Karl Bleibtreu

 

 

Andere Zeiten, andere Lieder!

 

Das eigentlich Charakteristische der meisten Produktionen unserer neuesten Litteratur ist der Mangel eines bestimmten individuellen Gepräges. Vom Drama schweige ich; hier hindern die praktischen Verhältnisse der biedern deutschen Possenbühne. Aber auch in der epischen Prosa scheint alles über einen Leisten geschlagen. Ein Thor sollte wähnen, das Originelle und Geniale brauche nur aufzutreten, um erkannt zu werden. Das gerade Gegenteil ist der Fall. Wer z.B. eine große historische Anschauung der Gegenwart oder den kulturhistorischen Gegensatz der Nationalitäten unter sich und ähnliche Hauptprobleme zur Basis genommen hat, wird sehr bald bemerken, daß das alberne Geschrei nach dem "Modernen" und "Realistischen" jedes tieferen Gehaltes entbehrt. Lüstern-sentimentale Banalität, Erotik im Pensionatsstil – das allein will der Lesemob, gleichviel in welchem Gewande; ob assyrisch oder berlinisch, gilt gleich. Ein diabolisches Vergnügen gewährt es zu beobachten, daß selbst in Modefächern wie dem Roman "aus der Antike", einzig das Prestige des Modenamens und die Seichtigkeit des Inhalts entscheidet. Wer z.B. kennt die "Oktavia" von W. Walloth – und doch ist dies der einzige Roman dieser Gattung, in welchem sich ein Dichter und ein Künstler offenbart und originelle Konflikte zur Erscheinung bringt. Mit Mißbehagen die letzten Bücher von "Größen" wie Wildenbruch, Frenzel, Voß durchblätternd, hatte ich hier einmal etwas vor mir, das mir aufrichtige Achtung abnötigte. Aber die "Größen" bleiben Größen und die Reklamelosen bleiben "begabte Anfänger" oder "jüngere Talente" wenn sie auch an Genialität wie Formgebung die wahren Meister sind. Das ist der litterarische Kampf um's Dasein.

Und nun gar erst die Lyrik! Wer kennt die unsterbliche Annette von Droste-Hülshoff! Wer kennt nicht die Backfischlieder und weihevollen Formbegeisterungen des seligen Geibel! Nicht wahr, Majestätsbeleidigung? Nächstens werde ich noch gar die Butzenscheiben-Poesei unseres Julius Wolff antasten! "Meine teueren Hallermünder, o ich kenn' Euch gar zu gut", lacht der Mustertypus eines Originaldichters. Heine mag sich aber im Grabe mit der Thatsache befreunden, daß Platens Geist ihn besiegte – der Geist der "schönen Form", welche die Armut des Inhalts und die Mattigkeit des dichterischen Feuers durch schwungvolle Sprachdrechselung maskiert. "Das sind Platens echte Erben, echtes Platenidenblut", zitiere ich immer so für mich hin, wenn ich einen Neuen "von Gottes Gnaden" wie einen Koloß von Rhodus sich vor mir aufbauschen sehe, der dann auf meine Bitte "Hic Rhodus, hic salta" einen Eiertanz kunstvoller Metren und ein Phrasendrauflosgestürme à la Herwegh produziert. Das Volkslied, auf dem Umweg über Goethe, wird von den meisten kritischen Päpsten als einzig giltige Norm der sogenannten "echten Lyrik" angenommen. Nun, da halte ich mich lieber an Goethe selber, der in diesem Genre doch nie erreicht werden kann. Wozu die Kopien! Neues, Neues – das ist die gebieterische Forderung an jeden schöpferischen Geist. Natürlich gehört aber mehr wahres Verständnis dazu, das Neue zu begreifen und zu würdigen, als in doktrinärer Beschränktheit die schablonenhafte Nachahmungslyrik zu preisen. Dies gilt auch direkt von der sklavischen Schulmeistervergötzung Goethes, der uns absolut als allumfassender Gesetzgeber der Poesie aufgedrängt werden soll. Goethe, dem der Begriff des Dramas und des Dramatischen völlig verschlossen war, der mit Geringschätzung über Heinrich v. Kleist urteilte, konnte in der Lyrik unmöglich etwas anderes, als Naturstimmung und Erotik behandeln. Soll dies etwa für uns darum der Fingerzeig sein, in diesem "ewig weiblichen" Stimmungsgedusel in alle Ewigkeit die wahre Lyrik zu suchen? Sollen wir deshalb das Historische – "das große gewaltige Schicksal, welches den Menschen erhebt, wenn es den Menschen zermalmt" – aus der Lyrik verbannen, weil es Goethe an Sinn dafür gebrach? Sollen z.B. die sozialistischen Arbeiterlieder des [892] "Jungen Deutschland", wie sie in den beiden jüngsthin erschienenen Anthologien "Moderne Dichtercharaktere" und "Bunte Mappe" zu finden sind, darum als nicht zur Poesie gehörig verdammt werden, weil es Goethe beliebte, das Dogma "Ein garstig Lied, pfui ein politisch Lied!" vom Stapel zu lassen?

