Friedrich Theodor Vischer

 

 

[Rezension]

 

Gedichte eines Lebendigen. Zweiter Band. Zürich und Winterthur, Verlag des litterarischen Comptoirs 1844.

 

Habe ich nicht Recht gehabt? Diese stoffartige Poesie bleibt abstract rhetorisch, tautologisch, Refrain- und Gedankenspitzenjägerisch, bildlos subjectiv, in Formen gekünstelt, bis sie satyrisch wird: da ist auf einmal fester Boden, Innhalt, Körper, Körper zwar, der nur eingeführt wird, um vernichtet zu werden, aber mit dem scharfen Messer der Negation, dessen Schneide den hellen Metallglanz des Zornes und der Verachtung hat. Herwegh hat seit dem ersten Bande seiner Gedichte Erfahrungen gemacht, der Stachel ist ihm tief in die Brust gedrückt worden; das war ihm recht gesund. Es wäre ihm nur zu wünschen, daß das Leben ihn noch ganz zum Manne schmiedete und alle Rhetorik, Declamation und übrige Eitelkeit durch diese derbe Mühle vollends aus ihm herausgebeutelt würde. Denn los ist er sie noch nicht; er hat uns seine scharfen Epigramme in eine wahrhaft geduldermüdende Zugabe dieses alten Sauerteigs eingewickelt. Damit man nun nicht meint, ich wolle mit einem solchen Urtheile durchfahren, ohne Gegenreden anzuhören, so sei es mir erlaubt, hier die Einwendungen, die mir von einem talentvollen Philologen in einem Briefe gestellt worden sind, anzuführen und zu beantworten. Ich [317] nenne seinen Namen nicht, weil keine Zeit mehr ist, die Erlaubniß dazu einzuholen. Er sagt: "Sie wollen diesen Gedichten nur eine rhetorische Kraft beimessen; aber ich muß dagegen bemerklich machen, daß, wenn die wirkliche Rhetorik – ich meine, wie sie sich in einer begeisternden Rede kund gibt – dem Zuhörer das Blut in die Wangen treibt, die Seele durch die Rückenwirbel rieseln, die Faust sich ballen und nach dem Schwerte fassen läßt, daß alsdann eben die Rhetorik diese Erfolge nur dem in diesem Augenblicke herausgekehrten Elemente der Poesie, die in der Rhetorik liegt, verdankt. Denn es ist keine Frage, daß diese Halbkunst aus den beiden heterogenen Mitteln der Dialektik und der Poesie in ähnlicher Weise für außerhalb der Kunst liegende Tendenzen zusammengeschweißt ist, wie die Baukunst aus der sich selbst genügenden Plastik einerseits und dem Zimmermanns- und Maurer-Handwerk andrerseits. Aber noch mehr: niemals hat in alten Tagen ein Dichter geläugnet, belehren zu wollen. Die Dichter aller Gattungen, mit Ausnahme des einzigen homerischen Epos, sprechen dieß vielmehr selbst als ihr größtes Verdienst an und aus. Nun bin ich zwar allerdings der Ueberzeugung, daß sie sich in dieser Beziehung über sich selbst getäuscht haben und nie das geworden wären, was sie sind: Muster für die Ewigkeit, wenn sie nicht im Laufe ihrer Poesieen über der Lust des Schaffens den ausgesprochenen Zweck, ihre Tendenz selbst vergessen hätten, so wie denn die Liebenswürdigkeit der äsopischen Thierfabel entschieden aus dem Vergessen der Schlußparänese und dem naiven liebevollen Versenken in die idealisirte Thierwelt, den epischen behaglichen Ausbau dieser wirklich und in natura rerum vorhandenen Caricatur der Menschenwelt zu erklären ist. Aber dennoch hat auch [318] die von Ihnen verworfene paränetische Lyrik ihre Weihe. Denn nicht das Wollen und das Ueberreden ist ihr Wesen und Innhalt, sondern die Darstellung der schönen Persönlichkeit, des dichtenden Subjects, das sich in seinem Wollen und Wünschen in der Freude der Hoffnung wie in dem Jammer gerechter Verzweiflung in dem Gedichte explicirt. Indem also die Darstellung dieses Wollens und Strebens zur Charakteristik einer wirklich vorhandenen, hier natürlich zum Ideal geläuterten Person wird, ist das blos Gewollte ebensosehr ein Existirendes, Fertiges, wie die von den einzelnen Personen im Drama ausgesprochenen Willensmeinungen, welche oft ihrem nächsten und handgreiflichsten Innhalt nach ganz und gar lehrhaft erscheinen. So stellt sich denn selbst die politische Lyrik Herwegh's, ob sie sich auch scheinbar auf die Zukunft richtet, doch als eine Art Epos dar, das von den Kämpfen zwar keines Achilleus und Hektor singt, aber von der Simson-Herakles-Arbeit des Dichters, der bald mit Hydern, bald mit Löwen, bald mit Philistern und Füchsen kämpft, und der siegen oder sterben wird. Denn diese Zukunft ist ihm eine Gewißheit, ist ein in der Seele des Dichters mit aller Zuversicht und Wahrheit zwar anticipirtes, aber, im Gedichte ausgesprochen, schon vollendetes Factum, das mit Würde und Ruhe abschließend die mit Recht postulirte Einheit der Wirklichkeit und der Idee im Ideal zu Wege bringt. Diese Zuversicht ist nun aber ihrerseits eben das Hinreißende und Berauschende der wahren Lyrik. Sie überredet nicht, geschweige denn daß sie überreden wollte; denn der Redner, welcher die Tribüne besteigt, hat zur Voraussetzung bereits das Dilemma, den Zweifel seiner Zuhörer; er widerlegt, er demonstrirt, er will (scheinbar wenigstens) nur [319] durch Explication seiner Momente zum Verstand reden und darum tritt er selbst bescheiden zweifelhaft auf, höchstens zum Schluß reißt auch er hin, d.h. eben, er fällt aus der Rhetorik in die Poesie. Doch, um keine petitio principii zu begehen: ich wollte sagen: wenn der Dichter die Meinungen, die Herzen der Zuhörer gewinnt, so wirkt er nicht überredend, sondern wie überhaupt die in die Praxis und Wirklichkeit eingedrungene Poesie (ich meine den Enthusiasmus) ansteckend; er begeistert durch seine Zuversicht, d.h. durch die plastische Anticipation seiner Sieges- oder Todes-Freude, kaum in anderer Weise, als die Sieben vor Theben oder die Perser des Aeschylos die Athener begeisterten, von denen er selbst, der greise Marathonschläger, rühmt, daß, wer sie höre, sich wie das Schlachtroß beim Trompetenschall strecke, und: ὅτι πᾶς τις ἀνὴρ ὁ ϑεασάμενος εἴχοιτ᾽ ἄν δάïος εἶναι. Und so sind des Tyrtäos Paränesen (dessen Sie nicht erwähnten); und wenn Tyrtäos, er allein ein ganzes Heer, ein Dichter war, so ist es Herwegh auch. Er hat's gewagt, er hat der Freiheit eine Gasse gebahnt, er hat das Alles als klares gerundetes Factum vor sich, was er prophezeit und was er – träumt. Es fällt ihm gar nicht ein, diesen sichern Besitz erst von seinen Zuhörern erbetteln, sie persuadiren zu wollen, sondern er singt, wie wir es vom Dichter verlangen, heraus, was ihm auf dem Herzen liegt, er gebiert, weil die Frucht der Seele reif ist. Daß jedermann sich in sein Kindlein verlieben wird, das weiß er zwar allerdings vorher, aber er gebiert es nicht darum, daß man sich in es verliebe. Seine Poesie ist also keine Tendenzpoesie, denn eine solche gibt es allerdings gar nicht". Dieß ist das Wichtigste, was mein achtbarer Gegner wider mich anführt; weiterhin [320] bestreitet er die Anwendbarkeit dessen, was ich über den Mangel der nöthigen Ruhe und Unbefangenheit mitten im Drange einer unzufriedenen Gegenwart gesagt habe, auf einen politischen Lyriker wie Herwegh. Er gibt zu, daß die vom Fieber der Leidenschaft zitternde Hand nicht dichten könne, sondern der Dichtergeist erst abwarten müsse, bis der erste Sturm der Empfindung sich gelegt habe; er macht aber geltend, daß der begabte Dichter zwischen der fortdauernden Flamme der Erregung Momente der Ruhe finde, wo er sich den Gegenstand seines Verlangens in der nothwendigen Ueberlegenheit der Objectivität gegenüberzustellen vermöge. Uebrigens, fährt er fort, sei es kein Vorwurf für den begeisterten Lyriker, daß seine Empfindung der Zukunft gelte und sein Lied ein Lied der Sehnsucht sei; sei ja selbst das Liebeslied nichts Anderes, als ein Lied der Zukunft. Nur müsse der Dichter der Zukunft den Moment finden; wenn sein Lied nicht zünde, wenn es nicht zum Schlachtlied werde, so sei es um seinen Ruhm gethan. Herwegh habe sich in seinem Volke getäuscht und seine wahre Aufgabe sei nun, daß er diese Täuschung seines ersten poetischen Frühlings selbst ironisire, mit der Fackel des Humors beleuchte und so ein Substrat für eine neue männlichere Periode gewinne. Als einen wirklichen Fall des Dichters sieht mein Gegner die Berliner Auftritte an und fordert, daß er diesen Flecken durch einen Act der Buße auslösche, seine Verführung durch den Ruhm seiner eigenen bittern Satyre unterwerfe und so gereinigt und versöhnt aus dieser "Eklipse seines Sonnenglanzes" hervortrete.

