Ludolf Wienbarg

 

 

Aesthetische Feldzüge

 

22. Vorlesung
23. Vorlesung

Editionsbericht
Literatur

 

Zweiundzwanzigste Vorlesung.

 

Goethe ist der erste Dramatiker der neuern Zeit, Byron der erste Lyriker. Die Erscheinungen dieser beiden Dichter, zu verschiedenen Zeiten, in verschiedenen Ländern sind die bedeutsamsten, welche es für die ästhetische Anschauungsweise des neuen Europa gibt. So himmelweit entfernt der aufgehende Stern Byron's vom untergehenden Goethe's am Horizonte schimmert, so nah lag einst die Region ihres beiderseitigen Aufgangs. Auch Goethe erhob sich bei seinem ersten jugendlichen Aufbrausen zum Streit gegen die bestehende bürgerliche Gesellschaft, in lyrischer Wuth schüttelte er die Ketten der Konvenienz von sich ab und warf sich in die Arme der Natur und der Freiheit. Seine ersten Dramen haben einen durch[270]aus lyrischen Charakter, wie seine spätern den epischen. Wie es nun der Lyrik eigenthümlich, daß sie des Dichters innerstes Wesen herauskehrt, und die ewigen Laute der Natur vernehmen läßt, die sich in ihrer Unterdrückung durch Gesang und Töne Luft verschafft, so zückt auch durch Goethe's jugendliche Dramen und Romane der lyrisch revolutionaire Schrei der Natur hindurch und bildet die schrillendsten Mißlaute mit den Satzungen einer abgelebten Geschichte, mit der Schwäche und Unnatur seines Zeitalters. Von Pietät keine Spur, unbarmherzig und schonungslos läßt er seinem Spott den Zügel schießen, keck und ritterlich gesinnt stellt er in Götz eine derbe Persönlichkeit dem aufgelösten charakterlosen Wesen seiner Zeit gegenüber, in Faust einen genialen Denker, dem Nachbetertroß der Wagner und aller der tausend und aber tausend Gewohnheitsmenschen, die vor einem selbstständigen Gedanken, vor einer frischen und freien That erschrecken und sich lieber für ihr ganzes Leben, wie Ungeziefer auf dem Kadaver der Vergangenheit ernähren, als den Muth fassen, die Geburtswehen einer neuen Zeit auszuhalten und diese mit ihrem Mark und Blut groß zu säugen. Goethe's Spott traf nicht allein die Satzungen der Moral, Theologie, Metaphysik, der äußern Konvenienz, sondern auch die Satzun[271]gen der Politik des todten Mechanismus des Staats, den Unsinn der Gesetze, wie denn jene Worte sich wie Brandmarken an den bei aller Fülle von Gesetzen gesetzlosen Zustand Deutschlands anheften, die Mephistopheles im Faust zum Schüler spricht:

Es erben sich Gesetz und Rechte
Wie eine arge Krankheit fort;
Sie schleppen von Geschlecht sich zum Geschlechte
Und rücken sacht von Ort zu Ort.
Vernunft wird Unsinn, Wohlthat Plage;
Weh Dir, daß Du ein Enkel bist!
Vom Rechte, das mit uns geboren ist,
Von dem ist leider nie die Frage.

Allein, wie Sie wissen, war es Goethe nicht vorbehalten, in der Politik diesen lyrisch-scharfen Charakter durchzuführen. Es lag vielleicht in seiner Natur, die mehr zum Aristokratischen und Vornehmen, als zum Demokratischen sich hinneigte, vielleicht in dem äußern Lauf seines Lebens, in der günstigen Aufnahme, die er am Hofe zu Weimar fand, in der Freundschaft, die er mit dem Herzog und der herzoglichen Familie pflegte, in einem geheimen zarten Liebesverhältniß, worin er zu einer Prinzessin stand, in seiner spätern Stellung als Minister, vielleicht in allem diesem [272] motivirt und zum Ueberfluß in dem politischen Zustand Deutschlands, in der Unempfänglichkeit der damaligen Deutschen für Politik, ihrer ewigen unfruchtbaren Listenmacherei, ihrem thatlosen Geschwätz und Geschreibe, ihrer politischen Kannegießerei, daß Goethe sich mit dem politischen und gesellschaftlichen Zustande, wie er nun einmal seit Alters in Deutschland bestand, redlich versöhnte, und sich bis auf seinen Tod aller Revolutionsgedanken, aller Besserung des Staats, deren Impuls von unten aufkam, entschieden abgeneigt erklärte. Er verlangte, seltsam genug von der Jugend, von der neuen Generation, welche den Untergang der ältesten europäischen Monarchie und die Siege der französischen Republik als ein wirklich Erlebtes schon hinter sich sah, Pietät gegen Gesetz, Staat und Fürsten, er, der in seiner Jugend die Zeiten des Faustrechts glücklich gepriesen hatte gegen die Zeit des gesetzlich wuchernden Unrechts, in der er geboren und erzogen ward. In seiner letzten Zeit schrieb er ein Journal: Kunst und Alterthum betitelt – "ob er wirklich glaubte", fragt Heine, "daß Kunst und Alterthum im Stande waren, Natur und Jugend zurückzudrängen?"

