Forschungsprojekt

Behandlungsevaluation sexuell übergriffiger strafunmündiger Kinder

Dipl.-Psych. Klaus Elsner; Dipl.-Psych. Andrej König

Kooperation:

  • EDUCON • Düsseldorf
  • Ärztliche Kinderschutzambulanz • Münster
  • Neukirchner Erziehungsverein • Neukirchen-Vluyn
  • Zinnober - Fachberatungsstelle gegen Gewalt • Velbert
  • Fachstelle AUS.WEGE AWO • Düsseldorf
  • Deutscher Kinderschutzbund • Rheine
  • Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern • Gelsenkirchen
  • Martini gGmbH - Kinder-, Jugend- und Familienhilfe • Nottuln
  • Kaiserswerther Diakonie – Jugend- und Familienhilfe • Düsseldorf
  • Ev. Johanneswerk Grünau-Heidequell • Bad-Salzuflen
  • Komm an Fachstelle für Gewaltprävention und Beratung • Wuppertal
  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters • Bedburg-Hau
  • Ärztliche Kinderschutzambulanz und Beratungsstelle „Neue Wege“ • Bochum
  • LWL-Jugendheim • Tecklenburg
  • Schloss Dilborn - Die Jugendhilfe • Brüggen
  • Diakonie Düsseldorf - Beratungsstelle „Gewalt in Familien“ • Düsseldorf
  • Rheinisches Jugendheim Steinberg • Remscheid
  • KiD – Kind in Düsseldorf GmbH • Düsseldorf

Zusammenfassung:

In den letzten Jahren hat das Problem sexuell übergriffiger strafunmündiger Kinder zuneh-mend Beachtung gefunden. Retrospektive Berichte von Sexualstraftätern zeigen in 50.0% der Fälle einen Delinquenzbeginn in der Adoleszenz (Andrade, 2006). Auch der Beginn pa-raphiler Störungen liegt nach einer Meta-Analyse von Abel et al. (1993) bei 42.3% (N = 1.025) der Sexualstraftäter vor dem 18. Lebensjahr. Der Polizeilichen Kriminalstatistik des Jahres 2005 ist zu entnehmen, dass 6.3% aller tatverdächtigen Kindesmissbraucher im stra-funmündigen Alter sind. Bezogen auf die Anzahl der tatverdächtigen Kinder pro 100.000 Einwohner dieser Altersgruppe ist das im Vergleich zum Jahr 1999 ein Zuwachs von 26.4%. In der Polizeilichen Kriminalstatistik Nordrhein-Westfalen 2005 sind es insgesamt 222 Kin-der, die einer Tat gegen die sexuelle Selbstbestimmung verdächtig sind, davon 21 Mädchen.
In Nordrhein-Westfalen halten Beratungsstellen und stationäre Einrichtungen der Jugendhilfe für diese Problemgruppe spezielle Behandlungsangebote bereit. Sie orientieren sich dabei vorwiegend an Therapiekonzepten, die in Großbritannien und den Niederlanden mit jugendli-chen Sexualstraftätern durchgeführt werden.
Bislang steht ein Nachweis der Wirksamkeit dieser therapeutischen Maßnahmen bei sexuell übergriffigen Kindern aber noch aus. Zudem gibt es keine empirisch fundierten Kriterien dafür, welches Kind von welchen therapeutischen Interventionen (Art der Intervention, Dauer, Intensität, u.a.) profitiert. Fraglich ist zudem, ob sich sexuell  übergriffige von aggressiven Kindern unterscheiden und wenn ja, worin diese Unterschiede bestehen. Wir vergleichen deshalb die Gruppe sexuell übergriffiger Kinder mit einer Gruppe aggressiv auffälliger Kinder sowie einer Gruppe von Schulkindern, die weder mit sexuellen noch aggressiven Verhaltensmustern auffällig sind.
Unsere Studie soll zu folgenden Fragen erste Antworten geben:

  • Gibt es Unterschiede in den psychischen Auffälligkeiten sexuell übergriffiger und aggressi-ver Kinder?
  • Welche Kinder profitieren von welchen Behandlungsmaßnahmen (z.B. stationär vs. ambu-lant, spezifische vs. unspezifische Behandlungskonzepte etc.)?
  • Lassen sich Prädiktoren für positive oder negative Behandlungsverläufe eruieren?

Förderung

  • Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW

Kontakt

Dipl.-Psych. Klaus Elsner

LVR-Klinikum Essen
Kliniken/Institut der Universität Duisburg-Essen
Institut für Forensische Medizin
Virchowstraße 174
45147 Essen

klaus.elsner@uni-due.de