Rudolf Erich Raspe

 

 

Nachricht von den Gedichten des Oßian, eines alten schottischen Barden;
nebst einigen Anmerkungen über das Alterthum derselben.

[Auszug]

 

Die Gedichte des Oßian, eines alten schottischen Barden, welcher der Herr James Macpherson aus der celtischen oder galischen Sprache, die noch heutiges Tages in den Hochländern und den westlichen Inseln von Schottland rein und unverfälscht gesprochen wird, in das Englische übersetzet und heraus gegeben hat a), sind auf so verschiedene Art merkwürdig, daß sie nicht nur in Großbritannien, sondern auch in der ganzen gelehrten Welt viel Aufsehens gemacht haben.

Sie sind, als blosse Alterthümer betrachtet, in der Geschichte und Sprachkunde der alten nordischen Völker von der größten Wichtigkeit, und ohne Zweifel das älteste, schätzbarste [1458] und verehrungswürdigste Denkmahl der alten celtischen Gelehrsamheit: denn Oßian, Fingals Sohn, der Verfasser derselben, hat nach den von dem Herrn Macpherson angeführten Gründen b) wahrscheinlicher Weise im dritten Jahrhundert gelebt, zu einer Zeit, da man von den Schotten mit Recht sagen konte: triumphati magis quam victi, da die Sitten und Gebräuche dieses celtischen Stammes c) noch durch keine römische oder fremde Herrschaft verändert, ihre Tapferkeit und Muth durch kein fremdes Joch geschwächt, und ihre Sprache durch den Umgang mit Ausländern noch nicht verfälscht worden.

Allein, wird man fragen: wie ist es möglich, daß diese Gedichte, da die [1459] alten Barden und Celten nicht schreiben können, so viele Jahrhunderte durch eine blosse mündliche Ueberlieferung haben erhalten, und da die Wissenschaften schon so lange in Großbritannien geblühet, dennoch bis jetzt in Dunkelheit und in Vergessenheit haben bleiben können?

Diese Fragen scheinen dem Alterthum dieser Gedichte sehr gefährlich. Sie sind es jedoch nicht, weil sich bey den alten Celten und ihren Nachkommen, den Hochländern, Irländern und Einwohnern von Wallis, noch bis auf den heutigen Tag d) ein ganzer Stand der Nation, ich meyne die Barden, mit Auswendiglernung und Absingung der alten Gedichte beschäftiget, und die mehresten Geschlechter in Hochland und Irland, bey denen diese Barden in Dienste stehen, ihren Ursprung in eben diesen Gedichten Oßians zu finden glauben e). Hierzu komt ferner, daß eine Nation, als die Hochländer, welche ausser der Jagd und Kriege keine Beschäftigung kennet und gekant hat, der es an den bey andern Völkern so häufigen Zerstreuungen und Vergnügungen gefehlet, und welche fast bis [1460] auf unsere Zeiten die Unschuld und Einfalt der ersten Jahrhunderte der Welt beybehalten hat, diese Gedichte des Oßian, welche ihrer Eitelkeit und Lieblingsleidenschaften so sehr schmeicheln, nicht nur sehr gern hat hören, sondern auch sehr leicht hat lernen und behalten müssen; um desto mehr, da Poesien, welche gesungen werden, dergleichen die Bardenlieder sind, sehr leicht hängen bleiben, und nach Herrn Macphersons Berichte f) dieses einen besondern Vorzug der galischen oder celtischen Sprache und dieser Gedichte ausmacht, daß darin jedes Wort und jeder Vers mit dem vorhergehenden und nachfolgenden so genau zusammen hängt, daß die natürliche Wendung der Stimme und Abfall des Tons nicht die mindeste Abänderung in dem Gedichte leidet, und ein Wort stets der Verräther des andern ist. Sind nicht Homers Gedichte, an deren Aufrichtigkeit doch keiner zweifelt, durch die Rhapsodisten auf gleiche Art stückweise erhalten worden g)? Hatten nicht die Teutschen noch im achten Jahrhundert ihre durch die Ueberlieferung beybehaltenen Bardenlieder h)? [1461] und warum solten denn die Hochländer die ihrigen vergessen haben, da sie, wie die alten Teutschen, bis ins achte Jahrhundert, noch bis auf den letzten Krieg und bis auf die Schlacht von Culloden, ein freyes unvermischtes und unbesiegtes Volk geblieben?

