5.6.2.3 Die Bildhaftigkeit der Sprache

Die Kunst des Formulierens besteht darin, weder mit der Tür ins Haus zu fallen noch um den heißen Brei herumzureden, dabei aber den Nagel auf den Kopf zu treffen: Die Sprache ist voll von  Wendungen, und Floskeln, die sprachliche Bilder sind, man findet sie in entsprechenden Wörterbüchern zusammengestellt und in ihrer Bedeutung und Herkunft erläutert.

Einige von ihnen springen sofort ins Auge, weil man sie sich plastisch vorstellen kann. Sie liegen einem auf der Zunge und scheinen zu passen wie die Faust aufs Auge. Da lässt man gerne fünfe gerade sein, fasst sich ein Herz und plötzlich sprudeln sie hervor und bevölkern den Text.

Andere Formulierungen sind erst auf den zweiten Blick metaphorisch: Wenn sich Argumentationen im Kreis drehen, weil Argumente nicht stichhaltig sind, wenn eine fruchtbare Diskussion im Sande verläuft, weil die Gegner unversöhnlich blieben und Wortgefechte ausführten, dann sind das Formulierungen, die über eine eigene Bildhaftigkeit verfügen.

Wie die Beispiele zeigen, sollte das Maß der Bildhaftigkeit nicht  überschritten werden.