Allein, meine Herren, welches auch der Grund war, warum Goethe sich von den äußern Bewe[273]gungen der Zeit zurückzog und das Verdammungsurtheil über sie aussprach, es wäre eine wahre und begründete Impietät, seiner Asche das Verdienst zu entziehen, die sterblichen Atome des größten Deutschen, des geistigen Befreiers der Deutschen zu befassen. Es ist wahr, Goethe war ein Aristokrat in der Politik, ein Verehrer des Hof- und Fürstenwesens, ein Panegyrist der angestammten Macht, ein Protektor der leidlichen Mißbräuche, bei denen es sich immer noch ziemlich behaglich leben läßt, ein Freund des Manierlichen und äußerlich Distinguirten, ein strenger Vertheidiger des äußern Unterschiedes der Stände, des Herkömmlichen, Anstandsvollen; aber in dieser Charakteristik Goethe's liegt so wenig Charakteristisches für sein Genie, daß es auf jeden Kammerherrn und Hofmarschall im deutschen Reiche paßt. Derselbe politische Aristokrat, dieser Mann, der das große geschichtliche Element der Völker von einem so kleinen höfischen Standpunkte betrachtete, übersah das religiöse, sittliche und wissenschaftliche Leben mit den Blicken eines Adlers, und vom Standpunkte einer Zeit, den Gott weiß, welche Generation unserer Urenkel erst mühsam erklettern wird. Goethe war der Luther seines Jahrhunderts, dessen Bibel die Natur und dessen [274] Schüler und Anhänger die Jahrhunderte selbst sind, die nach ihm kommen.

Spreche ich also das letzte Wort über ihn aus, indem ich mir seinen doppelten Charakter, als Servilen und Liberalen, als Großen und als Kleinen, als Genie und als Weltmann, durch eine Grundrichtung seines Geistes in letzter Instanz zu erklären suche. Goethe trug als Jüngling die ganze neue Zeit, die kommende Weltanschauung in seiner Brust und was ihn damals im tiefsten Grund bewegte und womit er die Welt und seine Zeitgenossen überraschte, das wird früher oder später die Welt bewegen und Deutschland politisch und moralisch umschaffen. Allein Goethe gehört zu denjenigen Charakteren, welchen nicht die unmittelbare Gestaltung der Außenwelt, sondern zunächst die Bildung ihrer eigenen Persönlichkeit von der Natur zum Grundgesetz gemacht zu sein scheint; daher er sich auch bald aus der Gewitterregion, welche aus dem Innersten und Tiefsten der Leidenschaft Blitze in die Welt schleudert und deren Stärke einzig und allein den Luther, den Demagogen macht, zurückzog in die klarere Region eines mehr ruhigen, um die Welt scheinbar unbekümmerten Selbstbewußtseins, das, nach Außen durch eine freie und würdige Stellung befriedigt, nach Innen im steten Bildungsprozeß [275] zu immer größerer Kraft und Klarheit beschäftigt wurde. Eine solche Persönlichkeit ist ganz durchaus auf sich basirt; daß Andere es eben so machen, sich eben so unabhängig in der Welt hinstellen, mag und kann ihr nur recht sein, aber sie streckt die Hand nicht aus zu diesem Zweck, sie sucht nicht durch Umwälzungen die sittlichen und politischen Fundamente fremder Persönlichkeiten zu basiren, sie schließt sich egoistisch in ihrem Kreise ab und begrüßt Jeden, der diesen durchbrechen will, unwillig mit elektrischen Schlägen. So denke und erkläre ich mir den ganzen Goethe und es sagt mir ein Etwas, daß ich dieses hohe Ziel nicht zu weit verfehlt habe.