Ich kann die Richtigkeit dieser Bemerkungen im Allgemeinen völlig einräumen; es handelt sich aber um die Anwendung. Was nun zuerst den Hauptgedanken dieser Entgegnungen betrifft, daß [321] nämlich der Dichter darum, weil er in der kämpfenden Gegenwart die Zukunft anticipire, keineswegs blos rhetorisch, daß vielmehr die poetische Objectivität hier in der Darstellung der schönen Persönlichkeit zu suchen sei, welche ohne alle Prosa der Absichtlichkeit von selbst, in freiem Drange ihr inneres Bild entfalte, so habe ich diesen Begriff bereits selbst in meiner Kritik aufgestellt, indem ich sagte, der Körper zu dem geistigen Gehalte, den der Lyriker seiner Poesie einhauche, sei im Grunde seine eigene Persönlichkeit, er selbst sei die Erscheinung der Idee, die in der Welt noch nicht Raum gewonnen habe, sein Gedanke sei noch Subject. Soll nun einem bestimmten Lyriker dieser für seine Gattung geltende und ihn von der entfalteteren Objectivität des Epos und Drama entbindende Grundsatz zu gute kommen, so verlangen wir billig, daß die erst gewünschte Zukunft in seinem Geiste, wenn nicht als vollendetes Bild dastehe, doch in einzelnen hellen Bildern an ihm vorüberziehe, welche wenigstens den Keim und Ansatz zur plastischen Objectivität, wie wir einen solchen auch bei dem Lyriker allerdings fordern, in sich enthalten. Diese "plastische Anticipation" nun rühmt mein Gegner von Herwegh, und ich läugne sie ihm ab. Herwegh hat keine gestaltende Kraft, er ist bildlos; reich an einzelnen Bildern als Mitteln, d.h. an Vergleichungen, und ganz arm an totaler organisch bildender Kraft. Als Beweis will ich aus der vorliegenden Sammlung ein Gedicht anführen, das dem Dichter den günstigsten Stoff darbot, die Kraft des Schauens zu entfalten: die deutsche Flotte. Ich schlug es in der Hoffnung auf, ein stattliches Bild einer künftigen deutschen Flotte, wie sie mit den farbigen Wimpeln der verschiedenen Staaten majestätisch das Meer durchfurcht, in seiner Pracht aufgerollt zu sehen. [322] Meine Hoffnung täuschte mich; einzelne schöne Vergleichungen, groß gedruckte Pointen, kein Fortrücken, eine bloße Anreihung von Gedanken, endlich im letzten Verse heißt es: schon schaut mein Geist das nie Geschaute – jetzt kommt es, dachte ich, aber nein: das Bild, das man erwartete, wird mit den paar Worten abgethan: schon ist die Flotte aufgestellt, die unser Volk erbaute; dann sieht der Dichter, er sieht – sich selbst:

Schon lehn' ich selbst, ein deutscher Argonaute,
An einem Mast, und kämpfe mit der Laute
        Um's goldne Vließ der Welt.

Nehmen wir die Künstlichkeit der Form hinzu, diese Garden – Kokarden – Leoparden, so haben wir den ganzen Herwegh beisammen: ein von der Idee einer politischen Zukunft leidenschaftlich erregter, aber in seiner Darstellung bildloser, in seiner Begeisterung durch einen sehr fühlbaren Anflug von Selbstgefälligkeit und Künstlichkeit getrübter Dichtercharakter. Mein Gegner hat den Tyrtäus angeführt; es ist mir lieb, daß er mich an ihn erinnert, ich hatte ihn in meiner Kritik des ersten Bandes vergessen. Zuerst muß ich vollkommen einräumen, daß die Poesie der Alten überhaupt auf eine ungleich lebendigere Weise mit dem Leben verschlungen war, als die moderne, daß es daher keinem Griechen einfiel, das Schöne von dem Guten zu trennen, und daß die Dichter, der hohen Zwecklosigkeit ihres eigenen Werkes unbewußt, eine sittliche Tendenz von demselben unverholen aussagen. Der erste Theil dieser Einräumung muß sogar geradezu zur Forderung an alle Poesie werden. Kein neuerer Dichter ist groß geworden, der nicht von dem Pathos seiner Zeit ergriffen den Grundgehalt seines Werkes mitten aus der Gegenwart nahm. Goethe zeigt [323] seiner Zeit das Spiegelbild ihrer Empfindungskämpfe, ihrer subjectiven Bildungsmühen, ihres tiefen Kampfes zwischen einer neuen unendlichen Gefühlswelt und der Pflicht. Schiller entfaltet der Zeit, welcher die Revolution bevorstand und welche sie erlebte, eine neue politische Zukunft, den Augen, welche Napoleon gesehen, führt er Wallensteins verwandtes Gestirn vor und sein Tell ist eine große Anticipation der Begeisterung der Befreiungskriege. Dieß Alles bleibt aber immer noch unbefangene objective Poesie, welche keine unmittelbare Absicht hatte, die Gegenwart zu verändern, objectiv, wie die epische und dramatische Gattung es fordert und wie es auch die griechischen Epiker und Tragiker trotz ihrer didaktischen Meinung von sich waren. Dagegen greift nun der Lyriker Tyrtäos allerdings unmittelbar absichtlich in das bewegte Leben ein und wird dennoch unsterblich. Dabei ist nur zweierlei nicht zu vergessen: erstens, daß  die Bewegung, in die er eingreift, schon da ist – ein Krieg, also eine Wirklichkeit, eine Anschauung, ein Bild; zweitens, daß er dieß mit plastischem Geiste erfaßt und uns eine herrliche Anschauung des begeisterten Kriegers vor Augen stellt. "Man sieht bei Tyrtäos, sagt Wilh. Müller, wie mit Augen, den entschlossenen Hopliten, wie er, mit weit ausschreitenden Füßen fest an die Erde gestemmt, die Lippe mit den Zähnen pressend, den großen Schild den Geschossen der Feinde entgegenhält und die lange Lanze mit fester Hand gegen den nahen Gegner führt." Ein solches Lebensbild des jedem Auge bekannten vaterländischen Kriegers ist doch etwas Anderes, als z.B. das Husarenlied Herwegh's, das zwar sehr munter die lustige behende Art dieser Waffengattung an uns vorübersausen läßt und mit poetischer Keckheit schließt:

