Wissenschaftsmatinee

Ein Herz für die Vorsorge

Vor elf Jahren haben Wissenschaftler des Uniklinikums Essen die Heinz Nixdorf Recall Studie ins Leben gerufen. Zwischen dem Jahr 2000 und 2003 sind im Erhebungszentrum 4.800 Bürger der Städte Essen, Bochum und Mülheim a. d. Ruhr untersucht worden. Ziel dieser Langzeitstudie ist es, Methoden zu entwickeln, die eine Herzerkrankung frühzeitig erkennen lassen, um damit den Herztod oder Herzinfarkt verhindern zu können.

„Die Langzeitstudie wäre ohne die Förderung durch die Heinz Nixdorf Stiftung und dem damaligen Vorsitzenden Dr. Schmidt nicht möglich gewesen wäre“, erläutert Prof. Dr. Raimund Erbel, Direktor der Klinik für Kardiologie am UK Essen. Um sich bei den untersuchten Menschen und den Förderern zu bedanken, stellten Wissenschaftler und andere Beteiligte am Sonntag, 10. Juli, in einem Wissenschaftsmatinee in der Essener Philharmonie Resultate der Studie vor. Neben pointierten Vorträgen und lebendigen Podiumsdiskussion wurden die Ergebnisse den über 1.000 geladenen Gästen vorgestellt. Mit dabei waren neben Medizinern auch Politiker und Wissenschaftler wie NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, der Oberbürgermeister der Stadt Essen Reinhold Paß, der Rektor der Universität Duisburg-Essen Prof. Dr. Ulrich Radtke, der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen Prof. Dr. Michael Forsting sowie die beiden Vorstände der Heinz Nixdorf Stiftung Martin Nixdorf und Dr. Bernd Klein.

Im Sommer 2011 startete die Heinz Nixdorf Recall Studie die dritte Untersuchungsreihe, zu der wieder alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen werden. Diesmal soll aufgeklärt werden, wie sich Risikofaktoren für einen Herzinfarkt auch andere chronische Erkrankungen im Laufe der Zeit entwickelt haben. Ein weiteres besonderes Augenmerk wird dabei auf die geistige und körperliche Beweglichkeit und auf gesundheitliche Einflüsse der alltäglichen Arbeit gelegt. Einen weiteren Fokus richtet die Studie auf die generationsübergreifende Forschung. So sollen in Zukunft auch Kinder und Partner der Studienteilnehmer untersucht werden, um herauszufinden, ob und inwieweit Risikofaktoren, Umweltfaktoren sowie soziale und psychosoziale Bedingungen die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen. Die Anstrengungen in dieser bislang einzigartigen Studie dienen dabei einem gemeinsamen Ziel: Die Vorbeugung und Früherkennung von Erkrankungen auch für zukünftige Generationen entscheidend zu verbessern.