Thermoelektriker treffen sich im NETZ

30.11.2017

Am 16. November fand die Jahreshauptversammlung der Deutschen Thermoelektrik-Gesellschaft e.V. (DTG) im NanoEnergieTechnikZentrum (NETZ) der UDE statt. Die DTG verfolgt das Ziel, Kenntnisse aus der Wissenschaft in die Industrie und Öffentlichkeit zu tragen, um künftige Herausforderungen in Energiewandlung und Messtechnik lösen zu können.



Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verleiht die DTG einmal jährlich einen Nachwuchspreis in Höhe von 1.000 €. Der Preisträger wird durch eine international besetzte Jury auf Basis vorgeschlagener Master- oder Promotionsarbeiten ausgewählt. In diesem Jahr wurde Philipp Sauerschnig von der Universität Wien für seine Masterarbeit über Halb-Heusler-Legierungen für thermoelektrische Anwendungen ausgezeichnet.

Darüber hinaus wurde die Tagung auch für den fachlichen Informationsaustausch genutzt: So stellte zum Beispiel die Firma Horst Erichsen Energy den ersten e-Kaminofen vor, der auf Basis von Thermoelektrik frei von mechanischen beweglichen Teilen elektrische Energie erzeugt und somit eine gute Ergänzung zu Solarzellen ist, die nach Sonnenuntergang keinen Strom mehr liefern. Die Firma Evonik präsentierte ihr Hochtemperatur-Thermoelektrikmodul ESPRYXTM zur kosteneffizienten Abwärmenutzung, und ein Vertreter der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt berichtete über neue Aktivitäten zur Standardisierung in der Thermoelektrik.

Die DTG hat ihren Sitz am Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik in Freiburg und umfasst zurzeit 26 Firmen, mittelständische Betriebe und Forschungseinrichtungen, darunter auch Arbeitsgruppen der UDE, sowie über 60 persönliche Mitglieder.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Roland Schmechel, Fachgebiet Nanostrukturtechnik

Deutsch-Niederländisches Kooperationsprojekt

Auf den Spuren des DruIDen

22.03.2016

Sie stecken schon in vielen Kleidungsstücken, Eintrittskarten, Wegfahrsperren oder auch Bibliotheksmedien: Funketiketten (auch als RFIDs bekannt, Radio Frequency Identification). Mit ihnen lässt sich rasch und berührungslos feststellen, ob sich das jeweilige Trägermedium zum Beispiel am richtigen Platz befindet oder möglicherweise entwendet werden soll. In einem länderübergreifenden Forschungs- und Anwendungsverbund arbeiten u.a. Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) daran, diese Technologie entscheidend weiter zu entwickeln und dann zur Marktreife zu bringen. Das Projekt DruIDe hat ein Gesamtvolumen von knapp fünf Millionen Euro und wird aus dem Programm INTERREG V A Deutschland-Nederland unterstützt.

Konventionelle Funketiketten sind gegenwärtig meist mit kleinen Siliziumchips ausgerüstet, die ganze Funktionsschaltungen enthalten. Das ist aber nicht zwingend erforderlich, wenn man den späteren Anwendungsbereich im Auge hat. Passgenaue Mini-Etiketten, die genau mit dem ausgestattet sind und zudem günstig in der Herstellung sind, ist das Ziel von DruIDe. Mithilfe der Nanotechnologie sollen einfach zu druckende, chiplose Funketiketten entstehen, die sämtliche Informationen enthalten, problemlos auszulesen und zudem nicht störanfällig sind.

Projektleiter Dr. Niels Benson: „Wenn unser Plan gelingt, könnten die neuen RFIDs tatsächlich den weit verbreiteten Bar-Code ablösen, den jeder von der Supermarktkasse kennt. Wir wollen dafür sorgen, dass die neuen Schaltungen mit herkömmlicher Drucktechnik im Rolle-zu-Rolle-Verfahren produziert werden können.“ An der UDE soll dazu ein bestimmter technischer Prozess entwickelt werden, so dass es möglich wird, hochwertige Siliziumdioden mit Arbeitsfrequenzen von bis zu 10 Gigahertz zu drucken. Das hätte den Vorteil, dass mit einer erheblichen Leistungssteigerung druckbarer Dioden zu rechnen ist und perfekte Kanaltrennung mit gedruckten chiplosen Funketiketten möglich wird.

Im deutsch-niederländischen Schulterschluss soll diese neue Funketikettentechnologie für den Massenmarkt tauglich gemacht werden. Die Universitäten Duisburg-Essen und Twente bringen die notwendige Expertise in der Grundlagenforschung ein. Wie sich deren Erkenntnisse am besten in Produktionsprozesse übersetzen lässt, klärt ein hochkarätiges Firmenkonsortium. Ein weiterer markterfahrener Akteur („Tagfactory“) kümmert sich um mögliche Absatzszenarien und -märkte.

Beteiligte UDE-Wissenschaftler:
Projektleitung: Dr. Niels Benson, Fachgebiet Nanostrukturtechnik, Tel. 0203/379-1058; niels.benson@uni-due.de
Prof. Dr. Roland Schmechel, Fachgebiet Nanostrukturtechnik
Prof. Dr. Thomas Kaiser, Fachgebiet Digitale Signalverarbeitung
Prof. Dr. Daniel Erni, Fachgebiet Allgemeine und Theoretische Elektrotechnik