[324] Der Himmel wird uns aufgethan
Wie ein Juwelenschrein;
Husarensäbel klopfen dran
Und drinnen rufts: Herein!

aber es ist doch in einer solche Anschauung keine Nothwendigkeit; Husaren sind ungarische Reiter im östreichischen Solde, die Uniform von anderen Regierungen willkührlich nachgeahmt und es drängt uns gar nichts, die wahren deutschen Vaterlandskrieger uns ebenso vorzustellen. Es ist Herwegh's besonderes Unglück, daß er keine fertigen Formen für seine Anschauungen fand, daß auch die Hoffnung, die Wirklichkeit werde diesen Liedern folgen, wie der Donner dem Blitz, täuschte; daß hier nichts klappt und ineinandergreift, als des Dichters subjectiver Unmuth mit dem noch ebenfalls abstracten und subjectiven Unmuthe der Zeit; allein dieß ist ein Unglück der Poesie überhaupt in jetziger Zeit. Ich behaupte aber mehr: wenn Herwegh auch eine Welt von günstigen Formen für die bildende Kraft des Dichters gefunden hätte, so hat er diese doch zu wenig bewährt, als daß man annehmen könnte, er hätte sie auch so gediegen plastisch wie ein Tyrtäos zu benutzen gewußt. Darstellung einer schönen Persönlichkeit sind z.B. gewiß auch Rückerts Gedichte. Vergleicht man ihren geistigen Gehalt mit dem der Herwegh'schen, so stellt sich das Verhältniß so, daß jener reicher, dieser feuriger ist. Rückert ist eine ganze, mit dem Leben männlich verwachsene Persönlichkeit und es ist fast keine Note der erfahrungsvollen Menschenbrust, die er nicht zieht; Herwegh gibt fast nur Einen Ton an, aber dieser Ton ist voll und brausend, während dort in dem vielstimmigen Concert manche Töne matter anklingen. Vergleicht man aber beide [325] im Mittelpunkte der Poesie, wo Gehalt und Bild zusammenfallen, so ist keiner, obwohl beide eine schöne Persönlichkeit darstellen, ein ganzer Dichter, denn beiden fehlt es zu sehr an bildender Kraft der Anschauung. Rückert jedoch steht dem ganzen Dichter näher, weil er die poetische Seele in einen reicheren, objectiveren Stoff ergießt, obwohl er diesen nicht zum objectiven Bilde hervorzuarbeiten vermag. Daß Herwegh's feuriges Wirken auf die Gemüther nicht eigentliche Rhetorik sei, gebe ich gerne zu, aber mit der Rhetorik hat diese Poesie das gemein, daß nur geistige Erregung im Dichter mit geistiger Erregung im Zuhörer in Rapport tritt ohne das zur wahren Poesie nothwendige Medium frei auf sich gestellter, von der dichterischen Brust losgelöster Bildlichkeit. Wenn aber das Unterscheidende zwischen dieser pathologischen Poesie und der Rhetorik die Absichtlichkeit der letzteren ist, wozu sie ihr gutes Recht im Zwecke der Ueberredung hat, so gibt es noch eine andere Art von Absichtlichkeit, eine unberechtigte nämlich, welche sich fühlbar macht, wo es keiner Ueberredung bedarf, und das ist die Pointenjagd, die ich Herwegh schon in der ersten Kritik vorgerückt habe und wieder vorrücken muß. Sie geht mit der Refrain- und Reimjagd und der stockenden Tautologie des Gehalts Hand in Hand. Was ist z.B. das für ein Product, das erste Gedicht in dieser Sammlung, "An die deutsche Jugend. Bei Gelegenheit der Verbannung von Robert Prutz." Da rückt nichts von der Stelle, da ist kein Gedanke, kein Innhalt, Alles jagt auf einige groß gedruckte Wörter und auf den Endreim los, der in fünf Versen je zwei Reime auf den Namen Prutz zu erhaschen sucht und in dieser Noth gar einmal reimt: Thut's und Schutz! So etwas kann doch jeden Magen verderben, sollte man meinen. [326] Dann u.A. das Gedicht auf Hamburgs Brand. Da gab es Feuer, da läßt sich also das Sprüchlein anbringen: bewahrt das Feuer und das Licht. Herwegh meint es natürlich so, daß man das Feuer und Licht sorgfältig pflegen solle, weil es hier eine so edle Wirkung hatte, daß es durch seine Verheerungen die Sympathie des Vaterlandes hervorrief; der Nachtwächter meint aber, man solle es wohl hüten, daß es kein Unglück anrichte, und ich meine, der schlichte Nachtwächter sei klüger und poetischer, als diese hinkende und verzwickte negative Behandlung einer sehr ernsten, wirklichen Begebenheit. Herwegh bezieht sich auf alles Reale rein negativ; in der sentimentalen Stimmung wird diese Beziehung oft zum Ausdrucke eines schönen Schmerzes. So gehört unter die reinen und schönen Klänge seiner Sammlung das Lied: "Im Frühjahr." Mit einigen wahrhaft edlen Bildern giebt der Dichter ein Gemälde des Frühlings und schließt dann:

Duft und Klang und Vogelflug,
Balsam, wo die Blicke weilen,
Und doch Alles nicht genug,
Um ein krankes Volk zu heilen.

Liebenswürdig erscheint ferner Herwegh's Begeisterung auch in dieser zweiten Sammlung am meisten da, wo er sein gemüthvolles deutsches Volk dem französischen Treiben entgegensetzt. Zwar billig zürnt er seinem Volke, einem Rosse, das einschläft, wenn nicht der Fremdling ihm die Sporen bald wieder in die Flanken setzt (Pour le mérite. p. 74); er erzählt seinen Deutschen eine nur allzuwahre Vision, wie sie das jüngste Gericht selbst verschlafen (90); minder glücklich ist die Parabel (80) von dem gemordeten Hahn: der Vergleichungspunkt trifft nicht ganz, denn [327] wenn die Folge der Schlachtung des Hahns die wäre, daß uns dann die Freiheit noch früher weckte, so wäre dies ja so übel gar nicht; ein grimmiges Wiegenlied ferner singt er seinem Volke, worin die zwei messerscharfen Verse:

Und ob man dir Alles verböte,
Doch gräme dich nicht zu sehr,
Da hast ja Schiller (– kein so unschädlicher Besitz! –) und Göthe:
Schlafe was willst du mehr?

Dein König beschützt die Kameele,
Und macht sie pensionär,
Dreihundert Thaler die Seele.
Schlafe was willst du mehr?

So bitter er aber in seinem Zorne höhnt, er gehört nicht zu den Ueberläufern, welche im Lärm von Paris sich gefallen, ihr Vaterland zu verrathen, er ist bitter enttäuscht, er kam durstig her und kehrt ohne Trunk zurück (15), er möchte in dieser Stadt nicht sterben, die auf den Gräbern Hochzeit macht, und rührend ruft er aus (17):

Welch Glück, daß ihr in dem Getriebe
  Mein deutsches Spinnrad nicht vermißt,
Daß ihr nicht ahnt, was deutsche Liebe,
  Nicht ahnt, was deutsche Freiheit ist.