Herr Macpherson versichert an mehr als einem Orte seiner, diesen Gedichten vorgesetzten Vorreden und Abhandlungen, er habe sie in Hochland und den westlichen Inseln stückweise gesamlet; sie wären daselbst und in Irland so allgemein und so bekant, daß man sie seit langen und fast undenklichen Jahren auswendig wisse, und noch bis jetzo bey verschiedenen Gelegenheiten singe i); und hierin hat er nicht den mindesten Widerspruch gefunden, weder bey den Engländern noch Irländern, noch seinen eigenen Landesleuten, vielmehr hat ihm der berühmteste und erleuchteste Hochländer unserer Zeiten, der Graf Bute, mit seinem Schutz und Beyfall beehret k), und beeifern sich die Großbritannischen Reiche nicht, zu beweisen, daß Oßians Gedichte untergeschoben, sondern um den Vorzug, zu welcher von ihnen dieser erhabene Barde ge[1462]höre, ob er ein Schottländer oder ein Irländer sey l)?

Würde er sich dagegen nicht dem Widerspruch seines ganzen Vaterlandes und der bittersten Verspottung der antischottischen Engländer blos gestellet haben, wenn seine Aufrichtigkeit und das Alterthum des Oßian den mindesten Zweifel litte?

Daß indeß diese herrlichen Ueberbleibsel des Alterthums so lange in den Gebürgen und Hütten der Hochländer unerkant verborgen geblieben, ist allerdings zu bewundern, jedoch ganz begreiflich, wie es zugegangen. Die gebürgigten Theile von Schottland und die westlichen Inseln sind bis auf die letzte Revolution den Engländern und Ausländern fast ganz unbekant gewesen. Nur seit der Zeit ist zwischen den bis dahin unbesiegten und bis jetzt noch stets kriegerischen Einwohnern derselben und den Engländern erst einiges Verkehr entstanden; nur seit dieser glücklichen Unterwerfung derselben sind in dem Lande Brücken, Wege und Landstrassen angelegt m) und zum Besten und Bequemlichkeit der Einwohner englische Schulen errichtet, und einige Bücher im Hochlän[1463]dischen gedruckt worden n). Wie hätten also die Engländer diese Gedichte eher entdecken und bekant machen können? Kaum haben sie die Sprache des Landes dem Namen nach gekant. Daß sie ganz vom Englischen abwiche, wußten sie: allein, wenig mehr. Selbst Lloyd, der größte Sprachkundige von England o), vermischet sie mit der Irländischen und Walischen Sprache, welches blos verdorbene und ausgeartete Dialecte derselben seyn sollen p). Der berüchtigte Toland hat zwar in seiner Geschichte der Druiden q) der schottischen Barden und ihrer noch übrig gebliebenen Lieder mit vielem Ruhm Erwähnung gethan, indem er sie selbst den römischen und griechischen Dichtern vorzieht: er hat aber nichts davon heraus gegeben. Von den Eingebohrnen des Landes ließ sich aus einer andern Ursache eben so wenig erwarten. Sie waren ohne [1464] Gelehrsamkeit bis jetzt in ihren Gebürgen und Hütten vergnügt, und haben dem Anschein nach weder Lust noch Gelegenheit gehabt, ausser ihrem Vaterlande durch ihre eigene Litteratur berühmt zu werden. Getrauete sich ja einmal einer oder der andere aus seinen Gebürgen, so war er ein Geistlicher, oder ein Soldat, oder ein Kaufmann, die im Kloster oder in der Fremde ihr Vaterland gar leicht vergassen, oder doch andere Wege zum Glück und Ruhme wusten, als die oft undankbare Gelehrsamkeit. Und gesetzt, es hätte viele hochländische Gelehrte gegeben, die den Werth ihres Oßians erkant, wie denn Buchanan r) es zu thun im Stande gewesen, so haben doch die nordischen Nationen erst seit sehr kurzer Zeit angefangen, ihre eigene Litteratur zu schätzen. Wie die Gelehrsamkeit in Europa wiederum zu blühen anfieng, so holte man Witz und [1465] Gelehrsamkeit aus Italien und Frankreich. Man lernte Griechisch und Lateinisch, und schämte sich mit unerhörtem Unverstande seiner Landesleute, die von den Griechen und Römern Barbaren genant wurden. Der Gelehrte suchte seine Muttersprache und seine Landesgebräuche zu vergessen, mit fremder Gelehrsamkeit und stolzer Verachtung seines Vaterlandes kam er zurück. In Rom und Athen war er zu Hause, in seinem Vaterlande ein Fremdling: und man führete sogar, gleichsam als wäre Rom noch die Beherrscherin der Welt gewesen, fast in ganz Europa die römischen Rechte ein, die sich doch gemeiniglich zu den neueren Regierungsformen eben so wenig schicken wolten, als die alten Sprachen zu den Dialecten neuerer Völker. Hier hätte ein zweyter Cato mit Recht ausrufen mögen: Græcas & Romanas urbes non fero Quirites. Allein, es war nun einmal nicht anders. Rom und Griechenland triumphirte noch, nachdem es längst aufgehöret zu seyn; und die Grammatici brachten durch ihre Vorurtheile zuwege, was Rom und Griechenland mit allem Muthe und Klugheit nie hatte zu Stande bringen können, nemlich daß ganz Europa griechisch und römisch ward; und hat man es bey der Denkungsart der neuern Gelehrten nur blos allein dem gemeinen Manne zu verdanken, daß wir Teutschen noch Teutsch können, und die europäischen Sprachen nicht ganz [1466] verdrungen worden. Ich will mich hiebey blos allein auf Schottland einschränken. Wie verächtlich spricht der gelehrte Buchanan s) von der Sprache seiner Landesleute? "Was mich betrift, sagt er, so wolte ich lieber das alte und läppische Gestammel der alten Großbritannier ganz und gar nicht wissen, als das wenige Latein, so ich in meiner Kindheit mit vieler Mühe gelernet, vergessen. Aus eben der Ursache werde ich mit gleichem Kaltsinn die alte Sprache der Schotten aussterben, und statt der barbarischen und harten Töne unserer Muttersprache die Anmuth lateinischer Wörter Platz nehmen sehen; und muß doch bey den unvermeidlichen Abänderungen und Wanderungen der Sprachen eine der andern nothwendig weichen, so haben wir wol Ursache, von unserm plumpen Bauernstande und Barbarey zum Schmuck und Anstande überzugehen, und gutwillig und gescheut abzulegen, was uns durch ein Unstern unserer Geburt anklebet. Vermag Fleiß und Mühe etwas, so müssen wir ihn hauptsächlich dazu anwenden, daß wir die griechische und lateinische Sprache, welche der beste Theil der Welt als öffentliche Sprachen angenommen hat, nach allem unsern Vermögen treiben und ausschmücken, und wo uns von der alten Barbarey unserer Muttersprache noch etwas anhänget, solches nach bestem Vermögen ausmerzen". Kurz vorher t) drückt er sich sogar [1467] über die lateinische und alte britannische Sprache also aus: "Si quis ita Musis iratis est natus, ut inventis frugibus, glandibus tamen vesci malit, jubeamus miserum esse, libenter quatenus id facit." Bey dieser Denkungsart der Gelehrten, die bey allen nordischen Völkern leider fast bis jetzo die herrschende gewesen, ist es denn nun kein Wunder, daß so manches trefliches Monument der nordischen Litteratur in Dunkelheit geblieben, über die man erstaunet, nachdem man sie endlich entdeckt, und Geschmack an sich selbst gefunden.

