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Allgemeine Informationen

China-Expertise für Düsseldorf: Studierende beraten Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen in Sachen China

Die Beziehungen zwischen NRW und China haben sich in den letzten Jahren deutlich intensiviert. Eine Vielzahl verschiedener staatlicher Einrichtungen, Unternehmen und Vereine pflegen inzwischen regelmäßige Kontakte zum Reich der Mitte. Auch Chinas internationale Bedeutung ist im Zuge seiner wirtschaftlichen Entwicklung gestiegen und globale Fragen wie Klimawandel, Finanzkrisen oder internationale Konflikte sind ohne eine Zusammenarbeit mit China nicht mehr lösbar. Doch sind Rolle und Verhalten Chinas schwierig zu beurteilen: Ist Chinas dynamische Entwicklung bedrohlich? Wird sich die wirtschaftliche Entwicklung fortsetzen? Akzeptiert das Land internationale Normen und Standards? Wie können Kooperationen mit China sinnvoll und produktiv gestaltet werden?

Viele Bundesländer, so auch NRW, haben ihre Zusammenarbeit mit China deutlich ausgeweitet und sind vor dem Hintergrund der angesprochenen Fragen an einer Beratung durch das größte gegenwartsbezogene Ostasieninstitut Deutschlands (IN-EAST) und das im Jahr 2009 an der Universität Duisburg-Essen gegründete Konfuzius-Institut Metropole Ruhr interessiert. In den Genuss, im Rahmen eines sogenannten „Task-Force-Seminars“ für das Land NRW aktiv zu werden, kamen in diesem Wintersemester 25 Studierende der Universität Duisburg-Essen. Die angehenden Ostasienwissenschaftler sowie Studierende des Masterstudiengangs „Internationale Beziehungen/Entwicklungspolitik“ präsentierten am 05.02.2013 der Ministerin Frau Dr. Angelica Schwall-Düren sowie Vertretern der verschiedenen Ressorts in der Staatskanzlei in Düsseldorf ihre Untersuchungsergebnisse und gaben konkrete Handlungsempfehlungen für die künftige Zusammenarbeit mit China.

Zu Beginn des Wintersemesters 2012/13 konzipierten Vertreter der Staatskanzlei NRW in Diskussion mit den SeminarteilnehmerInnen sechs Themenbereiche, in denen die Staatskanzlei Beratung zu China haben wollten:

  1. Chinas internationale Rolle und die Konsequenzen für die Europäische Union und China;
  2. Was trägt dazu bei, dass NRW ein zentraler Ansprechpartner für China in Deutschland wird?;
  3. Die Attraktivität Nordrhein-Westfalens für chinesische Unternehmen – Status Quo und Empfehlungen;
  4. Attraktivität des Hochschulraums NRW;
  5. Potentiale und Organisation der Partnerschaften auf Landes-, Städte- und Bürgerebene; und
  6. Politisches Management von sensiblen Themen im Deutsch-Chinesischen Kontext.

Unter Anleitung der Ostasienwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Heberer und Dr. Anja Senz (Geschäftsführerin des Konfuzius-Instituts Metropole Ruhr an der Universität Duisburg-Essen) hatten die Studierenden u.a. die Frage bearbeitet, wie die Sichtbarkeit NRWs in China erhöht werden könnte, die Attraktivität des Bundeslandes für chinesische Unternehmen gesteigert, die Integration chinesischer Studierender erleichtert und wie die bestehenden Partnerschaften auf kommunaler und Landesebene mit China vertieft werden könnten. In sechs Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Studierenden im Verlauf des Semesters mit den einzelnen Themenbereichen, führten Expertenbefragungen durch, sondierten die Literatur in westlichen Sprachen sowie in Chinesisch und erarbeiteten zu jedem Thema ein zehnminütige Präsentation für die abschließende Veranstaltung und Diskussion in der Staatskanzlei in Düsseldorf aus.

Die einstündige Präsentation stieß bei den Anwesenden auf positive Resonanz und lieferte, so die Ministerin Dr. Schwall-Düren, neben einer fundierten Analyse zu einzelnen Themenfeldern auch viele neue und kreative Ansatzpunkte für die weitere Gestaltung der Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern. An der Präsentation nahmen u.a. VertreterInnen von Ministerien, Verbänden, des Landtags und der Staatskanzlei teil. Auf Grund der Diskussionsergebnisse erarbeiteten die Studierenden dann schriftliche Fassungen, die dem Kooperationspartner und weiteren interessierten Einrichtungen in gedruckter Form zur Verfügung gestellt wurden. Auf diese Weise sollen die Studierenden Politikberatung einüben. Sie sollen lernen, ein komplexes Thema problem- und lösungsorientiert zu erarbeiten, kurz und bündig einer außeruniversitären Öffentlichkeit vorzutragen und schließlich in eine schriftliche Fassung zu bringen. Solche Seminare sind erheblich arbeitsintensiver als herkömmliche Seminare, bieten zugleich aber einen hohen Praxisbezug.