Er hat in der Weite seines Weltsinnes glücklich den schönen Sinn der warmbeschlossenen Enge bewahrt; auch aus dem Gedichte: Heimweh (40) spricht, in berechtigter Sentimentalität, dieser herzliche Zug. In solchen Tönen vergißt man das Eitle und Selbstgefällige, wovon man Herwegh nicht freisprechen kann, und was z.B. auch in dem Liede: Aus den Bergen (47) nach [328] meinem Gefühle sehr merkbar ist. Hier hat z.B. der Vers bestochen:

Wo mit unbezähmter Lust
  Ob den letzten Hütten
Dürre Felsen aus der Brust
  Ewige Ströme schütten;
Wo in ungezügeltem Lauf
  Noch die Wasser tosen,
Laß ich meine Waaren auf:
  Wilde, wilde Rosen!

Der Vers hat pathetische Kraft, aber dieses Selbstbeschauen, dieses sich Interessantsein macht mich immer mißtrauisch; ich denke immer, wer in einer so ernsten Sache noch viel Zeit übrig hat, in den Spiegel zu sehen, ist nicht gefährlich. Es giebt ein erlaubtes, schönes Selbstgefühl auch in der uneigennützigsten Leidenschaft, es soll und muß eines geben, aber diese Neigung zu Monologen und dieses sich Zusehen in den Monologen ist etwas Anderes. Es hängt dies freilich mit der innern Abstractheit dieser Art von Poesie nothwendig zusammen. Herwegh nimmt in dieser Sammlung (von dem satyrischen Theile reden wir noch nicht) zwar einige Ansätze zu einem sächlichen Eingehen; aber er bringt es zu keiner Bestimmtheit, keiner Wirklichkeit. So ist das Gedicht: Jordan (21) fließend, aber trivial. Von der bestimmteren Art ist auch das Heidenlied (68). Es war wohl der Mühe werth, zu zeigen, wie die griechische Religion uns darin noch viel zu lernen giebt, daß in ihr keine falsche Transcendenz war, daß der sittliche und politische Mensch bei seinen Göttern sich wieder antraf. Das Christenthum ist weit mehr eine Religion des Todes als des Lebens, des Leidens als des Handelns; gegründet in [329] einer schmerzreichen und drangsalvollen Zeit in einem gedrückten Volke enthält es für den Menschen als Bürger und öffentliche Person überhaupt nur negative Gedanken; es ist von der Andacht zu dem christlichen Gott nur ein indirecter Uebergang zum Leben. Es giebt für einen Dichter mancherlei Schönes hierüber zu sagen. Herwegh hat diesen Punkt des Zusammenhangs zwischen Religion und Leben wenig berührt. Wie interessant ist es z.B. zu untersuchen, wie genau auf derselben Logik der Theismus und die absolute Monarchie beruhen, wie viel Witziges und Pathetisches läßt sich hierüber sagen! Herwegh hat in dem genannten Liede sein Thema etwas luftig genommen, frivol gewiß für die Gefühlsweise der Meisten, doch sind wir nicht gemeint, keinen Spaß daran zu haben, wenn eine sonst zwar unreife, aber ehrenwerthe Begeisterung einmal die Unduldsamen durch die Maske der Frivolität ärgert. Was aber unserem Dichter einfiel, als er im Aufbau des Doms von Köln ein Sinnbild der deutschen Einheit und Größe erblickte (die drei Zeichen 18), wie er verkennen konnte, daß das nichts, als eine der Allerhöchsten Orts approbirten Phrasen ist, wodurch die jetzige Bewegung der Geister in Deutschland klüglich acceptirt und über sich selbst hinausgeschmeichelt wird, – das begreift man nur, wenn man sich überhaupt überzeugt hat, wie wenig ruhige Einsicht und Besonnenheit in diesem Enthusiasmus ist. Ich muß es, so auffallend es scheinen mag, auch hier wiederholen, daß eine solche Subjectivität, welche bei aller leidenschaftlichen Beziehung auf's Leben und die Wirklichkeit doch eigentlich noch im Leeren und Unbestimmten verweilt, gerade da am meisten der ächten Poesie sich nähert, wo sie ihre praktischen Ideen einmal ganz in die Schanze schlägt und sich in rein menschlicher Em[330]pfindung allgemeiner Art ergeht oder der heiteren Verflüchtigung aller Zwecke im freien Jugendgenuß hingiebt, wie in dem lustigen, ganz singbaren Champagnerlied (11).

Nun habe ich aber von dem bedeutendsten Theile dieser Sammlung absichtlich noch gar nicht gesprochen. Ich meine den satyrischen und komme hiemit auf den Anfang dieser Bemerkungen zurück. Herwegh hat eine Erfahrung sehr bitterer Art gemacht, nicht ohne Schuld, und gerade deßwegen um so bitterer. Die Bitterkeit hat ihm die kurze scharfe Klinge der Satyre in die Hand gegeben, und wie er nun unter die Naturen gehört, welche im Zorn poetisch werden, im Zorn gegen bestimmte Personen, Verhältnisse, so hat er sich eben in das Gebiet geworfen, welches ich schon in der Kritik der ersten Sammlung als dasjenige angab, worin diese pathetische politische Dichtung allein dem concreten Charakter wahrer Poesie sich nähern kann; nähern, – denn ächte, freie Poesie ist auch dies noch nicht, aber es ist Körper, obwohl negativ behandelter Körper, es ist Bestimmtheit und Inhalt da. Nicht directes, negatives Pathos ist Satyre; die ächte Satyre ist Ironie, sie läßt ihren Gegenstand scheinbar gelten und vernichtet ihn, indem sie ihn werden läßt. Das Gedicht am Schlusse: "Auch dies gehört dem König," hat außer der witzigen Bitterkeit der Ueberschrift gar keinen poetischen Werth. Herwegh sucht im Eingange die Blindheit, womit er sich fangen ließ, durch eine verzeihliche Täuschung zu entschuldigen. Allein wer, der wahre, männliche politische Gesinnung hat, konnte sich dieser Täuschung hingeben! Konnte von dieser Persönlichkeit das Heil erwarten! Wer auch nur einen Augenblick! Um so voller nimmt er nun den Mund im Zorne; er mag es machen, so arg er will, [331] mir thuts nicht leid für den Gegenstand, oder ja, es thut mir leid, aber in einem andern Sinne, als Gegner meinen werden; diese Art von Zorn, von Declamation in Terzinen wirkt nicht, beißt nicht, juckt nicht, hier will es die unendliche, die vernichtende Kraft der Lächerlichkeit. An einzelnen, guten Wendungen, schönen Stellen fehlt es nicht, wie:

Kommen muß er jetzt, der Tag, auf Erden,
Der freie Männer scheidet von Kosaken.