Die glückliche Entdeckung dieser Gedichte war also unsern Zeiten aufbehalten. Ihr Werth und ihr Nuzzen ist zum Theil schon mit ihrem Alter erwiesen. Dieser könte nun zwar ohne eigenes Verdienst des Dichters sehr groß seyn, indem auch ein Freund der Geschichte und der Alterthümer in sehr trüben Quellen Perlen zu finden weiß: allein, er wird durch die ganz ausnehmenden Eigenschaften des Verfassers noch ungemein erhöhet: denn Oßian ist nach dem Ausspruche vieler grossen Kenner ein Genie vom ersten Range. Der D. Blair, ein grosser und einsichtsvoller Kunstrichter zu Edinburg hat sogar in einer besondern [1468] Abhandlung u) ihn neben dem Homer zu setzen kein Bedenken getragen. Mit Recht kan man ihn ein Original nennen, er ist durchgehends neu. Ohne die Maschinen, Gottheiten und Vergleichungen der römischen und griechischen Dichter weiß er sich durch genaue Schilderungen der Wahrheit und Natur, in so weit er sie in dem rauhen Hochlande kennen konte, zu derjenigen Höhe und Würde zu erheben, die zu einem Heldengedichte erfordert wird. Durchgehends herrschet in ihm eine edle Einfalt. Er ist sparsam in Worten und reich an Bildern und figürlichen Ausdrücken, vielleicht weil seine Sprache zu arm war, jeden Begrif mit einem eigenen Worte auszudrucken x). Die Plane seiner Gedichte sind sehr ungekünstelt und einfach; die Charactere seiner Helden seinen Zeiten gemäß und gut ausgedruckt. Er selbst äussert bey allen Gelegenheiten sehr edle Gesinnungen, und weiß sich durch alles dies aus dem Staube vergessener und oft verachteter Barden neben die größten Dichter zu schwingen, ja, was noch mehr ist, die Bewunderung unserer sehr ekelen Zeiten zu erwerben. Solte wol ein neuerer Dichter, der dies zu thun vermag, Selbstverleugnung genug haben kön[1469]nen zu schweigen, wenn er selbst Verfasser dieser Gedichte wäre?

Zur Probe dessen, was ich bisher zum Ruhme des Oßian gesagt, will ich eines seiner Hauptgedichte, den Fingal, auszugsweise in diesen Blättern nach der englischen Uebersetzung mittheilen, und ich hoffe, daß dies das leichteste Mittel seyn soll, den Dichter selbst einigermaßen kennen zu lernen. Ich liefere aber nur disjeca membra Hippolyti. Ich habe dem Beyspiele des englischen Herausgebers gefolgt, und eine sogenante poetische Prosa gewählet. Eine Bitte [1470] habe ich aber zuvörderst noch zu thun, und das ist diese: meinen Barden zu lesen und zu beurtheilen, als Rollin y) den Homer zu beurtheilen und zu lesen empfiehlet. Man versetze sich in Gedanken in die Wüsten von Hochland, und in die ersten Jahrhunderte der Welt, so ist man in dem rechten Gesichtspuncte, woraus er sich beurtheilen läßt. Geschiehet dies, so darf ich hoffen, daß er den Beyfall, den er in England und Frankreich gefunden, auch hier finden werde.

Die Fortsetzung folgt im 94 Stücke.

 

 

[Die Anmerkungen gehören als Fußnoten zu den in eckigen Klammern bezeichneten Spalten]

[1457]   a) Unter dem Titel: Fingal an ancient epic Poem in six bocks; with several other Poems, composed by Ossian, the Son of Fingal; translated from the Galic language by J. Macpherson, London 1762.
Temora an anc. epic Poem in eight bocks etc. transl. by the Same, ib. 1763
. zurück

[1458]   b) In a dissertation concerning the antiquiry etc. of Ossians Poems pag. 7. 8. 9. welche dem Fingal vorgedruckt ist. zurück

[1458]   c) Pelloutier Hist. des Celtes. D. Blair's Dissertation on the antiquity of Ossians Poems. zurück

[1459]   d) Schottländische Briefe 2. Theil p. 112. 13. 14. Buchanan. rer. Scotic. II. c. 2.23 Waræus in Hibernia p. 34. zurück

[1459]   e) Macphersons Dissert. on the antiquity of Ossians Poems p. 11. zurück

[1460]   f) In eben angeführter Dissertation pag. 12. zurück

[1460]   g) Josephus sagt sogar in fin. lib I. contra. Apionem, Homer habe seine Werke niemals zu Papier gebracht. Daß sie durch die Rhapsodisten stückweise auswendig gelernet und abgesungen, hernachmals aber stückweise durch den Lycurgus, Pisistrathus, Solon u.a. gesamlet und zusammen gesetzet worden, ist unleugbar. zurück

[1460]   h) Eginhardus de vita Caroli M. c. 29. sagt von Carl dem Grossen: Item barbara & antiquissima carmina, quibus veterum Regum actus & bella canebantur, scripsit, memoriæque mandavit. zurück

