Festschrift: 25 Jahre UB Essen

Vorwort

Die notwendige Literatur und die erforderlichen Informationen für einen effektiven Wissenschaftsbetrieb zur Verfügung zu stellen, erfordert Aufwand. Erhebliche finanzielle und personelle Anstrengungen waren besonders in der Aufbauphase der neugegründeten Gesamthochschule Essen notwendig. In einem auf vorzeigbare wissenschaftliche Resultate ausgerichteten Forschungsbetrieb und bei der Organisation günstiger Studien- und Arbeitsbedingungen für Studentinnen und Studenten kommt der Ressource Literatur eine Schlüsselrolle zu. Hochschulen "leisten" sich eine Universitätsbibliothek als zentrale Einrichtung. Ohne diesen Dienstleistungsbetrieb würden Forschung und Lehre beschwerlicher, wenn nicht gar unmöglich gemacht. Die Arbeitsteilung zwischen Informationsbearbeitung durch Wissenschaftler und Studenten und Informationsbereitstellung durch die Bibliothek birgt einen wesentlichen Aspekt der angesprochenen erforderlichen Effektivität.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universitätsbibliothek Essen haben in den vergangenen 25 Jahren unter zum Teil schwierigen Ausgangsbedingungen versucht, ihren Beitrag in diesem Prozeß zu leisten. Besonders hervorzuheben ist, daß die Betrachtung dieses Vierteljahrhunderts auch einen Rückblick auf wesentliche Teile der Arbeit von Dr. Helal beinhaltet, der am 31.10.1996 aus dem aktiven Dienst in den Ruhestand verabschiedet wurde. 25 Jahre sind noch keine Zeitspanne, um hierüber Geschichtsschreibung zu veranstalten. Es sind aber doch Jahre genug, um einige wichtige Eckpunkte festzuhalten und in Erinnerung zu bringen. Dies wird mit der vorliegenden Broschüre als einer orientierenden Skizze versucht.

Für die Mühe, die wichtigsten Informationen aus dieser Zeitzusammenzustellen, darf ich den Autoren der nachfolgenden ‘kleinen Bibliotheksgeschichte’ sehr herzlich danken. Es ist ein Anfang und ein Beitrag um die Entwicklungen einer ansonsten sehr schnell vergessenen Zeitspanne zusammenzufassen. Verwiesen wird dabei auf manche Schwierigkeit und auf manche Unzulänglichkeit, die bis zum heutigen Tage anhält. Einige Provisorien sind geblieben und werden ihr Beharrungsvermögen beweisen.

In den vergangenen 25 Jahren ist aber auch das Modell eines wirtschaftlich arbeitenden einschichtigen Bibliothekssystems in der Praxis erprobt worden. Im Gegensatz zu der Zersplitterung in Instituts- und Seminarbibliotheken wurde auch in Essen ein Weg gegangen, die Literaturversorgung zentral zu organisieren, um dadurch Kosten zu sparen und die freie Zugänglichkeit für alle Hochschulangehörigen zu optimieren. Vor diesem Hintergrund wurde eine transparente, kooperative Erwerbungspolitik von Bibliothek und Hochschullehrern praktiziert, die sich heute in einem zum Teil ausgezeichneten Bibliotheksbestand präsentiert. Dieser Weg soll fortgesetzt werden.

Mit Blick auf die Zukunft ist weiterer Aufwand erforderlich, damit die Bibliothek als innovativ orientierter Dienstleistungsbetrieb ihrer Aufgabenstellung gerecht werden kann. Nach 25 Jahren Aufbauarbeit muß festgestellt werden, daß besonders in Hinblick auf die Verfügbarkeit wichtiger Bücher oder etwa bei der Bereitstellung angemessener Exemplarzahlen von Lehrbüchern laufender Ergänzungsbedarf besteht. Die Arbeitsbedingungen innerhalb der Bibliothek müßten dringend verbessert werden. Die Kostensteigerung bei Zeitschriften hat aktuell ein Maß erreicht, das in einigen Fächern den Kauf von Büchern oder die Aufrechterhaltung von wichtigen Abonnements verhindert. Das ist nun nicht zum ersten Mal in den vergangenen Jahren eingetreten, aber 1997/98 wird erstmals in einigen Bereichen die unverzichtbare Substanz an wissenschaftlicher Literatur angegriffen.

