William Unruh

05.01.2017

Forschungspreisträger der Humboldt-Stiftung zu Gast in unserer Fakultät

Schwarze Löcher im Labor
Neben Stephen Hawking ist William Unruh der wohl bekannteste Experte auf dem Gebiet der Quanteneffekte von Schwarzen Löchern. Der Forschungspreisträger der Alexander von Humboldt-Stiftung erforscht diese fundamentalen Effekte und untersucht, inwieweit diese sich im Labor reproduzieren lassen. Derzeit ist er Gast bei Prof. Dr. Ralf Schützhold in der Theoretischen Physik an der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Schwarze Löcher gehören zu den exotischsten Objekten im Universum. Ihre Gravitationskraft ist so stark, dass nichts – noch nicht einmal Licht – entkommen kann. Das Verständnis der Physik Schwarzer Löcher ist sehr wichtig für die Suche nach einer Theorie, welche alle Kräfte der Natur vereinigt.

Vor 40 Jahren hat Stephen Hawking herausgefunden, dass diese Schwarzen Löcher aufgrund der Gesetze der Quantenphysik eine schwache Strahlung aussenden sollten. William Unruh ist einer der führenden Experten auf diesem Gebiet und erforscht die Eigenschaften und den Ursprung dieser Strahlung. Er hatte auch eine Idee, wie man einen ganz ähnlichen Effekt im Labor erzeugen und dadurch besser verstehen könnte. Diese Idee hat inzwischen viele Anhänger gefunden, so dass es nun erste erfolgreiche Experimente dazu gibt.

William Unruh studierte Physik an der University of Manitoba (Kanada) und promovierte in Princeton (USA) bei John Wheeler. Nach mehreren Forschungsaufenthalten (z.B. in London bei Roger Penrose) wurde er auf eine Professur an der University of British Columbia in Vancouver (Kanada) berufen, die er seitdem innehat. Seine Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet.