Otto Julius Bierbaum

 

 

[Rezension]

 

Liliencrons Gedichte.

 

Eine "Rezension" über dieses Buch schreiben? Ebenso gut könnte man von mir verlangen, daß ich den Rundblick vom Rigi, oder ein Gewitter, oder ein paar schöne Mädchenaugen, oder Kinderlachen, oder Thränen "kritisieren" soll. Nein, dieses Buch läßt sich für mich ebensowenig "rezensieren", wie die Natur. So will ich denn im folgenden auch keine Kritik, sondern nur Stimmungen geben, die ich dieser herrlichen Gabe Liliencrons [577] aus dem heißen Mai von 1889 verdanke. Oh, ich weiß einige, die gar strenge und ein wenig mitleidig den Mund ob dieser Worte zusammenziehen und bei sich denken: "Kritikloser Enthusiast"! – ich gönne ihnen ihr Mienenspiel und die schwere Weisheitstracht ihrer "wahrhaften" Kritik; mögen sie glücklich sein mit ihrem eminent strengen Qualitäten und Kritiknachholen, was ich enthusiastisch verabsäumt, – ich bin unterdessen froh meines Genusses und meines herzlichen Dankes, der mich diesem herrlichen Dichter gegenüber ganz erfüllt. – Aber ein anderes Gefühl geht aus diesem hervor: ich möchte gerne, daß recht viele derselben innigen und erhebenden Freude in Wahrheit, Schönheit und Kraft, kurz: echtester Poesie teilhaftig werden. Zu diesem Zwecke recht eigentlich diese Zeilen. Da muß ich mich denn eigentlich fragen: Ist es den Lesern der "Gesellschaft" gegenüber denn überhaupt noch nötig, auch nur ein Wort von all dem Schönen Liliencronscher Poesie zu sagen? Von diesen Blättern hat uns alle ja so oft der kräftige, frische, würzige Duft dieser köstlichen Mannheitsdichtung angeweht; alle Freunde dieser Zeitschrift wissen aus schöner Erfahrung, daß der Name des Dichters Liliencron sichere Hoffnung auf edlen anhaltenden Genuß gewährt. – Hier nun eine ganze Sammlung unter dem leuchtenden Zeichen dieses Namens. Ein ganzes Buch voll jener Gedichte, die uns Geist und Herz klärend erfrischen, uns mit einem Vollgefühl kraftvoll-männlichen edlen Menschentums erfüllen, die uns mit der Macht pflichttreuer Wahrheitspoesie hinaufziehen in die reine, frohe Empfindung der lebendigen Nähe einer gütigen, kräftigen, schönheitsvollen Mannesseele. Diesem Dichter kommen wir nahe und je näher wir ihm kommen, um so mehr müssen wir ihn lieben. Das ist es, was ihn auszeichnet, wie unter den prosaistischen Realisten M. G. Conrad. Andere bewundern wir; wir stehen vor ihren Werken wie vor gewaltigen Monumentalbauten menschlichen Geistes, aber diesen Dichter gewinnen wir, ohne seine Perlen zu kennen, geradezu persönlich lieb. Mancher, und wohl auch manche, mag gewünscht haben, ihm voll innigen Dankes einmal die Hand zu drücken. – Er ist also nicht groß, gewaltig? Man lese die "Sündenburg", "Wasserschwertlilie", "Unsichtbarer Anmarsch", alles, was in dem Teile, "In willkürlicher Betonung" steht und noch manches andere, und man wird fühlen, bis zu welcher Höhe und Gewalt genialer Ins-Bild-Fassung dieser Dichter fähig ist. Aber seine Größe ist nicht kalt, erdrückend. Güte ist ein Hauptwesenszug seines Geistes. –

Mir geht es bei seinen Gedichten, wie dem wartenden Mädchen in der "Sehnsucht durch den Tag"!