Die neuen Medien und der souveräne Umgang mit ihnen stellen weitere Anforderungen an die zukünftige Beschaffung von Informationen. In einer sich verändernden Medienwelt und mit Blick auf den Studien- und Forschungsstandort Essen wird es darauf ankommen, die erforderliche zeitgemäße Literaturversorgung für Forschung und Lehre in den nächsten Jahren zu organisieren. Der vorliegende Rückblick leistet einen Beitrag, um den aktuellen Ausgangspunkt dafür zu bestimmen.

A.Bilo

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Die Idee der Gesamthochschulen

Im August 1972 kam es in Nordrhein-Westfalen zur gleichzeitigen Gründung von fünf Gesamthochschulen. Dieses Reformmodell setzte sich vor allem folgende Ziele:

  • Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen zu einer Einheit zusammenzuschließen
  • neue, integrierte Grundeinheiten für Forschung und Lehre zu gründen, die auf Fachrichtungen und nicht auf Studiengänge bezogen sein sollte
  • das wissenschaftliche Personal zu einer funktionalen Einheit von Lehrenden und Forschenden zusammenzuführen
  • die unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen zu überwinden, so daß Studierende mit Abitur und Fachhochschulreife gemeinsam lernen können.

Diese integrative Konzeption hatte auch ihre Auswirkungen auf das Bibliothekswesen der neuzugründenden Hochschulen - diese sollen besonders im ersten Teil dieses Rückblicks geschildert werden.

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Die Eröffnung am 01.08.1972

Bei der 1972 errichteten Gesamthochschule Essen handelte es sich, wie auch bei den vier gleichzeitig geschaffenen Hochschulen in Duisburg, Paderborn, Siegen und Wuppertal, nicht um eine Neugründung 'auf der grünen Wiese'. Wie an den anderen Standorten auch kam es zur Überleitung bereits vorhandener Hochschuleinrichtungen, in erster Linie der jeweiligen Pädagogischen Hochschule und der Fachhochschule. Essen war die einzige Gesamthochschule mit einem Fachbereich Medizin, weil das Klinikum, das bis dahin die Abteilungen für Theoretische und Praktische Medizin der Ruhr-Universität Bochum dargestellt hatte, integriert wurde. Folgende Einrichtungen gingen also 1972 in der Gesamthochschule Essen auf:

  • Pädagogische Hochschule (Ruhr) - Abteilung Essen
  • Fachhochschule Essen (diese ihrerseits erst ein Jahr zuvor gegründet durch Zusammenfassung von:)
    • höhere Fachschulen für Wirtschafts- und Sozialwesen
    • Ingenieurschule für Bauingenieurwesen
    • Ingenieurschule für Maschinenbau
    • Abteilung Kunst / Abtei Werden
  • Klinikum

Diese Vorgängereinrichtungen hatten Bibliotheken, deren Bestände im wesentlichen den Grundstock des Bestandes der neuen Gesamthochschulbibliothek ausmachten. Der Altbestand hatte einen ungefähren Umfang von 140.000 Bänden; davon stammten annähernd 80.000 Bände aus Abteilungs- und Seminarbibliotheken der Abteilung Essen der Pädagogischen Hochschule Ruhr.

