Ernst Stadler

 

 

Die neue französische Lyrik.

 

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Literatur

Deutschsprachige Anthologien französischer Lyrik (1907 – 1913)

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Texte zur George-Rezeption

 

Vor Bizets Carmen entdeckte Nietzsche, was seine geheimste Sehnsucht an dem Genie Wagners vermisste: Feuer und Helle des Südens, Tragik ohne Dumpfheit, Leidenschaft ohne Pathetik, Leichtigkeit, Klarheit, Präzision. Die Musik des französischen Meisters schien ihm wie eine Erlösung von der deutschen Formlosigkeit, von dem ewig Sehnsüchtigen, [167] von der unbegrenzten Fülle, "vom feuchten Norden, von allem Wasserdampf des Wagnerschen Ideals". Von der Stunde ab begann er Wagner zu bekämpfen. Sprach aus ihm der Instinktwiderwille des südlichen Menschen gegen die fliessende Nebelhaftigkeit der nördlichen Zonen oder nicht vielmehr die ewige Sehnsucht des Nordmenschen nach südlicher Klarheit, das Leiden am eigenen Selbst, die selbstquälerische Härte gegen die geheimsten und geliebtesten Verführungen der Seele?

Immer war im deutschen Geiste, und dort am stärksten, wo er sich am reinsten offenbarte, der Trieb mächtig, über die eigenen Grenzen hinauszustreben, das ihm Versagte zu ergreifen, in seinem Gegensatz sich von sich selbst zu erlösen. Nur mangelhafte Psychologie oder Gehässigkeit wird das, was Goethes, Hölderlins, Schopenhauers, Nietzsches anklägerische Liebe dem deutschen Geiste vorgeworfen haben, zu gültiger Wahrheit ummünzen wollen und zu billiger Argumentation ausnutzen. Es waren die besten Deutschen, die am tiefsten diese Unbefriedigung, diesen Drang über sich selbst hinaus in sich getragen haben. Es gibt keinen deutscheren Zug, keinen, der so repräsentativ, so tiefverwurzelt, so unzerstörbar wäre wie dieses Verlangen nach der reinen Klassizität südlicher Kulturen. Diese Sehnsucht aus der schweifenden Grenzenlosigkeit nach dem Gleichmaass eines festen, umzirkten Besitzes. Aus dem Schrankenlosen, Ungefesselten nach Maass und Bindung. Aus dem Musikalischen nach dem Bildnerischen, Formenhaften. Nietzsches Erstlingswerk, das die Geburt der Tragödie aus dem Urtrieb des dionysischen Menschen nach apollinischer Verklärung entwickelte, hat nur ein tiefstes Wesensmerkmal des deutschen Geistes zum Prinzip einer Kunstentfaltung erhoben. Dieser tragische Kampf, tragisch, weil ewig unbefriedigt, unvollendet, erweckt und befreit die schöpferischen Kräfte. Die Erlösung des romantischen Triebes durch die in sich selbst selige Schönheit wird fruchtbar eben dadurch, dass sie niemals Erfüllung, Dauer, Gegenwart werden kann, dass sie immer ungestillte, unstillbare Sehnsucht bleiben muss, bestimmt, sich selber zu zerstören, um phönixhaft aufs neue aus der eigenen Asche aufzusteigen. Wenn es Georges unvergänglicher Ruhm war, durch die schöpferische Wucht seines Erlebnisses diesen Urtrieb der deutschen Seele einer entgeisterten Zeit machtvoll enthüllt zu haben, so war es sein verhängnisvoller Irrtum, jene "heilige Heirat", die sich in seltenen und begnadeten Augenblicken vollendet und das tragische [168] Schicksalszeichen der kurzen Dauer und des frühen Todes auf der Stirn trägt, in ein dauernd Gegenwärtiges und immer weiter sich Ausbreitendes umwandeln zu wollen. Jene höhere Gemeinschaft – "eines zugleich und andres: Rausch und Helle" – schien ihm nicht das kostbare Geschenk einer glücklichen Konstellation, sondern ein allgemeines, wenn auch in einer späten Zukunft realisierbares Ideal. Das ist der Sinn eines seiner jüngsten Gedichte, "Goethes letzte Nacht in Italien", das den Vollzug und bleibenden Besitz jener Gemeinschaft feiert. Die unmittelbare Folge war das Jüngertum jener "Blätter für die Kunst", in denen ein äusserliches Nachzeichnen der Formen – wovor ein Wort Georges ausdrücklich gewarnt hatte – die Stelle des in der Form bezwungenen Erlebnisses vertreten musste. Diese Dichter und ihre heute über das ganze Deutschland verstreute Gefolgschaft, die mühelos mit fremdem Gerät die Schönheit einzufangen gedachten, vergassen, dass hinter jeder echten Schönheit ein Leiden steht, eine Angst und Verwirrung der Seele: "Von einer ganzen Jugend rauhen Werken Ihr ahntet nichts". Die Idee von "Herrschaft und Dienst", die Idee des Jüngertums, von George freilich selber gepflegt und begünstigt, musste zu dem gefährlichen Wahn führen, als könne durch den Verzicht auf Eigenwilligkeit, auf freie Entfaltung seines Selbst, durch bewusste Unterordnung, Anpassung an ein erlauchtes Muster, an eine feste Form, eine dichterische Kultur gleichsam gezüchtet werden. Dieser Dichtung gegenüber, die den nährenden Mutterboden des Lebens immer mehr unter sich verloren hat, in der kein Ringen mehr ist und kein Drang, die, wählerisch und exklusiv, immer mehr in toten Formeln erstarrt, muss heute in Deutschland jeder Versuch ermutigt werden, den einschnürenden Ring des Formalismus zu durchbrechen, die Dichtung wieder zum Erlebnis heranzuführen, mit den Inhalten der Wirklichkeit zu füllen. Für die deutsche Lyrik wenigstens liegt heute das Heil bei den scheinbar Formlosen. Wieder muss ein kostbares Gefäss, eine wundervolle, aber in ihren Nachbildungen bereits entwertete Form zerschlagen werden, damit für neue Erlebnisinhalte Platz werde.