oder die sinnvolle Schlußterzine; aber dieses directe Pathos ist und bleibt bei einem solchen Gegenstande ohne wahre Kraft. Zwei Gedichte von einer grimmigen Objectivität gehen diesem Schlußgedichte der Sammlung voraus: Vom armen Jakob und von der kranken Lise. Ich nenne sie gerade in diesem Zusammenhang um des letzteren willen. Es dreht dem Leser das Herz im Leibe herum; aber es ist einmal nicht Sache der Poesie, so unversöhnt gräßliche Wirkungen eines peinlichen Sarkasmus hervorzubringen. Es ist ganz gut, ganz recht, die furchtbaren Uebel der Gesellschaft, die Jammerscenen des Pauperismus so schonungslos als nur immer möglich aufzudecken und mit allen Messern, welche der Gewalt der Rede zu Gebote stehen, in den Gemüthern zu wühlen; aber nicht das Geschäft der Poesie ist dies, sondern der Beredtsamkeit auf dem bekannten Grenzgebiete zwischen Poesie und Prosa. Soll die Poesie diesen Stoff je übernehmen, so kann dies nur Sache der objectiveren Gattungen sein, welche durch ihre umfassendere Natur einen herben pathologischen Eindruck im Verlaufe fortgehender Handlung in einen reineren und versöhnteren aufzulösen vermögen. Eugen Sue hat sich in seinen vielbesprochenen Mystères de Paris die Aufgabe gesetzt, die Uebel unserer moder[332]nen Gesellschaft in ihren Höhen und Tiefen so grausam wie immer möglich aufzudecken. Nicht dies ist die poetische Schwäche seines Romans; im Gegentheil wohlthuend, stark, wahr und groß ist dieses interessante Werk gerade durch diese haarscharfe Schneide der Wirklichkeit; nur gesund kann diese bittere Lebenskost unseren durch Romantik verweichlichten Gemüthern sein. Belgier und Franzosen sind uns wie in der Malerei, so in der Poesie hierin vorausgeeilt, daß sie diesen packenden, schüttelnden Geist der Realität in ihre Kunst aufzunehmen verstanden; uns haben sie den unfruchtbaren Idealismus gelassen. Aber das ist der große Fehler des Eugen Sue, daß er, indem er doch die Ansprüche des Dichters macht, dabei ein rein pädagogisches, paränetisches Bewußtsein hat, von seinem pathologischen Stoffe, statt ihn in eine reine poetische Form zu verarbeiten, zu directen Ermahnungen, Vorschlägen u.s.f. übergeht und so aus der Poesie ganz herausfällt. Es versteht sich, daß nicht bloß diese Parabasen das Prosaische an seinem Werke sind, sondern daß, abgesehen von diesen Bestandtheilen, die Behandlung zu schwer, materiell und abstract bleibt, weil er seine Aufgabe, die Aufgabe der poetischen Verklärung dieses erdenschweren Stoffes nicht kennt, sondern nur instinktmäßig in vereinzelten, wirklich hochschönen Stellen erfüllt. Ganz ohne innere Einheit läuft neben dieser prosaischen Zweckmäßigkeit dann die Eitelkeit des Dichters her, der so leidenschaftlich wie immer ein Franzose nach poetischen Effecten, Rührungen, pikanten Contrasten hascht. Man verzeiht ihm aber diese und hundert andere Sünden gegen die Grundgesetze der Kunst, selbst den groben Mißgriff, in Walter Scotts Art beschreibend zu malen, selbst die Abstractheit seiner Charaktere gerne. Freilich leidet dieses Werk, [333] auch abgesehen von allen ästhetischen Forderungen, noch an einem Grundmangel des Inhalts; in diesem Roman, dessen innerster Geist kommunistisch ist, waltet die gleich austheilende Gerechtigkeit in der zufälligen Form eines Monarchen, der das Elend in seinen Höhlen aufsucht, die Armen beglückt, die Verbrecher bestraft. Sue will andere, gerechtere Gesetze, und in seinem ganzen Roman dreht sich alles um eine Gerechtigkeit aus gesetzloser, subjectiver Willkühr! Welche Verbindung republikanischer und legitimistischer Gesinnungen! Doch auch durch diesen Widerspruch wird die erschütternde, zeitgemäß brennend wirkende Kraft des Werkes nicht aufgehoben. Wir können jetzt keine ganze Poesie haben, so wünschen wir uns Glück, solche tief in's Fleisch gehende Schnitte auf einem zwischen Prosa und Poesie schwankenden Gebiete zu erleben.

Anders ist es aber in der lyrischen Gattung; fällt ein lyrisches Gedicht durch einen nicht aufgelösten peinlichen Effect aus der Poesie heraus, so findet es dafür kein Unterkommen in jener Mittelgattung, welche dem Roman, der ohnedies prosaische Bestandtheile in sich aufzunehmen geneigt ist, eine noch immer ehrenwerthe Stelle verbürgt. Es soll ein kleines, aber doch ein poetisches Ganzes für sich sein; unter vielen andern, die in ihrer Gesammtheit wieder ein größeres Ganzes, eine versöhnte dichterische Persönlichkeit, darstellen, mag es seine Stelle finden; aber eine solche Persönlichkeit, eine runde, ganze, stellen Herwegh's Gedichte in ihrer Monotonie nicht dar. Ungleich schöner ist <das> erste der genannten zwei Gedichte: der arme Jakob (173), und zwar gerade dadurch, daß es, obgleich auch im bitteren Gefühle über die ungleiche Austheilung des Besitzes in unserer [334] Gesellschaft gedichtet, doch milder, wehmüthiger ist. Man soll dem vergessenen Armen, der im dürftigen Sarge hinausgeführt wird, den Bettelstab als Ehrendegen auf die Bahre legen.

Die Heller, die man in den Sand
Ihm warf aus schimmernden Karossen,
Sind Alles, was vom Vaterland
Der arme Mann genossen.

Just die vom Himmel ihm geprahlt,
Sah'n diese Erde zwiefach gerne.
So wird die Schuld an's Volk bezahlt
Mit Wechseln auf die Sterne.

Und der Schluß:

Schlaf wohl in deinem Sarkophag,
Drin sie dich ohne Hemd begraben:
Es wird kein Fürst am jüngsten Tag
Noch reine Wäsche haben.

Wo es Einem nun aber wirklich wohl und lustig um die Seele wird, das sind die rein satyrischen Gedichte dieser Sammlung, d.h. diejenigen, worin eine ihrem Begriff widersprechende Wirklichkeit durch sich selbst in ihrem Widerspruch aufgezeigt und in das Licht der Lächerlichkeit gerückt wird: einer beißenden zwar, nicht jener freien, welche selbst den Unwillen über die Unangemessenheit des Gegenstandes und seiner Idee vergißt und in dem Gefühle der nothwendigen Vermischung des Vollkommenen mit dem Unvollkommenen behaglich sich ergeht; aber auch die Lächerlichkeit, die einen scharfen Stachel des Unwillens in sich trägt, ist verglichen mit dem Pathos, das seinem Gegenstande abstract gegenüber steht und gegen ihn eifert, ohne ihn verändern zu können, eine poetische Befreiung, weil sie objectiver ist, indem sie den Gegenstand in seiner [335] Bestimmtheit selbst auftreten und durch die Offenbarung seines innern Widerspruchs sich vernichten läßt. Besonders glücklich kam hier dem Dichter einmal eine Reminiscenz zu Statten. Der Abfall des Franz Dingelstedt mußte billig seinen satyrischen Stachel herausfordern. Hier aber brauchte er gar nichts zu thun, in seinem eigenen Namen nichts zu sagen, er durfte nur zwei Gedichte abdrucken, welche in heiterem Wechselgesang einst er und Dingelstedt in Paris verfaßt hatten (Wohlgeboren und Hochwohlgeboren. Von zwei deutschen Dichtern in Paris. 54) und die eigenthümliche Accommodationsfähigkeit Dingelstedts hatte sich selbst besser persiflirt, als Herwegh, wenn er über und gegen sie etwas sagte, es je vermocht hätte. Nicht ebenso ohne subjective Zuthat, aber doch mit einer höchst glücklich produzirten Objectivität läßt er zwei andere Dichter, die sich königlichen Solds erfreuen, sich selbst darstellen. Herwegh beweist auch hier, daß er nie so sehr Dichter ist, als in der Satyre. Geibel und Freiligrath treten auf und belustigen uns durch ein höchst ergötzliches, auch in der Form, in dem raschen, bequemen Eingreifen der Rede und Gegenrede, und dem Flusse der Verse höchst gelungenes Duett. (Duett der Pensionirten 65.) Ins Große, ins Erhabene schwingt sich der Gesang Freiligraths mit den Worten:

      – Ja, willst du mich kennen?
Ja, ich bin es in der That,
Den Bediente Bruder nennen,
Bin der Sänger Freiligrath.