[1461]   i) Buchananus l. c. I. c. 33. Musica maxime delectantur – – – Accinunt autem carmen non inconcinne factum, quod fere laudes fortium virorum contineat; nec aliud fere argumentum Bardi eorum tractant. Id. lb. II. 23. (Bardi) carmina non inculta fundunt, quæ Rhapsodi proceribus aut vulgo audiendi cupido recitant aut ad musicos organorum motus canunt. zurück

[1461]   k) Vid. Dedicacion of Temora. zurück

[1462]   l) Vid. Preface of Temora und (D. Blair's) critical dissertation on the compositions of Ossian. London 1763. zurück

[1462]   m) Schottländische Briefe. zurück

[1463]   n) Ein Verzeichniß derselben habe ich dem Hrn. Alexander Mac-Aulai zu verdanken. Dieses ist ein gelehrter und gebohrner Hochländer, der in eben geendigtem Kriege bey dem Großbritannischen Heere, und namentlich bey dem Regiment Bergschotten, des Obrist Campbel als Prediger stand, gegenwärtig aber sich in Edinburg aufhält. Ich theile das ganze Verzeichniß mit.
1) The english and galik Vocabulary for the use of Schools, by Alexander Mac-Donald.
2) The new Testament translated into Galik; printed for Mac-Lean in Glasgow.
3) The shorter Catechism of the general assembly of the Church of Scotland, translated into Galik.
4. 5) The Grammars of Father O Molloy and O Begly werden in den schottischen Klöstern zu Dovay und Paris von den Mißionarien, die nach Schottland gehen, gebrauchet. zurück

[1463]   o) In Glossario. zurück

[1463]   p) Dieses hat der Herr Mac-Aulai nicht nur mir, sondern auch dem größten Sprachkenner, dem Herrn Consist. Rath Grupen, mündlich versichert. zurück

[1463]   q) Collection of several pieces of Mr. John Toland with some memoirs of his Life and writings, Lond. 1726. Tomo I. zurück

[1464]   r) Locis supra citatis. zurück

[1466]   s) Rer. Scoticar. lib. I. c. 8. zurück

[1466]   t) Ibid. In fine cap. 7. zurück

[1468]   u) A critical dissertation on the compositions of Ossian. London 1763. zurück

[1468]   x) Eben dies unterscheidet die orientalischen und ältesten Gedichte von den neuern, und eben dieses ist die Ursache, daß sich zwischen den Werken des Oßians und den erhabensten hebräischen Gedichten eine so starke Aehnlichkeit findet. Des D. Blair's Anmerkungen hierüber sind vortreflich. Die nördlichen Americaner, deren Sprachen gewiß noch nicht sehr reich sind, drücken sich, zu Bestärkung dieses Satzes, gleichfals sehr figürlich aus. zurück

[1470]   y) Maniere d'enseigner & d'etudier T. I. zurück

 

 

 

 

Erstdruck und Druckvorlage

Hannoverisches Magazin.
1763, 92. Stück, 18. November, Sp. 1457-1470. [PDF]

Im Register des Jahrgangs gezeichnet: R. E. R.

Die Textwiedergabe erfolgt nach dem ersten Druck (Editionsrichtlinien).

Die "Fortsetzung" mit den angekündigten Übersetzungen erschien in den Stücken 94-97 (1763).

 

 

Zeitschriften-Repertorium

 

Kommentierte Ausgabe

 

Die besprochenen Werke

 

 

Literatur

Bachmann-Medick, Doris: Fremddarstellung und Lüge. Übersetzung als kulturelle Übertreibung am Beispiel von Münchhausens Lügengeschichten. In: Übersetzung als Repräsentation fremder Kulturen. Hrsg. von Doris Bachmann-Medick. Berlin 1997 (=  Göttinger Beiträge zur Internationalen Übersetzungsforschung, 12), S. 42-68.

Beese, Melanie: Münchhausens wunderbare wissenschaftliche Abenteuer zu Wasser und in der Luft und wie er diese zu erzählen pflegt. Eine literatur- und wissensgeschichtliche Studie zu den 'Münchhausiaden' Rudolf Erich Raspes und Gottfried August Bürgers. Bielefeld 2014.

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Edition
Lyriktheorie » R. Brandmeyer