Heinrich Hart

 

 

Neue Welt.

Literarischer Essay

 

Der 22. März des Jahres 1832 war für die deutsche Literatur ein Wendetag, – sie durfte sich die Frage stellen: Sein oder Nichtsein? Wie spielend hatte der Olympier, der an diesem Tage das mächtige, hohe Haupt zur Ruhe legte, die Welt aus den Angeln gehoben und ihr eine Bahn gewiesen, die kein Horoscop und kein Scharfblick voraussehen konnte. Was war, was galt die deutsche Poesie vor Göthe, – eine schüchterne Magd ging sie von Haus zu Haus und zehrte von den Brosamen, die fremder Reichthum ihr spärlich zuwarf, – niemand ahnte die Schönheit unter dem ärmlichen Kleide, und sie selbst am wenigsten. – Göthe nennt sich irgendwo den Befreier der deutschen Dichter; ja, er war es, – wie ein Heiland erschien er unter uns und vollendete das Erlösungswerk, das Lessing und Herder begonnen hatten. Woher hatte Göthe die Sprache, die mit einem Male im Götz und Werther so klar wie ein Bergquell, so kräftig wie Morgenwind im Walde rauschte, war das die Sprache, in welcher vor kurzem Gellert und Gottsched hüstelten! Seit der ehrliche Simplex Einsiedler geworden, hatten die Deutschen diese Mundart verlernt, denn es war die Mundart des Volkes, und wer dachte ans Volk, wenn es Verse zu schmieden und Aesthetik zu schwitzen galt. Was nun? fragten die Armen, als Lessing mit eisernem Kehraus die Unfehlbarkeit Voltaires zerfegte, als Herder das Volkslied entdeckte, was nun? Göthe gab ihnen die Antwort in den Liedern aus Sesenheim, im Werther, im Faust, – da quälte sich nicht mehr der Herren eigner Geist, da jauchzten die entfesselten Geister des Volkes, und die Menschheit fand die Sprache wieder. Denn das ist eben von den großen Verdiensten unseres Meisters das größte, daß uns sein ganzes Wirken im Allgemeinen wie jedes seiner Werke im Einzelnen die alte Offenbarung wieder heraufzauberte und verklärte vom Einssein der Menschheit, von den verborgenen Banden zwischen Natur und Geist. Was im tiefsten Grunde der Individualität lebt, klingt und zittert, das ist nicht mehr individuell, das findet tausendfachen Wiederhall und setzt den Allgeist in Bewegung. Den Menschen durchschauert es dann plötzlich wie ein glühend Ahnen, der räthselhafte Widerspruch zwischen Selbstsucht, Kleinlichkeit und Armuth des Einzelnen und dem Reichthum, der Erhabenheit und Liebe, welche der Gesammtheit dieser Einzelnen innewohnt, scheint seine Lösung zu finden. – Göthe ist Realist, aber nicht wie Auerbach und Jeremias Gotthelf, welche die Natur als ein großes Brouillon betrachten, das sie ab- und überschreiben können nach Herzenslust, – er schafft nicht nach der Natur, sondern wie die Natur, congenial und gleichen Wesens mit ihr. Des[15]halb war Göthe auch kein Patriot im Sinne der Nationalitätsapostel, deshalb lag ihm alles Parteigefühl so fern, – läßt doch auch die Natur über Gerechte und Ungerechte die Sonne scheinen, unbekümmert um Bitten, Spott und Drohung. Welchen Gang auch die deutsche Literatur in Zukunft nehmen mag, an einer Errungenschaft muß sie festhalten, an der Errungenschaft Göthe'scher Humanität, an der leuchtenden Devise: Humani nihil a me alienum puto. – Wo ist aber der Punkt in Göthe's Schaffen, an dem sich sein Weg und der unsere trennen, oder haben wir Modernen überhaupt nichts anders gethan, als den Boden, den der große Meister gepflügt und aufgeworfen hatte, nach seiner Anleitung weiter kultivirt und ausgesogen? Bei einem oberflächlichen Blick auf die Entwicklung seit Göthe möchte man diese Frage entschieden bejahen, denn weder Rückert, Uhland, Geibel, noch die politischen Parteipoeten haben unserer Dichtung wahrhaft neue Gebiete erobert. Die Bedeutung der Erstgenannten ist eine rein ephemere, sie sangen, wie der Vogel singt, der in den Zweigen wohnet, – der Wandrer lauscht den liebenswürdigen Klängen eine Weile und zieht seines Weges weiter, im Innersten unberührt und von keiner nachhaltig wirkenden Empfindung getroffen, – die Letzteren stiegen und