Die Lyrik der neuen Zeit ist das poetische Ausströmen des Revolutionairen; revolutionair war die Lyrik Goethe's, als er jung und feurig war, revolutionair war die Lyrik des großen Britten, der in Goethe's, des Jünglings, Fußstapfen trat und jene Leier mit neuen Saiten bezog, welche Goethe bei Seite gelegt hatte. Byron starb in Griechenland und seine letzte Ode war der Freiheit der Griechen gewidmet, zu deren Miterkämpfung er Jahre lang Geld, Talent, Ruhe, Vergnügen freudig beigesteuert hatte. Revolutionair ist die Lyrik der neuen Zeit, das behaupte ich, aber ich bitte, mich nicht dahin mißzuverstehen, [276] als ob ich jeder neuen und neuesten Lyrik, welche diesen Charakter nicht trägt, den Stab brechen wollte; ich erkenne sie nur nicht für voll an, ich spreche ihr nur das Herz und den Geist der Zeit ab, ohne dem Dichter Herz und Geist a priori persönlich abzusprechen. Viel Zutrauen habe ich freilich nicht zu dem poetischen Verdienst eines neuen Gedichts, oder einer neuen Gedichtsammlung, von der man mir im Voraus sagt, es seien nichts als poetische Büsche, Felsen, Seufzer, Ritter, Tournire, Festgesänge, Reisen, Spatziergänge und dergleichen zensurfreie und unschuldige Sächelchen darin, die ganz und gar keinen Bezug auf die Stimmung der Zeit hätten – Gott sei es geklagt, jede Leipziger Messe bringt uns einige Scheffel von <diesen> Klingklang- und Singsangsachen deutscher Musenjünglinge, die es nicht verantworten zu können glauben, ihren Namen der Nachwelt vorzuenthalten. Dagegen kenne ich auch liebliche Gedichte der süddeutschen Sängerschule, die Uhland als ihr Haupt anerkennt, die, so zeitlos und einfach sie auch sind, mich in Momenten eben so sehr erfreuen, als z.B. auch die liebenswürdige Persönlichkeit eines Süddeutschen, der unter Bergen und Reben, in der Nähe von alten Kloster- und Burgruinen aufgewachsen, mir heiter und unbefangen seine glückliche Beschränktheit [277] entgegenträgt. So kann ich auch im Gegentheil Gedichte, die mit rein politischer Tendenz geschrieben sind, Zeitereignisse im Prisma der Poesie betrachten und es darauf anlegen, durch die Darstellung derselben auf den politischen Sinn der Leser zu wirken, welche mir dennoch unter dem Gesichtspunkt der Poesie und der Lyrik, durchaus nicht wahr und bedeutend scheinen.

Ich verstehe unter dem Ausdruck: die moderne Lyrik ist revolutionair das: jeder große Dichter, der in unserer Zeit auftritt, wird und muß den Kampf und die Zerrüttung aussprechen, worin die Zeit, worin seine eigene Brust sich findet. Der Dichter müßte blind sein, oder kalt, oder gefühllos, oder heuchlerisch, oder kein großer Dichter, der mit seiner Leier über den ungeheueren Riß hinweghüpft, welcher die Gegenwart von der Vergangenheit trennt, er müßte nicht der Dolmetscher der Natur und Menschheit sein, wenn er nicht das Ringen und den Schmerz dieser Menschheit verstände, fühlte und in den Wogen der Poesie dahin brausen ließe. Byron war ein großer Dichter und daher war seine Lyrik, die er nur leicht in ein episches Kleid einhüllte, durch und durch revolutionair, was um so großartiger und erschütternder bei ihm hervortritt, als er im Schooß des Glücks geboren, Lord [278] und künftiger Pair des Reichs, früh bewundert und beneidet war. Ich will kurz sein mit seiner Geschichte, um Goethe, der den Gang seines Lebens und Charakters geschildert hat, für mich reden zu lassen. Es ist wunderbar, wie dasselbe Land, Griechenland, des alten Meisters Leidenschaft beschwichtigte und ihn zu Kunst und Alterthum führte, was den Jünger erst in diese Leidenschaft hineinriß, oder vielmehr die Leidenschaft, die in ihm schlummerte, ihn bewußt werden ließ. Erst als Byron kaum in den Zwanzigern die Kreideküste Englands verlassen und in den griechischen Buchten und Inseln sich umhertrieb, kam jener Geist der Poesie über ihn und ließ ihn in einer Zunge reden, die er früher, unter den Lords und Damen der englischen Gesellschaft kaum verstanden hatte. Haß gegen Aristokratie, Tyrannei, Kastengeist, Unnatur der Sitte, Pfaffenthum, dagegen Liebe zur Freiheit, ungebundenes Streben, griechisch-heitre Ansicht des Lebens und der Liebe, verbunden mit den Gefühlen der Ehre und Sittlichkeit, selbst mit dem Bewußtsein alten Adels und vormaligen feudalen Geschlechtsglanzes bildeten die Grundelemente seiner Poesie, worin Goethe mit tiefem Blick ein Kind des Griechenthums und des Mittelalters gesehen hat. Byron war der einzige revolutionaire Dichter, den Goethe an[279]erkannte, ja er liebte ihn und trug eine gewisse väterliche Besorgniß um ihn, die Byron von der Zeit an mit kindlicher Ehrfurcht erwiderte; wie dies interessante Verhältniß aus Thom. Moore's Leben Byron's zu ersehen ist. Im zweiten Theil des Faust hat Goethe Byron ein Denkmal gesetzt, mir wenigstens unterliegt es keinem Zweifel, daß Byron und nur Byron jenes unruhige, waghalsige, himmelstürmende Kind der Liebe ist, welches die schönste Episode in diesem zweiten Theile herbeiruft; wie ich mich denn nicht enthalten kann, Ihnen Folgendes daraus mitzutheilen, was dazu dient, sowohl Goethe, als Byron zu charakterisiren.

