Gerda Henkel Stiftung.