Weniger als jedes andere Volk verträgt der Deutsche die Tradition. Den lateinischen Rassen ist Tradition nicht Verzicht auf Eigenschöpfung, einschläfernde Verführung zu träger Nachbildung, sondern Zusammenhangsbewusstsein, Maassgefühl, Selbstbeschränkung. Auf ihrem Traditionalismus beruht die Geselligkeit der französischen Kunst. Durch ihn bekommt [169] selbst noch ein unbeträchtliches Werk jene Sicherheit, Geschlossenheit, die nur die Zugehörigkeit zu einem grossen Organismus zu geben vermag. In Deutschland ist jedes grosse Werk von einer grenzenlosen Einsamkeit umgeben.

Grösse und Schwäche der französischen Kultur liegt in diesem Traditionalismus. Im Künstlerischen hat er oft genug zu jener Überschätzung des Reinlichen, Handwerksmässigen geführt, die auf der Kehrseite der formalen Vollkommenheit liegt. Rudolf Kassner hat einmal bemerkt, dass bei keinem Volk der Dilettantismus seltener sei als bei den Franzosen, bei keinem häufiger als bei den Deutschen. Aber er konnte mit Recht zwei Arten des Dilettantismus unterscheiden. Jener Dilettantismus, der noch in den Werken unserer Grössten einen Erdenrest zurücklässt, stammt nicht einfach aus Unfertigkeit, mangelnder Meisterung des Handwerks, sondern eher aus Reichtum, Überschuss, aus innerer Fülle, Leben und Menschlichkeit. Unsere Zeit, die das Handwerksmässige der Kunst so hochgetrieben hat wie kaum eine zuvor, hat mit Schaudern die tiefe Zweideutigkeit der Vollendung erkannt. Ein Künstler, so besessen vom Trieb nach Vollkommenheit wie Flaubert, wollte nur den als ganz grossen Schriftsteller gelten lassen, in dessen Werk ein Rest von Unfertigkeit bliebe: "celui qui n'a pas du style". Die Erkenntnis, dass alle wahrhaft grosse Kunst, so reif und rein ihre Oberfläche scheinen mag, in ihren tiefsten Wurzeln immer an ein dunkles Chaos grenzt, die Angst vor der Enge des zu Eindeutigen, vor der Gefährlichkeit von Routine und Virtuosität ist es, die heute die französische Dichtung nach dem "Barbarentum" der germanischen Kulturen tendieren lässt. Schon in der Auflehnung der Symbolisten gegen den Parnass lebte etwas von diesem Drang. Hier galt es, eine starr und steril gewordene Form zu zerbrechen. Bewegung zu schaffen, freien Atem, Weite, Weichheit des Konturs statt der fest umrissenen Form: De la musique avant toute chose. Französische Kritiker, zuletzt Tancrède de Visan, haben die frappierenden Zusammenhänge der symbolistischen Ästhetik und Dichtung mit den Werken deutscher Romantiker angedeutet. Die Kurven liessen sich unschwer vermehren. War es nicht Laforgue, der Kenner und Freund deutscher Kultur, in dessen genialen Improvisationen zuerst die neue Rhythmisierung auftauchte, das neue metrische Prinzip, das eine Jahrhunderte alte Tradition durchbrach, jener vers libre, von dem Vielé Griffin gesagt hat, er sei [170] mehr als eine neue dichterische Form: eine moralische Eroberung? Sollten sich nicht die Fäden zurückverfolgen lassen, die von hier zu den rhapsodischen Hymnen Goethes leiten und zu jenen im freiesten metrischen Flusse hingeströmten Versen, in denen Hölderlin, schon an der Grenze des Wahnsinns, die Bindung der klassischen Formen sprengte? Mag immerhin die heimische Vorbereitung in der Metrik der Lafontaineschen Fabeln eine "klassische Rechtfertigung des vers libre" bilden.

