„International Perspectives and Innovative Concepts for Inclusive Teacher Education“

Gemeinsam machen wir uns an unserer Universität auf den Weg, inklusionsbezogene Themen in die Lehrer*innenbildung einzuführen und weiterzuentwickeln. An der Universität Duisburg-Essen (UDE) wird dazu die bereits bestehende Schwerpunktsetzung zum Umgang mit Heterogenität in der Schule und im Bildungswesen insgesamt ausgebaut.

Vor diesem Hintergrund veranstaltete die „Querschnittsaufgabe Inklusive Lehrer*innenbildung“ dessen Ziel neben der Vernetzung der Akteure in diesem Bereich auch die Forschung zu inklusionsbezogener Lehre ist, am 27. Januar 2017 ein erstes von drei Symposien zum Thema International Perspectives and Innovative Concepts for Inclusive Teacher Education. Mit dem Ziel, von den Erfahrungen der anderen Länder zu lernen und weitere Perspektiven für die Lehrer*innenbildung an der UDE zu diskutieren, wurden renommierte Expert*innen zum Thema aus Luxemburg, Italien, den Niederlanden, Großbritannien und Finnland eingeladen. Sie präsentierten Einblicke in den Stand von Inklusion im jeweiligen Schulsystem und zu der Transformation der Lehrer*innenbildung vor diesem Hintergrund. Diese Auftaktveranstaltung mit etwa hundert Teilnehmenden ermöglichte  neben weiterer Vernetzung innerhalb der UDE, Forschungskontakte zu internationalen Partner*innen aufzubauen oder zu intensivieren.

In seinem Vortrag ‘Inclusive Teacher Training in Italy: The Curriculum for Classroom and Support Teachers’ skizzierte Prof. Dr. Dario Ianes, Freie Universität Bozen, die aktuellen Entwicklungen inklusiven Unterrichtens in Italien sowie strukturelle Herausforderungen und Widerstände. Er verdeutlichte, dass die Lehrer*innenbildung für die weiterführenden Schulen insgesamt ausgebaut werden müsse, um das Thema „Inklusion an weiterführenden Schulen“ überhaupt sinnvoll entwickeln zu können.

Prof. Dr. Dolf van Veen, Fachhochschule Windesheim University/NL, forderte in seinem Vortrag zur Lehrer*innenbildung in den Niederlanden, eine Unterstützung von Lehrer*innen durch die Förderung multiprofessioneller Kooperationen in den jeweiligen Schulen. Darüber hinaus brauche Lehrer*innenbildung einen konstruktiven Austausch mit schulischer Praxis, um auf diese vorzubereiten.

Prof. Heike Tiemann, Universität Leipzig, stellte das EU Projekt „TdiverS – Teaching diverse learners in (school) subjects“ – a European project to further professionalize teaching in inclusive schools’ vor. Tiemann verdeutlichte den Gewinn einer (nicht nur nationale) Grenzen überschreitenden Perspektive auf inklusive Lehrer*innenbildung, welche eigene Normalitätsannahmen in Hinblick auf Schule und Lehrer*innensein fraglich werden lassen kann. In dem Projekt wurde darüber hinaus ein großer Korpus mit Beispielen gelingender inklusiver schulischer Praxis, die in der Lehrer*innenbildung im Rahmen der studentischen Bearbeitung von Fallarbeit an der UDE genutzt werden können, erstellt.

Prof. Dr. Julie Allan, University of Birmingham/GB, eröffnete in ihrem Vortrag ‚Teacher Education for a Diverse and Sustainable Society: Contributions from Philosophy and Disability Studies’ eine Relektüre postrukturalistischer Theoriebezüge sowie Einblicke in künstlerische Beiträge aus dem Kontext der Behindertenbewegung, um Grenzen des Denkens und Normalitätsannahmen in Hinblick auf Inklusion und Behinderung befragen zu können. Sie plädierte für eine Reflexion der Kategorienbildung im Umgang mit Diversität sowie der grundlegenden Widersprüchlichkeit in der Anforderung inklusiven Unterrichtens, nämlich einerseits Leistungsfähigkeit zu fordern und zu fördern und andererseits jedes Kind in seiner Individualität wahrnehmen zu wollen.

In ihrem Vortrag ‚From the comfort zone towards change: perspectives on teacher education for inclusion’ gab Prof. Dr. Marita Mäkinen, Universität Tampere, einen Einblick in aktuelle gesellschaftliche und schulische Entwicklungen in Finnland. Sie plädierte u.a. für die Notwendigkeit einer kontinuierlichen universitär angeleiteten Reflexion schulischer Praxiserfahrungen als bedeutsamen Baustein inklusiver Lehrer*innenbildung. Lehrkonzepte und -formate, die Studierende im forschendem Lernen anleiten, seien hierfür günstig.

Zielgruppe: Lehrende aller lehramtsbildenden Studiengänge an der UDE und der Universitätsallianz Ruhr, Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (ZfsL), Wissenschaftler*innen auch aus anderen Qualitätsoffensiven Lehrerbildung, Ansprechpersonen für Inklusion in den lehramtsbildenden Fächern an der UDE, Studierende und weitere Interessierte


ProViel wird im Rahmen der gemeinsamen
„Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund
und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung gefördert.

Unter dem FKZ 01 JA 1610