 

 

[280] Dreiundzwanzigste Vorlesung.

 

Wie wir als allgemeines Gesetz aufgestellt haben, daß die jedesmalige Literatur einer Zeitperiode den jedesmaligen gesellschaftlichen Zustand derselben ausdrücke und abpräge, so sahen wir dies bisher im Felde der Dramatik und Lyrik, an Goethe und Byron in so fern bestätigt, als wir Beide zu den glänzenden Herolden ihrer Zeit rechnen mußten, unbeschadet ihres individuellen Charakters, der sie von der großen Menge ihrer Zeitgenossen unterschied. Und auf diese Weise haben wir uns überall die Repräsentation einer Zeit durch Dichter und Schriftsteller vorzustellen, auf die Weise nämlich, daß sie Zeichnung und Färbung von ihrer Zeit entlehnen, dennoch aber in Gemälden [281] selbstständig und schöpferisch zu Werke gehen und einen ihnen eigenthümlichen Stil an den Tag legen. So haben wir von Byron erwähnt, daß seine Leier von den Schwingen der neuen Zeit angeregt gewesen, mehr wie die eines andern neuen Dichters; haben aber zugleich bemerkt, daß er in seinen Gedichten den Lord nicht vergessen und bei allem Feuer für die Rechte der Menschheit und der unterdrückten Völker, bei allem Enthusiasmus für die Freiheit und reine Humanität des griechischen Alterthums sich mit Stolz als den Enkel eines altenglischen, feudalen Geschlechts betrachtete und kund gab. In dieser Verschmelzung des Griechischen und Mittelaltrigen sah Goethe mit Recht den Grundton seiner Poesie, wie sie auch jenen besondern, ja tiefen, charakteristischen Reiz der Byronschen Gedichte bildet, der auf des Dichters Persönlichkeit rückwirkend einen so interessanten Schimmer wirft. Allein so wenig sich in rein poetischer Beziehung Gedicht und Dichter trennen lassen, so erlaubt ist es, in allgemeiner ästhetischer den Grundton der Byronschen Gedichte in einer höhern Weltbedeutung wiederzufinden und diese Mischung des Antiken und Feudalen als eine Mischung und Vereinigung des griechischen und germanischen Geistes zu betrachten, welche tropfenweise in die Adern des europäischen Staatskörpers [282] eindringen und seine Muskeln mit frischem Blut aufschwellen wird. Griechische Luft soll und wird die trüben Dünste, die grausigen Gespenster des Feudalismus verwehen, aber unverweht lassen jene herrlichen Blüthen germanischer Tapferkeit und Tugend, welche unsere Nation in der Heimath, wie in den durch ihr Schwert eroberten Ländern, in Frankreich, Spanien, England, vor allen Nationen des Erdbodens auszeichnet. Kein Geschlechtsadel, keine Adelskaste mit angebornen und forterbenden Unrechten soll forthin den freien Boden und die Freiheit aller Männer beschimpfen, aber diese, das ganze Volk soll wahrhaft und ritterlich in die Schranke treten, und jeder Einzelne, welchem Stande er auch angehöre, soll seine Person mit der Würde schmücken und umgeben, welche in früherer Zeit nur das Erbtheil des Bevorrechtigten war. Man wird nicht, wie die Griechen, den Handwerker zum Sklavenstande, nicht wie das Mittelalter, ihn zur dunkeln Folie des Ritters verdammen – es wird eine Zeit kommen, sagt Goethe, wo Jedermann genöthigt und verpflichtet sein wird, eine Kunst, ein Gewerbe zu lernen und auszuüben und wo es also Niemand zur bürgerlichen Zurückstellung und geistigen Benachtheiligung gereicht, irgend ein Werk der Hände zu verstehen und seinem Nachbarn zum Beispiel einen [283] Tisch zu drechseln, von dem er selbst die metallenen Verzierungen gegossen oder den Ueberzug gewirkt erhält. Es wird eine Zeit kommen, wo man des faulen, geistigen Luxus, des ewigen Wiederkäuens schimmeligter theologischer und philosophischer Streitpunkte satt und überdrüssig sein wird, wo ein Jeder, reich oder arm, groß oder klein sich freuen und Glück wünschen wird, durch kunstreich geübte Hand Unterhaltung in ein Leben zu wirken, das durch geistige Ueberladung vergangener Jahrtausende erschöpft und aufgerieben worden ist. Diese Aussichten, die jetzt beinahe nur als Träume eines Traums erscheinen, werden sich verwirklichen durch jenen allmähligen, still fortwirkenden Akt der Weltgeschichte, welcher die Uebertreibungen, Einseitigkeiten, Vorurtheile früherer Jahrhunderte pulverisirt und aus der Asche eine neue Blume entstehen läßt, welche die Farbe der Gesundheit und Jugend trägt.

