Fall 02 (Individualarbeitsrecht)

Thema: Direktionsrecht

M arbeitet in einem Restaurant des Herrn B. Ulette, der in seiner Restaurantkette ca. 70 Arbeitnehmer beschäftigt, als Koch. Herr Ulette hat das Tragen einer einheitlichen Arbeitskleidung vorgeschrieben. Bei den am Grill beschäftigten Mitarbeitern, zu denen auch M zählt handelt es sich bei der Arbeitskleidung um eine schwarz-weiß-karierte (Pepita)hose, eine weiße Kochjacke, ein rotes Halstuch, eine knöchellange weiße Schürze, ein weißes Hemd sowie eine Papierfaltmütze. Letztere hat eine Schiffchenform, ist weiß und trägt das Firmenzeichen des Restaurants.

In dem zwischen M und Herrn Ulette geschlossenen schriftlichen Arbeitsvertrag ist hinsichtlich der Dienstkleidung nichts geregelt.

Am 26.02.1995 teilte M, der der Religionsgemeinschaft der Sikhs angehört, Herrn Ulette mit, daß er von nun an Bart- und Kopfhaar frei wachsen lassen und künftig während der Arbeitszeit einen Turban tragen werde. Herr Ulette wies ihn daraufhin auf die zu tragende Dienstkleidung hin, zu der auch die Papierfaltmütze zähle und untersagte dem M unters Hinweis auf sein Weisungsrecht, die Haare und den Bart wachsen zu lassen.

Als M Mann einen Monat später immer noch mit Turban und langem Kopf- und Barthaar zur Arbeit erschien und sich gegenüber Herrn Ulette weiterhin weigerte dessen Weisung zu folgen, sprach Herr Ulette mit Schreiben vom gleichen Tag die fristlose Kündigung aus.