Dennoch zeigt gerade der Symbolismus die ungeheure Assimilationskraft des französischen Geistes. Bei aller nachweislichen Bereicherung aus fremden Bezirken bleibt diese Bewegung, in der die französische Sprache erst recht eigentlich ihre lyrischen Kräfte entdeckt hat, in so eminentem Sinne national, setzt so folgerichtig an eine bestehende Tradition an, dass es wohl zu verstehen ist, dass gewisse französische Kritiker ihre Herleitung aus anderen als heimischen Antrieben ablehnen möchten.

Anders stellen sich die Dinge, wenn man sich gewissen Strömungen der jüngsten französischen Dichtung nähert. Hier scheint eine neue und streitbare Generation allem Zusammengehörigkeitsbewusstsein aufzusagen, das noch den kühnsten Neuerern früherer Epochen Maass und Richtung gegeben hatte. Hat man den Ursprüngen des merkwürdigen Paul Claudel nachgefragt, von dem Henri Ghéon sagen konnte, nichts habe in Frankreich sein einsames und einzigartiges Werk vorbereitet? Kennt man Charles Péguy, dessen Prosa in Frankreich ohne Vorbild und ohne Gleichen ist? Kennt man vor allem die Jungen, die heute in der französischen Dichtung den Fortgang über den Symbolismus hinaus repräsentieren: André Spire, Charles Vildrac, Valery Larbaud, Jules Romains? Dichter, deren leidenschaftliches Unabhängigkeitsgefühl das zu stürzen scheint, was das Wesen selber der französischen Lyrik ausmachte: klanglichen Reiz, Plastizität der Form, bildlichen Reichtum? Deren Verse kahl und schmucklos werden aus Hass gegen die gefährlichste Verführung des französischen Geistes, Rhetorik und Eloquenz? In ihren Büchern ist etwas von der Angst vor der hemmenden Tradition, die in Italien die futuristische Bewegung geschaffen hat, und ihre Stellung zu dem wundervollen Kulturerbe ihrer Väter drückt sich etwa in den Versen aus, mit denen André Spire sich von "den Büchern" und ihrer einengenden Gewalt losgesagt hat:

[171] . . Sans vous, j'aurais été un pauvre barbare,
Aveugle, comme un petit enfant.
Vous avez dilaté ma puissance d'aimer,
Aiguisé ma tristesse, et cultivé mon doute.
Par vous, je ne suis pas un être d'un instant.

Et maintenant, il faut que je vous porte
Dans la chambre la plus secrète de la maison,
Qu'avec de grands sceaux je scelle votre porte;
Et que je sois, comme si vous n'aviez pas été.

Oui, livres du passé, il faut que je vous cache;
Je mourrais contre vous.
Vous troublierez mes yeux que vous avez grandis,
Et je vous sentirais entre moi et les choses.