"Erzählt er Geschichten, hör' ich ihm zu,
Als säß ich in Himmel und Himmelsruh." –

[578] Da rauscht das ganze Leben an dem Hörer vorbei im bunten Wechsel. Bald fließt es in breitem, ruhigem Strome, bald schäumend, jagend, in überstürztem Tosen. Schmerz und Seligkeit klingen im Lied vorüber; ehrlicher Haß und mannhafter Zorn rufen mit lauter Stimme dazwischen; neben herzlichem Lachen fröhlich-gemütsreichen Humors steht in schweigendem Kampfe Gram und Sorge; goldene Sonnenblicke streut überall hin das glückselige Lächeln einer heldennatürlichen Liebe. Bald blicken wir in klare, sonnenscheingetränkte Tageslandschaft oder in den webenden Wirklichkeitszauber der Nacht, bald überschwebt uns in verschwommenen Schimmern eine tiefempfundene Phantasie voll geheimnisvollen Märchenzaubers, aber durch alles: durch Lust und Leid, Liebe und Haß, Belebtes und Lebloses, Wirklichkeit und Phantasie klingt vornehmlich stark hindurch, der warme Herzschlag dieses reichen Schöpfers, des mit seiner ganzen Liebe in Allem gegenwärtigen Poeten. –

"Mit Trommeln und Pfeifen" beginnt die Sammlung, – Motive aus dem Soldatenleben. Hier ist dem modernen Militarismus, der mit seiner notwendigen Erlösung des Einzelwillens, seinem starren Rangzwang just so unkünstlerisch-poesielos ist wie ein Backstein-Kasernenbau, erstaunlich viel Poesie abgewonnen. Es gehört ein Dichter wie Liliencon dazu, dies schier Unmögliche möglich zu machen, vorzüglich dieses Dichters Humor ("Die Musik kommt"), sein tief und warmfühlendes Mannesherz ("Der Zapfenstreich", "Unter den Linden") und jene "Feinste Künstlerhand", die an ein schnelles Begebnis, das mit wunderbarer Deutlichkeit gezeichnet wird, eine quellende Folge von Gedanken und Gefühlen zu knüpfen weiß, wie es überaus schön geschieht in dem "Rückblick", einem Musterstücke inhaltreicher, lebensvoller realistischer Lyrik. Ja, realistische Lyrik, – wer da noch mit dem Worte "Realismus" kämpft, der möge in diesem Dichterbuch schauen, was es bedeutet: rechte Liebe zum Wirklichen, inniges, gesundes Naturgefühl, unbeeinflußt von irgend welchem angelernten Schönheitszwang, und doch gerade darum lebend und atmend und geradezu schwelgend in jener echten Schönheit, die für kräftige, volle Geister dem lebendigen Sein entsprießt.

"Natur, wie ich dich liebe,
Immer liebe, immergleich liebe,
Wie auch dein Antlitz sich mir zeigt . . ."

