Einleitung

Während sich das BYPASS-Projekt hauptsächlich mit dem strukturellen Optimierungspotential von Schiffe für eine Evakuierung beschäftigte, geht es im PESOS-Projekt, als BYPASS-Nachfolgeprojekt, um andere sicherheitsrelevante Aspekte von Passagierschiffen (hauptsächlich RoRo Fähren):

  • Der Einfluss von externen Gefahren wie Feuer und Rauch auf Passagiere / den Evakuierungsprozess
  • Das Verhalten der Mannschaft während einer Notfallsituation
  • Passagierfluss an Bord während normaler Situationen
  • Experimente zum Fußgängerverhalten

Deshalb hat Pesos hauptsächlich das Ziel, Antworten zu geben, wie die Sicherheit auf vorhandenen Schiffen - wo strukturelle Änderungen unmöglich oder aber sehr teuer sind - verbessert werden kann.
Zu Feuer und Rauch sind bereits Versuche gemacht worden und werden weiterhin gemacht, um Daten über die Verbreitung des Rauchs in einer bestimmten Umgebung zu bekommen. Diese grundlegenden physikalischen Daten können dann verwendet werden, um die Verfügbarkeit von verschiedenen Fluchtwegen während eines Feueralarmes und den Einfluss auf Verhalten und physische Leistungsfähigkeit der Passagiere zu berechnen.
Deshalb ist ein Interpretationsprozess notwendig der die Wirkung von Giften auf den menschlichen Organismus angibt. Dies geschieht mit Hilfe des "fractional effective dose model".
Zweifellos ist das Verhalten der Mannschaft während einer Evakuierung für die Sicherheit der Passagiere entscheidend. Doch ein Mannschaftsmitglied kann sich sehr viel effektiver verhalten, wenn es eine gute Intuition für die Situation hat. Man hofft, dass diese Intuition mit Simulationsprogrammen in der Ausbildung der Mannschaftsmitglieder entwickelt werden kann. Daneben können solche Simulationen helfen den besten Einsatzplan für den Notfall auszuarbeiten.
Reeder möchten, dass auch die Normalsituation  für ihre Kunden so komfortabel wiemöglich ist. Deshalb ist der Normalzustand auch von Interesse. Da abzusehen ist, dsas die Maximalkapazität von Kreuzfahrtschiffen in den nächsten Jahren auf über 10000 Passagiere zunehmen wird, ist dies auch eine Frage der Sicherheit und nicht nur des Komforts, denn manche potentiell gefährliche dynamische Phänomene in Menschenmengen - wie z.B. Gegenfluss - können in normalen Situationen sogar häufiger auftreten als bei Evakuierungen (bei denen alle in die gleiche Richtung laufen).
Bisher sind nur relativ wenige Experimente zur Fußgängerbewegung gemacht worden. Dies liegt an den besonderen Schwierigkeiten, die hier auftreten. Doch für die Validierung der verwendeten Simulationsmodelle sind Daten aus Experimenten unerlässlich.
Mittlerweile haben auch zwei Experimente stattgefunden. Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmern sowie Herrn Baues von der Sportschule Wedau.
Das erste Experiment fand in der Sportschule Wedau statt. Ziel war den Fluss (Personen pro Zeit) in einem Korridor in Gegenstromsituationen mit unterschiedlichen relativen Gruppengrößen zu messen. Von diesem Experiment gibt es einen kurzen Videoclip.

Beim zweiten Experiment wurde an der Universität Duisburg-Essen der Fluss durch einen Ausgang gemessen. Die Durchgangsbreite wurde hierbei von 40 cm bis 1,6 Meter variiert.