Byron, so groß er unter den Dichtern der neuern Zeit dasteht, war nur der Vorläufer eines Genius, der ungetrübt durch Vorurtheile der Geburt und Erziehung, die heranbrechende Messiade der Menschheit besingen wird.

Ob in Versen, oder in Prosa – das ist gleichgültig. Poesie ist Alles, was aus der innersten Natur der Menschheit dringt und es scheint [284] fast, als ob Deutschland namentlich seine größeren Dichter gegenwärtig unter den Prosaisten zählt. Wenigstens würde der Schluß vom poetischen Gehalt unserer dramatischen Dichter, unserer lyrischen und epischen Dichter auf den poetischen Gehalt unserer ganzen Literatur sehr kläglich ausfallen; Platen, Immermann, Raupach u.s.w. als Repräsentanten deutscher Poesie, von dieser keinen großen Begriff zu erregen im Stande sein. Viel eher möchten wir Heinrich Heine als solchen begrüßen, und auch nicht seiner Verse, verfehlten Dramen und liederlichen Lieder wegen, als um die Prosa, die er in den Reisebildern zu Tage gelegt hat.

Was diesen Dichter-Prosaisten betrifft, so habe ich schon meine Absicht erklärt, ihn als ein Charakterbild der neuen Prosa in ästhetischer Rücksicht eben so aufzufassen und darzustellen, wie Goethe und Byron als Charakterbilder der neueren Poesie. Man muß Heine in dieser Gesellschaft, der Zeit, wie der Ansicht nach, als den entschiedensten Charakterschriftsteller betrachten, indem er sich, noch stärker und rücksichtsloser als Byron, der gewöhnlichen Denk- und Empfindungsmasse der früheren Schriftstellerwelt entgegengesetzt hat. In offener Fehde mit allen Ansichten der Zeit, [285] die sich ihm als verjährte und abgestandene darstellen, hat er alle diese Ansichten, und die Träger derselben, ein ungeheurer Haufe, wider sich und dagegen nur eine Waffe, den Witz, während Byron außer seinem Talent auch Reichthum und Adel bei seinen Anfeindungen ins Feld stellen konnte. Dennoch weiß er sich mit dieser einen Waffe hinlängliches Ansehen zu verschaffen und wenn man es auch selten wagt, oder würdigt, ihn öffentlich hoch anzuschlagen, so läßt man ihm doch, selbst feindlich gesinnt, im Stillen die Gerechtigkeit widerfahren, daß sein Kopf in der deutschen Literatur über den Köpfen seiner Nebenbuhler hervorrage.

Schöpfen wir, wie wir es bei Goethe und Byron gethan, aus der Geschichte seines Lebens diejenigen Andeutungen, welche uns die besondere Art und Richtung seines Talents erklären helfen. Er ward in Düsseldorf geboren als Jude, aber von einer christlichen Mutter, war zum Handel bestimmt und handelte wirklich eine Zeitlang, studirte dann in Göttingen, schrieb seine Reisebilder, führte ein flüchtiges Reiseleben, war in England, Italien und seit der französischen Juli-Revolution in Paris, wo er sich an die französischen Revolutionaire, besonders unter den Schriftstellern, an[286]schloß und seine französischen Zustände, wie zuletzt die skizzenhafte Uebersicht über die deutsche Literatur herausgab.