fielen mit dem brandenden Gewühl des Tages. Und doch weist Göthe selbst bereits in seinen Aphorismen auf eine neue Literaturwelt hin, in welcher sich germanisches Urempfinden mit moderner Geistesanschauung vermählen sollte, einer Welt, der er am entschiedensten im "Wilhelm Meister" zusteuerte. Besonders die Wanderjahre müssen Jeden, der Göthe nur mit der landläufigen Schablonenkritik zu beurtheilen pflegt, wie ein Phänomen anmuthen, so modern und unhellenisch tritt uns hier der Schöpfer der "Iphigenie" entgegen. Es sei hier nur auf den großen Entwurf eines Arbeiterstaates hingewiesen, da sich aus diesem nicht nur am deutlichsten die bezeichnete Neurichtung Göthe's ergiebt, sondern auch seine vergebliche Anstrengung, die allzuspät auf ihn eindringenden Ideen künstlerisch zu verarbeiten und organisch durchzubilden. In seiner olympischen Klarsicht und Vollmenschlichkeit verstand und erfaßte er wohl den Zug der Zeit, aber ihr brausender Flügelschlag erschreckte ihn und so wagte er sich nicht mit liebevoller Empfindung an ihn heran, sondern schickte den unglückseligen Mittelsmann – Allegorie. – Grau, Freund, ist alle Theorie, und grün allein des Lebens goldner Baum, – mit dieser Devise hatte einst der junge Göthe gesiegt, – nichts natürlicher, als daß in den Jahren, wo der alte Göthe sich selbst ihrer ewigen Wahrheit entfremdete, ein jüngerer an seiner Statt sie wieder zu Ehren brachte. Dieser Jüngere war Heine. – Heine begriff seine Aufgabe recht gut, aber sie überstieg seine Kräfte, denn er war weder aus dem Vollen geschaffen, wie Göthe – Heine ist Zeitlebens nur ein halber Mann gewesen –, noch machten es ihm seine Zeit und seine Schicksale möglich, die alten, romantischen Grillen zu überwinden. Zudem mangelte es ihm an der Sicherheit und dem sittlichen Ernste, den sein Jahrhundert erforderte; dieser Ernst, diese männliche Wahrheitskraft waren Heine's großem Rivalen, August von Platen, beschieden, aber leider nicht zugleich der schöpferische Genius, – und so kam die Literatur trotz aller Anläufe nicht weit über den Anfang einer neuen gesunden Entwicklung hinaus. Heine ist dem Volke fast nur durch sein Buch der Lieder bekannt, und im Allgemeinen wird deshalb seine Bedeutung nach seiner Lyrik abgemessen, – er gilt für einen talentvollen Götheaner, angekränkelt vom Duft der blauen Romantik und Byron'schen Weltschmerz. Aber Heine's Dichtung ist specifisch, im Grundcharakter verschieden von der Göthe'schen, sie verhält sich zu dieser, wie das 19. zum 18. Jahrhundert. Es geht ein starker Zug bewußter Reflexion, eine nicht zu verkennende Absichtlichkeit durch Heine's Poesie, ein Spiel mit Empfindungen, wie es Göthe ganz und gar fremd war. Man halte [16] diese Bestimmung für keinen Tadel, denn es wäre täppisch, eine geschichtliche Nothwendigkeit zu tadeln, und Heine's Wesen und Schaffen waren eine solche Nothwendigkeit. Ueberall brachen zu seiner Zeit die Ideen unseres Jahrhunderts sich Bahn, aber sie waren den Menschen noch nicht mit Fleisch und Blut verwachsen; sie überwältigten wie befreiende Eroberer, die man herbeigesehnt, die man aber nur durch Dolmetscher sich verständlich machen kann. Es mag hier an das schöne Wort Kürnberger's erinnert werden: Voltaire hat gesprochen, wie ein Sclave, welcher die Kette bricht, – er hat gehöhnt, verspottet, bespieen; – Heine hat nicht mehr gesprochen wie ein Sclave, welcher die Kette bricht, aber doch wie ein Freigelassener, Libertinus' Libertin, welcher der Kette noch gedenkt. Erst Gottfried Keller behandelt das Heilige, wie ein Freier, welcher die Kette nie gesehen und getragen hat." Das ist's! Heine war ein Progon der aufkeimenden modernen Literatur, seine Schriften sind durchtränkt von einem neuen, zukunftssicheren Geiste, er hat vollständig mit dem Hellenismus, etwas weniger vollständig mit dem Christianismus gebrochen, – und doch ist er nur ein Vorläufer der Neuzeit, weil sein Verstand ganz unbedingt, seine Empfindung nur bedingt modern war.

