Strafrechtfertigung

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Prof. Dr. Oliver Hallich info

Strafen stellt eine Form der (intendierten) Leidenszufügung dar, die als solche einer Rechtfertigung bedarf. Diese Leidenszufügung kann, wenn es sich um staatliches Strafen handelt, massive und auch äußerlich fühlbare Formen wie Geldstrafe, langjährigen Freiheitsentzug oder staatlich verordneten Tod annehmen, aber auch als präinstitutionelles Strafen, z.B. durch soziale Ausgrenzung oder die Kundgabe moralischer Geringschätzung, sehr wirksam und für den Betroffenen schmerzhaft sein. In diesem Projekt wird, bezogen auf staatliches wie auch auf präinstitutionelles soziales Strafen, die zentrale Frage der philosophischen Straftheorie, ob, und wenn ja wie, sich Strafen rechtfertigen lassen, erörtert. Dabei werden zunächst die gängigen straftheoretischen Ansätze (Retributivismus, Präventionstheorie, Expressivismus, Kommunikationstheorie etc) kritisch gesichtet und auf ihre Tragfähigkeit hin geprüft. Unter Aufnahme derjenigen Elemente dieser Theorien, die sich als kritikresistent erweisen, wird dann eine eigene Theorie der Strafrechtfertigung entwickelt, in deren Zentrum die These einer nicht aufhebbaren Spannung zwischen moralischen Gründen gegen und nichtmoralisch-zweckrationalen Gründen für das Strafen steht. – Ergänzt wird dieses Vorhaben durch das Projekt „Philosophieren im Gefängnis“ in der JVA Essen.

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