Wilhelm Arent:
Aus tiefster Seele

 

 

Hermann Conradi

 

Auch eine Einleitung.

 

"Die Dichtkunst ist eine lange Liebe".
Jean Paul.      

 

Im Frühroth schreibe ich diese Zeilen . . .

Die ersten mageren Dämmerungsreflexe schleichen und tappen draußen an meinem Fenster vorbei und drücken sich noch etwas scheu und zaghaft an die Scheiben . . . Durch die Vorhänge fällt ein bleicher, unsicherer Schein – er legt sich aufs Fensterbrett, huscht an der Wand hin, blinzelt und schielt nach dem Büchertisch und wagt sich gemach Stück um Stück vorwärts . . .

Noch aber brennt meine gute, alte Lampe, wenn sie auch ein wenig verträumt und schläfrig ausschauet, – ich darf es ihr nicht übel nehmen: sie hat die lange Winternacht mit mir durchwacht . . .

Stunde um Stunde rauschte hin – durch die köstliche Stille klang manchmal nur das Athmen des Nachtwindes, riefen manchmal um die Stundenwenden die Stimmen einzelner Glocken aus der Nachbarschaft . . .

Und Stunde um Stunde, während mein Leib nur in [II] der Bohémien-Mansarde saß, meine Seele aber über die Erde und hinaus in unergründliche Weltallweiten flog, hat sie meinen Augen getreulich geleuchtet, wenn sie aus heiligen Büchern menschlich-göttliche Weisheit gelesen . . .

Aus heiligen Büchern!

Da liegen sie im Halbkreise vor mir, die Lieblinge meiner Seele, meine Helden und Meister: Goethe, Kleist, Byron, Victor Hugo, Carducci, Swinburne, Musset, Shakespeare, Dranmor. Trost und Stärkung erheischte ich von ihnen – ich las und sann und sann und las wieder und schuf wohl auch selbst ein paar Strophen dabei – traumhaft glitten sie von den Lippen – meine Finger zogen sie nach auf dem ersten besten Papierfetzen – so nahm ich und gab ich und vergaß darüber all das Kleine und Gemeine, Aermliche und Erbärmliche, Nichtige und Eitle, was sich tagüber wie Staubflocken auf uns niederläßt . . .

Aber ich kehrte auch in dieser Nacht der Weihe und Wiedergeburt bei Anderen ein . . .

Da schob mir neulich ein lieber Freund ein Bündel beschriebener Blätter in die Hände – vielleicht drängte es mich, meinte er, ein paar Worte – nach meiner Manier! – über sie zu sagen, wenn ich sie gelesen hätte. Die paar Worte fänden vielleicht auch eine passende Stätte vor den Poemen in der Sammlung . . .

Ich habe heute Nacht die Blätter gelesen . . .

Und da sind mir so mancherlei Gedanken gekommen, die ich im Frühroth niederschreiben will . . .

[III] Ich suche die Blätter – eins liegt auf dem aufgeschlagenen "Faust", das andere ist in die Seiten von Musset's "Rolla" geschoben, das dritte lugt aus Shakespeare – "König Lear": Wahnsinnsscene – ich suche die Blätter zusammen und lese diese und jene Strophe, dieses und jenes ganze Gedicht noch einmal . . .

Da will's mich bedünken, als hätte ich solche Töne recht lange nicht gehört – solchen Schmelz, solchen Wohllaut und vor Allem: solche Innigkeit und solche lebendige, hinreißende Wahrhaftigkeit, recht lange nicht gefunden auf meinen mannigfachen Wanderzügen durch moderne Litteraturgebiete . . .

Und vor mir steigt in brennenden Farben, in markiger Plastik die Gestalt – das Angesicht des <Freundes>, des jungen Dichters dieser Lieder, auf . . .

Mir ist's, als säße er da mir gegenüber und schaute mich fragend und erwartungsvoll an, als wollte er wissen, ob das in meine tiefste Seele eingeschlagen, was er aus tiefster Seele heraus gesungen!

Und ich reiche ihm über Byron, dem subjectivsten aller Poeten, die Hand, nicke ihm zu und – er versteht mich . . .