Schon die Generation, welche ein Jahrzehnt später, als er, auf den Schauplatz trat, war ihm in dieser Hinsicht weit überlegen, – von romantisch-christlichen Bedürfnissen hatte die jungdeutsche Richtung keine Vorstellung mehr.

Wie sicher und bewußt betritt schon Wienbarg in seinen "Aesthetischen Feldzügen" das Gebiet moderner Anschauungen und Ziele, wie klar übersieht er den bisher vollendeten und zukünftigen Gang der Poesie, wie sittlich ernst ist der Geist, der jedes seiner Worte durchlodert. Gustav Kühne und Karl Gutzkow blieben nicht bei der Kritik und Aesthetik stehen, – wie George Sand in Frankreich, so pflanzten sie in Deutschland zum erstenmal in umfassenden Schöpfungen das Banner der neuen Literatur auf dem jungfräulichen Boden des Jahrhunderts auf. Karl Gutzkow ist seit Lessing, an den er in tausend Zügen erinnert, ohne Zweifel die Epochemachendste Persönlichkeit unserer Culturgeschichte, und sollte unsrem Volke eine neue Blüthe nationaler Poesie beschieden sein, so wird dieselbe freilich nicht wie die frühere an Lessing, so an Gutzkow anknüpfen, aber doch in engem Contakt mit diesem bleiben müssen. Darf Einer aus der nachgöthe'schen Periode zu den Klassikern gezählt werden, so ist er es, seine Werke bilden zeitlich wie geistig die große Vermittlungsbrücke zwischen 1830 und 1870. Was ihm fehlt, ist nicht die Empfindung überhaupt, aber wohl die elementare, aus dem Herzen der Natur aufquellende Empfindung, er blieb auf den einen Pol der Entwicklung beschränkt, und doch war der andre, ich bezeichne ihn gleich hier als Naturalismus, nicht minder wichtig. Jeder großen Geschichtsperiode folgt eine Erschöpfung des geistigen, aber noch weit mehr des Empfindungs- und Phantasielebens, und natürlich vollzieht sich dieser Prozeß am sichtlichsten in der Literaturgeschichte. Fast unsere ganze Epigonendichtung ist ihrem Wesen nach nichts mehr, als ein zweiter Aufguß der klassischen, eine glatte, durch Lektüre vermittelte Reproduktion, nirgendwo ein unendlicher Naturlaut, nirgendwo lebendige Quelle. Ja, noch schlimmer stand die Sache, denn es brach hier und da ein Talent auf, das mit seinen Wurzeln nicht in Büchern, sondern im frischen Mutterboden des Lebens stand, aber die Zeit wußte nicht dasselbe unterzubringen, und es fühlte sich allein, wie eine Weide, zu deren Füßen der alte Bach versiegt ist, und die verkrüppelt im Staub der Landstraße. Solch' eine Weide war Grabbe, war Hebbel, war Otto Ludwig. Alle drei hatten vollen Theil an dem unergründlichen Elementargeist der Poesie. Titanenhaft waren Form und Inhalt ihrer Werke, – aber keiner von ihnen erreichte im ewigen Kampfe ermüdend ein nennenswerthes Ziel, – und Otto Ludwig ge[17]stand sich auf dem Höhepunkt seines Schaffens, daß es ihm und seinen Zeitgenossen nicht beschieden sei, mehr als Vorarbeiten einer neuen Entwicklung zu liefern.

Dieser Begriff "Vorarbeiten" kam überhaupt seit der Mitte des Jahrhunderts in ganz bewußter Weise zu Geltung; während noch das junge Deutschland sich mehr oder weniger für eine abgeschlossene, das Jahrhundert repräsentirende Richtung ansah, galt es seit den 50er Jahren als ausgemacht, daß für die deutsche Literatur noch eine dritte klassische Periode zu erwarten sei. Den prägnantesten Ausdruck fand diese Erwartung durch Rudolf Gottschall, dessen Anschauungen von der neuen Blüthezeit man nicht zu theilen braucht, dessen Ernst und Begeisterung für die Sache aber entschieden anzuerkennen ist. – Woher kamen nun solche Hoffnungen, wo fanden sie Nahrung und Halt? waren es nur Wünsche gequälter Poetenherzen, utopische Luftgespinnste, Phantasien aus Wolkenkukuksheim, oder entsprangen sie aus tiefem Einblick in den Vorwärtsgang der Völker zu immer höherer Humanität und Geisteskultur? – Drei Faktoren wirkten gegen Ende der 50er Jahre zusammen, um der Welt eine neue Basis zu geben, – denn nicht wie Pallas Athene, gegürtet und gerüstet, drang das neue Leben an's Tageslicht, sondern unter heftigen Geburtsschmerzen, gährend und siedend. Noch ist der Werdeprozeß nicht vollendet, aber gleichwohl ist es heute bereits möglich, einigermaßen Klarheit über die bedeutsamsten Vorgänge und Erscheinungen zu gewinnen. Als der erste Faktor kommt die Neubildung der staatlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Betracht, die einerseits auf den universellen Errungenschaften der französischen Revolution, andrerseits auf den frischerwachten Eifer für nationale Besonderung fußte. Nationalität einerseits, Internationale andrerseits, hier Krieg auf Krieg, dort die Genfer Konvention und die Friedensliga, – unvereinbare Gegensätze, wenn wir nicht tiefer zu blicken verstehen, aber im Grunde einem einzigen großen Drange entsprungen, dem Drange nach organischer Verbindung zwischen Individualität und Gesammtheit. Daß dieser Drang ein unbewußter ist, daß er in zwei anscheinend feindliche Pole auseinandergeht, ist nur ein Beweis für seine ursprüngliche Kraft und Lebensfülle, – es wird sich auch für ihn das Schelling'sche Einheitsmedium finden. Aus diesem Gesichtspunkte betrachtet erscheinen Socialismus und Freihandel in gleicher Weise berechtigt und falsch, erscheint der Constitutionalismus als eine geschichtliche Nothwendigkeit, welche den verschiedensten Strömungen offenen Raum giebt, und so die Einseitigkeit verhütet, welche vom Uebel ist, so lange nicht eine der wirkenden Kräfte ihre unbedingt größere Lebensfähigkeit erwiesen hat. Aus diesem Gesichtspunkte ist es aber auch erlaubt, der Entwicklung der Dinge mit mehr Gleichmuth zu folgen, als den Parteien erwünscht ist, – das große Ziel wahrer Humanität steht zu leuchtend und klar auf der Höhe, als daß nicht jede Richtung, die es aus dem Auge läßt, in sich selbst zerfallen müßte. Und das ist das Haupt! Die Politik, die heute noch immer im Vordergrunde des Interesses steht, wird immer mehr zurückgedrängt werden, sobald die Einsicht wieder Boden gewinnt, daß das sociale und nationale Leben nur den Acker bildet für das Geistesleben eines Volkes, und ein Volk erst dann seiner Blüthe entgegengeht, wenn es die allseitigste und tiefste Theilnahme der Literatur und Kunst entgegenbringt. Unmittelbarer als die politische Entwicklung wirken und wirkten zwei andere Faktoren auf die poetischen Bestrebungen unserer Zeit, – der naturwissenschaftliche Materialismus und Schopenhauer. –