Da die Gebäude auf dem jetzigen Campus zum Zeitpunkt der Eröffnung erst in der Planung waren (erster Spatenstich auf der Hauptbaufläche am 24.10.72), war auch die Gesamthochschulbibliothek anfangs an sechs verschiedenen Stellen in der Stadt untergebracht:

  • Fachbibliothek Geisteswissenschaften in der Henri-Dunant-Straße
  • Fachbibliothek Gesellschaftswissenschaften in der Wüstenhöferstraße
  • Fachbibliothek Ingenieurwissenschaften in der Robert-Schmidt-Straße
  • Fachbibliothek Naturwissenschaften in der Schützenbahn
  • Fachbibliothek Kunst in der Abtei Werden

Dazu kam die Fachbibliothek Medizin im Klinikum an der Hufelandstraße. Diese hatte erst 1970 einen Neubau bezogen, der mit ca. 1.800m² Nutzfläche eine problemlose Unterbringung des aus etwa 50.000 Bänden bestehenden Bestandes ermöglichte und blieb von den weiteren Überlegungen zum räumlichen Aufbau ausgeschlossen. Ohnedies hatte und behielt das Klinikum eine gewisse Sonderstellung im Rahmen der zu gründenden Gesamthochschule, da es zuvor bereits einer Universität angegliedert war (zunächst der Universität Münster, dann der Bochumer Ruhr-Universität). Somit hatte sich die Zentralbibliothek des Klinikums bis zur Gründung der Gesamthochschule als Medizinische Abteilung der Universitätsbibliothek Bochum verstanden.

Dagegen waren die Unterbringung der Bücher und die Arbeitsmöglichkeiten für Personal und Benutzer an den anderen Standorten unterschiedlich und ließen meist zahlreiche Wünsche offen.

Die unterschiedlichen Gegebenheiten der Teilbibliotheken erforderten einen organisatorischen Aufbau, der de facto jedoch erst möglich wurde, als zum 1. 4. 1973 die Räumlichkeiten für die Bibliothekszentrale an der Hans-Böckler-Straße bezogen werden konnten, wo in einem ehemaligen Industrieverwaltungsgebäude eine Nutzfläche von 1.444 m² zur Verfügung stand.

Bis dahin wurden vor allem folgende Arbeiten durchgeführt:

  • Zusammenführung der Kataloge der Abteilungs- und Seminarbibliotheken in einen Gesamtkatalog, Meldung aller Titel an den Zentralkatalog für Nordrhein-Westfalen in Köln,
  • Erfassung der laufenden Zeitschriftentitel der Vorgängerbibliotheken und Benachrichtigung der Buchhändler über die geänderte Liefer- und Rechnungsanschrift,
  • Aussonderung der in der ehemaligen Pädagogischen Hochschule vorhandenen Bibliographien als Grundstock für den bibliographischen Apparat der Bibliothekszentrale,
  • konventionelle Akzessionierung der in den Vorgängereinrichtungen bereits bestellten Literatur.

Rückblickend wurde die Vorlaufzeit als zu gering eingeschätzt, da die räumlichen Einschränkungen und die unterschiedlichen Voraussetzungen der Vorgänger-Bibliotheken die Arbeitsaufnahme des einschichtig konzipierten Gesamtsystems beeinträchtigten. In kürzester Zeit mußten die Ausleihbibliothek der Pädagogischen Hochschule Ruhr, Abteilung Essen, der Präsenzbestand von 20 Seminarbibliotheken und fünf Büchereien der Fachochschule zu einem einschichtigen Bibliothekssystem zusammengefaßt werden.

Die Gesamthochschulbibliothek übernahm per 31.07.1972 einen Ist-Personalbestand von 24 Kräften (davon die Hälfte aus der PH); bis zum 31.12.1973 stieg diese Zahl auf 61 Personen (incl. Klinikum). Am schwierigsten gestaltete sich die Gewinnung von Mitarbeitern mit einer bibliothekarischen Fachausbildung als Diplom-Bibliothekar. Wertvolle Aufbauarbeit leisteten nicht nur in den Gründungsjahren branchenfremde Kräfte, die sich in die Fragen der Literaturbeschaffung und der Literaturversorgung der Hochschule einarbeiteten. Heute haben bei insgesamt 86 Personalstellen mehr als die Hälfte der Mitarbeiter eine bibliothekarische Fachausbildung.