Wohin diese Bewegung führen wird, die sich gleichsam ausserhalb aller Tradition zu stellen scheint, ist heute nicht vorauszusagen. Auch im Schaffen dieser Revolutionäre ist schliesslich im tiefsten der Geist ihrer Nation lebendig, der ja nichts unwandelbar Stabiles, nichts durch die Jahrhunderte Gleichmässiges ist, sondern ein in unaufhörlichen Umformungen, Modifikationen, Evolutionen sich Fortbildendes. Den französischen Geist immer wieder auf ein paar Schlagworte wie Rationalismus, Klarheit, Logik, Maass festlegen wollen, heisst ein Prinzip, weil es auf gewisse Epochen und Individualitäten passte, durch träge Verallgemeinerung zu Tode hetzen. Statt auf solchen zum Überdruss nachgesprochenen Feststellungen zu bestehen, frage man lieber, welche Züge es sind, die heute den Willen und die Kräfte des französischen Geistes ausmachen, und welche Faktoren ihrem Durchbruch zugrunde liegen. Wenn wir es müde sind, vor unsern Nachbarn immer nur als die grenzenlos Fühlenden zu gelten, nicht mächtig, der gestaltlosen Fülle und dem unbemeisterten Reichtum ihrer Seele das befreiende Wort zu finden, so hüten wir uns, die Komplexität des französischen Geistes mit ein paar Begriffen zu umschreiben, deren Dürftigkeit durch die wirklich schöpferischen Geister Lügen gestraft wird.

 

 

 

 

Erstdruck und Druckvorlage

Der lose Vogel.
Jg. 1, 1912, Nr. 5, S. 166-171. [PDF]

Ungezeichnet.

Die Textwiedergabe erfolgt nach dem ersten Druck (Editionsrichtlinien).

Die Zeitschrift "Der lose Vogel" ist in deutschen Bibliotheken nicht nachgewiesen; das hier benutzte Exemplar stellte freundlicherweise zur Verfügung: Wienbibliothek im Rathaus (Wien). Signatur: B 158.206.

Zur Verfasserschaft
Die insgesamt 12 Hefte der Zeitschrift erschienen 1913 als Sammelband im Verlag K. Wolff, Leipzig (Reprint: Nendeln/Liechtenstein 1970). Die Beiträge sind auch in diesem Druck ungezeichnet; allerdings gibt es eine Liste der Beiträger (S. VI; recte: IV); darunter auch: "R. Stadler". [PDF] Der schlüssige Nachweis für die Verfasserschaft von Ernst Maria Richard Stadler gelang Helmut Gier (1977, S. 183 u. 446): Stadler hat große Teile des Aufsatzes in einen 1912 erschienenen, namentlich gekennzeichneten Aufsatz übernommen (Ernst Stadler: Deutsch-Französisches. In: Der elsässische Garten. Ein Buch von unsres Landes Art und Kunst. Herausgegeben von Friedrich Lienhard, Hans Pfitzner, Carl Spindler. Straßburg: Karl J. Trübner 1912, S. 248-250 [PDF]).

 

 

Zeitschriften-Repertorien

 

Kommentierte Ausgabe

 

 

 

Werkverzeichnis


Verzeichnisse

Raabe, Paul (Hrsg.): Index Expressionismus.
Bibliographie der Beiträge in den Zeitschriften und Jahrbüchern des literarischen Expressionismus. 1910-1925.
18 Bde. Nendeln, Liechtenstein: Kraus-Thomson 1972.
Bd. 4 (= Serie A: Alphabetischer Index, Teil 4), S. 2468-2474.

Stadler, Ernst: Dichtungen, Schriften, Briefe.
Hrsg. von Klaus Hurlebusch u. Karl L. Schneider.
München: Beck 1983.
S. 816-828: Bibliographie. Werke Ernst Stadlers.

Raabe, Paul: Die Autoren und Bücher des literarischen Expressionismus.
Ein bibliographisches Handbuch in Zusammenarbeit mit Ingrid Hannich-Bode.
Zweite, verbesserte und um Ergänzungen und Nachträge 1985-1990 erweiterte Auflage.
Stuttgart: Metzler 1992.

Harms, Wolfgang / Stegbauer, Kathrin: Art. Stadler.
In: Internationales Germanistenlexikon, 1800 – 1950.
Bd. 3. Berlin u.a.: de Gruyter 2003, S. 1776-1778.



