Heinz Nixdorf Recall MehrGenerationenStudie: 2.000 Proband untersucht

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine der häufigsten Todesursachen in Industrienationen. Ob und inwieweit diese erblich bedingt sind, wird aktuell am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) im Rahmen der Heinz Nixdorf Recall MehrGenerationenStudie erforscht. Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen erforschen erstmals über mehrere Generationen hinweg, inwieweit positive und negative Einflüsse innerhalb von Familien in ähnlicher Form auftreten und wirken. Jetzt konnte der 2.000 Proband untersucht werden. Das Besondere: jeder von ihnen ist entweder Lebenspartnerin bzw. Lebenspartner oder Kind eines ursprünglichen Teilnehmers der Heinz Nixdorf Recall Studie.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine der häufigsten Todesursachen in Industrienationen. Ob und inwieweit diese erblich bedingt sind, wird aktuell am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) im Rahmen der Heinz Nixdorf Recall MehrGenerationenStudie erforscht. Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen erforschen erstmals über mehrere Generationen hinweg, inwieweit positive und negative Einflüsse innerhalb von Familien in ähnlicher Form auftreten und wirken. Jetzt konnte der 2.000 Proband untersucht werden. Das Besondere: jeder von ihnen ist entweder Lebenspartnerin bzw. Lebenspartner oder Kind eines ursprünglichen Teilnehmers der Heinz Nixdorf Recall Studie.

Die Heinz Nixdorf Recall MehrGenerationenStudie ist die Fortführung der seit dem Jahre 2000 laufenden Heinz Nixdorf Recall (HNR) Studie, welche zahlreiche neue Erkenntnisse über Herz-Kreislauf-Erkrankungen erbracht hat und unter anderem nachweisen konnte, dass mit Hilfe von bildgebenden Verfahren die Vorhersage einer Herzinfarktgefährdung verbessert werden kann. Die darauf aufbauende Heinz Nixdorf Recall MehrGenerationenStudie untersucht nun, in welchem Ausmaß koronare und andere Gefäßerkrankungen vererbt und in welchem Ausmaß epigenetische Faktoren,  Umwelteinflüsse und bzw. oder psychosoziale Faktoren auf die Entwicklung dieser Krankheiten Einfluss nehmen. Hierzu sind und werden die rund 2.600 Lebenspartner und Lebenspartnerinnen sowie 7.500 Kindern der Teilnehmer und Teilnehmerinnen der ersten Studie eingeladen, sich ebenfalls untersuchen zu lassen.

 

Jedes Jahr sterben in Deutschland zwischen 100.000 und 150.000 Menschen am plötzlichen Herztod, allein in Essen gibt es etwa 1.200 plötzliche Todesfälle, die zumindest teilweise auf Herz- / Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen sind, denn in urbanen Räumen ist das Risiko höher als in ländlichen Regionen. Aufgrund ungeklärter Todesfälle geht man von einer zusätzlichen Dunkelziffer aus. „Wenn wir die Ursachen der Erkrankung besser verstehen lernen, können wir auch neue Präventions- und Behandlungsmethoden entwickeln. Dies könnte vielen Menschen auf der ganzen Welt helfen, die unter der Arteriosklerose oder ihren Folgen wie Durchblutungsstörungen, Angina Pectoris oder einem Herzinfarkt leiden“, erläutert Prof. Dr. Raimund Erbel. Die Wissenschaftler in Essen haben mit ihren Untersuchungen bereits gezeigt, dass nicht nur der Lebensstil von Menschen in den Industrienationen einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der koronarer Herzerkrankungen nimmt, sondern dass auch die erblich bedingte Anlage ausschlaggebend sein könnte. Zudem hat die Multi-Ethnic-Study of Atherosclerosis (MESA) in den USA  Hinweise ergeben, dass die Gefäßerkrankungen möglicherweise „in der Familie liegen“. Zudem konnten Wissenschaftler schon bei Mumien aus Ägypten Hinweise auf die koronare Gefäßverkalkungen finden.

Im Rahmen der Studie werden Männer ab 40 und Frauen ab 45 Jahren mit Hilfe des neuesten CT am Herzen untersucht, das eine besonders schonende Untersuchung der Probanden erlaubt. Darüber hinaus werden die Gefäße sämtlicher Teilnehmer, also auch die der jüngeren Probanden, per Ultraschall überprüft, ihre Blutwerte werden erfasst und Umweltfaktoren und psychosoziale Belastungen abgefragt. Atemtests und die Überprüfung der kognitiven Fähigkeiten im höheren Lebensalter runden das Untersuchungsspektrum ab.

Hervorzuheben ist die langfristige und nachhaltige Förderung der Studie durch die Heinz Nixdorf Stiftung unter dem Vorstand von Martin Nixdorf, Dr. Bernd Klein und Dr. Horst Nasko.

Initiatoren der Studie, Prof. Dr. Raimund Erbel, ehemaliger Direktor der Klinik für Kardiologie des UK Essen, Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel, Direktor des Institutes für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE), sowie Prof. Dr. Michael Forsting, Direktor des Institutes für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie am UK Essen und Prodekan für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen.