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Kooperationsprojekt zwischen Prof. Dr. Thomas Heberer und Prof. Dr. Gunter Schubert der Universität Tübingen (2009 – 12/2014), DFG- gefördert.


Die Frage nach der Staatskapazität in der VR China ist ohne eine genaue Analyse des local state nicht zu beantworten. Kreis- und Gemeindekader spielen dabei eine überragende, aber noch kaum erforschte Rolle. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, das Verhalten von Kreis- und Gemeindekadern im chinesischen Transformationsprozess zu untersuchen und dabei die dieses Verhalten bestimmenden Faktoren – vor allem strategisches Handeln, Handlungsressourcen, institutionelle Konditionierung – am Beispiel eines konkreten Politikfeldes und konkreter Politikstrategien herauszuarbeiten und systematisch aufeinander zu beziehen. Von den lokalen Kadern hängt der Erfolg der Bemühungen des Zentralstaates ab, soziale Stabilität und Regimetreue unter Chinas Bauern zu wahren bzw. neu zu generieren. Welcher Handlungsrationalität und welchen Interessenlagen aber folgen die lokalen Kader bei der Umsetzung der staatlichen Politikvorgaben? Welche konkreten Strategien wählen sie? Inwiefern haben die kollektive Identität der lokalen Kader und ihre zunehmende Konstituierung als selbstbewusste strategische Gruppe im politischen System der VR China Auswirkungen auf die Staatskapazität und Regimelegitimität? Um diese und weitere Fragen zu beantworten lehnt sich dieses Projekt theoretisch-konzeptionell an das Konzept der „strategischen Gruppen“ an und bedient sich dabei des Politikfeldes „Aufbau neuer sozialistischer Dörfer“ (shehui zhuyi xin nongcun jianshe), eines Programms zur umfassenden Entwicklung des ländlichen Raums, um das strategische Handeln der lokalen Kader unterschiedlicher Kreise und Gemeinden einzuordnen und zu analysieren. Es leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der politischen Entwicklung im gegenwärtigen China.

Im Rah­men des DFG-Projekts unter­nah­men Prof. Dr. Hebe­rer und René Trap­pel in den Jah­ren 2008 und 2009 Feld­for­schun­gen in den bei­den Kreis­städ­ten Laixi (Shan­dong) und Sui­ning (Sichuan) sowie 2010 in den Krei­sen Mei­tan und Xifeng der Pro­vinz Guizhou. Prof. Dr. Schu­bert und Anna Ahlers wid­me­ten sich der Erfor­schung der Städte Mizhi (Shaanxi), Qin­gyuan (Zhe­jiang) und Jinjiang (Fujian).

Das Pro­jekt wurde von der DFG bis Ende 2014 verlängert.


Projekt-Homepage

Detailierte Projektbeschreibung (doc, in englischer Sprache)

DFG-Forschungsantrag (pdf, in englischer Sprache)