Forschungskolleg mit Prof. Dr. Insa Melle (TU Dortmund)

07. November 2017, 18.00-20.00 Uhr, Senatssaal T01 S04 B34

Thema: Wege zur Professionalisierung angehender Lehrkräfte für den inklusiven (Chemie)Unterricht – Das UDL als Leitlinie für Seminarkonzeptionen in verschiedenen Fächern –

Im Mittelpunkt des QuerILB Forschungskollegs V standen fachdidaktische Perspektiven für eine auf Inklusion bezogene Professionalisierung von Lehramtsstudierenden:

„Die zunehmende Heterogenität von Lerngruppen im Zuge der schulischen Inklusion stellt für viele Lehrkräfte eine neue Anforderung dar: Es gilt, eine Unterrichtpraxis zu entwickeln, die jede Schülerin und jeden Schüler entsprechend den individuellen Fähigkeiten und den daraus resultierenden (sonder-)pädagogischen Bedarfen an allgemeinbildenden Schulen – und nicht wie zuvor an Förderschulen – fördert und unterstützt. Deswegen stellt die Lehrerausbildung ein wesentliches Fundament für die Umsetzung der inklusiven Bildungsreform dar“, so Prof. Dr. Insa Melle, TU Dortmund (Didaktik der Chemie). In ihrem Vortrag am 7. November 2017 stellte Prof. Dr. Insa Melle einen Weg vor, der im Masterstudium der TU Dortmund das Ziel verfolgt, angehende Lehrkräfte für den inklusiven Unterricht zu professionalisieren.

Das Konzept des ‚Universal Design auf Learning‘ (UDL) dient hier als Leitkonzept, das in der Umsetzung der Lehre angewandt wird. Ursprünglich ist das Universal Design in den USA im Kontext von Architektur- und Produktdesign entstanden und formuliert universelle Prinzipien, die eine alltägliche Barrierefreiheit für ‚alle Menschen‘ ermöglichen soll. In den 60ern wird es von der Behindertenbewegung aufgenommen, um für eine barrierefreie Teilhabe am öffentlichen Raum zu kämpfen und die Trennung von ‚Behinderung/Nicht-Behinderung‘ in Frage zu stellen. Das Universal Design for Learning überträgt diese Grundgedanken in bildungswissenschaftliche, didaktische und lernpsychologische Modelle.

In der Umsetzung des Universal Design for Learning an der TU Dortmund wurde in einem ersten Schritt auf das Fach Chemie fokussiert, daran anschließend erfolgte eine Ausweitung auf weitere Fächer. Prof. Dr. Insa Melle stellte ihre Erfahrungen mit dem Konzept und sein Potential für eine auf Inklusion bezogene fachdidaktische Lehre an der TU Dortmund vor. Circa 40 Teilnehmende,- Lehrende aus den Bildungswissenschaften und Fachdidaktiken der Universität Duisburg-Essen und dem ZfsL Essen, diskutierten im Anschluss mit Insa Melle das Konzept in Hinblick auf seine Umsetzungsmöglichkeiten an der UDE sowie in der zweiten Phase der Lehrer*innenbildung.

Zielgruppe: Lehrende aller lehramtsbildenden Studiengängen, Ansprechpersonen für Inklusion in den lehramtsbildenden Fächern an der UDE, Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (ZfsL), Inklusionsbeauftragte im Regierungsbezirk, Studierende der UDE


ProViel wird im Rahmen der gemeinsamen
„Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund
und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung gefördert.

Unter dem FKZ 01 JA 1610