Die moderne Naturwissenschaft hat mit den mythologischen Anschauungen in eine Weise aufgeräumt, wie es keiner Philosophie und Theologie möglich war, sie stellt den Menschen in eine ganz neue kosmische Continuität, die Welt ist in eine [18] ganz andre Beleuchtung gerückt, und Bilder sind uns aufgerollt, wie sie bisher nur die üppigste Phantasie zu ahnen vermochte. Die Sehnsucht nach den Göttern Griechenlands treibt keine Wurzeln mehr in unsrer Seele, die Unendlichkeit ist uns aufgegangen, und das Persönliche erscheint nicht mehr allein als Grundbedingung poetischer Anschauung. Vergegenwärtigen wir uns die Erfolge der Geologie, ihre Entdeckungen in längst vergangenen Jahrtausenden, die Sonnenfahrten der Astronomie, die kaum geahnten Ergebnisse der Darwin-Häckel'schen Biologie, – und wir werden uns gestehen, daß eine Zeit, die der Phantasie so großartige Felder gewinnt, dem gesunden, wenn auch langsamen Fortschritt der poetischen Literatur nicht hindernd im Wege stehen kann. Man hat viel gespöttelt über die phantastischen Romane Jules Verne's und seiner Nachahmer, aber ich finde doch auch in diesen Werken die freilich über alle Grenzen schweifende Tendenz, den dichterischen Bestrebungen eine echt moderne Basis zu geben. "Aber ist denn das Prinzip des Schönen und also auch der Poesie nicht ein formales? Was kommt also auf neue Stoffe an, – die wahrhaft poetischen Empfindungen waren doch zu allen Zeiten dieselben: Liebe, Leid und Lust!" Freilich der Urstoff, nämlich das Leben und Weben des Menschenherzens bleibt immer derselbe, doch der Ausdruck dieses Lebens wechselt unendlich in den verschiedenen Zeiten, und nur der Ausdruck selbst ist Form, seine Ursachen liegen in Veränderungen des Stoffes begründet. Dasselbe Stück Erdboden trägt im Verlaufe der Jahrtausende Wälder, Aecker, Sümpfe, Wiesen u.s.w., es verändert sich im tiefsten Grunde nicht, aber seine Theile versetzen und zersetzen sich, sein Klima gestaltet sich um, Seeen, Gebirge bilden sich in der Nähe, und so war die Wandlung der Form durch Umbildung und Wechsel in der Materie bedingt. Ein solches Stück Boden ist das Herz und besonders das Dichterherz, sein Empfinden nimmt im Auf- und Niedergang der Zeiten so diametrale Gestaltungen an, daß es schwer wird, in denselben das ewig gleiche Grundmotiv zu entdecken. Was in jenem Jahrtausend Patriotismus heißt, rühmt sich im folgenden Religionsbegeisterung, im dritten Humanität zu sein, – und doch stehen sich anscheinend diese verschiedenen Formen ein- und desselben Gefühls geradezu feindlich gegenüber. – Erfassen wir so die Einheit und den Zusammenhang von Form und Materie, dann dürfen wir mit Recht den Einfluß der gegenwärtigen Umwälzungen in Technik und Wissenschaft auf die Literatur als einen hochbedeutsamen erachten. Mit demselben wetteifert die Einwirkung der neueren Philosophen, vor allem Schopenhauer's, der für die Kunst fast höhere Bedeutung erlangt hat, als für die Wissenschaft, ein Umstand, der mit den Grundzügen seines Systems zusammenhängt. Nicht umsonst legt Schopenhauer auf die Ausführung seiner ästhetischen Gedanken den höchsten Werth, denn seine Weltanschauung ist eine durchaus ästhetische und zieht ihre besten Säfte weniger aus der strengen Logik, als aus einer tiefinnerlichen, mit mystischen Elementen durchsetzten Phantasie.