In der Antwort Geibels auf diese großen Worte sind die wunderbaren Reime: Narden – Ambra – Barden – Alhambra – Diego – Riego – Nero – Espartero – so schön an ihrem [336] Platze, daß Herwegh sich billig an dieser Stelle hätte fragen dürfen, ob solche Arabesken, wenn sie komischen Zwecken so angemessen dienen, irgend einen Platz in seinen ernsten Gedichten finden durften. Rührend und schön singt dann Geibel u.a.

Ohne dich, den einzig Edeln,
Lernt' ich nie so trefflich wedeln

und beide schließen in hohem Einklang:

. . . . Und verzehren dann in Frieden
Die Pension der Invaliden.

Diese Form der Satyre ist besonders glücklich, weil sie dramatisch ist und der Dichter aus dem Eigenen gar nichts hinzugethan zu haben sich die Miene gibt. Anders verhält es sich mit dem satyrischen Epigramme. Der Dichter ergreift eine bestimmte Erscheinung und schiebt sie mit einem schnellen Ruck in ein komisches Licht. Dieß bewerkstelligt er durch die subjective Kraft des Witzes, welche sich zunächst willkührlich an eine zufällige Bestimmtheit des Gegenstandes <,> Klang eines Worts u.s.w. halten kann und sich sogleich als eine aus dem Dichter kommende Zuthat zu erkennen gibt. Aber der ächte Witz benützt dieses äußerlich anknüpfende Spiel nur als Mittel, um die Sache aus sich heraus und durch Aufdeckung ihres wahren Charakters lächerlich zu machen. Je schärfer der Witz, desto objectiver ist er gerade durch die Kraft und Schneide seiner Subjectivität. Herwegh hat diesen Witz; er hat dieser Sammlung eine reiche Zugabe von Xenien beigegeben, worin er seinen Beruf zu dieser Gattung vollkommen bewährt. Hier ist es nun vorzüglich, wo es sich bestätigt, daß diese Poesie sich in das Feld der bestimmten, stets einen Gegenstand aus der nächsten Wirklichkeit packenden Satyre begeben mußte, wenn sie nicht endlich [337] durch ihr tautologisches subjectives Pathos ermatten sollte, und ich will es nur sogleich sagen, daß ein Blatt, worin dieß mit solcher Bestimmtheit vorausgesagt wurde, eines besseren Witzes werth gewesen wäre, als der schlechte und hinkende auf die Jahrbücher der Gegenwart (121). Es sind auch sonst einige stumpfe, unklare schiefe Epigramme da, wie z.B. das auf Lenau (126), wo das Wortspiel mit: "schlagen" gesucht und verzwickt ist und der Gegenstand überhaupt zu hoch gestellt wird; ebenso wenig glücklich ist das Wortspiel mit dem Drachen (133), unklar schwebt zwischen einer doppelten Deutung die Xenie auf Uhland (125). Sonst aber bewegt sich der Dichter, links und rechts reichliche Salz- und Pfeffer-Körner ausschüttend, behend und schwungkräftig zwischen den Reihen moderner Erscheinungen hindurch; Zeitschriften, Dichter, Regenten, Minister, Censur, Strafgesetzbücher, Dombau, Decorationen, Kirche und Dogma, neuchristliche Kunst und Aufwärmung altheidnischer, Adel und Pfaffen: bunt durch einander kommt Alles an die Reihe und die Gertenschläge pfeifen mit sicherem Hiebe rechts und links. Die Gesinnung erscheint straffer und bestimmter, als in den pathetischen Gedichten. Vom Kölner Dombau spricht der Dichter jetzt ganz anders als oben: das Leben begehrt jetzt nicht Dome oder Pyramiden, sondern lebendig Brod; ein winziger Knirps stopft dem deutschen Riesen das Maul mit Steinen (106. 105). Wie die Wissenschaft in ihrem Kampfe gegen den kirchlichen Glauben mit der politischen Bewegung zusammenhängt, erkennt der Satyriker viel richtiger als der Enthusiast (Zwei Fliegen mit einer Klappe 109); er stimmt mit dem Philosophen L. Feuerbach, daß nicht jeder Wurm meinen müsse, es zum Schmetterling zu bringen (128). Auf die Pfaffen zwar [338] war er auch als Pathetiker nicht gut zu sprechen, jetzt sagt er sehr gut: ob sie katholisch geschoren, ob protestantisch gescheitelt, gleichviel, immer geräth man den Gesellen ins Haar (135); Krummacher sind und bleiben sie alle (134). Durch die ganze Aussaat von Epigrammen geht Ein Ton kräftigen, vernichtend schneidenden Zornes; bald überrascht mehr der Witz, bald treibt die Bitterkeit sympathetisch das Blut zum Herzen, bald erhebt der hinter der Verachtung ruhende Adel und Stolz, wie in dem Epigramme Entpuppung (98), worin der Dichter so schöne Worte auf die bedenkliche Anrede: "Deserteur" erwiedert. Wir begeben uns des müßigen Geschäfts, die schärfsten dieser Xenien, die überall schnell gewirkt und gezündet haben, hier abzuschreiben; nur mit einem Worte braucht gesagt zu werden, daß wer Epigramme schreibt, wie "Metternich" (– es wäre übrigens wirksamer, wenn der Name nicht auf der Ueberschrift stände, denn der Witz ist so wahr und treffend, daß nur ein Blinder nicht errathen könnte, wer gemeint ist –) "Der Censor" (99), "Andere Zeiten, andre Sitten" (108), "Antigone in Spree-Athen" (149), "der Kunstprotector" (145), seinen Beruf, in die träge Masse der Zeit eine kräftige Hefe zu werfen, glänzend beurkundet hat. Hinzusetzen aber müssen wir noch, daß Herwegh auch einzelne Proben des Epigramms in antikem Sinne gegeben hat, das nicht eine witzige, satyrische Spitze nothwendig sucht, sondern auf einen schönen oder großen Gegenstand einen edlen, schön gesagten Gedanken wie eine einfache Ueberschrift setzt. So das Epigramm auf Platen (127), das Beste, was vielleicht je über diesen Dichter gesagt worden ist.

