Meldungen aus der Medizinischen Fakultät

UA Ruhr startet Promotionskolleg RIMUR - Freiraum für medizinische Forschung

[31.08.2018] Um den medizinischen Fortschritt voranzutreiben und wissenschaftliche Hypothesen in den Alltag zu überführen, bedarf es klinischer Forschung. Hierzu müssen forschende Ärztinnen und Ärzte aber promoviert sein und ausreichend Zeit haben, sich neben ihrem Einsatz für die Patienten der Wissenschaft zu widmen. Sonst besteht keine Möglichkeit für eine wissenschaftliche Karriere an einem Universitätsklinikum. Statistiken belegen leider, dass immer weniger Assistenzärzte an deutschen Universitätskliniken promoviert sind. Darum rufen die Medizinischen Fakultäten der Universitäten Duisburg-Essen (UDE) und Bochum (RUB) unter dem Dach der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) ein innovatives Promotionskolleg im Bereich Immunologie ins Leben. Das Mercur Research Center Ruhr fördert das Programm über drei Jahre mit rund einer halben Millionen Euro.

RIMUR (Regulatorische Immunmechanismen Promotionskolleg an der Universitätsallianz Ruhr) ist ein Programm, um Assistenzärzten eine wissenschaftliche Doktorarbeit nach Abschluß des Studiums zu ermöglichen. In der Immunologie und Infektiologie haben die beiden Universitäten eine starke und langjährige Expertise. Infektionserkrankungen, Autoimmunkrankheiten und Transplantationsmedizin gehören zu den wichtigsten Schwerpunkten der Universitätskliniken; ihr internationales Renommee ist beachtlich.

Im neuen Promotionskolleg werden ab Januar 2019 die Promovierenden zum einen von jeweils einem Grundlagenforscher und einem klinischen Mentor aus Bochum und Essen betreut. Zum anderen wechseln sie zwischen den Standorten und nutzen so dort vorhandene Geräteparks und Expertise optimal aus. „Das verbessert den Wissens- und Erfahrungstransfer und stärkt die Vernetzung und die Zusammenarbeit in der Universitätsallianz Ruhr“, erläutert Prof. Ulf Dittmer.

„Wer im RIMUR Programm promoviert, legt den Grundstein für eine Karriere als Universitätsmediziner“, erklärt Prof. Oliver Witzke. „Wir haben mit dem Promotionskolleg künftig ein wertvolles Förderinstrument für den forschenden ärztlichen Nachwuchs im Ruhrgebiet, das auch deutschlandweit für Mediziner attraktiv ist. Bisher gibt es in Deutschland nur wenige strukturierte Programme, die auf die besondere Rolle als klinischer Arzt und Wissenschaftler vorbereiten. Gleichzeitig gibt es einen großen Bedarf an forschenden klinischen Ärzten in der Hochschulmedizin.“

Das Promotionskolleg wird zudem in das vorhandene Netz aus Graduiertenschulen an den Universitäten Duisburg-Essen und Bochum eingebunden: Graduate School of Biomedical Science (BIOME), RUB Research School und International Graduate School Neuroscience (IGNS). Ziel des Programms ist es, die Rahmenbedingungen für medizinische Nachwuchswissenschaftler zu verbessern und damit den Grundstein für die nächste Generation von Universitätsmedizinern in der Immunologie und Infektiologie zu legen.