Drei große Richtungen in der Literatur gehen schon jetzt von ihm aus, oder sind doch seinem Geiste eng verwandt, – der neudeutsche Quietismus, am strengsten vertreten durch Hieronymus Lorm, die Musikdramatik Richard Wagners und die slavisch-germanische Poesie Turgenjeff's und Sacher-Masoch's. Alle drei haben die Tendenz auf den Naturalismus gemein, fernerhin einen in den Kern der Welt eindringenden Pessimismus, und ihre Vertreter vertiefen sich mit besonderer Vorliebe in die sinnlichen Erscheinungen des Naturlebens. – Hieronymus Lorm hat neuerdings die Aufmerksamkeit in hohem Grade auf sich gelenkt und sein Einfluß ist im Zunehmen begriffen. Er besitzt keine kräftig pulsirende Dichterader, und seine Produktion hat viel Gemachtes und Gezwungenes, gleichwohl übt er eine eigene Anziehungskraft aus durch sein inniges Naturverständniß und seine unerschütterliche [19] Konsequenz. Sein Quietismus ist nicht identisch mit dem Spinoza's, auch nicht mit dem der altindischen Dichter, wie Kalidasa's, – denn von jenem trennt ihn durch eine tiefe Kluft der Pessimismus, von diesen die allzu häufigen spirituellen Beziehungen. Ihm fehlt fast durchgängig die Naivetät, die Reflexion sickert selbst durch seine gemüthvollsten Dichtungen, und die Absichtlichkeit, die er kaum einmal zu verbergen weiß, verdirbt den reinen Genuß seiner Schilderungen. Die Form seiner Gedichte ist oft überaus schwerfällig, und der allzu leichte Stil seiner Feuilletons söhnt natürlich mit diesem Uebelstande nicht aus – trotzdem bezeichnet er mit dem Gesammtcharakter seiner Individualität eine verheißungsvolle Entwicklungsstufe der germanischen Dichtung. Der hohlen Formlyrik, dieser mattglänzenden Ranunkelblume gegenüber steht seine Poesie wie ein knorriger aber von dunklem Waldgrün sprossender Baum, und durch die optimistisch-bleierne Tagesphrase grollt seine Stimme gleich dem Rauschen eines Eichwaldes. Nirgendwo geht er in die Breite, überall gilt es ihm tief zu sein, und ein moderner Diogenes vollbringt er das Höchste durch seine Einfachheit, mit der er siegreich gegen den Wortschwall und Kling-Klang der Halm-Geibel-Periode reagirt. Viel äußerlicher, als Lorm sucht Richard Wagner den Forderungen einfacher Naturwahrheit gerecht zu werden, und in seiner übertriebenen Sucht nach Charakteristik erblicke ich eher einen Rückgang, als Fortschritt. Auch erscheint mir seine Bedeutung für die Literatur mehr aus seiner Persönlichkeit zu resultiren, als aus seinen <Kunstprincipien> und Schöpfungen, – mit eiserner Hand hat er in die abwärts rollenden Räderspeichen gegriffen und die Kunst wieder in die Bahn gedrängt, auf der sie allein ihre Gotteskraft erweisen kann. Ihm ist es wieder einmal gelungen, das Volk aus seiner Theilnahmlosigkeit herauszureißen und es zur Ehrfurcht vor dem sittlichen Ernste der Tragödie, zum Abscheu gegen die kleinliche Raffinerie der künstlerischen Marktschreierei zu zwingen. Leider ist ihm die Aesthetik Schopenhauer's verderblich geworden, dessen Hymnus auf die Musik der Ausgangspunkt seiner unseligen Principien ist. Was soll ich unter dem Begriff einer vollkommenen Einigung von Poesie und Musik verstehen, – so lange Wagner nicht eine dritte Kunst schafft, in der weder Ton noch Wort geschieden werden können, muß der alte Gegensatz von Text und musikalischer Composition festgehalten werden. Und ist dies der Fall, dann habe ich ohne Zweifel das Recht, den Text an und für sich auf seinen poetischen Werth hin zu untersuchen, besonders wenn er sich für ein Meisterwerk ausgiebt. –

Wagner ist kein Dichter, – schon seine Form widerspricht dem innersten Wesen der Poesie, denn diese erfordert in Uebereinstimmung mit den Gesetzen der Sprache Ueber- und Unterordnung, malerisches Auf- und Abstufen der einzelnen Theile im Kunstwerk, während Wagner in der Weise Hebbels jede Scene und jedes Wort als gleichwerthig und gleich nothwendig zu charakterisiren sucht. Es ist durchaus falsch, mit der Poesie sich nur an die Empfindung wenden zu wollen, – und Wagner thut das, indem er ganze Verse aus Hauptwörtern bildet, welche gleich den Tönen unmittelbar das Gefühl erregen sollen, – die Poesie wäre dann nicht eine "Schwesterkunst" der Musik, sondern einfach überflüssig.

Der Dichter, der mit dem Materiale des Geistes, der Sprache, arbeitet, wirkt durch die Medien der Empfindung und Phantasie hindurch vor allem auf den Geist, und auf die mit diesem zusammenhängenden sittlichen und contemplativen Gefühle, – die reinen Empfindungsnerven zu erregen ist ihm nur im beschränkten Maße vergönnt. Unsere Zeit hat sich wahrhaft hineingebohrt in den Kultus des Unbewußten, Dunklen, Wunderbaren, und das Bewußte, Sonnige, Einfach-Ernste, dessen Vertreterin die Dichtkunst ist, dem Ersteren untergeordnet.

