Inklusion als didaktische Perspektive und Aufgabe im sportwissenschaftlichen Lehramtsstudium

Das Gruppenfoto zeigt das Koordinationsteam von Sport Inklusiv

Zusammenfassung / Aufschlag:

Die Sensibilisierung für und der professionelle Umgang mit Heterogenität machen das Thema Inklusion zur Perspektive und Aufgabe im sportwissenschaftlichen Lehramtsstudium. In diesem Kontext wird die Vertiefung inklusionsbezogener Themenschwerpunkte am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften durch das Projekt „ProViel – Professionalisierung für Vielfalt“ gefördert.

Ausgangslage:

Die Universität Duisburg-Essen (UDE) mit dem Leitbild „Offen im Denken“ zeichnet sich durch ihren Fokus auf den professionellen Umgang mit Vielfalt und Heterogenität aus. Das zugehörige Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften legt dabei besonderes Augenmerk auf die Sensibilisierung der Lehramtsstudierenden für einen diversitätssensiblen Sportunterricht. Ferner erfordern die Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention und die Anpassungen des Lehrerausbildungsgesetzes in NRW (2016) eine weitere Vertiefung des Themenschwerpunktes Inklusion im sportwissenschaftlichen Lehramtsstudium.

Umsetzung:

Das BMBF geförderte Projekt Professionalisierung für Vielfalt, kurz ProViel, unter der Gesamtleitung von Frau Prof. Dr. Isabell van Ackeren, unterstützt die Lehrer*innenbildung an der UDE durch Projektmaßnahmen in verschiedenen Handlungsfeldern. Das Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften ist im Handlungsfeld Vielfalt und Inklusion verortet und tritt nach der ersten Förderphase (2016-2019) in das Projekt ProViel II (2019-2023) ein.

Maßnahmen und Ziele:

Das Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften nimmt sich u.a. in enger Kooperation mit dem Franz-Sales-Haus Essen (FSH) der Aufgabe eines inklusionsorientierten sportwissenschaftlichen Lehramtsstudiums im Sinne einer Querschnittsaufgabe an. Die Sensibilisierung angehender Sportlehrkräfte, sowie der Lehrenden, für Heterogenität und die Entwicklung inklusionsspezifischer Lehr-Lernkonzepte mit engem Theorie-Praxis-Bezug stehen dabei im Fokus. Indem Studierende im Rahmen ihres Vorbereitungsseminars auf das Praxissemester Sportunterricht für Schüler*innen des FSH planen, durchführen und gemeinsam mit Lehrenden des ISBW, Lehrkräften und sportlichen Leitern des FSH reflektieren, gelingt die Verknüpfung des universitären, schulischen und außerschulischen Professionswissens. Der mehrperspektivische Blick auf die Gestaltung und Durchführung von Sportunterricht für heterogene Gruppen macht dieses Konzept zu einer wertvollen Erfahrung für alle Beteiligten.

Weitere projektbezogene Maßnahmen z.B. in Kooperation mit dem SV Sportsgeist e.V. geben Studierenden die Möglichkeit außeruniversitär und –schulisch Kontakterfahrungen mit inklusiven Gruppen zu machen. Es ist möglich, am Ausbildungslehrgang Alpiner Skilauf für Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit teilzunehmen und bei erfolgreicher Absolvierung die Zusatzqualifikationen Blinden-Skiguide zu erwerben, sowie aktiv als Skiguide tätig zu werden. Somit zielt das ProViel-Teilprojekt Sport inklusiv auf eine umfassende Implementierung von Inklusion als didaktische Perspektive und Aufgabe im sportwissenschaftlichen Lehramtsstudium ab.

Neben der Qualifikation der Studierenden des Faches Sport wird begleitend die inklusionsspezifische Weiterqualifizierung der Dozierenden fokussiert. Alle Maßnahmen werden evaluiert, um das übergeordnete Ziel der Entwicklung eines inklusionsbezogenen hochschuldidaktischen Lehr-Lernkonzepts mehrdimensional zu verfolgen und nachhaltig zu implementieren.

Projektleitung


Prof. Dr. Michael Pfitzner
Professur für Sportwissenschaft
mit dem Schwerpunkt
Sportpädagogik und -didaktik
Tel. (0201) 183-7227

E-Mail an Prof. Dr. Michael Pfitzner

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Helena Sträter
Telefon: (0201) 183-7689

E-Mail an Helena Sträter

Studentische Hilfskraft

Franziska Heidrich
E-Mail an Franziska Heidrich

Postanschrift

Universität Duisburg-Essen
Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften
Gladbecker Str. 182
45141 Essen

ProViel wird im Rahmen der gemeinsamen
„Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund
und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung gefördert.

Unter dem FKZ 01JA1910