So muß auch der gesunde Geist diesen Dichter "immer lieben, immer gleich lieben", denn es ist eben Natur und Wahrheit, die er uns zeigt, wie es so wenige können. Was sind soviele unserer "Dichter"? Reim-Gecken, selbstgefällige Schauspielnaturen, die sich auf das Podium der sogenannten [579] "höheren" Sprache stellen, um uns etwas vorzudeklamieren. Bald schwenken sie die Arme, bald rollen sie die Augen, bald lächeln sie süß, und immer, immer ist die Hauptsache bei ihrem "Singen" das angelernte, angeerbte Geklimper, welches bei einiger Mühe jeder halbwegs beanlagte Gymnasiast auch zu stande brächte. Ja, der Karlchen Mießnicks giebt es eine Legion unter unsern Lyrikern, und es sind "Namen" darunter! – Hier, bei diesem Buche Liliencrons, die schon bei seinen "Adjutantenritten" und der köstlichen Sammlung "Eine Sommerschlacht (–, welche jubelnde Posaunenstöße unserer Kritik hervorgerufen haben würde, stünde statt Liliencron Turgenjew auf dem Titelblatte) fällt uns der Satz des alten Pascal aus den "pensées diverses" ein: Quand on voit le style naturel, on est tout étonné et voit ravi; car on s'attendoit de voir un auteur et on trouve un homme. Ein Mensch, das ist's, und zwar ein herrlicher Vollmensch, begabt mit jener naiven Künstlernatur, die den lauteren Takt des Schönen in sich selbst vernimmt: ein Dichter kurz und gut, d.h. ein Dichter, bei dem man dieses Wort einmal nicht in Anführungsstriche zu setzen braucht. Und ein Dichter heutiger Zeit muß notwendig ein Realist sein, will sagen ein Künstler, der im Wirklichen das Poetische empfindet. Tausende und abermals Tausende hasten an dieser Wirklichkeitspoesie vorüber. Wessen Sinn lediglich nach Kassenscheinen steht, dem ist der Blick blind für das Schöne, das verborgen im tosenden Leben blüht, das im eigenen Herzen unter Schutt und Schmutz vergraben liegt. Der Poet aber schaut es und sein Herz wird weit und schlägt warm, sobald er es schaut, und es drängt ihn mit zwingender Gewalt, den schönheitsblinden Mitmenschen die wundersame Nähe des Schönen zu offenbaren. Das ist dann freilich nicht mehr jene kalte, abstrakte Schönheit, die man sich ehedem künstlich zurechtmacht als Ersatz für das, wie man meinte, schönheitsleere Leben, sondern just dieses Leben selbst mit seinen nur von Sonntagskindern klar erschauten Sonnenblicken der Schönheit. Nicht die leere, platte Wirklichkeit ist es, die der dichterische Naturalist ins Bild faßt, denn diese Wirklichkeit ist ja durch das Gemüt des Poeten gegangen, ehe sie zum Kunstwerk erhoben wurde. Wessen Gemüt krank ist und krüppelhaft, zu schwach zur heißliebenden Umfassung dieses Lebens, – der mag darum ferne bleiben vom Dienst des Schönen, denn er wird sicherlich ein krankes, krüppelhaftes, schwaches, falsches Bild der Welt produzieren. Und das ist es eben, was unsern Liliencron zu einem Dichter im großen Sinne des Wortes gemacht hat: sein Gemüt. Dieses Gemüt hat Raum für eine Welt, und die Kunst dieses großen Dichters hat Kraft genug, um diese ganze Welt, wie sie umschlossen wurde von diesem herrlichen Gemüte, ins Bild zu fassen. Was Feuerbach, der Maler, einmal [580] von sich sagt: "Gottlob, ich habe ein paar helle Augen im Kopf, die unmittelbar ins Herz führen" – das wäre auch ein Wort, das unser erster lyrischer Realist auf sich anwenden dürfte. Klar und mit Liebe ist alles bei ihm geschaut und unmittelbar ins Herz gelangt. Ebenso unmittelbar quillt es aber auch im Liede aus ihm hervor. Dieser klare, scharfe Blick und diese klare, feste Fassung erinnert häufig an eine Dichterin, die weltberühmt wäre, hätte sie nicht für Germaniens Banausen gedichtet, an die große Anette von Droste-Hülshoff. Auch die Hineinmengung spukhafter Elemente, wie im "Tod", "Sommernacht", "Blumenmädchen", gemahnt an diese größeste aller Dichterinnen. Überhaupt wird man bei Liliencron, trotz seiner strengen Eigenart, häufig an andere erinnert, die wie er Natur und Schönheit in Einem empfanden, – an das Volkslied ("Am Waldesausgang"), an den alten, prächtigen G. A. Bürger ("In einem Frühlingsgarten"), an Petöfy ("An wen?" – "Wunderbarer Schwung der Liebe!"), an Storm, an Goethe, und, merkwürdig häufig, an jenen Großmeister einer anderen Kunst: an Arnold Böcklin. "Die Sündenburg", dieses Gedicht voll grandioser Phantasie, dabei gedankenmächtig und bei allem rein innerlich Geschauten durch und durch realistisch, ist geradezu ein Böcklinsches Gemälde in Worten. Ebenso klingt der Grundton jener Tonmeister, die des Dichters feiner Künstlersinn am meisten bevorzugt, *) häufig aus seinen Liedern heraus.