Stadler, Ernst (Übers.): Henri de Régnier: Sechs Gedichte.
In: Das Magazin für Litteratur.
Jg. 73, 1904, Nr. 2, 2. Januarheft, S. 58-60. [PDF]

Stadler, Ernst: Paul Heyse. Zum 80. Geburtstag.
In: Straßburger Neue Zeitung.
1910, Nr. 125, Morgenausgabe, 16. März, S. 2-3.
URL: http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/cb32873085d/date1910

Stadler, Ernst: [Rezension zu:]
Stefan George. Selection from his works.
Translated into English by Cyril Scott. London 1910.
In: Das literarische Echo.
Jg. 12, 1909/10, Heft 24, 15. September 1910, Sp. 1790-1791. [PDF]

Stadler, Ernst: [Rezension zu:]
Friedrich Gundolf: Shakespeare und der deutsche Geist. Berlin 1911.
In: Das literarische Echo.
Jg. 14, 1911/12, Heft 2, 15. Oktober 1911, Sp. 88-90. [PDF]

Stadler, Ernst: Lyrik. [Rezension zu:]
Georg Heym: Der ewige Tag. Leipzig, Ernst Rowohlt.
Oskar Loerke: Wanderschaft. Berlin, S. Fischer.
Max Mell: Das bekränzte Jahr. Berlin-Charlottenburg, Axel Juncker.
Max Dauthendey: Die geflügelte Erde. München, Albert Langen.
In: Cahiers alsaciens / Elsässer Hefte.
1912, Nr. 3, Mai, S. 144-147.
URL: http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/cb34444190g/date

Stadler, Ernst (Übers.): Charles Péguy: Republikanisches Heldentum.
In: Die Aktion. Wochenschrift für Politik, Literatur, Kunst.
Jg. 2, 1912, Nr. 19, 8. Mai, Sp. 581-583. [PDF]
Übersetzung eines Abschnitts aus Péguys Schrift "Notre Jeunesse"
(Cahiers de la Quinzaine. Série 11, Heft 12, Juli 1910, S. 7-222; hier: S. 25-28).

URL: https://archive.org/details/s11cahiersdelaqui10pg
Zu Auswahl und Titel vgl. Gier 1977, S. 258-259.

Stadler, Ernst: Die neue französische Lyrik.
In: Der lose Vogel.
Jg. 1, 1912, Nr. 5, S. 166-171. [PDF]

Stadler, Ernst (Übers.): Francis Jammes: Ich war in Hamburg.
In: Die Aktion. Wochenschrift für Politik, Literatur, Kunst.
Jg. 2, 1912, Nr. 44, 30. Oktober, Sp. 1392-1395. [PDF]

Stadler, Ernst: Lyrik. [Rezension zu:]
Kurt Hiller: Der Kondor. R. Weissbach, Heidelberg.
Georg Heym: Umbra Vitae. E. Rowohlt, Leipzig.
Lyrische Flugblätter. Alfred Richard Meyer, Berlin-Wilmersdorf.
In: Cahiers alsaciens / Elsässer Hefte.
1912, Nr. 6, November, S. 316-321.
URL: http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/cb34444190g/date

Stadler, Ernst: René Schickele.
In: Die Aktion. Wochenschrift für Politik, Literatur, Kunst.
Jg. 2, 1912:
Nr. 49, 4. Dezember, Sp. 1550-1558
Nr. 50, 11. Dezember, Sp. 1587-1590
Nr. 51, 18. Dezember, Sp. 1613-1616. [PDF]

Stadler, Ernst (Übers.): Francis Jammes: Die Gebete der Demut.
Leipzig: Wolff 1913 (= Der jüngste Tag, 9).
URL: https://archive.org/details/bub_gb_AHsuAAAAYAAJ

Stadler, Ernst: [Rezension zu:]
Franz Blei: Vermischte Schriften. 6 Bände. Georg Müllers Verlag, München.
In: Cahiers alsaciens / Elsässer Hefte.
Nr. 9, Mai 1913, S. 155-159.
URL: http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/cb34444190g/date

Stadler, Ernst: Worte.
In: Die Aktion. Wochenschrift für Politik, Literatur, Kunst.
Jg. 3, 1913, Nr. 34, 23. August, Sp. 812-813. [PDF]

Stadler, Ernst: [Rezension zu:]
Franz Werfel: Wir sind. (Neue Gedichte.) Leipzig, Kurt Wolffs Verlag.
Walter Hasenclever: Der Jüngling. Ebenda.
In: Cahiers alsaciens / Elsässer Hefte.
1913, Nr. 11, September, S. 284-285.
URL: http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/cb34444190g/date