Stellen Sie sich nun ein poetisches Genie vor, das dem Byronschen ähnlich, ja demselben an Penetration des Verstandes überlegen, verkörpert wird nicht im Palaste eines Pairs von England, sondern im bescheidenen Wohnhause eines rheinischen Juden, ein Genie, das nicht in die Schule von Eaton, sondern in die Synagoge von Düsseldorf wandert, das zum Handelsmann erzogen wird und durch Zufall oder innern Drang eine deutsche Universität, die Universität Göttingen besucht und dort, umgeben von Pedanterie und Rohheit, von steifem Zeremoniel der Professorengesellschaften und der Sittenlosigkeit des Studentenlebens, sich seines Genies inne wird – da haben Sie den Schlüssel zum ersten Band der Reisebilder, den er noch als Student in Göttingen niedergeschrieben hat. Zu keiner Zeit ist ein dichterisches Werk erschienen, das mehr die frischen Spuren seiner Konzeption verrathen hätte, als dieses. Göttingen und der Harz sind einander gegenübergestellt als Prosa und Poesie, allen Aerger und Witz der Jugend schüttelt er auch über ein solches Gefängniß des Geistes, eine solche verschrobene, bestaubte Gelehrtenrepublik mit allem [287] ihren Unsinn, allen ihren Abgeschmacktheiten und Rohheiten, allen Hofräthen, Pedellen, Kommerzen, Kollegien, Grafenbänken, Duellen und Promotionen durcheinander, kurz auf dieses traurige Bild einer nur zu traurigen norddeutschen Universitätsstadt, welche wieder ein Bild des noch traurigern literarisch-gesellschaftlichen und politischen Zustandes von Deutschland abgibt, dagegen wirft er alle Liebe und Poesie seines Herzens auf die Thäler, Berge und Flüsse des Harzes, die er mit unnachahmlicher Hand personifizirt und dem Leser als flüchtig verkörperte Geister der ewigen Natur vor Augen führt. Allein dies Herz war nie, oder war nicht mehr rein und unschuldig, war nie, oder war nicht mehr naiv und unbewußt begeistert, und daher, so phantasiereich die Naturschilderungen sind, stehen sie doch hinter den Sittenschilderungen des Göttinger Lebens zurück. Zur schärfsten, schonungslosesten Satyre, die mit jedem Wort den rechten faulen Fleck zu treffen weiß, war Heine vom Schicksal gewissermaßen destinirt, das ihn vom Handelsjuden zum Göttinger Studenten und zum deutschen Schriftsteller bestimmt hatte. Kein Franzose und überhaupt kein Ausländer kann die Narrheiten, Schwächen, den Ahnenstolz, die Pedanterie der Deutschen nackter in aller ihrer Blöße wahrnehmen und bespötteln, [288] als ein in Deutschland geborner Jude, der dem Herzen und der Geschichte des Vaterlandes eben so fremd, noch einen Stachel zur Satyre mitnimmt, der dem Ausländer fehlt, ich meine den Stachel der Verachtung, worin seine Glaubensgenossen in Deutschland bisher standen, das verwundete Gefühl des durch Jahrhunderte gemißhandelten Volkes, das bis auf die neueste Zeit zum Schweigen verurtheilt war, indem es zu feige und zu schwach, sich früher zu äußern, ehe der Witz in Europa sich vor Scheiterhaufen und Armensünderhemden sicher wußte.

Aber Heine besaß nicht allein diesen Vortheil des Witzes, daß er als geborner Jude, gleichsam als Ausländer und Feind auftrat und zugleich die deutschen Narrheiten von Jugend auf an der Quelle studiren konnte, er hatte auch von seiner deutschen Mutter diejenigen Eigenschaften geerbt, welche den Witz erst glänzend machen, indem sie ihm zur Folie dienen, nämlich die Gabe der Phantasie, einen dunkeln Anflug von Gemüth, die Ahnung oder das Verstehen des poetisch Wirksamen, die Behandlung des Geheimnißvollen, was im poetischen Grunde unserer Nation ruht und leider nur zu sehr mit Alltäglichem und Gemeinem überschüttet ist. Daher zeigte sich Heine schon in seinem ersten Werk nicht blos als witzigen Kopf, [289] als Voltaire, Swift, sondern als Humoristen, als einen Byron-Voltaire, der, wie er sich selbst ausdrückt, sein Schlachtopfer erst mit Blumen kränzt, ehe er ihm den letzten tödtlichen Streich versetzt. Nachdem er sich an Göttingen die Sporen verdient hatte, eröffnete er seiner poetischen Satyre im zweiten und dritten Theil der Reisebilder ein weiteres Feld; die neueste Geschichte, Napoleon, Frankreich und die Revolution, Deutschland, Italien lieferten ihm Stoff zu einem poetischen Humor, der, mit gutem Bewußtsein, seine eigene Person in die Mitte der Darstellung zu bringen wußte, ohne sich eben dabei den tugendhaftesten Anstrich zu geben. Endlich scheint er für sein Leben das rechte Zentrum gefunden zu haben, denn die Hauptstadt von Frankreich, wo er sich jetzt aufhält, entspricht mit ihren Bewegungen, Umtrieben, glänzenden Gesellschaften ganz dem <Charakter> eines Schriftstellers, der dem witzigsten Franzosen leicht die Spitze bietet, und außerdem alles das vor ihm voraus hat, was ich vorher unserer Nation vindizirt habe. Von den Franzosen bewundert, hat er in seiner letzten Schrift diese über neue deutsche Literatur belehren wollen, was er, wenn auch einseitig und zum Nachtheil Deutschlands, durch die kühnsten und geistreichsten Züge unserer deutschen Koryphäen ausgeführt hat.

