Hermann Bahr

 

 

Die Moderne.

 

Und ich wanderte durch die sandige Ebene des Nordens. Und ich klomm nach dem ewigen Eise der Alpen. Und aus der großen Stadt floh ich in die Wüste pyrenäischer Schneefelder und ich irrte am Meere, wo sich die Flut bäumt. Und überall war nur Klage und Noth, schrill und herzzerreißend. Und nirgends war weder Trost noch Rath, hoffnungslos.

In die Bücher bin ich getaucht, was die Weisen verkündigen, und an den Herzen habe ich gehorcht, was die Sehnsucht schlägt. Ueberall habe ich gefragt, mit dieser bebenden, hungrigen Begierde. Und nirgends war Antwort.

Es geht eine wilde Pein durch diese Zeit und der Schmerz ist nicht mehr erträglich. Der Schrei nach dem Heiland ist gemein und Gekreuzigte sind überall. Ist es das große Sterben das über die Welt gekommen?

Es kann sein, dass wir am Ende sind, am Tode der erschöpften Menschheit, und das sind nur die letzten Krämpfe. Es kann sein, dass wir am Anfange sind, an der Geburt einer neuen Menschheit, und das sind nur die Lawinen des Frühlings. Wir steigen ins Göttliche oder wir stürzen, stürzen in Nacht und Vernichtung – aber Bleiben ist keines.

Dass aus dem Leide das Heil kommen wird und die Gnade aus der Verzweiflung, dass es tagen wird nach dieser entsetzlichen Finsternis und dass die Kunst einkehren wird bei den Menschen – an diese Auferstehung, glorreich und selig, das ist der Glaube der Moderne.

Ja, es ist ein Glaube, ein demüthiger, unversicherter Glaube, ohne Bürgschaft.

Man kann sagen: es ist das Ende. Morgen bricht die Welt. Lasset uns genießen, in Rausch und Wollust, vor der Sintflut!

Ja, wir sind wehrlos in unserer einfältigen Sehnsucht gegen den Witz der Klugen.

Wir haben keinen Beweis und keine Botschaft als nur das Versprechen des Gottes in unserer Brust. Wen er ausgewählt hat, der ist mit uns. Die Feinde können wir nur mitleidig tödten.

Wir haben keine andere Wissenschaft als dass kein Leben ist außer dem Glauben. Wir gehorchen ihm aus Trotz gegen den Mord. Wir machen diese sehr einfache Probe: wenn wir [14] den Hahn nicht zu senken und die Phiole nicht zu leeren vermögen, trotz alledem, dann muss die Wahrheit sein in ihm.

Die Moderne ist nur in unserem Wunsche und sie ist draußen überall, außer uns. Sie ist nicht in unserem Geiste. Sondern das ist die Qual und die Krankheit des Jahrhunderts, die fieberische und schnaubende, dass das Leben dem Geiste entronnen ist. Das Leben hat sich gewandelt, bis in den letzten Grund, und wandelt sich immer noch aufs neue, alle Tage, rastlos und unstät. Aber der Geist blieb alt und starr und regte sich nicht und bewegte sich nicht und nun leidet er hilflos, weil er einsam ist und verlassen vom Leben.

Darum haben wir die Einheit verloren und sind in die Lüge gerathen. In uns wuchert die Vergangenheit noch immer und um uns wächst die Zukunft. Da kann kein Friede sein, sondern nur Hass und Zwietracht, feindselig und voll Gewaltthat.

Der Körper fehdet wider den Geist, der Körper der neuen Gesellschaft seit hundert Jahren. Er hat Triebe gezeugt und Wünsche, ungekannt zuvor und unverstanden noch heute, weil der Geist gering blieb, geduckt und krüppelig. Es ist nicht der neue Leib, der uns schmerzt, sondern dass wir seinen Geist noch nicht haben.

Wir wollen wahr werden. Wir wollen gehorchen dem äußeren Gebote und der inneren Sehnsucht. Wir wollen werden, was unsere Umwelt geworden. Wir wollen die faule Vergangenheit von uns abschütteln, die, lange verblüht, unsere Seele in fahlem Laube erstickt. Gegenwart wollen wir sein.

Die Vergangenheit war groß, oft lieblich. Wir wollen ihr feierliche Grabreden halten. Aber wenn der König bestattet ist, dann lebe der andere König!

Wir wollen die Fenster weit öffnen, dass die Sonne zu uns komme, die blühende Sonne des jungen Mai. Wir wollen alle Sinne und Nerven aufthun, gierig, und lauschen und lauschen. Und mit Jubel und Ehrfurcht wollen wir das Licht grüßen, das zur Herrschaft einzieht in die ausgeräumten Hallen.

Es ist nicht wahr, dass es große Thaten braucht und einen gewaltigen Messias. Es braucht nur schlichte und einfältige Liebe zur Wahrheit. Nur der hochmüthige Stolz werde gejätet, der mit Verstand den Sinnen widerstehen will.

Draußen, in dem Gewordenen von heute ist die Erlösung. Innen, in dem Ueberlieferten von gestern, ist der Fluch. Wir wollen wallfahrten aus der engen, dumpfen Klause nach den hellen, weiten Höhen, wo die Vögel singen, Pilgrime der Sinne.

Ja, nur den Sinnen wollen wir uns vertrauen, was sie verkündigen und befehlen. Sie sind die Boten von draußen, wo in der Wahrheit das Glück ist. Ihnen wollen wir dienen.

