So entstand der SAP

Ein historischer Abriss


Die Institution der Sozialen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner des Landes - kurz "SAP" -  wurde im Oktober 1986 vom damaligen Innenminister Herbert Schnoor ins Leben gerufen. Gesetzliche Grundlage dazu bildete später der Grundsatzerlass zur Tätigkeit der Sozialen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner (SAP) - Rd.Erl. des IM NRW vom 03.09.1996 - II B5 - 9.39.13. Zunächst wurden die SAP im Innenministerium etabliert, vor allem in den Dienststellen der Polizei, da die persönliche Belastung der dortigen Beschäftigten wegen der oft extremen Konfrontation mit Leid und Gewalt auch damals schon besonders hoch war.

Begann das SAP-Beratungskonzept ursprünglich bei der präventiven Alkohol- und Suchtberatung, so geht es in der Beratung mittlerweile um eine große Spannbreite psychosozialer Probleme. Ob Mobbing, Liebeskummer oder Überschuldung, um nur eine kleine Auswahl der Themen zu nennen, in jedem Fall stehen die SAP während der Dienstzeit eigenständig und weisungsungebunden ihren Kolleginnen und Kollegen für ein Gespräch zur Verfügung. Oberstes Gebot ist dabei die Verschwiegenheitspflicht, der die SAP lt. Erlass unterliegen und von der nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Betroffenen abgewichen werden darf.

2001 charakterisierte Herr Dr. Fritz Behrens, damals nordrhein-westfälischer Innenminister, in seiner Rede zum 15jährigen Bestehen dieser Institution deren Aufgabe folgendermaßen: "Jeder kann in eine Lage kommen, in der er Rat und Hilfe benötigt und wir alle wissen, dass die Sorgen manchmal so groß sind, dass sie sich auch auf das gesamte Arbeitsumfeld auswirken können. An dieser Stelle ist die ‚Hilfe zur Selbsthilfe' durch die Sozialen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner von unschätzbarem Wert, sowohl für den einzelnen als auch für das Miteinander in der Behörde insgesamt".

2001 begann die Ausbildung der ersten SAP an unserer Hochschule, Gabi Schulte. Bis einschließlich 2010 hat Gabi Schulte neben ihrem Amt als Personalratsvorsitzende die Tätigkeit als SAP für die Beschäftigten beider Campi alleine ausgeübt und sich sehr dafür eingesetzt, dass dieses hochschulinterne Beratungsangebot erweitert wird. Lt. Erlass ist von einem Schlüssel von einem SAP pro 200 Beschäftigte auszugehen. An der UDE gibt es aktuell rund 4.000 Beschäftigte.

Mit dem neuen Erlass von 2007 (Erlass zur Neukonzeption der Tätigkeit der Sozialen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner (SAP) RdErl. d. Innenministeriums - 27.34 - 00 - v. 27.8.2007) wurde die SAP-Ausbildung novelliert, u. a. verkürzte sich die Ausbildungszeit von zunächst ca. 3 Jahren auf ca. 18 Monate. Im Anschluss an die Fortbildung finden regelmäßige verpflichtende Supervisionen und Weiterbildungen statt, in denen Themen aus der Beratungspraxis wie z. B. Sucht, Depression oder Mobbing vertieft werden.

2009 wurden an der Universität Duisburg-Essen fünf weitere SAP ausgewählt und Anfang 2010 in die Ausbildung geschickt: Franz-Josef Hox, Ute Nieskens, Ines Snowley, Kirsten Wosniack und Sabine Zix. Seit Mai 2011 hat auch die letzte von uns SAP den vom Erlass vorgeschriebenen Ausbildungsteil zur Beratung abgeschlossen, so dass wir SAP Ihnen nun alle für ein Beratungsgespräch zur Verfügung stehen. Unabhängig vom Campus, an dem Sie beschäftigt sind, oder aber von Art und Eingruppierung Ihrer Beschäftigung können Sie nun bei Bedarf einen von uns SAP für ein Gespräch auswählen.