5.1.3.4 Erzählstil und Wissenschaftsstil

Erzählung und wissenschaftliche Arbeit sind nicht nur für den Sprecher/Schreiber, sondern auch für den Zuhörer/Leser mit unterschiedlichen Haltungen verbunden:

Während es beim wissenschaftlichen Text darauf ankommt, nüchtern, sachlich, nachvollziehbar und strukturiert – das heißt meist: einer zuvor dargelegten Argumentation entsprechend – zu schreiben, lebt das Erzählen davon, dass Spannung aufgebaut, Nebensächliches ausgeschmückt und in Sprüngen – das heißt: mit Vorausdeutungen oder Rückblenden – geschrieben oder gesprochen wird.

Ist im wissenschaftlichen Text die handelnde Person selbst nicht von Interesse, bildet sie in der Erzählung häufig den Angelpunkt: Wer erzählt, wählt die ich-Form, wer wissenschaftlich schreibt, eher das Passiv. Persönliche Kommentare, die eine Erzählung beleben, sind im wissenschaftlichen Text selten, und wenn, dann nur als Elemente der Argumentation und mit Beleg üblich.