Jeden Wunsch, in dem sie sich leise regen, wollen wir verzeichnen. Jede Antwort, die sie der Welt geben auf jedes Ereignis, wollen wir lernen. Jeden Ton wollen wir behalten.

Bis der neue Geist wird, in welchem der alte vernichtet und nur die Wirklichkeit ist. Bis dieser fremde Leib, dieser ungeheure Riesenleib, der da draußen ächzt und stöhnt, seine Seele in uns geformt, ungeheuer und unermesslich, ins gigantische gleich ihm. Bis die Lüge in uns, das Anderssein, anders als der Dampf und das Elektrische, erwürgt ist.

Wir haben nichts als das Außen zum Innen zu machen, dass wir nicht länger Fremdlinge sind, sondern Eigenthum erwerben. Aber wir müssen uns reinigen zuvor, für die künftige Einwanderung, reinigen von den Tyrannen. Es darf keine alte Meinung in uns bleiben, kein Betrug der Schule, kein Gerücht, das nicht Gefühl ist. Es muss ausgeholzt werden, dass der Morgenwind der Freiheit durchstreichen kann, der die Saat her weht. Die Axt muss mörderisch übers Gestrüpp.

Dieses ist die große Sorge, die Noth thut, dass wir uns den Trümmerschutt der Ueberlieferung aus der Seele schaffen und rastlos den Geist aufwühlen, mit grimmen Streichen, bis alle Spur der Vergangenheit vertilgt ist. Leer müssen wir werden, leer von aller Lehre, von allem Glauben, von aller Wissenschaft der Väter, ganz leer. Dann können wir uns füllen.

[15] Aber der Segen, der uns erfüllen wird, kommt von außen, ein Geschenk des Lebens. Wir brauchen uns nur zu öffnen. Wenn wir ihm nur unseren Schooß in liebender Hingebung gewähren, dann keimt die Frucht.

Wir sollen nicht ringen und leiden in's Unmögliche. Demüthig sollen wir uns bescheiden mit der Wahrheit neben uns. Sie ist da, draußen; wir wollen sie einführen in die Seele – der Einzug des auswärtigen Lebens in den inneren Geist, das ist die neue Kunst.

Aber dreifach ist die Wahrheit, dreifach das Leben, und dreifach darum ist der Beruf der neuen Kunst. Eine Wahrheit ist der Körper, eine Wahrheit in den Gefühlen, eine Wahrheit in den Gedanken. Die Körper wollen wir schauen, die einzelnen und die ganzen, in denen die Menschheit lebt, wollen forschen, welchen Gesetzen sie gehorchen, welche Schicksale sie erfahren, von welchen Geburten, nach welchen Toden sie wandern, wollen es aufzeichnen, wie es ist. Die Gefühle wollen wir suchen, in unserer Brust und in den fremden, welche nur irgendwo seufzen, träumen oder schnauben, wollen sie in Retorten setzen, in Dampf gehitzt und wieder erkältet, mit anderen gebunden und vermischt, in ihre Gase zerkocht, wollen es anmerken, wie sie sind. Und wenn dann die Zeichen und Marken in den Gehirnen wandeln, sich begegnen und umarmen, zu Reihen gesellen und in Reigen verschlingen, wenn die in die Seelen getretene Wahrheit sich ins Seelische verwandelt, die seelischen Sprachen annimmt und deutliche Symbole schafft, wenn endlich alles Außen ganz Innen geworden und dieser neue Mensch ein vollkommenes Gleichnis der neuen Natur ist, wieder ein Ebenbild der Gottheit nach so langer Entstellung, diesen neuen Geist wollen wir dann aussagen, was er für Meinungen und Befehle hat.

Wir haben keine großen Worte und Wunder sind uns versagt. Wir können kein Himmelreich versprechen. Wir wollen nur, dass das Lügen aufhöre, das tägliche Lügen, in den Schulen, von den Kanzeln, auf den Thronen, welches hässlich und schlecht ist.

Wir haben kein anders Gesetz als die Wahrheit, wie jeder sie empfindet. Der dienen wir. Wir können nichts dafür, wenn sie rauh und gewaltthätig ist und oft höhnisch und grausam. Wir sind ihr nur gehorsam, was sie verlange. Manchmal verwundert es uns selbst und schreckt uns, wir können uns aber nicht helfen.

Dieses wird die neue Kunst sein, welches wir so schaffen. Und es wird die neue Religion sein. Denn Kunst, Wissenschaft und Religion sind dasselbe. Es ist immer nur die Zeit, jedesmal in einen anderen Teig geknetet.

Vielleicht betrügen wir uns. Vielleicht ist es nur Wahn, dass die Zeit sich erneut hat. Vielleicht ist es nur der letzte Krampf, das überall stöhnende, der letzte Krampf vor Erstarrung in das Nichts.

Aber wenigstens wäre es ein frommer Betrug, weil er das Sterben leicht macht.

Oder ist es die Völlerei, die wir wählen sollen, und die Unzucht, zur Betäubung?

 

 

 

 

Erstdruck und Druckvorlage

Moderne Dichtung. Monatsschrift für Literatur und Kritik.
Jg. 1, 1890, Bd. 1, Heft 1, 1. Januar.
URL: http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/16212

Hier: S. 13-15. [PDF]

Die Textwiedergabe erfolgt nach dem ersten Druck (Editionsrichtlinien). Wechselnde Schreibung: "dass" (überwiegend) / "daß" vereinheitlicht zu: "dass".

 

 

Zeitschriften-Repertorien

 

Aufgenommen in

 

Kommentierte Ausgaben

 

 

Literatur

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Lyriktheorie » R. Brandmeyer