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Projekt Schulsystem
<b>Arbeitsgruppe Bildungsforschung </b>
Arbeitsgruppe Bildungsforschung
Antragsteller  
Prof. Dr. Klaus Klemm  
 
Projektmitarbeiter  
Dr. Isabell van Ackeren  
Harry Kullmann  
Frank Sprütten  
 
 
Projektzeitraum:
01.2004 - 12.2006  
Förderkennziffer: KL 1006/4-1 &-2
Zusammenfassung
Schulsystem und Kultur der Einzelschule als Kontext des naturwissenschaftlichen Lernens in Schulen der Sekundarstufe I  
 
Antragsteller: Prof. Dr. Klaus Klemm  
Projektmitarbeiter: Dr. Isabell van Ackeren, Harry Kullmann, Frank Sprütten    
Projektzeitraum: 01.2004 - 12.2006    

Das Projekt untersucht die Ausprägung fachspezifischer Binnenkulturen und die Abhängigkeit dieser Ausprägung vom Schulsystem insgesamt. Gestützt auf Leistungstests in den drei naturwissenschaftlichen Fächern werden Hypothesen zum Zusammenhang zwischen den Bedingungen schulischen Lernens auf der System- und der Einzelschulebene einerseits und der Entstehung kognitiver Kompetenzen andererseits generiert.  
In der ersten Phase wurden insbesondere für die Schulformen der Sek. I aller 16 Länder differenzierte tabellarische und ausführlich kommentierte Übersichten über die naturwissenschaftlichen Fächer erstellt, und zwar hinsichtlich ihrer Verankerung in den Stundentafeln sowie ihrer Sequenzierung, der Vorschriften zu schriftlichen Leistungskontrollen in diesen Fächern, ihrer Bedeutung in den Versetzungsordnungen, der Verankerung externer Evaluationsverfahren (Parallel-,Vergleichsarbeiten und zentrale Abschlussprüfungen) sowie der Vorgaben zur Lehrerausbildung. Die vergleichende Analyse dieser Rahmenbedingungen offenbart insbesondere in den Bereichen Unterrichtszeit, Sequenzialität und auch Schriftliche Leistungskontrollen deutliche Länderunterschiede, die entsprechende Wirkungen auf schulisches Lernen erwarten lassen. Auf dieser Grundlage wurden zwei Länder ausgewählt, von denen eines eher günstige (Schleswig-Holstein) und eines eher ungünstige (Nordrhein-Westfalen) Rahmenbedingungen für naturwissenschaftlichen Unterricht bietet. Aus beiden Ländern wurden – gestützt auf eine Auswertung von Internetpräsentationen und Schulprogrammen - je acht Gymnasien ausgewählt. In jedem der beiden Länder wurden jeweils vier Gymnasien mit einem ausgeprägten naturwissenschaftlichen Profil und je vier mit einer neu- bzw. altsprachlichen Schultradition ausgesucht.  
Der Rücklauf aus der Lehrerbefragung kann mit 48% für das Gesamtkollegium als sehr befriedigend eingestuft werden. Die entwickelten Fragebogeninstrumente zielen darauf ab, den Umgang der Einzelschule mit landesweiten Vorgaben im Bereich von naturwissenschaftlichen Stundentafeln und Sequenzialität, das Fachprestige der Naturwissenschaften in den Kollegien, die Bedeutungszumessung, die die Naturwissenschaften seitens der Schulleitungen erfahren, den Grad der Lehrerkooperation von naturwissenschaftlichen Fachlehrern sowie die Einbettung der naturwissenschaftlichen Binnenkultur in die Schulkultur zu analysieren.  
Hinsichtlich der Sequenzierung (Verteilung der Unterrichtsfächer auf die Jahrgangsstufen nach Vorgabe der Regelstundentafeln) zeigt sich folgender erster Befund: In NRW werden alle drei Naturwissenschaften mit mindindestens einem Schulhalbjahr Unterbrechung unterrichtet; in Schleswig-Holstein betrifft dies lediglich Biologie. Zu den beiden Variablen mit den größten Unterschieden zwischen beiden Bundesländern gehören die Strategien, dieselbe Lehrkraft nach der Unterbrechung wieder in der Klasse einzusetzen sowie die Strategie, zentrale Inhalte zu Beginn des Schuljahres zu wiederholen. Hier zeigt sich im Ländervergleich folgendes: Einzelschulische Vereinbarungen dieser Art finden sich in NRW statistisch signifikant häufiger als in Schleswig-Holstein. Dieser Befund spricht möglicherweise für verschiedene einzelschulische Verarbeitungsmuster vor dem Hintergrund recht unterschiedlicher Rahmenbedingungen.  
Als erste These lässt sich formulieren, dass Merkmalsausprägungen auf einer Ebene Rahmenbedingungen für die nachfolgenden Ebenen darstellen können, die bestimmte Reaktionsmuster verstärken können. Solche angenommene Wirkketten sollen bei der noch ausstehenden Datenauswertung weiter verfolgt werden. Dabei wird jeweils eine Fragestellung fokussiert. Für jeden Fokus gilt es dann, eine Wirkungskette zu identifizieren, erst heuristisch, dann empirisch. Dazu werden insbesondere auch die bereits durchgeführten naturwissenschaftlichen Leistungstests herangezogen.

Seite zuletzt bearbeitet am: 10.09.2010 Alle Inhalte © NWU Essen, soweit nicht anderweitig bezeichnet