Wenn unsere Naturen nicht so intim zusammenklängen, würde ich vielleicht dasselbe Lächeln der Verachtung, denselben Spott und Hohn für diese dichterischen Geständnisse heimlichster Seelenregungen haben, den tausend Andere anzeigen werden, wenn ihnen ein Ungefähr dieses Büchlein in die Hand spielt – dies Büchlein, das eben, [IV] weil es ein äußerst zart und fein besaiteter Poet geschaffen, nur Solchen verständlich sein kann, die sich trotz Alltagsstaub und Daseinskampf die elementaren Seelen-Gewalten, die natürlichen Triebe und Gefühle, in ungeminderter Reinheit, Stärke, Lauterkeit und Fülle zu erhalten gewußt.

Die Menge, gewöhnlich stumpf und indifferent, höchstens nur noch durch pikanten Inhalt, bizarren, in exotischen Lichtern schillernden Strophenbau ein wenig zu reizen, wird an dieser Sammlung die Keins von Beiden besitzt, theilnahmslos vorübergehen . . .

Keins von Beiden? Und einige "freie Rhythmen" aus dem Anhang? Wie "à la Makart"? Wie "à la Gabriel Max"? Sind die nicht obscön, lasciv, schlüpfrig, unmoralisch, gefährlich für Staat und Gesellschaft?

Die da verurtheilen und brandmarken wollen, werden bald darüber einig sein . . .

Ich bestreite nur die Richtigkeit ihrer Behauptungen.

Denn nicht einen Tribut an den herrschenden Tagesgeschmack, an den kitzelsüchtigen Gaumen gewisser Cliquen und Halbweltenthusiasten, bedeuten diese durch und durch dichterischen, durch flüssige Rhythmik, originelle Gedankenverschlingung, blendende Bilderpracht in die höhere Kunstsphäre gehobenen Poesien: sie sind ein Ausfluß der Persönlichkeit, eine Bezeugung des künstlerischen Ich's, die schließlich gar nicht hinweggedacht werden kann bei einer originellen, ringenden, gährenden, nach dem Bleibenden, Constanten, inbrünstig suchenden Dichternatur.

[V] Nicht als Einzelpoeme soll man sie fassen und halten – vielmehr als absolut nothwendige Glieder in der Kette künstlerischen Werdens und Wachsens.

Daß sie am Schluß des Buches stehen sollen und sich so beinahe ausnehmen werden, als enthielten sie Entwicklungs-Resultate; als hätte der Sänger dieser Strophen in der sinnlichen Auslebung das einzige Heil, das einzig, wenigstens für den Genuß-Moment stichhaltig Reale und Beglückende gefunden, ist eine Aeußerlichkeit, ein Zufall, und es wäre ein Irrthum, daraus auf den Charakter der jüngsten Kristallisations-Form des inneren, geistigen Dichterlebens zu schließen . . .

Seine Resultate – seine intimsten Confessionen giebt Wilhelm Arent vielmehr im vierten Buche seiner Sammlung "Pantheismus" – zweifellos dem werthvollsten und durchgeistigsten.

Hier läßt uns der Dichter in das Allerheiligste seiner Psyche schauen, dorthin, wo die Werkstätte für das Weben und Bilden, das Formen und Gestalten der zartesten und geheimnißvollsten Regungen und Zuckungen liegt . . . Das ganze Buch in seiner clair-obscur-Stimmung; in seinen halb mystisch-dunklen, halb morgenhell-sonnigen Weisen und Tönen; seiner seltenen Gedankenfracht, die aus religiös-inbrünstiger Sichversenkung in pantheistische Träume und Visionen zusammengetragen; und andrerseits wieder in seiner schlichten Einfachheit, in seiner bestimmten Kürze und Knappheit, giebt das innigste, wahrste und schließlich [VI] künstlerisch auch relativ bedeutendste und werthvollste <Spiegelbild> vom geistigen Sein seines Schöpfers . . .

Ein vergessener Dichter eines verschollenen Buches, Johannes Kugler, sagt einmal in seiner auto-biographischen Novelle: "Im Fegefeuer": "der Gesunde, der Glückliche bringt den Fuß nicht von der heimischen Scholle; aber wen die Hand des Todes gestreift, der badet sein Haupt frei im Aether und saugt mit Wollust den Athem der Unendlichkeit."

Wen die Hand des Todes gestreift! . . .

Ein neues Erklärungs-Moment des Buches, "Pantheismus!"

Nicht mit raffinirten Farbeneffecten, fein ausgeklügelten Reimgefügen, blendender Strophenstructur paradirt Wilhelm Arent – seine Muse ist viel zu unirdisch, zu aetherisch, zu zart und ideell dazu. In die einfachsten, schlichtesten Gefäße, die fast aller architektonischen Zierrathen baar sind, gießt er seines Herzens überquellende Gefühlsfülle. Aber das ist es ja eben: Gerade dadurch bezeugt er, daß er aus tiefster Seele singt!

Jede Strophe, die er schreibt, lebt – ist Blut von seinem Blut – ist lautere Wahrheit!

Wo übermächt'ge, elementare Leidenschaften in ihm nach Ausdruck und Gestaltung ringen, da sprengt er jede Form und wogt in volltönenden, freien Rhythmen einher!

Und wie er die bändigt und in prunkvolle Gewänder kleidet!

[VII] Ein noch nicht in sich geschlossener, aber ganzer Dichter! Und ein ganzer hauptsächlich deshalb, weil er kein Gefühl erkünstelt, kein Poem forcirt – weil er nur dann singt, wenn die mystischen Geister da drunten in den tiefsten Tiefen seiner Seele sich rühren und regen und seltsame Gefühle und zündende Gedanken gebären. Weil er nur dann singt, wenn er muß, wenn ihn die Begeisterung unwiderstehlich drängt!

Ich weiß es aus seinem Leben, aus seinen Liedern, von ihm selbst . . .

Wir haben darüber so manches Mal Zwiesprach getauscht in unvergeßbaren Stunden – wenn der Tag draußen mählich verdämmerte, und wir von uns geworfen der Seelen Unrast und Kümmerniß . . . . . .

Das ist meine "Einleitung"!

Auch eine Einleitung!

Warum nicht?

Darf ein Freund dem andern, wenn der mit seinen heiligsten Schätzen in die weite, fremde Welt hinauszieht, nicht ein paar Geleitsworte mitgeben – Worte der Hoffnung, der Anerkennung, der Ermunterung?

Fahr' wohl, mein Freund, mit deinem Liederbuch – ich weiß: es kam dir aus tiefster Seele – – mag es Viele finden, die dich liebgewonnen, weil sie die Wahrheit, die in deinen Dichtungen lebt und athmet, verstanden haben!

O daß es auch unter denen, die da singen und sagen zu müssen glauben, Viele gäbe, die wie du nur aus tiefster [VIII] Seele ihre Weisen aufrauschen lassen – die endlich dem verwerflichen, gottlosen Spiel mit gemachten, erlogenen Gefühlen, gestohlenen Gedanken entsagen, und wenn sie keinen eigenen schöpferischen Geist in sich spüren, ihre werthlose Laute am nächsten Eckstein zerschmettern!

—   —   —   —   —   —   —   —   —   —   — —   —   —   —   —   —   —   —

Keck und dreist schaut jetzt der junge Tag in meine enge Klause . . .

Ich trete an's Fenster und lasse meinen Blick über schneeblitzende Nachbardächer schweifen . . .

Der Himmel ist klar und hell – die Rauchwolken der Kamine steigen in schlanken Säulen in die lustig wehende Morgenluft . . .

Mein Haupt ist schwer – meine Augen brennen . . .

Ich öffne das Fenster und sauge voll Inbrunst den frischen Athem des jungen Tages in meinen schwachen, entkräfteten Leib . . .

Eine neue Lebenswelle rinnt durch meine Glieder – wann wird neues, üppiges, verjüngtes, kraftstrotzendes Leben durch den siechen und morschen Leib unserer Litteratur fluthen? . . .

Doch deß bin ich gewiß: die Zeit bricht an – wir stehen schon im Frühroth der großen Bewegung!

Hermann Conradi.      

 

 

 

 

Erstdruck und Druckvorlage

Wilhelm Arent: Aus tiefster Seele. Mit Geleitswort von Hermann Conradi. Berlin: Georg Nauck (Kamlah'sche Buchhandlung) 1885. [PDF]

Hier: S. I-VIII. [PDF]

Die Textwiedergabe erfolgt nach dem ersten Druck (Editionsrichtlinien). Zwei Druckfehler wurden korrigiert (S. III, VI).

 

 

Literatur

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S. I-VIII: Hermann Conradi: Auch eine Einleitung. [PDF]

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URL: https://archive.org/details/gesammelteschrif02conruoft
Bd. 3: Novellen und Skizzen, zeitpsychologische Essays.

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S. 212-219: Gedruckte Schriften Conradis.
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Lyriktheorie » R. Brandmeyer