Obwohl die vollständige strukturelle Integration der verschiedenen Teilbibliotheken erst durch den kompletten Umzug auf das Neubaugelände der Hochschule zu erwarten war, konnte doch schon in der Aufbauphase manches vereinheitlicht werden. Bereits zum 8.5.1973 trat z.B. eine einheitliche Benutzungsordnung in Kraft.

Im Gegensatz zu den alten Universitäten, deren Literaturversorgung zwischen einer Zentralbibliothek und vielen eigenständigen Institutsbibliotheken aufgeteilt ist, wurde bei den Neugründungen auf das Konzept eines einschichtigen Bibliothekssystems gesetzt. Damit war die Integration aller Fragen der Literaturversorgung mit dem Ziel einer effektiven Zentralisierung beabsichtigt.

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Bestandsaufbau

Mit einem Vermehrungsetat von ca. 2.140.000 DM (zu den regulären Erwerbungsmitteln von 580.000 DM kamen 1.560.000 DM Aufbaumittel) für das Jahr 1973 konnte die Bibliothek ihren Bestand bis zum Ende des Jahres auf 238.000 Bände ausbauen und die Zahl der abonnierten Zeitschriften nahezu verdoppeln. Es wurden 63.400 Ausleihen durch 4.835 Entleiher registriert.

Eine der vordringlichsten Aufgaben sah die junge Bibliothek in der Beschaffung von Bibliographien, Lexika und sonstigen Informationsmitteln für die Bibliothekszentrale. Darüber hinaus bestand generell ein Nachholbedarf an grundlegender Literatur. Dies galt nicht für Essen allein, denn die gleichzeitig gegründeten Gesamthochschulbibliotheken in Duisburg, Paderborn, Siegen und Wuppertal standen vor der gleichen Situation und entwickelten ein koordiniertes Beschaffungsprogramm. Es wurden Listen mit sog. "Basisliteratur" zusammengestellt. Die Arbeitsgemeinschaft der Gesamthochschulbibliotheken koordinierte auch weitere gemeinsame Aktivitäten im Verbund, vor allem auch die Pflege der gemeinsamen Aufstellungssystematik. Zur höheren Effektivität bei der Abwicklung der Verbundaktivitäten wurden automatisierte Verfahren der Katalogisierung und Buchbestellung eingeführt und das Hochschulbibliothekszentrum (HBZ) in Köln als Dienstleistungszentrale installiert.

Trotz der Beteiligung am Verbund gab es beim Bestandsaufbau auch einige Essener Spezifika:

  • im August 1973 übernahm die GHB die Bibliothek des Hauses der Technik mit ca. 28.000 Bänden (und zugehöriger Bibliothekseinrichtung) im Wert von rund 2 Mio DM,
  • im Oktober 1974 erwarb die Bibliothek von dem deutsch-amerikanischen Antiquariat Volkoff & von Hohenlohe eine ca. 4.200 Bände umfassende "Research Library of German History 1780 - 1900" zum Preis von 325.000 DM. Dieser seitdem als "Sammlung Volkoff" bezeichnete Bestand wurde (in Abweichung vom sonstigen Aufstellungsprinzip) in einem separaten, nicht frei zugänglichen Raum untergebracht. Durch mehrere weitere Käufe, zuletzt 117 Bände Ende 1993, wurde diese Sammlung auf ca. 13.000 Bände erweitert und hat auch heute noch bei der überregionalen Literaturversorgung eine besondere Bedeutung.