Es liegt nicht in meiner Absicht, Ed. v. Hartmanns's Hypothese zu bekämpfen, [20] denn über das Princip des Alls zu streiten erscheint mir unfruchtbar, aber der Weltprozeß, wie er sich gegenwärtig mit und gegen uns entwickelt, hat doch ohne Frage das Bewußte zur Basis wie als Ziel. Und von dieser Gewißheit ausgehend halte ich die Tonkunst für eine freundliche Genossin in stillen, traumumsponnenen Stunden, die Poesie aber für eine ernste Nothwendigkeit.

Das Leben ist kein Danaergeschenk des Schicksals, das man am besten wieder fortwirft, sondern einmal empfangen, fordert es volle und ganze Hingabe und über dem süßen Glück des Natur- und Kunstgenusses dürfen wir nicht vergessen, an unsrem Selbst zu arbeiten und zu feilen. Wie die Blume nicht nur des Erdbodens, dem sie mit den Wurzeln angehört, sondern auch der Sonne bedarf, um zu knospen und zu blühen, so auch das Leben; in Sittlichkeit und Denken wurzelt es, aber vom Licht der Poesie getränkt, treibt es Blüthen. Ein Prophet kann nur der Dichter sein, denn wo es sich um den vollen Ernst des Daseins handelt, da vermag nur das Wort zu siegen, die Töne verlieren ihre Macht. – Solche Grundunterschiede zwischen den beiden Künsten hat Richard Wagner nicht beachtet, er hatte das Lied, das so leicht zur Melodie verschmilzt, im Auge und glaubte nun auch das Drama in eine unendliche Melodie auflösen zu können. Aber gerade das Drama verhält sich um so spröder zur Musik, je großartiger und echt dramatischer es ist; Hamlet mit fortlaufender Orchesterbegleitung, nicht wahr, ein Gräuel! – und um aller Nibelungen willen wollen wir doch den Hamlet nicht aufgeben. Wie groß daher auch die Verdienste des Baireuther Meisters um die Oper sein mögen, für die Literatur hat er im Großen Ganzen nur eine mittelbare Bedeutung, mittelbar insofern, als er das Kleinliche und Niedere in der Kunst, wie Niemand zuvor, erschüttert und zerbröckelt hat. – Weit bestimmender und lebensvoller tritt dagegen in die Entwicklung unsrer Poesie die dritte der obenerwähnten Richtungen ein, – es ist, als ob aus den Grenzländern Deutschlands ein ganzer, frischer Strom neuen Blutes in unsre Adern überquellen sollte. Der deutschschreibende Galizier Sacher-Masoch und der Russe Turgenjeff sind die Unsren geworden im besten Sinne des Wortes, – sie werden gelesen im Norden wie im Süden, und keine feindliche Kritik hat auf die Dauer ihren Einfluß hindern und zerstören können. In ihren Dichtungen wogt die Luft der Steppe, endlos liegt Himmel und Erde, im Morgenwinde rauscht das hohe Gras, die Wachtel schlägt und ohne Ende zirpen die Grillen. Und was für ein Menschenschlag haust dort in den Ebenen des Pruth und der Wolga, – jungfräulich das Land, jungfräulich seine Bewohner. Aus ihren großen Augen leuchtet jugendliche Kraft, aus ihren schwermüthigen Melodien sprüht ahnungsvoller Tiefsinn, – der Don Juan von Kolomea hält alle Slaven für geborene Schopenhauerianer. Mit den "Skizzen aus dem Tagebuche eines Jägers" trat Turgenjeff in die Literatur, – und es war uns, als ob die Dämmerung wiche und der Morgen seine ersten rothen Lichter durch die Wolken sende. Eine gewisse Kühle lag über den Bildern, die Turgenjeff uns entrollte, aber es war eine frische, anheimelnde Kühle, und die weißen Nebel, die noch am Horizonte hingen, begrenzten wohlthuend den Fernblick. Turgenjeff hat uns seitdem mit manchem Roman beschenkt, – sein letzter "Neuland" ist der beste, – ein wahrhaft plastisches Gemälde des heutigen Rußlands –, aber den Hauptwerth lege ich doch auf seine kleineren Novellen und Skizzen, wie "Mumu" und "Frühlingswogen". Von deutschen Dichtern möchte ich ihn am liebsten mit Annette von Droste-Hülshoff vergleichen, – beide sind Genremaler, aber ohne kleinliche Beziehung, – in jedem ihrer prächtigen Lebensstücke schlägt der volle Herzensschlag der Natur. Und wie verwandt zeigt sich bei diesem Vergleich das germanische und slavische Urempfinden, – auch die Haidebilder der Westfalin athmen meist eine leise, abgeklärte Wehmuth – wo [21] sich beide unterscheiden, ist der Nachtheil freilich nicht auf Seiten der deutschen Dichterin. Ihr Empfinden ist kräftiger, concentrirter, das des Slaven weichlicher und angekränkelter, – aber sein Einfluß erscheint trotzdem für den Augenblick als der mächtigere, weil er eben noch ganz uns angehört, mitlebend und mitstrebend. Näher übrigens, als Turgenjeff, steht uns Sacher-Masoch, nicht nur, weil er in deutscher Sprache dichtet, sondern auch, weil seine Weltanschauung umfassender, seine Tendenzen weittragender, seine Persönlichkeit bedeutender ist. Sacher-Masoch ist wirklich, wie er von sich selbst sagt, einer der bestverleumdetsten Männer in der Gegenwart, und verleumdet nicht ohne Grund. Durch Uebertreibung eines richtigen Princips, der Naturwahrheit, hat er es über sich vermocht, einige Werke zu schaffen, welche nicht scharf genug zu verurtheilen sind; die "Messalinen Wiens" und anderes dergleichen haben mit der Poesie kaum an einzelnen Stellen zu thun, – denn der Kunst ist alles gestattet, aber Ekel erregen darf sie nicht, wenn sie nicht unter den Naturabklatsch untersinken will. Zwischen Abscheu und Ekel liegt eine Welt, – letzterer richtet sich auf das Gebiet des Unnatürlichen, des Unmenschlichen, und die wahre Aesthetik findet ihre Grenzen eben in dem Natürlichen, dem Menschlichen, – freilich auch nur da. Der Teufel ist so lange eine ästhetische Figur, als er nicht zum Caliban wird, der Engel nur dann, wenn er