[290] Heine's Einfluß auf die deutsche Jugend ist unberechenbar, und dennoch würde er noch größer sein, wenn Heine von Grund aus Deutsch und vom ganzen Herzen, wie Jean Paul, ein Dichter und Humorist wäre. Allein so wie er ist, müßte er vielleicht sein, um Aufsehen zu erregen und Wirkung zu thun. Inwiefern sein Talent die Aufmerksamkeit der deutschen Prosaisten verdient, werde ich in der nächsten Vorlesung berühren.

 

 

 

 

Erstdruck und Druckvorlage

Aesthetische Feldzüge. Dem jungen Deutschland gewidmet von L. Wienbarg. Hamburg: Hoffmann und Campe 1834, S. 269-290. [PDF]

Die Textwiedergabe erfolgt nach dem ersten Druck (Editionsrichtlinien). Zwei Druckfehler wurden korrigiert (S. 276, 289).

 

 

Kommentierte Ausgaben

 

 

Literatur

Albrecht, Wolfgang: Wegweiser zu neuer Poesie? Ästhetische Kriterien politisierter deutscher Literaturkritik um 1850 (Wienbarg, Vischer, J. Schmidt). In: Literaturkonzepte im Vormärz. Hrsg. von Michael Vogt u.a. Bielefeld 2001 (= Forum Vormärz Forschung, Jb. 2000), S. 23-47.

Blaicher, Günther (Hrsg.): Die Rezeption Byrons in der deutschen Kritik (1820 – 1914). Eine Dokumentation. Mit einer Byronbibliographie (1820 – 1914) von Brigitte Glaser. Würzburg 2001.

Böhm, Alexandra: Heine und Byron. Poetik eingreifender Kunst am Beginn der Moderne. Berlin u.a. 2013 (= Hermaea; N.F., 126).

Brandes, Helga: Die Zeitschriften des Jungen Deutschland. Eine Untersuchung zur literarisch-publizistischen Öffentlichkeit im 19. Jahrhundert. Opladen u.a. 1991.

Denkler, Horst: Restauration und Revolution. Politische Tendenzen im deutschen Drama zwischen Wiener Kongreß und Märzrevolution. München 1973.

Denkler, Horst: Zwischen Julirevolution (1830) und Märzrevolution (1848/49). In: Geschichte der politischen Lyrik in Deutschland. Hrsg. von Walter Hinderer. Würzburg 2007, S. 191-223.

Dietze, Walter: Junges Deutschland und deutsche Klassik. Zur Ästhetik und Literaturtheorie des Vormärz. 4. Aufl. Berlin 1981.

Estermann, Alfred (Hrsg.): Politische Avantgarde 1830 – 1840. Eine Dokumentation zum Jungen Deutschland. 2 Bde. Frankfurt a.M. 1972.

Estermann, Alfred: "Flüchtige Ergüsse wechselnder Aufregung". Ludolf Wienbarg. In: Ders., Kontextverarbeitung. Buchwissenschaftliche Studien. Hrsg. von Klaus-Dieter Lehmann u.a. München 1998, S. 385-396.

Goßens, Peter: Weltliteratur. Modelle transnationaler Literaturwahrnehmung im 19. Jahrhundert. Stuttgart u.a. 2011.

Hansen, Volkmar: "Freiheit! Freiheit! Freiheit!" Das Bild Karl Gutzkows in der Forschung; mit Ausblick auf Ludolf Wienbarg. In: Literatur in der sozialen Bewegung. Aufsätze und Forschungsberichte zum 19. Jahrhundert. Hrsg. von Alberto Martino. Tübingen 1977, S. 488-542.

Hartmann, Petra: Geschichtsschreibung für die Gegenwart. Theodor Mundt und Ludolf Wienbarg. In: 1848 und der deutsche Vormärz. Hrsg. von Peter Stein. Bielefeld 1998 (= Forum Vormärz Forschung, Jb. 1997), S. 43-54.