Und dennoch steht es so. Alles und Jedes wird in Deutschland von dem Standpunkt der sogenannten "sangbaren Lyrik" aus betrachtet, nach jenem Volksliederton bemessen, welcher dem gedankenlosen Drauflosgejuchze unsrer fahrenden Gesellen und kleinen Minnesänger in der Westentasche Thür und Thor öffnet.

Daß Schillers Lyrik als Lyrik betrachtet ungenügend sei, kann nicht bestritten werden. Aber gehört nicht eine viel bedeutendere Geistesanstrengung dazu, diese tiefsinnige Didaktik mit so hinreißendem Schwunge vorzutragen, als zu den allerfeinsten Produkten der Goethe'schen Lyrik? Hier liegt gerade der Punkt. Man will keine Gedanken in der Lyrik, man will nur "Stimmung" und Gefühl. Natürlich rede ich nur von Deutschland, denn die Engländer mit ihrer episch-didaktischen, die Franzosen mit ihrer dramatisch-rhetorischen Anschauung entwickeln ganz entgegengesetzte Prinzipien.

Nehmen wir z.B. ein Gedicht wie "Ueber allen Wipfeln ist Ruh". Ich wage als enragierter Ketzer die Behauptung: Dies Meisterwerk hätte ebensogut, wie dem kosmischen Geiste Goethes, irgend einem mäßigen Durchschnittsdichter gelingen können! Hingegen ist die Möglichkeit ausgeschlossen, daß ein Andrer als ein Genie Verse wie: "Wann der uralte heilige Vater . . ." auf's Papier schleudern könnte. Das ist aber keine "echte Lyrik", sondern Oden-Didaktik. Ach, die "echte Lyrik" ist ja so bequem: Ein wenig Stimmung, ein bischen Reim, und das Meisterwerkchen ist fertig. Das dann vornehm auf die genialsten Ideenergüsse mit der wohlfeilen Phrase herabsieht: "Das ist keine Lyrik von Gottes Gnaden". Mit andern Worten: wo Begriffe fehlen, da stellt die echte Lyrik zur rechten Zeit sich ein.

Der "sangbare" Volksliederton ist dann später von Heine in ein System gebracht, wonach Knappheit erstes Erfordernis und eine Welt von Gefühl und Stimmung in zwei, höchstens vier Strophen niedergelegt werden soll. Dann kam noch Platen mit seiner Forderung des reinen Reims, wonach freilich Goethe und Heine mit ihrer saloppen Reimbehandlung ungenießbar wären. Welche rigorosen Ansprüche man also heut an den Lyriker stellt, ist augenfällig. Er soll schlicht sein wie Goethe, knapp und pointiert wie Heine, formrein wie Platen. Wenn er aber das alles auch vereinte – wäre er darum in höherem Sinn schon ein Dichter? Ich sage nein.

Neues wollen wir haben, in der Lyrik so gut wie anderswo. Wer uns Neues bringt, der soll auch als Lyriker den Vorrang beanspruchen, selbst wenn er gegen die Gesetze der reinen Lyrik hier und da verstößt. Darum ist auch die lyrische Revolution, die soeben durch die oben angeführten Anthologien des jungen Deutschland eingeleitet ist, von entscheidender Wichtigkeit. Sie will dem abgedroschenen nachgepfiffenen Singsang der alten Lyrik, die von den Brosamen Goethe's, Heine's und Scheffels lebt, ein für allemal den Garaus machen. Schmerz und Leidenschaft – diese einzigen und ersten Bedingungen wahrer unmittelbarer Poesie sollen wieder souverän in ihre Rechte treten. Der nichtsnutzige "sangbare Volksliederton", der sich so hübsch "zur Komposition eignet", kann und darf nicht länger in dieser gedankenschwangeren, wilderregten Zeit geduldet werden. Die Lyrik muß den Glacehandschuhen des zünftigen Dilettantismus entrissen werden, sie muß große Ideen und Stoffe behandeln und wäre es auf Kosten der löblichen "Stimmung", die dem "Gemüt" des deutschen Philisters als einzige Poesie erscheint. Ich behaupte es geradezu: Eine so heillose Begriffsverwirrung, ein so geschmackloses Unverständnis wie in der Lyrik existiert momentan in keinem Fach der Poesie. Woher stammt denn die Verachtung, mit welcher oft bedeutende Geister – ich erinnere an Gutzkow's Ausfälle auf Heines "Buch der Lieder" – auf die Lyrik herabschauen? Weil sie sich sagen müssen, daß es unermeßlich viel leichter ist – das bischen Reim- und Sprachtalent vorausgesetzt – ein solches Liedel zu trällern, als ernste tiefe Gedanken auszudrücken.