noch Abadonnah heißt. – Aber Sacher-Masoch schafft das "Vermächtniß Kains", und ich vergesse leicht alle früheren Eindrücke über der Wirkung dieser grandiosen Dichtung, einer modernen Divina Comedia. Der Dichter hat ganz Recht, wenn er meint, daß in dieser Sammlung nicht eine Novelle zu verwerfen sei, – jedes Glied ist ein nothwendiges, ein von höchster Kunst beseeltes, jede der Schöpfungen eine poetische und wahrhaft kulturgeschichtliche That. Es mag sein, daß manche der Erzählungen nicht vollkommen durchcomponirt ist, doch ich brauche ja nicht zu kritteln, ich darf mich dem großen, eigenartigen Zauber des Werkes mit ganzer Seele hingeben. Nicht nur daß es eine Welt von Charakteren enthält, die sich der Erinnerung, wie antike Marmorstatuen einprägen, nicht nur daß es in farbenprächtige Schilderungen, wie eine Blume in Morgenthau getaucht ist, – vor allem bildet er auch den ersten, großartigen Versuch, wurzelnd im fruchtbaren Boden des Naturalismus die Darstellung modernen Lebens und moderner Anschauung mit den höchsten ethischen Tendenzen zu verknüpfen. Göthe's Realismus und Schiller's Idealismus – in dieser Poesie finden wir die Elemente beider Richtungen organisch vereint, und so glaube ich allerdings, daß wir den Wendepunkt der deutschen Literaturentwicklung erreicht haben, daß eine neue Welt, ein neues Leben unserer harrt. Sacher-Masoch selbst will freilich von einer germanischen Zukunft nichts wissen, er hofft auf eine slavische, wahrscheinlich weil er annimmt, daß unser Blut schon zu schlaff geworden, oder daß unsere Natur weniger seinen socialen und ethischen Idealen zugänglich sei. Auf letzteren Gedanken einzugehen, brächte mich zu weit abseits, den andern widerlegte ich bald, wenn ich Sacher-Masoch einmal durch Thüringen, Friesland oder durch meine Heimath, die rothe Erde, führen dürfte. – Doch nicht der slavische Osten allein, auch der hohe Norden und der Westen mahnen uns, aufzustehen und die Natur nicht länger durch die trüben Gläser der Reflexion und Bücherweisheit zu betrachten. Die ausländischen Literaturen, die wir bisher der Aufmerksamkeit für werth hielten, waren hauptsächlich die englische und französische, von der letzteren nahmen wir unterschiedslos Gutes und Schlechtes herüber, ja dieses überwog. Besonders pflegten wir in diesen Tagen den elenden Zwitter, das Conversationsdrama, und bedenken nicht, daß uns diese Pflege von unsrer Bahn zu einer wahrhaft nationalen Poesie ganz ab – und auf die staubige Landstraße zurückführt. Da thut es denn wohl, wenigstens kleinere germanische Volksstämme [22] auf dem richtigen Wege, und ihre Poeten auch in Deutschland beachtet zu sehen; auf die Dauer kann ein beschämendes Gefühl bei uns nicht ausbleiben. Besondere Wirkung üben freilich nur die Norweger Björnson und Ibsen und der Kalifornier Bret Harte aus, alle drei aber auch in ziemlich populärer Weise. Typen wie der Spieler Oakhurst, die Minengräber im Brüllerlager offenbaren uns wieder einmal deutlich die unversiegliche Gefühlsquelle der germanischen Volksseele, die selbst unter den denkbar ungünstigsten Umständen immer von neuem den Felsen durchbricht. Bret Harte ist kein Genius, der siegreich neue Bahnen erschließt und in weltumfassenden Werken Tausende mitzureißen vermag, sein Gesichtskreis ist ein ziemlich beschränkter, – aber unsrer Literatur that auch nicht so sehr der Einblick noth in eine große, als vielmehr in eine ächte tiefe Natur. Engländer und Franzosen haben uns mit endlosen Romanen überschüttet, unsere Phantasie wurde stumpf unter dem Druck ewiger Spannung und Bizarrerie, unser Zustand beim Lesen hatte etwas Fieberartiges, und unser Interesse an der Dichtung war dasselbe, womit wir den Gang einer Criminalverhandlung verfolgen. Welcher Muth, uns auf einmal mit Erzählungen zu überraschen, welche, nichts weniger als spannend, die Aufmerksamkeit auf eine Menge kleiner Einzelheiten, reizender Miniaturmalereien, ausgeführter Landschaftsskizzen zu richten nöthigten. Der Muth blieb nicht unbelohnt, wir lernten uns wohl fühlen in der frischen, gesunden Atmosphäre, die Parfüms und Causerien der Salons verloren an Anziehungskraft, und der Zauber wahrer Poesie wurde uns wieder verständlich. – Mit Bret Harte haben Björnson und Ibsen den naturalistischen Untergrund gemein, wenn auch freilich die Natur ihrer Heimath wieder ganz andere Schönheit athmet, als der amerikanische Westen, doch treiben ihre Hauptkräfte nicht auf dem epischen, sondern auf dem dramatischen Dichtungsfelde. Und zwar sind Beide stark verwandt, beide haben neben dem realistischen einen stark spirituellen Zug, ich erinnere nur an Björnson's "Neuvermählte" und Ibsen's "Brand", beide haben mit Erfolg in letzter Zeit den modernen Konflikten sich zugewandt. Schon jetzt zeigen sich vielfache Spuren von den Anregungen, welche die deutsche Bühne ihnen verdankt, und besonders die jüngere Poetengeneration scheint ihre Richtung der des französischen Dramas vorziehen zu wollen; vielleicht erhalten wir auf diesem Wege allmälig ein gesundes, kerniges Volksdrama. – Werfen wir nun einen Blick zurück auf die Entwicklung, welche wir bis auf die Gegenwart verfolgt, so wird die Hoffnung gerechtfertigt sein, daß all das neue Blut, das dem deutschen Liede, wie der deutschen Epik und Dramatik in so reichen Strömen zufließt, nicht vergebens strömt, sondern daß uns in Wahrheit ein neues Leben bevorsteht, eine neue Welt auch für die Poesie aus dem Boden der alten emporsteigt.