Nachdem der Grundbestand weitgehend erworben war, blieben spektakuläre größere Käufe eher die Ausnahme, sofern nicht neu geschaffene Studiengänge relativ zügig mit Literatur ausgestattet werden mußten, wie 1996 für das Fach Türkisch geschehen. Nennenswerte Sondererwerbungen in jüngerer Zeit waren 1994 der Ankauf der "Sammlung Fleckhaus" aus dem Nachlaß des Essener Hochschullehrers und TWEN-Mitarbeiters Willy Fleckhaus und der im Frühjahr 1997 geglückte Erwerb der "Galerie Contemporaine", einer der berühmtesten Photo-Publikationen des 19. Jahrhunderts mit annähernd 200 Portraitaufnahmen und über 100 Reproduktionen von Gemälden.

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Umzug in das jetzige Gebäude

Da die Gesamthochschulen keine Gründungen auf der 'grünen Wiese' waren, sondern aus mindestens je einer PH-Abteilung und einer Fachhochschule entstanden, lag zunächst die Vorstellung nahe, deren vorhandene Gebäude zu übernehmen. Diese standen jedoch, im Gegensatz zum Konzept der Gesamthochschulplanung, auf mehreren auseinanderliegenden Grundstücken. Hinzu kam recht schnell die Einsicht, daß die vorhandenen Gebäude bei rascher Steigerung von Personal- und Studentenzahlen nicht mehr ausreichen würden. Deshalb wurde bald nach Gründung der Gesamthochschule mit dem Bau des Allgemeinen Verfügungszentrums (AVZ) auf der Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs Segeroth begonnen.

Abb. 1: Die Universität im Aufbau (1975)

Abb. 1: Die Universität im Aufbau (1975)

Auch die Bibliothek konnte von der relativ raschen Fertigstellung dieser Baustufe profitieren: zum Sommersemester 1974 zog die Fachbibliothek Geisteswissenschaften in das AVZ auf den Campus. Nunmehr befand sich die Gesamthochschule und somit auch die Bibliothek in drei Kategorien von Räumlichkeiten: Altbestand, angemietete Flächen und neu errichtetes AVZ (Bargmannhaus, so benannt nach dem im Oktober 1972 tödlich verunglückten Essener Beigeordneten Hans-Joachim Bargmann, der als Kulturausschußvorsitzender der nordrhein-westfälischen Landtages die Gründung der Essener Hochschule wesentlich vorangetrieben hatte).

Die Nutzung von Provisorien konnte erst abgeschlossen werden, als die sog. 'Baustufe 75' eine entscheidende Erweiterung der Hauptnutzflächen erbrachte. Deren erste und wichtigste Stufe wurde in Essen 1977 bezugsfertig. Der "große Umzug" der Bibliothek an ihren endgültigen Standort fand im Februar 1977 statt. (Die offizielle Übergabe der neuen Gebäude der Hochschule erfolgte am 17.6.77). Damit war die Zeit des Provisoriums abgeschlossen.

Nunmehr verfügte die Bibliothek über folgende Teile auf der Hauptfläche:

  • Bibliothekszentrale mit Fachbibliothek Geistes- und Gesellschaftswissenschaften
  • Fachbibliothek Naturwissenschaften
  • Fachbibliothek Ingenieurwissenschaften

Außerhalb des Campus befanden sich weiterhin:

  • "alte PH" mit den Fachgebieten Musik und Vermessungswesen
  • Klinikum (mit gewisser Sonderstellung)

