5.1.3.5 Briefstil und Wissenschaftsstil

Ein Charakteristikum der deutschen Wissenschaftssprache ist es, dass sie einen Stil aufweist, der wenig von seinem Verfasser geprägt ist und daher auch als  "windowpane-style" bezeichnet wird.

Die Sprache eines wissenschaftlichen Textes sollte nach diesem Ideal möglichst deutlich und kaum spürbar sein. Dies wird häufig umgesetzt, indem Verfasser sich bemühen  ich-frei erzähl-frei und  metaphern-frei zu schreiben, was oft umständlich klingt und zu komplizierten Umschreibungen führt. Werden diese Anforderungen erfüllt, so ergibt sich, dass ein Text weitgehend neutral und unabhängig von der Persönlichkeit seines Verfassers erscheint.

Dies ist im Briefstil gerade nicht gewünscht: Hier geht es um die offene, persönliche Ansprache, wo wir gemeint ist, sollte auch wir stehen, wo Sie gemeint ist, ist die direkte Anrede erwünscht. Über nicht-standardmäßige Formulierungen präsentiert sich die Corporate Identity eines Unternehmens.