Eine neue Welt! Utopisch sind unsere Hoffnungen nicht mehr, denn auch bei uns fängt es an zu drängen und zu gähren, wie nur der Frühling möglich macht, so vielseitig und umfassend wie nur dem Hereinbruch einer großen Literaturepoche vorangehen kann. Möge ihr beschieden sein, zu vollenden, was Lessing und Schiller, Herder und Göthe erstrebt, was Heine, Platen und Gutzkow begonnen, wofür die Gegenwart ihre beste Kraft und Neigung einsetzt. Möge sie das rechte Medium finden zwischen erdfrischem Realismus und sittlich hoher Idealität, zwischen kosmopolitischer Humanität und gesundem Nationalismus, zwischen ernster Männlichkeit und tiefquellender Empfindung. Vor allem aber werde die neue Poesie ein wahres Eigenthum, ein Schatz des Volkes. – Von den Tagen an, wo die Menschen Donner und Wind zu Göttern machten, und an jeden Baum, an jede Höhle ein sinniges Märchen knüpften, bis in unsere Zeit, wo das Volkslied abzusterben droht, hat die Phantasie des Volkes nicht geruht noch gerastet, [23] und die Kunst hat ihr Bestes aus ihr heraus geholt und geschaffen. Alles Leben aber ist ein Geben und Nehmen, jeder Organismus erhält sich, indem er Säfte ausscheidet und Säfte einzieht, – und ein solcher Organismus ist die Literatur. Aus dem Volke hervorgegangen, muß sie ins Volk zurück, – dieses wird sie jedoch nur dann willkommen heißen, wenn sie der wahren Poesie gehört, wenn die neue Kunst gemäß den Merkmalen aller echten Kunst aus dem vollen Born der Gegenwart schöpfend ursprüngliche, individuell gefärbte Natur zum Ideal zu verklären weiß. –

 

 

 

 

Erstdruck und Druckvorlage

Deutsche Monatsblätter. Centralorgan für das literarische Leben der Gegenwart.
Bd. 1, 1878, April, S. 14-23. [PDF]

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Zeitschriften-Repertorien

 

Kommentierte Ausgabe

 

 

Literatur

Baumann, Christiane: Die "Vorkämpfer" des deutschen Naturalismus – frühe Netzwerke und Zeitschriften Ende der 1870er Jahre. In: Studia niemcoznawcze 52 (2013), S. 215-239.

Baumann, Christiane: Brückenschlag und Finale: Die Programm-Anthologie Moderne Dichter-Charaktere im Kontext der frühnaturalistischen Formationsphase der 1870er Jahre. In: Studia niemcoznawcze 56 (2015), S. 261-294.

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Heft 2 (1882) [PDF]
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