Thermische Behandlungsverfahren für Abfälle mit hohem Schadstoffanteil

Publications of 2003

 

Thermische Behandlungsverfahren für Abfälle mit hohem Schadstoffanteil

K. Görner; P. Gillmann; Th. Klasen
Lehrstuhl für Umweltverfahrens- und Anlagentechnik, Universität Duisburg-Essen

 

Bei Restmüllverbrennungsanlagen in Deutschland ist in den letzten Jahren eine signifikante Veränderung der Abfalleigenschaften zu beobachten. Dabei ist insbesondere der Anstieg des Heizwertes von entscheidender Bedeutung für den Anlagenbetrieb. Waren in der letzten Dekade sehr viele Anlagen auf einen sinkenden Heizwert vorbereitet worden, z.B. durch das Einbringen von besser wärmeisolierenden Feuerfestmaterialien, das weitere Auskleiden des Strahlraumes mit Keramiken oder bei Neuanlagen durch die Realisierung einer Gleichstromfeuerung mit weit heruntergezogener Zünddecke, so ist derzeit bei einem Heizwertband des Restmülls von oft deutlich über 10.000 kJ/kg der gegenläufige Trend zu beobachten. Notwendig werden Eingriffe in die Anlage oder den Anlagenbetrieb durch sehr hohe Temperaturen in der Hauptverbrennungszone, die eine direkte Schädigung der Anlage, verstärkte Schlackeansätze an der Zünddecke und/oder den Seitenwänden und verstärkte Korrosion im gesamten Rauchgasweg zur Folge haben. Der Betreiber erwartet vor den durchzuführenden Umbaumaßnahmen oft einen Nachweis für den gewünschten Erfolg. Dies nicht nur, um die direkten Investitionskosten zu rechtfertigen, sondern auch, um die Einnahmenausfälle durch höhere Stillstandszeiten zu minimieren. Solche Fragestellungen können durch experimentelle Untersuchungen und/oder durch eine numerische Simulation beantwortet werden. In diese beiden Methoden gliedert sich der vorliegende Beitrag.

PDF Vollversion