Aquakultur mariner Schwämme

Die Nutzung küstennaher Gewässer zur Zucht wirtschaftlich interessanter Meerestiere hat in manchen Regionen eine lange Tradition. Besonders in Fernostasien ist diese Art der Produktion weit entwickelt.

Während die Zucht von Fischen und Krustentieren die Hauptmasse der Produktion ausmacht, entwickeln sich zunehmend neue Ansätze auch Kulturmethoden für Organismen zu etablieren, die nicht zur Nahrungsmittelproduktion verwendet werden.

Die steigende Nachfrage nach neuen Pharmazeutika führte in den letzen Jahren zu einem Forschungsboom über sekundäre Inhaltsstoffe besonders aus dem marinen Wirbellosen.

Hemimycale spec.
Hemimycale spec.

Chandrosia reniformis - der Nierenschwamm ist ein häufiger Siedler auf den Felsgründen um Korsika
Chondrosia reniformis

Speziell in Schwämmen wurden interessante Inhalststoffe gefunden, die antibiotische und antitumor-Eigenschaften aufweisen.

Einige dieser als Sekundärstoffe bezeichneten Verbindungen werden bereits in geringem Maße synthetisch bzw. biotechnisch hergestellt, andere können aber nach wie vor lediglich durch Extraktion gewonnen werden.

Allerdings sind die Populationsdichten der betreffenden Schwämme nur in Ausnahmefällen so hoch, als daß sie sich industrietechnisch nutzen ließen. Darüber hinaus ist eine Entnahme großer Mengen dieser Arten ökologisch nicht vertretbar.


Dredgefang von Geodia spec.
Dredgefang von Geodia sp.

Auch im Mittelmeer finden sich zahlreiche Schwammarten mit Inhaltsstoffen, die eine Bioaktivität zeigen. Es liegt daher nahe, diese Arten in einer Versuchsreihe in Kultur zu nehmen.

Aquarium mit Schwämmen an der Universität Mainz
Aquarium mit Schwämmen an der Universität Mainz


Schwämme ernähren sich filtrierend von Plankton und anderem partikulärem Material und sind darüber hinaus in der Lage, gelöste Stoffe aus dem Meerwasser aufzunehmen. Einige Arten verfügen über symbiontische Algen, die einen Teil Ihrer Stoffwechselprodukte an ihren Wirt abgeben und so zu dessen Versorgung beitragen.

Eine Kultur von Schwämmen ist prinzipiell ohne zusätzliche Fütterung und die hiermit verbundenen Nachteile und Umweltbeeinträchtigungen zu bewerkstelligen. Diese Form der Aquakultur bietet sich daher für ökologisch sensible Gebiete an und kann auch in einem eher nährstoffarmen Milieu wie dem des Mittelmeeres, nachhaltig durchgeführt werden.
 

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last update:
29.12.2004