Da es ein Mann ist, der uns diese Gedichte geschenkt, so versteht es sich von selbst, daß wir auch eine Gesinnung in diesen Gedichten finden. Ich möchte nicht gerne mißverstanden sein, wenn ich hier sage Mann, so meine ich es in dem Ausnahmsfalle, wo wir, wie oben bei dem Worte Dichter, diesen Ehrennamen nicht durch "Gänsefüßchen" zu eskortieren brauchen. Denn, rein geschlechtlich betrachtet, gehört ja ein gewisser Teil der Klimpergeisterchen auch zum genus masculinum, aber ist es nicht gerade eine Art eunuchischen Wesenshauches, die uns aus den Gedichten dieser Männchen anweht? Sie lieben wie Verschnittene – man schwach; sie hassen wie Verschnittene – boshaft. Und hat man bei ihnen jemals "Gesinnung" (unwillkürlich kommen in diesem Zusammenhange die Gänsefüßchen zu diesem Worte) wahrgenommen? Nein, um einen groben Ausdruck des jugendlichen Schiller zu gebrauchen: daß diese Lyrikerchen Männer seien, an ihrer Leyer hat man es nimmer "gerochen". – Daß man von einem Lyriker keine Gesinnung verlangt, die sich genau in das Programm einer politischen Partei einpaßt, nach Art jener Dichter, die nach einem Lorbeer der Partei strebten [581] und deren letzter Ausläufer Albert Träger ist, daß man nicht verlangt, ein Lyriker solle Parteitendenzen in Verse kleiden, versteht sich für jeden, der eine Ahnung von Poesie hat, von selbst. Aber weil der Mann kein voller Mann wäre, dessen Geist und Herz sich nicht offen und fest zu einer Mannesmeinung bekannte, so müssen wir wohl von einem rechten Lyriker verlangen, daß offene, feste Mannesmeinung auch aus seinen Liedern klinge. Welcher Richtung diese sei – gleichviel, nur soll sie klar, deutlich, mutig ausgesprochen werden. Nicht schöner und kräftiger kann dies geschehen, als in dem prachtvoll mannhaften Gedichte "Cincinnatus":

Meinen Jungen im Arm, in der Faust den Pflug,
Und ein fröhlich Herz, und das ist genug.
Frei will ich sein.
. . . . . . . .
. . . . . . . .
Bietet der Staat mir Würden und Amt,
Und trüg' er mirs an auch auf purpurnem Samt,
Ich winke den Bringern, und lache dem Tand,
Und wehre sie ab mit verneinender Hand.
. . . . . . . .
. . . . . . . .
Fort da, ihr Narren, und laßt mich in Ruh,
Und dröhnend warf ich mein Hofthor zu . . .
. . . . . . . .
. . . . . . . .
Doch ruft mich der Kaiser in Not und Gefahr,
Ich entstürze dem Haus mit gesträubtem Haar
. . . . . . . .
. . . . . . . .
Muß das Vaterland drangvoll die Sturmflaggen hissen,
Ho heida! die Klinge der Scheide entrissen.
. . . . . . . .
. . . . . . . .
Meinen Jungen im Arm, in der Faust den Pflug,
Und ein fröhlich Herz, und das ist genug.
Frei will ich sein! –

Aufs Edelste vereint sich hier, wie in allen ähnlichen Gedichten Liliencrons freier bürgerlicher mit soldatischem Geist. Hier ist herzensechter, flammender Patriotismus und mannhaft mutige Freiheitsliebe. Aus diesem wahrhaft adeligen Herzen sind die Gespenster der alten Lügen fröhlich verjagt, die in, ach wie vielen! Standesgenossen des Dichters ihr klägliches Spukwerk noch immer treiben und sich selbst auf die Gasse wagen in kluger Erkenntnis heutiger Erbärmlichkeit. Lustiger ist das gegen den heiligen [582] Geist des Fortschritts protestierende Blechrittertum kaum jemals verspottet worden, als in dem Gedichte dieses Barons: die neue Eisenbahn:

Der Schädel schreit: "Ich bin Ambassadeur,
Ich bin Baron und ich vermittelte
Den Frieden zwischen Dänemark und Holland."
Das hilft ihm alles nichts. Ihn überschreit
Der erste Pfiff der neuen Eisenbahn. –

