Untersuchungen

  • Magnetresonanztomographie

Mittels der Magnetresonanztomographie (MRT) untersuchen wir die Struktur und Funktion des Gehirns. Aufnahmen der Hirnstruktur umfassen beispielsweise eine anatomische Messung, die die unterschiedlichen Gewebearten, d.h. die graue und weiße Substanz und die Hirnflüssigkeit (Liquor), möglichst gut darstellt. Da die 1000Gehirne-Studie sich zum Ziel gesetzt hat, möglichst neue und ungeklärte Fragestellungen der Alterungsforschung zu beantworten, liegt ein weiterer Schwerpunkt unserer MRT-Messungen auf neuester Diffusionsbildgebung, um die Verbindungen (Faserbahnen) zwischen verschiedenen Hirnarealen sichtbar zu machen und diese im Altersverlauf zu untersuchen. Neben strukturellen Aufnahmen des Gehirns wird in der 1000Gehirne-Studie ebenfalls die Hirnfunktion untersucht. Mit Hilfe des sogenannten funktionellen MRTs kann untersucht werden, welche Hirnareale an der Bearbeitung einer Aufgabe beteiligt sind. Außerdem werden funktionelle Messungen während einer Ruhephase gemacht, um die Hirnfunktion unabhängig von einer spezifischen Aufgabe zu messen. Die aktuelle Forschung deutet daraufhin, dass Letzteres besonders gut die grundlegende funktionelle Arbeitsweise des Gehirns abbildet.

  • Neuropsychologische Fähigkeiten

Veränderungen der Hirnstruktur und -funktion im Laufe der normalen Alterung gehen typischerweise mit Veränderungen der kognitiven Leistungen einher, wobei deren Ausmaß interindividuell sehr unterschiedlich ist. Während einige Personen auch im hohen Alter noch kognitiv hoch leistungsfähig sind, zeigen andere bereits einen Leistungsabbau beispielsweise in Gedächtnisleistungen oder Aufmerksamkeit. Ziel aktueller Forschung ist es, neuronale Grundlagen für den unterschiedlichen Leistungsabbau zu identifizieren. In der hierfür durchgeführten neuropsychologischen Testung werden somit kognitive Funktionen unterschiedlicher Bereiche getestet, zu denen Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsfunktionen, Sprachfähigkeiten sowie Exekutivfunktionen gehören. Die aus der Testung resultierenden Leistungsprofile können anschließend mit den strukturellen und funktionellen Hirndaten in Verbindung gebracht werden.

  • Motorik

Im Rahmen der motorischen Testung werden Fähigkeiten geprüft, die typischerweise im Alterungsprozess abbauen. Dabei werden sowohl ein- und beidhändige fein- und grobmotorische Finger- und Handbewegungen getestet sowie die Fähigkeit, motorische Handlungssequenzen zu lernen und zu wiederholen. Zudem wird hier ein besonderer Fokus auf die Gang- und Haltungsstabilität der Probanden gelegt. Diese werden mit Gehtests sowie einer Schwingplattform untersucht, auf der die Probanden Bewegungen ausgleichen sollen.

  • Fragebögen zur Selbsteinschätzung und Fremdbeurteilung

Ein weiterer für den Alterungsprozess entscheidender Aspekt ist die subjektive Bewertung des Alterungsverlaufs, des Wohlbefindens und der Lebensqualität. Für die Erhebung dieser Faktoren werden etablierte Fragebögen verwendet, die Fragen zur Persönlichkeit, Lebensqualität, alltäglicher Aktivitäten, Verhaltensänderungen, psychiatrischen Symptomen, Händigkeit und Sprachfähigkeiten erfassen. In Abstimmung mit den Probanden werden zusätzlich nahe Verwandte bezüglich möglicher Verhaltensänderungen befragt. Auch diese Daten bilden einen essentiellen Beitrag zur Erforschung der hohen interindividuellen Variabilität von Gehirn und Kognition.

  • Genetik

Der Verlauf der Alterung ist nicht nur durch unsere Verhaltensweisen bestimmt, sondern möglicherweise auch durch unsere genetische Prädisposition. Genetische Analysen der 1000Gehirne-Studie sollen genetische Faktoren identifizieren, die einen Einfluss auf funktionelle und strukturelle Hirnveränderungen im Alterungsprozess haben. Studien, die sich der genetischen Grundlage von beispielsweise neurodegenerativer oder psychiatrischer Krankheiten widmeten, konnten bereits einige genetische Risikofaktoren identifizieren, die ebenfalls für den normalen Alterungsverlauf relevant sein könnten. Diese bereits bekannten, aber auch mögliche neue Risikofaktoren sollen in der 1000Gehirne-Studie bezüglich ihres Einflusses auf die Hirnalterung geprüft werden.