Stadler, Ernst: Der Aufbruch. Gedichte.
Leipzig: Verlag der weissen Bücher 1914. [PDF]
URL: https://archive.org/details/deraufbruchgedi00stadgoog   [2. Aufl. München 1920]

Stadler, Ernst: Form ist Wollust.
In: Ders., Der Aufbruch. Gedichte.
Leipzig: Verlag der weissen Bücher 1914, S. 30. [PDF]

Stadler, Ernst: Geschichte der deutschen Lyrik der neuesten Zeit [1914].
In: Ernst Stadler: Dichtungen, Schriften, Briefe.
Hrsg. von Klaus Hurlebusch u. Karl L. Schneider.
München: Beck 1983, S. 453-470.


Rollmann, Hans: Ernst Stadler and Charles Péguy: The Correspondence.
In: Seminar. A Journal of Germanic Studies
21 (1985), S. 253-271.

Stadler, Ernst: Der Aufbruch und andere Gedichte.
Hrsg. von Heinz Rölleke.
Stuttgart: Reclam 2014 (= Reclams Universal-Bibliothek, 19204).

Stadler, Ernst: Le départ.
Traduit de l'allemand et préfacé par Philippe Abry.
Introduction et postface de Charles Fichter.
Paris: Arfuyen 2014 (= Collection "Neige", 29).

 

 

 

Literatur

Anthologie de L'Effort. Paul Fort, Henri Aliès, René Arcos, G. Chennevière, Georges Duhamel, Henri Franck, [...] Poèmes de Walt Whitman, précédés d'une introduction nouvelle de Léon Bazalgette. Poitiers 1912.
URL: http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k9613512d.r=

Anz, Thomas u.a. (Hrsg.): Expressionismus. Manifeste und Dokumente zur deutschen Literatur 1910 – 1920. Stuttgart 1982.

Behrs, Jan: Der Dichter und sein Denker. Wechselwirkungen zwischen Literatur und Literaturwissenschaft in Realismus und Expressionismus. Stuttgart 2013 (= Beiträge zur Geschichte der Germanistik, 4).

Bithell, Jethro: Contemporary French Poetry. Selected and Translated. London u.a. 1912.
URL: https://archive.org/details/contemporaryfren00bithuoft

Bock, Hans M.: Kulturelle Wegbegleiter politischer Konfliktlösung. Mittler zwischen Deutschland und Frankreich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Tübingen 2005 (= Edition lendemains, 2).

Brandmeyer, Rudolf: Poetiken der Lyrik: Von der Normpoetik zur Autorenpoetik. In: Handbuch Lyrik. Theorie, Analyse, Geschichte. Hrsg. von Dieter Lamping. 2. Aufl. Stuttgart 2016, S. 2-15.

Clement, Frantz: Von der neuen französischen Lyrik [Rezension zu: Otto und Erna Grautoff: Die lyrische Bewegung im gegenwärtigen Frankreich. Eine Auswahl. Jena, Eugen Diederichs 1911]. In: Die neue Rundschau. 1912, September, S. 1327-1332. [PDF]

Colombat, Rémy: Expressionismus und französischer Symbolismus im Zusammenhang der lyrischen Moderne. In: Frankreich und der deutsche Expressionismus. Hrsg. von Frank Krause. Göttingen 2008, S. 45-58.

Durzak, Manfred: Zwischen Symbolismus und Expressionismus: Stefan George. Stuttgart u.a. 1974 (= Sprache und Literatur, 89).
Vgl. S. 112-119.

Eibl, Karl: Expressionismus. In: Geschichte der deutschen Lyrik vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Hrsg. von Walter Hinderer. 2. Aufl. Würzburg 2001, S. 420-438.

Flint, F. S.: Contemporary French Poetry. In: The Poetry Review. Jg. 1, 1912, Nr. 8, August, S. 355-414.
Neudruck
Cyrena N. Pondrom: The Road from Paris. French Influence on English Poetry, 1900 – 1920. Cambridge: University Press 2010, S. 84-145.

Ghéon, Henri: Le Whitmanisme.
In: La Nouvelle Revue Française. 1912, Nr. 42, 1. Juni, S. 1053-1061. [PDF]

Gier, Helmut: Die Entstehung des deutschen Expressionismus und die antisymbolistische Reaktion in Frankreich. Die literarische Entwicklung Ernst Stadlers. München 1977 (= Münchner Germanistische Beiträge, 21).
Vgl. S. 199-202.