Mag es dem Dichter gelingen, sein Geschoß recht bald und oft mit solchen Kartätschen zu laden. Ich möchte aber zum Schluß [339] noch einen frommen Wunsch aussprechen. Besitzt unsere Zeit ein großes komisches Genie – ich weiß es nicht, Herwegh ist keines – so möchte ich einige tüchtige aristophanische Komödien auf die in der Verwesung begriffenen Theile unserer jetzigen öffentlichen Zustände erleben. Es ist freilich ein frommer Wunsch; unsere Theater sind Hoftheater, unsere ganze Gesetzgebung ist gegen jede Möglichkeit eines Aristophanes verschworen; ein Aristophanes setzt Vorgänger, ein schon vorhandenes Leben politischer Komödie voraus, davon kann aber jetzt keine Rede seyn. Kommt Zeit, kommt Rath; aber schön wäre es. Welche Narrenwelt hätte ein solcher Dichter mit seinem Zauberstab zu commandiren! Nicht mehr jene zufälligen Narren, welche in den Engen des Privatlebens ausgebrütet werden; große Narren, geschichtliche Narren, Staatsnarren, historische Masken. Welche Komik wäre in ihrem Schicksal zu entfalten! eine große Komik mit einem tragischen Zuge, denn nicht als kleinlich und gering dürften die Geschlechter dargestellt werden, welche die Träger einer aussterbenden Ordnung der Dinge sind, sondern einst hatten sie Nothwendigkeit und sie werden, bis der Tag kommt, wo sie als Narren über die Bretter gehen, nicht ohne Größe um ihre Existenz gekämpft haben. Wir haben in der gesammten modernen Poesie die wahre Komödie nicht gehabt; seit die sogenannte alte Komödie der Griechen in die neuere überging, ist sie nicht wieder dagewesen. Shakspeare, der Vater des neuen Drama, warf sich in der Komödie sogleich in das Privatleben. Sie ist seither aus diesem engen Kreise nicht herausgekommen, ebenso wie sich die Malerei aus dem Genre und der Landschaft noch nicht oder nur vereinzelt zum großen Geschichtsbilde erhoben hat. Die Franzosen haben Lustspiele politischen Stoffs, aber die[340]ser wird hier so behandelt, daß vielmehr das Politische in das Privatgebiet hinübergespielt und große Staatsbegebenheiten aus kleinen Intriguen erklärt werden, wie im verre d'eau. Es versteht sich, daß dieß nicht große politische Komik ist: hier müssen die Vorurtheile und Sünden auf dem politischen Boden selbst ergriffen, festgehalten, als ein colossaler Wahnsinn hingestellt und aus sich heraus vernichtet, in ihr komisches Schicksal hineingestürzt werden. Shakspeares Shylock ist eine Gestalt, die ich anführen kann, um zu sagen, was ich hier meine: ein ganzes Volk in seinem Charakter, Schicksal wird hier einer großartigen, grausamen Komik mit mächtigen Pinselstrichen im großen Styl unterworfen. Shakspeare hätte die Gewalt wohl gehabt, eine große politische Komödie zu schreiben. Allein die Zeit war nicht reif. Es gehört dazu, daß die politische Idee in der öffentlichen Bildung erwacht sei, hervorgegangen aus der Auflösung des zufälligen Staates, welches der feudale war, der dem jetzigen zwar verständig registrirten immer noch zu Grunde liegt.

 

 

 

 

Erstdruck und Druckvorlage

Friederich Theod. Vischer: Kritische Gänge. Zweiter Band. Tübingen: Fues 1844, S. 316-340. [PDF]

Die Textwiedergabe erfolgt nach dem ersten Druck (Editionsrichtlinien).

 

 

Literatur

Ajouri, Philip: Vischer als Literaturhistoriker und Literaturkritiker. In: Friedrich Theodor Vischer. Leben – Werk – Wirkung. Hrsg. von Barbara Potthast u.a. Heidelberg 2011 (= Beihefte zum Euphorion, 61), S. 99-118.

Albrecht, Wolfgang: Wegweiser zu neuer Poesie? Ästhetische Kriterien politisierter deutscher Literaturkritik um 1850 (Wienbarg, Vischer, J. Schmidt). In: Literaturkonzepte im Vormärz. Hrsg. von Michael Vogt u.a. Bielefeld 2001 (Forum Vormärz Forschung, Jb. 2000), S. 23-47.

Ammon, Frieder von: Politische Lyrik. In: Handbuch Lyrik. Theorie, Analyse, Geschichte. Hrsg. von Dieter Lamping. Stuttgart u.a. 2011, S. 146-153.

Ansel, Michael: G. G. Gervinus' Geschichte der poetischen National-Literatur der Deutschen. Nationbildung auf literaturgeschichtlicher Grundlage. Frankfurt a.M. 1990 (= Münchener Studien zur literarischen Kultur in Deutschland, 10).
Vgl. bes. S. 205-221.

Ansel, Michael: Prutz, Hettner und Haym. Hegelianische Literaturgeschichtsschreibung zwischen spekulativer Kunstdeutung und philologischer Quellenkritik. Tübingen 2003.

Anz, Thomas: Art. Rezension. In: Handbuch der literarischen Gattungen. Hrsg. von Dieter Lamping. Stuttgart 2009, S. 606-612.

Bayerdörfer, Hans-Peter: Vormärz. In: Geschichte der deutschen Lyrik vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Hrsg. von Walter Hinderer. 2. Aufl. Würzburg 2001, S. 308-339.

Burkhardt, Ursula: Germanistik in Südwestdeutschland. Die Geschichte einer Wissenschaft des 19. Jahrhunderts an den Universitäten Tübingen, Heidelberg und Freiburg. Tübingen 1976 (= Contubernium, 14).

Denkler, Horst: Zwischen Julirevolution (1830) und Märzrevolution (1848/49). In: Geschichte der politischen Lyrik in Deutschland. Hrsg. von Walter Hinderer. Würzburg 2007, S. 191-223.

Eck, Else von: Die Literaturkritik in den Hallischen und Deutschen Jahrbüchern (1838 – 1842). Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Literaturwissenschaft. Nendeln/Liechtenstein 1967.   –   Nachdruck der Ausgabe Berlin 1926 (= Germanische Studien, 42).

Enzensberger, Ulrich: Herwegh. Ein Heldenleben. Frankfurt a.M. 1999 (= Die andere Bibliothek, 173).

Gethmann-Siefert, Annemarie: Friedrich Theodor Vischer - "Der große Repetent deutscher Nation für alles Schöne und Gute, Rechte und Wahre". In: "O Fürstin der Heimath! Glükliches Stutgard". Politik, Kultur und Gesellschaft im deutschen Südwesten um 1800. Hrsg. von Christoph Jamme u.a. Stuttgart 1988 (= Deutscher Idealismus. Philosophie und Wirkungsgsgeschichte in Quellen und Studien, 15), S. 329-349.

Glockner, Hermann: Friedrich Theodor Vischer und das neunzehnte Jahrhundert. Berlin 1931 (= Neue Forschung. Arbeiten zur Geistesgeschichte der germanischen und romanischen Völker, 10).

Görner, Rüdiger: Lyrik in der Literaturkritik. In: Handbuch Lyrik. Theorie, Analyse, Geschichte. Hrsg. von Dieter Lamping. Stuttgart u.a. 2011, S. 251-257.

Hermand, Jost (Hrsg.): Der deutsche Vormärz. Texte und Dokumente. Stuttgart 1997 (= Reclams Universal-Bibliothek, 8794).

Hohendahl, Peter U.: Literarische Kultur im Zeitalter des Liberalismus 1830 – 1870. München 1985.

Hohendahl, Peter U.: Literaturkritik in der Epoche des Liberalismus. In: Geschichte der deutschen Literaturkritik (1730 – 1980). Hrsg. von Peter U. Hohendahl. Stuttgart 1985, S. 129-204.

Jens, Walter: Eine deutsche Universität. 500 Jahre Tübinger Gelehrtenrepublik. München 1977.

Kipper, Hannalene: Die Literarkritik Friedrich Theodor Vischers. Gießen 1941 (= Gießener Beiträge zur deutschen Philologie, 78).

Peitsch, Helmut: Art. Engagement / Tendenz / Parteilichkeit. In: Ästhetische Grundbegriffe. Bd. 2. Stuttgart u.a. 2001, S. 178-222.

Pepperle, Ingrid: Junghegelianische Geschichtsphilosophie und Kunsttheorie. Berlin 1978 (= Literatur und Gesellschaft).

Pott, Sandra: Poetiken. Poetologische Lyrik, Poetik und Ästhetik von Novalis bis Rilke. Berlin u.a. 2004.

Pott, Sandra: Poetologische Reflexion. Lyrik als Gattung in poetologischer Lyrik, Poetik und Ästhetik des 19. Jahrhunderts. In: Lyrik im 19. Jahrhundert. Gattungspoetik als Reflexionsmedium der Kultur. Hrsg. von Steffen Martus u.a. Bern u.a. 2005 (= Publikationen zur Zeitschrift für Germanistik, 11), S. 31-59.

Reck, Alexander: Friedrich Theodor Vischer – Parodien auf Goethes Faust. Heidelberg 2007 (= Beihefte zum Euphorion, 53).
S. 5-12: Zum Stand der Forschung.