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Hohendahl, Peter U.: Literaturkritik in der Epoche des Liberalismus. In: Geschichte der deutschen Literaturkritik (1730 – 1980). Hrsg. von Peter U. Hohendahl. Stuttgart 1985, S. 129-204.

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Houben, Heinrich H.: Jungdeutscher Sturm und Drang. Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1911. Hildesheim u.a. 1974.

Huesmann, Michael: Propheten, Priester und Apostel. Die jungdeutsche "Mission" der Literatur. In: "Das Schöne soll sein". Aisthesis in der deutschen Literatur. Festschrift für Wolfgang F. Bender. Hrsg. von Peter Heßelmann u.a. Bielefeld 2001, S. 253-279.

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Koopmann, Helmut: Das Junge Deutschland. Analyse seines Selbstverständnisses. Stuttgart 1970 (= Germanistische Abhandlungen, 33).

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Kopp, Detlev u.a. (Hrsg.): Goethe im Vormärz. Bielefeld 2004 (= Forum Vormärz Forschung, Jg. 9, 2003).

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Lauster, Martina: Vom Körper der Kunst. Goethe und Schiller im Urteil Heines, Börnes, Wienbargs und Gutzkows (1828 – 1840). In: Goethe-Jahrbuch 122 (2005), S. 187-201.

Mandelkow, Karl R.: Goethe in Deutschland. Rezeptionsgeschichte eines Klassikers. Bd. I: 1773 – 1918. München 1980.

Meyer, Anne-Rose: Jeune France und Junges Deutschland. In: Deutsch-französischer Ideentransfer im Vormärz. Hrsg. von Gerhard Höhn u.a. Bielefeld 2002 (= Forum Vormärz Forschung; Jahrbuch 2002, 8. Jg.), S. 115-140.

Nolte, Jakob: Demagogen und Denunzianten. Denunziation und Verrat als Methode polizeilicher Informationserhebung bei den politischen Verfolgungen im preußischen Vormärz. Berlin 2007 (= Schriften zur Rechtsgeschichte, 132).

Peitsch, Helmut: "Die Literaturgeschichte ist die große Morgue, wo jeder seine Todten aufsucht, die er liebt oder womit er verwandt ist". Zur jungdeutschen Literaturgeschichtsschreibung. In: Passagen. Literatur – Theorie – Medien. Festschrift für Peter Uwe Hohendahl. Hrsg. von Manuel Köppen u.a. Berlin 2001, S. 165-198.

Pointner, Frank E.: Der Titan von der Insel der Pygmäen: Lord Byron als deutsche Ikone. In: Kulturelle Leitfiguren – Figurationen und Refigurationen. Hrsg. von Bernd Engler u.a. Berlin 2007 (= Schriften zur Literaturwissenschaft, 30), S. 149-164.

Pott, Sandra: Poetiken. Poetologische Lyrik, Poetik und Ästhetik von Novalis bis Rilke. Berlin u.a. 2004.

Pott, Sandra: Poetologische Reflexion. Lyrik als Gattung in poetologischer Lyrik, Poetik und Ästhetik des 19. Jahrhunderts. In: Lyrik im 19. Jahrhundert. Gattungspoetik als Reflexionsmedium der Kultur. Hrsg. von Steffen Martus u.a. Bern u.a. 2005 (= Publikationen zur Zeitschrift für Germanistik, 11), S. 31-59.

Richter, Sandra: A History of Poetics. German Scholarly Aesthetics and Poetics in International Context, 1770 – 1960. With Bibliographies by Anja Zenk, Jasmin Azazmah, Eva Jost, Sandra Richter. Berlin u.a. 2010.

Ridley, Hugh: Nietzsche and Wienbarg. A Consideration of Parallels Between Nietzsche and the Young Germans. In: Kulturkritik, Erinnerungskunst und Utopie nach 1848. Hrsg. von Anita Bunyan. Bielefeld 2003 (= Deutsche Literatur und Kultur vom Nachmärz bis zur Gründerzeit in europäischer Perspektive, 2), S. 83-104.

Risch, Anastasia: "... wir schaffen aus Ruinen". Der Byronismus als Paradigma der ästhetischen Moderne bei Heine, Lenau, Platen und Grabbe. Würzburg 2013 (= Philologie der Kultur, 7).

Ritzer, Monika: 'Klassik' versus 'Moderne': Zur historischen Rekonstruktion eines Topos. In: Hebbel-Jahrbuch 55 (2000), S. 7-38.

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Lyriktheorie » R. Brandmeyer