Godé, Maurice: Ernst Stadler traducteur de Francis Jammes. In: Traduire, adapter, transposer. Actes du colloque international, Montpellier, 15, 16 et 17 mai 2008. Hrsg. von Roger Sauter u.a. Aix-en-Provence 2009 (= Cahiers d'études germaniques, 56), S. 127-142.

Grautoff, Otto: Die französische Lyrik der Gegenwart. In: Die Gegenwart. Bd. 78, 1910, Nr. 33, 13. August, S. 647-649. [PDF]

Grautoff, Otto: Die Sprengung der lateinischen Form. In: Der Zeitgeist. Beiblatt zum "Berliner Tageblatt". 1912, Nr. 11, 11. März, S. *2-3.
URL: zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/title/zdb/27646518

Guilbeaux, Henri: Neue Wege in Frankreichs Lyrik. In: Das literarische Echo. Jg. 12, 1909/19, Heft 19, 1. Juli 1910, Sp. 1357-1363. [PDF]

Hamburger, Michael: 1912. In: Ders., Reason and Energy. Studies in German Literature. London 1957, S. 213-236.

Heintz, Günter: Ernst Stadlers Anfänge. In: Collectanea Philologica. Festschrift für Helmut Gipper zum 65. Geburtstag. Hrsg. von Günter Heintz u.a. Bd. 1. Baden-Baden 1985 (= Saecula spiritalia, 14), S. 239-272.

Hillebrand, Bruno: Expressionismus als Anspruch. Zur Theorie expressionistischer Lyrik. In: Zeitschrift für deutsche Philologie 96 (1977), S. 234-269.

Höllerer, Walter (Hrsg.): Theorie der modernen Lyrik. Neu herausgegeben von Norbert Miller und Harald Hartung. 2 Bde. Darmstadt 2003.

Jauß, Hans R.: Die Epochenschwelle von 1912: Guillaume Apollinaires 'Zone' und 'Lundi Rue Christine'. In: Ders., Studien zum Epochenwandel der ästhetischen Moderne. Frankfurt a.M. 1989 (= suhrkamp taschenbuch wissenschaft, 864), S. 216-256.

Jordan, Lothar: "A travers l'Europe". Französische Literatur in der Zeitschrift "Der Sturm" 1910 – 1920. Ein Abriß. In: Interferenzen. Deutschland und Frankreich. Literatur – Wissenschaft – Sprache. Hrsg. von Lothar Jordan u.a. Düsseldorf 1983 (= Veröffentlichungen des Heinrich-Heine-Instituts Düsseldorf), S. 104-110.

Kramer, Andreas: Regionalismus und Moderne. Studien zur deutschen Literatur 1900 – 1933. Berlin 2006 (= Amsterdamer Publikationen zur Sprache und Literatur, 165).

Kramer, Andreas: "Paris liegt einfach am Bayrischen Platz / zu Berlin." Französische Avantgarde und entgrenzte Lyrik im deutschen Expressionismus. In: Frankreich und der deutsche Expressionismus. Hrsg. von Frank Krause. Göttingen 2008, S. 25-44.

Krzywkowski, Isabelle: Les Avant-gardes poétiques: échanges et réception entre la France et l'Allemagne. In: Expressionisme(s) et avant-gardes. Actes du colloque de Reims, 23-25 janvier 2003. Hrsg. von Isabelle Krzywkowski u.a. Paris 2007, S. 201-223.

Lamping, Dieter: Moderne Lyrik. Göttingen 2008.

Lanson, Gustave: Anthologie des poètes nouveaux. Avec une Préface. Paris: Figuière 1913.
URL: https://archive.org/details/anthologiedespo00lansuoft

Luckscheiter, Roman: Demut als Aufbruch. Ernst Stadlers Übertragungen von Francis Jammes und Charles Péguy im Kontext des Expressionismus. In: Moderne und Antimoderne. Der Renouveau catholique und die deutsche Literatur. Beiträge des Heidelberger Colloquiums vom 12. bis 16. September 2006. Hrsg. von Wilhelm Kühlmann u.a. Freiburg i. Br. 2008 (= Rombach Wissenschaften; Reihe Catholica, 1), S. 219-234.