Auch auf dem Gebiete, auf welchem es bekanntlich im Reiche der Dichter und Denker fast noch gefährlicher ist, seine Meinung zu sagen, als auf dem Gebiete der Politik, – auch auf dem Gebiete der Litteratur hat dieser Dichter die unkluge Kühnheit, seine Gesinnung zu offenbaren. Dies geschieht in dem köstlichen Teile "Aus der Zunft" und in einzelnen Widmungsgedichten. Hätte Liliencron das Gedicht an M. G. Conrad z.B. weggelassen mit dem zuversichtlichen Schluß:

Die kleine Schar geleitest Du
Allendlich doch zum Sieg, –

ich bin sicher, daß ihm das bei gar manchem Rezensenten sehr nützlich gewesen wäre. Freilich hätte er dann auch Nr. II von "Über ein Knickthor gelehnt" weglassen müssen, jenen Teil, der (wie pietätlos, unfein!) mit dem Verse beginnt

"Goethe, du Prachtkerl"

und welcher diejenigen, welche eben dieser Prachtkerl "Hunde" genannt hat, noch etwas genauer kennzeichnet

"In ihrer geheuchelten Tugend,
In ihren gräßlichen Mathematikherzen,
In ihrer skatledernen Dürftigkeit." –

Nein unrettbar ist er verloren, dieser unpraktische wahrhaftige Dichter, wenn es nur auf die "beschränkten, hämischen Heuler" unserer "Kritik" will sagen: Reklame, ankäme. Aber, wir dürfen es mit zuversicht hoffen und sagen, – dieser Erste unserer realistischen Lyriker, dieser größeste unter allen deutschen Lyrikern unserer Zeit wird seinen Weg ins Volk machen trotzalledem, sicherlich zum wenigsten in alle wahren, freien, schönheitsempfänglichen Herzen. Und auch die bewundernde Schätzung der späteren wird ihm nicht fehlen: schreitet er doch als der feste und bedeutsamste in seinem Dichtungsgebiet auf den Pfaden jener neuen, zukunftsmächtigen Wirklichkeitspoesie.

 

 

[Fußnote, S. 580]

*) S. seine kurze Selbstbiographie in Heft 3 Jahrgang 1887 der "Gesellschaft".   zurück

 

 

 

 

Erstdruck und Druckvorlage

Die Gesellschaft. Monatsschrift für Litteratur und Kunst.
1890, April, S. 576-582. [PDF]

Die Textwiedergabe erfolgt nach dem ersten Druck (Editionsrichtlinien).

 

 

Zeitschriften-Repertorien

 

Das besprochene Werk

 

 

Literatur

[Anonym]: Detlev von Liliencrons Gedichte. In: Die Grenzboten. Zeitschrift für Politik, Litteratur und Kunst. Jg. 48, 1889, 3. Vj., S. 604-612. [PDF]

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Bierbaum, Otto J.: Der Bunte Vogel von 1899. Ein Kalenderbuch. Berlin und Leipzig: Schuster & Loeffler 1898.
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Möbius, Martin [= Otto J. Bierbaum]: Steckbriefe erlassen hinter dreißig literarischen Uebelthätern gemeingefährlicher Natur. Berlin u. Leipzig 1900.
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Bierbaum, Otto J.: Einige Bemerkungen zur neuesten deutschen Lyrik. In: Die Insel. Jg. 1, 1899/1900, 3. Quartal, Nr. 9, Juni 1900, S. 378-386. [PDF]

Bierbaum, Otto J.: Ein Brief an eine Dame anstatt einer Vorrede. In: Deutsche Chansons (Brettl-Lieder) von Bierbaum, Dehmel, Falke, Finckh, Heymel, Holz, Liliencron, Schröder, Wedekind, Wolzogen. Mit den Porträts der Dichter und einer Einleitung von O. J. Bierbaum. Erstes bis drittes Tausend. Berlin u. Leipzig: Schuster & Löffler, Weihnachten 1900, S. V-XVI. [PDF]
URL: https://archive.org/details/deutschechanson00bier [Siebentes bis zehntes Tausend]

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Die Ausgabe war geplant auf 10 Bände; es erschienen aber nur die Bände 1-7.



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Lyriktheorie » R. Brandmeyer