MethodenLab Qualitative Forschung

Prozesse des Forschenden Lernens gewinnen derzeit in vielen Disziplinien und Studiengängen an Gewicht. Nicht nur in ihren Abschlussarbeiten, sondern auch in Projektseminaren und Studienprojekten realisieren Studierende dabei selbst kleinere empirische Studien. Forschungsmethodische Kenntnisse sind hierfür eine wichtige Voraussetzung.

Das MethodenLab Qualitative Forschung entwickelt und betreibt E-Learning-Kurse zu qualitativen Forschungsmethoden. Selbständig oder im Rahmen von Lehrveranstaltungen setzen sich Studierende darin mit einzelnen Forschungsmethoden auseinander. Sie lernen zentrale Grundlagen und konkrete Schritte qualitativer Forschung und ausgewählter Methoden kennen.

Mit Übungen und Transferaufgaben begleitet das MethodenLab die Anwendung der Forschungsmethoden im konkreten Projekt.

Das MethodenLab unterstützt das forschungsmethodische Lernen von Studierenden, von Beginn ihres Studiums über die Praxisphasen bis zu den abschließenden Qualifikationsarbeiten. Studierende können unsere Kurse als E-Learning für das Selbststudium nutzen, Dozierende können die Kurse als Blended-Learning-Szenarien oder als Zusatz- bzw. Unterstützungsangebot in ihre Lehrveranstaltungen einsetzen.

Aktuell besteht das Angebot des MethodenLabs aus insgesamt acht Kursen: sieben zu Erhebungs- und Auswertungsmethoden sowie ein allgemeiner Einführungskurs zu qualitativer Forschung. Inhaltlich erlauben die Kurse Vertiefungen in der Forschung zu Differenzkonstruktionen und regen eine differenzreflexive qualitative Forschung an.

Entwickelt wurde das MethodenLab Qualitative Forschung im Verbundprojekt Professionalisierung für Vielfalt (2016-2022), das auf eine Erhöhung der Qualität der Lehrer*innenbildung an der UDE zielt.

Moodle-Kurse

Auf der Lernplattform Moodle stellen wir unser Kursangebot als integriertes Methoden-Portal bereit. So können Sie selbst wählen, in welche spezifischen Methodenkurse Sie sich einschreiben wollen.

Um in den Portal-Kurs eingeschrieben zu werden, nutzen Sie entweder unser Kontaktformular oder schreiben Sie uns eine Mail mit der Info, wer Sie sind und welches Interesse Sie an diesem Kurs haben: methodenlab.quali@uni-due.de

[Grafik zu den Bereichen des Portals MethodenLab Qualitative Forschung]

Eine Öffnung des Gesamtangebotes für Wissenschaftler*innen und Studierende außerhalb der UDE ist aufgrund urheberrechtlicher Beschränkungen leider nicht möglich. Als Anregung für Lehrende an anderen Standorten bieten wir zu Demonstrationszwecken einen Einblick in einen unserer Kurse. Bitte schreiben Sie uns eine Mail an methodenlab.quali@uni-due.de und fordern Sie die Zugangsdaten zu einem Gäste-Account an.

Die drei Säulen der Kurse

Unsere Kurse zielen auf die Verknüpfung von forschungsmethodischem Wissen auf der einen und forschungspraktischen Fertigkeiten auf der anderen Seite ab.

Vor dem Hintergrund des Ansatzes des Forschenden Lernen in der Lehramtsausbildung betreiben Studierenden Forschung nicht nur um der Forschung willen, sondern auch um sensibilisiert zu werden für die Komplexität von Schul- und Unterrichtsgeschehen, gerade auch im Hinblick auf Inklusion und Heterogenität. Gleichzeitig braucht es ein grundlegendes Wissen und Fertigkeiten um überhaupt forschen zu können.

Durch die Reflexion sowohl auf inhaltlicher als auch auf methodischer Ebene, eröffnet sich das Potential zu lernen und zu erfahren, dass es eine Vielfalt von Perspektiven auf soziale Wirklichkeiten gibt.

Wir entwickeln unsere Kurse auf folgenden drei Grundannahmen:

  1. Wir verstehen Forschungspraxis Handlungspraxis: Forschen wird im „Tun“ gelernt.
  2. Studierende lernen eigenverantwortlich in unterschiedlichen Settings anhand eigener Projekte forschen.
  3. Kooperative, auf Sozialität und Reflexion ausgelegte Lernumgebungen unterstützen den Lernprozess, da diese Momente den Prämissen qualitativer Methoden entsprechen.

Die Studierenden werden jeweils mithilfe der Trias Wissen Üben Transfer angeleitet, ihren Lernprozess über die Aneignung von grundlegendem Wissen hin zur Umsetzung im eigenen Projekt selbst zu strukturieren.