Mehring, Sigmar: Jungfranzösische Lyrik. In: Das literarische Echo. Jg. 15, 1912/13, Heft 10, 15. Februar 1913, Sp. 675-680. [PDF]

Meyer, Julie: Vom elsässischen Kunstfrühling zur utopischen Civitas Hominum. Jugendstil und Expressionismus bei René Schickele (1900 – 1920). München 1981 (= Münchner Germanistische Beiträge, 26).

Meylan, Jean-Pierre: Les Expressionistes allemands et la littérature française, la revue "Die Aktion". In: Études littéraires 3 (1970), S. 303-328.

Nebrig, Alexander: Disziplinäre Dichtung. Philologische Bildung und deutsche Literatur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Berlin u.a. 2013.

Pörtner, Paul: Literatur-Revolution 1910 – 1925. Dokumente · Manifeste · Programme.
Bd. 1: Zur Aesthetik und Poetik. Darmstadt u.a. 1960 (= die mainzer reihe, 13).
Bd. 2: Zur Begriffsbestimmung der Ismen. Neuwied am Rhein u.a. 1961 (= die mainzer reihe, 13/II).

Redl, Philipp: Dichtergermanisten der Moderne. Ernst Stadler, Friedrich Gundolf und Philipp Witkop zwischen Poesie und Wissenschaft. Köln u.a. 2016.

Schneider, Nina: Ernst Stadler und seine Freundeskreise. Geistiges Europäertum zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts [eine Wanderausstellung der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky Hamburg, 1993 – 1995]. Hamburg 1993.

Schuhmann, Klaus: Lyrik des 20. Jahrhunderts. Materialien zu einer Poetik. Reinbek bei Hamburg 1995 (= rowohlts enzyklopädie, 550).

Zanucchi, Mario: Transfer und Modifikation. Die französischen Symbolisten in der deutschsprachigen Lyrik der Moderne (1890-1923). Berlin/Boston 2016 (= spectrum Literaturwissenschaft/spectrum Literature, 52).

 

 

 

Deutschsprachige Anthologien französischer Lyrik (1907 – 1913)

Auswahl nach

 

Aus Gallischen Gärten.
Auswahl französischer Lyrik in autorisierter Übertragung von Lucy Abels.
Berlin: Concordia o.J. [1907]. [PDF]
bei Kuhk nicht verzeichnet.

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen von Joseph Jaffé.
Hamburg: Gutenberg 1908. [PDF]
Kuhk Nr. 100 (S. 11).

Das junge Frankreich.
Eine Anthologie deutscher Übertragungen,
Herausgegeben von Friedrich von Oppeln-Bronikowski.
Berlin: Oesterheld 1908. [PDF]
Kuhk Nr. 155 (S. 16).

Die lyrische Bewegung im gegenwärtigen Frankreich.
Eine Auswahl von Otto und Erna Grautoff.
Jena: Diederichs 1911.
Mit Beilage: Einige Originale zum Vergleich der Übertragung (8 Seiten; unpaginiert). [PDF]
Kuhk Nr. 065 (S. 8).

Französische Lyrik.
Nachdichtungen von Ernst Ludwig Schellenberg.
Leipzig: Xenien 1911. [PDF]
Kuhk Nr. 185 (S. 18).

Ernst Ludwig Schellenberg: Die Lyrik des heutigen Frankreich.
Nachdichtungen in zwangloser Auswahl.
Weimar: Kiepenheuer 1912. [PDF]
Kuhk Nr. 186 (S. 18).

Anthologie jüngster französischer Lyrik.
Gedichte von Henri Martin Barzun, Nicolas Beauduin, Blaise Cendrars, Jean Clary, Tristan Derème, Léon Deubel, Fernand Divoire, Henri Hertz, Louis Mandin, F. T. Marinetti, Alexandre Mercereau, Florian Parmentier, Lucien Rolmer, Jean Royère, Valentine de Saint-Point, Theo Varlet.
Ausgewählt und übersetzt von Hermann Hendrich (Auderghem-Bruxelles).
In: Die Aktion. Wochenschrift für Politik, Literatur, Kunst. Jg. 3 (1913), Nr. 37 (Sonder-Nummer), 13. September, Sp. 865-886.
URL: https://archive.org/details/DieAktion03jg1913
bei Kuhk nicht verzeichnet.

 

 

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Lyriktheorie » R. Brandmeyer