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SUMMARY:Das Scheitern der Mittelmeerunion. Vorgeschichte und Folgen
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CONTACT:Frau Tina Berntsen (Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research)
DESCRIPTION:Frau Tina Berntsen (Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research)
Das Scheitern der Mittelmeerunion. Vorgeschichte und Folgen
Käte Hamburger Lecture mit Prof. Wolf Lepenies
Wann werden wir in Frankreich endlich begreifen, dass unser “Mitteleuropa” das “Mittelmeer” ist?, fragte der französische Ökonom Alain Minc nach der deutschen Wiedervereinigung. Mit der Ausweitung der Europäischen Union nach Mittel- und Osteuropa wuchs der Einfluss des wiedervereinigten Deutschlands. Neben der wirtschaftlichen übernahm Berlin auch die politische Führungsrolle auf dem Kontinent. Auf Initiative von Präsident Nicolas Sarkozy versuchte Frankreich, den Machtzuwachs Deutschlands durch die Gründung einer Mittelmeerunion unter französischer Führung zu kompensieren. Der Plan scheiterte am Veto der deutschen Kanzlerin. Zur Vorgeschichte dieses Plans gehört der 1945 formulierte Vorschlag Alexandre Kojèves, den Rang Frankreichs gegenüber dem zweifellos bald wieder erstarkenden Deutschland durch die Gründung eines “Lateinischen Reichs” (Empire latin) zu behaupten. Charles de Gaulle folgte diesem Vorschlag nicht, weil er sich bald entschloss, das Vereinte Europa mit und nicht gegen Deutschland zu bauen. Eine Politik im Zeichen der “Latinität” verfolgte dagegen François Mitterand – als Vorsitzender der Sozialistischen Partei, die der deutschen Sozialdemokratie einen “Sozialismus des Südens” entgegenstellte.

In der 16. Käte Hamburger Lecture wird Prof. Wolf Lepenies, Permant Fellow (em.) am Wissenschftskolleg zu Berlin, sich mit den Versuchen zur Gründung einer “lateinischen Front” gegen Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts befassen. Versuche, die bereits viel weiter in die Geschichte zurück reichen, wie Prof. Lepenies in seinem im Frühjahr 2016 erscheinenden Buch "Die Macht am Mittelmeer. Französische Träume von einem anderen Europa" analysiert. In seinem Vortrag wird er auch beispielhaft auf Hannah Arendts Vorschlag, mit Hilfe einer Mittelmeerunion den Nahostkonflikt zu lösen, eingehen.

Nach seinem Vortrag diskutiert Prof. Lepenies gemeinsam mit Prof. Dr. Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) sowie Co-Direktor des Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research. Die Veranstaltung, gemeinsam organisiert mit dem KWI, findet in deutscher Sprache statt. Um Anmeldung wird gebeten per Email bis zum 29. November 2015 an events(at)gcr21.uni-due.de
Monday, 7. December 2015
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