In allererster Linie muß die Subjektivität entfesselt werden, um die Erstarrung in konventioneller Schablone zu brechen. Die Enge des stofflichen Gesichtskreises wird so durchbrochen werden. Man ziehe vor allem die Geschichte in das Gebiet der echten Lyrik hinein, ohne darum ins Balladeske zu verfallen. Ich meine eine epigrammatisch pointierte Behandlung, sozusagen allegorischen Inhalts trotz realistischer Vortragsweise, wie sie Heine im "Romanzero", Hans Herrig in seinen trefflichen "Mären und Geschichten", und ich in den "Historischen Hieroglyphen" versuchten.

Auch möchte ich eine Seite meines "Lyrischen Tagebuch" als neu bezeichnen und – auf Robert Burns verweisend, der in seinen Naturgedichten gleichsam ein Touristenhandbuch Schottlands bot – vielleicht zur Nachahmung empfehlen. Ich meine, daß man bei Landschaftsbildern nicht an allgemeine vague Vorstellungen, sondern an bestimmte konkrete Momente anknüpfen müsse. "Mondnacht" – bah! "Mondnacht auf dem Müggelsee" – wie anders wirkt dies Zeichen auf mich ein! Dies ist, was ich den Realismus in der Lyrik nenne. Sogar in erotischer Lyrik sollte man sich nicht von den Sternen Wolkenkukuksheims, sondern von den elektrischen Laternen der Leipziger Straße beleuchten lassen.

Auf die berühmte "Knappheit", mit der unsere Bratenbarden prunken, kommt es auch nicht an. Ein Gedicht von drei Seiten kann bei Lichte besehen knapper sein, als ein Liedel von drei Strophen. Denn das Liedel hat meist gar keinen nennenswerten Inhalt und wäre, wenn man einmal am Streichen ist, am liebsten ganz zu streichen!

Ich schließe hier diese Andeutungen über die neue Lyrik. Meine Geringschätzung des grassierenden "schlichten" Volksliedertons wird noch durch eine besondere litterarhistorische Thatsache verstärkt. Der größte Lyriker aller Zeiten, das eigentliche lyrische Urgenie, ist nämlich für mich unzweifelhaft Robert Burns. Dieses Genie war so originell, [893] so umfassend und zugleich aus dem Momentanen, Persönlichen, Zeitlichen zum Allgemeinen und Ewigen emporgerichtet, daß selbst seine sozialen und politischen Gedichte noch heute dieselbe Bedeutung haben wie ehedem. Nun, dieser Bauernbarde, der sogar teilweise im Dialekt schrieb, brauchte sich den minnerlichen Volkslied-Singsang gar nicht künstlich anzuquälen, denn als Landmann war ihm dieser Ton geläufig, und was sich Goethe reflektiv erringen mußte, besaß dieser große Volksdichter von Natur. Nun sind seine sämtlichen kleinen Lieder – jenes Genre, was man die echte Lyrik zu nennen pflegt – von einer Zartheit und Schönheit, die Goethen weit überholt, zugleich aber von einer Vielseitigkeit und Reichhaltigkeit sondergleichen. Satirische oder epische Genrebilder, historische Erinnerungen – darunter das Nationallied der Schotten "Bruce bei Bannocburn" – umgeben die bloßen Stimmungs- und Liebesgedichte. Niemals würde ich Burns eine so hohe Stufe als Dichter zuweisen können, wenn er bloß, wie Goethe, Stimmungspoesie geleistet hätte. Nein, daß dieser größte und einzige echte Volksdichter den Volksliederton dazu benutzte, die herrliche Marseillaise freien Menschentums "Is there for honest poverty" zu schaffen – "ein garstig Lied", nicht wahr, allwissender Goethe? – und in dem grandiosen Zyklus "Die lustigen Bettler" der Welt seine Verachtung der konventionellen Gesellschaftsordnung ins Gesicht schleuderte, ohne seine Genialität durch Pathos zu belasten, das erhebt ihn so hoch über alle Lyriker. Hätte er hundertmal seine künstlerisch viel vollendeteren Liebeslieder geschrieben, er wäre mir wahrlich nicht der Walther von der Vogelweide der Neuzeit, wie denn auch dieser Minnesänger par excellence sich streitbar ins politische Getümmel stürzte. Burns ist größer wie Goethe der Lyriker, weil er vielseitiger, schmerzvoller und leidenschaftlicher ist. Mit Minnegesäusel und Naturelegie wird man nur ein halber Dichter und auch nur ein halber Lyriker. Neues, Neues, den Zeitgeist Berührendes – und vor allem Ideen! So! Den Kopf wird's ja nicht kosten! "Weil ihr mich denn des Lebens habt versichert, so will ich euch die Wahrheit gründlich sagen." (Tell). Amen.

 

 

 

 

Erstdruck und Druckvorlage

Die Gesellschaft. Realistische Wochenschrift für Litteratur, Kunst und öffentliches Leben.
1885, Nr. 47, 21. November, S. 891-893. [PDF]

Die Textwiedergabe erfolgt nach dem ersten Druck (Editionsrichtlinien).

 

 

Zeitschriften-Repertorien

 

Besprochene Gedichtbände

 

 

Literatur

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Edition
Lyriktheorie » R. Brandmeyer