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Begleitforschung des MethodenLabs Qualitative Forschung

Die Entwicklung der Angebote wird von einer rekonstruktiven Begleitforschung gerahmt und Gruppendiskussionen mit Studierenden, die sich in verschiedenen Phasen ihres Studiums mit Forschungsmethoden auseinandersetzen, mit der Dokumentarischen Methode interpretiert. Rekonstruiert wurden Formen der Aneignung qualitativer Forschungsmethoden Lehramtsstudierende. Besonderes Augenmerk erhalten dabei Potenziale und Grenzen virtueller und auf Selbstorganisation ausgelegter Lernsettings im Bereich des Forschenden Lernens.

Erste Ergebnisse sind bereits erschienen:

Brenneke, Bettina; Schrader, Tina-Berith; Pfaff, Nicolle; Tervooren, Anja (2018): Das Praxissemester als Erfahrungsraum Forschenden Lernens? Ambivalenzen in der Aneignung qualitativer Forschungsmethoden. In: Michaela Artmann; Petra Herzmann; Anke Liegmann (Hrsg.): Professionalisierung im Praxissemester. Beiträge qualitativer Forschung aus Bildungswissenschaft und Fachdidaktik zu Praxisphasen in der Lehrerbildung. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt Verlag, 2018, S. 38-55.

Brenneke, Bettina; Schrader, Tina-Berith; Pfaff, Nicolle; Tervooren, Anja (2018): Qualitative Forschung im Lehramtsstudium – Methodenlernen in online-gestützten Kurssystemen. In: Neuber, Nils; Paravicini, Walther; Stein, Martin (Hrsg.): Forschendes Lernen – the wider view. Eine Tagung des Zentrums für Lehrerbildung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster vom 25. bis 27.09.2017. Schriften zur Allgemeinen Hochschuldidaktik. Band 3. Münster: WTM-Verlag, S. 471-472.

Pfaff, Nicolle; Tervooren, Anja (2020) (Hrsg.): Qualitative Forschung im Kontext digitaler Medien. ZQF – Zeitschrift für Qualitative Forschung. Schwerpunktheft. Jg. 21. Nr. 2-2020

Pfaff, Nicolle; Tervooren, Anja (2020): Editorial. In: Ders. (Hrsg.): Qualitative Forschung im Kontext digitaler Medien. ZQF – Zeitschrift für Qualitative Forschung. Schwerpunktheft. Jg. 21. Nr. 2-2020. S. 157-163

Schrader, Tina-Berith; Brenneke, Bettina; Pfaff, Nicolle; Tervooren, Anja (2020): „Das ist jetzt eine gute Situation und das kannst du gut beobachten…“. Rekonstruktionen studentischer Erfahrungen des qualitativen Methodenlernens als Ausgangspunkte der Entwicklung von forschungsmethodischen Online-Kursen. In: Pfaff, Nicolle; Tervooren, Anja (Hrsg.): Qualitative Forschung im Kontext digitaler Medien. ZQF – Zeitschrift für Qualitative Forschung. Schwerpunktheft. Jg. 21. Nr. 2-2020. S. 199-217 

Pfaff, Nicolle; Tervooren, Anja; Schrader, Tina-Berith; Gottuck, Susanne; Brenneke, Bettina (2022): Qualitative Methoden online lehren: das MethodenLab Qualitative Forschung. In: Kondrajuk, Maria; Dörner, Olaf; Tiefel, Sandra; Ohlbrecht, Heike (Hrsg.): Qualitative Forschung auf dem Prüfstand. Beiträge zur Professionalisierung qualitativ-empirischer Forschung in den Sozial- und Bildungswissenschaften. Opladen: Verlag Barbara Budrich (im Erscheinen).

Copyright

© Logo: MethodenLab Qualitative Forschung & Jennifer Friedauer

© Symbole Wissen, Üben, Transfer: Jennifer Friedauer

© Foto Gruppendiskussion aus Lego; Foto Interviews: Tina-Berith Schrader

cc0: Foto Mosaik
cc0: Foto Tafel
cc0: Anker
cc0: Wasserreflektionen
cc0: Wäscheklammern

Logo_hellgrün

Kontakt

Universität Duisburg-Essen
Fakultät für Bildungswissenschaften
S06 S05 B42/B69
Universitätsstr. 2
45141 Essen

E-Mail an das Teilprojekt Qualitative Forschung

Projektleitung

Prof.in Dr. Nicolle Pfaff
AG Migrations- und Ungleichheitsforschung

E-Mail an Prof.in Dr. Nicolle Pfaff

Prof.in Dr. Anja Tervooren
AG Kindheitsforschung

E-Mail an Prof.in Dr. Anja Tervooren

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Porträt von Susanne Gottuck
Susanne Gottuck
AG Kindheitsforschung
Raum: S06 S05 B69

E-Mail an Susanne Gottuck

Tina-Berith Schrader, M.A.
AG Migrations- und Ungleichheitsforschung
S06 S05 A50

E-Mail an Tina Schrader

ehemalige Mitarbeiterin

Bettina Brenneke
AG Kindheitsforschung

E-Mail an Bettina Brenneke

Studentische Mitarbeiter*innen

Leah Pauluhn

ProViel wird im Rahmen der gemeinsamen
„Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund
und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung gefördert.

Unter dem FKZ 01JA1910