Richter, Sandra: A History of Poetics. German Scholarly Aesthetics and Poetics in International Context, 1770 – 1960. With Bibliographies by Anja Zenk, Jasmin Azazmah, Eva Jost, Sandra Richter. Berlin u.a. 2010.

Riha, Karl: Georg Herwegh – in rezeptionsgeschichtlicher Sicht. Ein Kapitel politischer Ästhetik. In: Antipodische Aufklärungen / Antipodean Enlightenments. Festschrift für Leslie Bodi. Hrsg. von Walter Veit. Frankfurt a.M. 1987, S. 389-401.

Ruprecht, Dorothea: Untersuchungen zum Lyrikverständnis in Kunsttheorie, Literarhistorie und Literaturkritik zwischen 1830 und 1860. Göttingen 1987 (= Palaestra, 281).

Saint-René Taillandier [d.i. René Gaspard Ernest Taillandier]: De la littérature politique en Allemagne. La poésie et les poètes démocratiques. In: Revue des Deux Mondes. 1844, 1. Juni, S. 841-878. [PDF]

Schlawe, Fritz: Friedrich Theodor Vischer. Stuttgart u.a. 1959.

Sengle, Friedrich: Biedermeierzeit. Deutsche Literatur im Spannungsfeld zwischen Restauration und Revolution 1815 – 1848. 3 Bde. Stuttgart 1971/80.

Stein, Peter: Operative Literatur. In: Zwischen Restauration und Revolution 1815 – 1848. Hrsg. von Gert Sautermeister u.a. München u.a. 1998 (= Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Bd. 5), S. 485-504.



Vischer, Friedrich Theodor: Ueber das Erhabene und Komische, ein Beitrag zu der Philosophie des Schönen. Stuttgart: Imle & Krauss 1837.
URL: http://catalog.hathitrust.org/Record/005721313

Vischer, Friedrich Theodor: [Rezension zu:] Maler Nolten. Novelle in zwei Theilen von Eduard Mörike. In: Hallische Jahrbücher für deutsche Wissenschaft und Kunst.
1839:
Nr. 144, 17. Juni, Sp. 1145-1149
Nr. 145, 18. Juni, Sp. 1153-1157
Nr. 146, 19. Juni, Sp. 1161-1168
Nr. 147, 20. Juni, Sp. 1175-1176. [PDF]
Aufgenommen in: Friedrich Theodor Vischer: Kritische Gänge. Bd. 2. Tübingen: Fues 1844; hier: S. 216-242.
URL: http://archive.org/details/kritischegnge06viscgoog
URL: http://catalog.hathitrust.org/Record/006095189

Vischer, Friedrich Theodor: [Rezension zu:] Gedichte von Eduard Moerike. Stuttgard u. Tübingen, 1838. Verlag der Cotta'schen Buchhandlung. In: Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik.
1839, Juli:
Nr. 14, Sp. 108-112
Nr. 15, Sp. 113-120
Nr. 16, Sp. 121-127
Nr. 17, Sp. 129-136. [PDF]
Aufgenommen in: Friedrich Theodor Vischer: Kritische Gänge. Bd. 2. Tübingen: Fues 1844; hier: S. 243-281. [PDF]
URL: http://archive.org/details/kritischegnge06viscgoog
URL: http://catalog.hathitrust.org/Record/006095189

Vischer, Friedrich Theodor: Der Triumph der Religion in den Künsten, von Friedrich Overbeck. In: Deutsche Jahrbücher für Wissenschaft und Kunst.
1841:
Nr. 28, 3. August, S. 109-111
Nr. 29, 4. August, S. 113-114
Nr. 30, 5. August, S. 117-120
Nr. 31, 6. August, S. 121-124
Nr. 32, 7. August, S. 125-128. [PDF]
Aufgenommen in: Friedrich Theodor Vischer: Kritische Gänge. Bd. 1. Tübingen: Fues 1844; hier: S. 163-206.
URL: http://catalog.hathitrust.org/Record/006095189

Vischer, Friedrich Theodor: [Rezension zu:] Gedichte eines Lebendigen. Mit einer Dedication an den Verstorbenen. Sechste Auflage, 1843. Zürich, Literarisches Comptoir. In: Jahrbücher der Gegenwart.
1843, Juli:
Nr. 1, S. 3-4
Nr. 2, S. 7-8
Nr. 3, S. 11-12
Nr. 4, S. 15-16
Nr. 5, S. 18-20. [PDF]
Aufgenommen in: Friedrich Theodor Vischer: Kritische Gänge. Bd. 2. Tübingen: Fues 1844; hier: S. 282-315. [PDF]
URL: http://archive.org/details/kritischegnge06viscgoog
URL: http://catalog.hathitrust.org/Record/006095189

Vischer, Friedrich Theodor: [Rezension zu:] Gedichte eines Lebendigen. Zweiter Band. Zürich u. Winterthur: Verlag des litterarischen Comptoirs 1844. In: Friedrich Theod. Vischer: Kritische Gänge. Bd. 2. Tübingen: Fues. 1844, S. 316-340. [PDF]
URL: http://archive.org/details/kritischegnge06viscgoog
URL: http://catalog.hathitrust.org/Record/006095189

Vischer, Friedrich Theodor: Shakspeare, in seinem Verhältniß zur deutschen Posie, insbesondere zur politischen. In: Literaturhistorisches Taschenbuch. Hrsg. von R. E. Prutz. Jg. 2, 1844, S. 74-130. [PDF]

Vischer, Friedrich Theodor: Noch ein Wort darüber, warum ich von der jetzigen Poesie nichts halte. Zur Entgegnung auf eine Aeußerung von Hrn. A. Stahr. In: Jahrbücher der Gegenwart. 1844, Februarheft, S. 165-177. [PDF]

Vischer, Friedrich Theodor: Politische Poesie. In: Jahrbücher der Gegenwart. 1845, Märzheft, S. 237-253. [PDF]

Vischer, Friedrich Theodor: Aesthetik oder Wissenschaft des Schönen. Zum Gebrauche für Vorlesungen. 3 Teile. Reutlingen u.a.: Mäcken 1846-1857.
URL: [Deutsches Textarchiv, HathiTrust, ZVDD: vollständig].

Vischer, Robert (Hrsg.): Briefwechsel zwischen Eduard Mörike und Friedrich Theodor Vischer. München: Beck 1926.

Vischer, Friedrich Theodor: Über das Erhabene und Komische und andere Texte zur Ästhetik. Hrsg. von Willi Oelmüller. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1967.

Vischer, Friedrich Theodor: Kritische Skizzen. Hrsg. von Hermann Bausinger. Tübingen: Klöpfer & Meyer 2009 (= Eine kleine Landesbibliothek, 6).


Verzeichnisse

Reck, Alexander: Art. Vischer. In: Internationales Germanistenlexikon, 1800 – 1950. Bd. 3. Berlin u.a.: de Gruyter 2003, S. 1953-1956.

Jacob, Herbert (Bearb.): Deutsches Schriftstellerlexikon 1830 – 1880. Bd. St-V. Berlin: Akademie Verlag 2007.   –   S. 457-471: Art. Vischer.




Werner, Hans-Georg: Geschichte des politischen Gedichts in Deutschland von 1815 bis 1840. 2. Aufl. Berlin 1972.

Widhammer, Helmuth: Realismus und klassizistische Tradition. Zur Theorie der Literatur in Deutschland 1848 – 1860. Tübingen 1972 (= Studien zur deutschen Literatur, 34).

Wilke, Jürgen: Das Zeitgedicht. Seine Herkunft und frühe Ausbildung. Meisenheim am Glan 1974 (= Deutsche Studien, 21).   –   S. 76-84: Zu Vischers Rezension von: Herwegh, "Gedichte eines Lebendigen".

 

 

Edition
Lyriktheorie » R. Brandmeyer