Der Bestand betrug zu dieser Zeit 320.000 Bände. Seine Aufstellung war nun durchgehend nach der Gesamthochschulbibliotheks-Systematik, die für die Bibliotheken der Gesamthochschulen des Landes NRW verbindlich war, geordnet und für die Benutzer zum allergrößten Teil in Freihandbereichen zugänglich. An der räumlichen Ausstattung der Bibliothek hat sich seither nichts grundlegendes mehr geändert. Kapazitätsprobleme konnten bislang noch aufgefangen werden durch eine Ausweitung der Stellfläche im Magazin (Untergeschoß der Bibliothekszentrale). In den erweiterten Rollregal-Anlagen wurden seither vorrangig ältere Zeitschriften-Jahrgänge aus den Fachbibliotheken für Natur- und Ingenieurwissenschaften untergebracht. Außerdem befinden sich im geschlossenen Magazin vor allem die Dissertationen (Standort 05) sowie ältere und/oder schützenswerte Bestände (Standort 04 für besonders wertvolle Stücke sowie Standorte 06 und 07). Dabei handelt es sich um ca. 15% des gesamten Bestandes, was umgekehrt bedeutet, daß sich rund 85% der gut 1,2 Millionen Bände im Freihandbereich befinden. Etwa 750.000 Bände stehen im Hauptgebäude mit Bibliothekszentrale und der Fachbibliothek für Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, etwa 230.000 in der Fachbibliothek für Naturwissenschaften, annähernd 130.000 in der ingenieurwissenschaftlichen Fachbibliothek. Die Fachbibliothek für Medizin (Klinikum) hat einen Bestand von gut 90.000 Bänden und die Außenstelle an der Henri-Dunant-Straße (alte PH) verfügt über etwa 11.200 Bände. Diese Aufteilung gewährleistet eine Literaturversorgung vor Ort, bedarf aber eines aufwendigen Transportsystems und Fahrdienstes, um die verschiedenen Fachbibliotheken zu verbinden.

Zusätzlicher Raumbedarf zeichnet sich allerdings ab und es ist zu konstatieren, daß auch nach 25 Jahren die Bibliothek noch nicht die im ursprünglichen Konzept der Planungsgruppe "Bibliothekswesen im Hochschulbereich Nordrhein-Westfalen" 1972 vorgesehene Hauptnutzfläche von 10.780m² auf dem Campus zur Verfügung hat. In der Fachbibliothek Geistes- und Gesellschaftswissenschaften wird ein Teil des in der 1. Etage vorgesehenen Raumes anderweitig genutzt, in der Fachbibliothek Naturwissenschaften gilt ähnliches. In absehbarer Zeit wird die Bibliothek zusätzliche Flächen benötigen wie auch einen weiteren Ausbau der Rollregal-Anlage in Angriff nehmen müssen.

Die Integration der großen Fachbibliotheken in die Gebäudekomplexe der Fachbereiche realisierte baulich die konzeptionellen Überlegungen für ein einschichtiges Bibliothekssystem. Die gleichzeitige Nähe der Bibliotheksräume zu den jeweiligen Fachbereichen konnte verwirklicht werden. Die besonderen Belange zur Gestaltung von Bibliotheksbauten und -technik mußten teilweise die baulichen Integration geopfert werden. Die räumlichen Kapazitätsprobleme der letzten Jahre wurden zu Lasten effektiver Arbeitsmöglichkeiten für die Benutzer gelöst. Lesesaalplätze mit einer ausreichenden Zahl von Büchern, die nur in der Bibliothek genutzt werden können, mußten neuen Bücherregalen weichen. Raumreserven für die Separierung weniger oft gefragter Literatur stehen heute nicht mehr zur Verfügung. Die Räume im Verwaltungsbereich der Bibliothekszentrale wurden unter dem Gesichtspunkt der Mehrfunktionalität geplant. Es stehen häufig nur Arbeitsplätze in improvisierten Großraumbüros zur Verfügung. Bei vielen Arbeitsplätzen ist nur indirekte oder gar keine Tageslichteinstrahlung vorhanden.

Auch die Fachbibliothek Medizin war 1995 an die Grenzen ihrer räumlichen Kapazitäten gekommen, konnte sich aber durch eine Erweiterung ihres Zeitschriftenmagazins (Ausbau zu einer zweigeschossigen Regalanlage) noch einmal Luft verschaffen.

Die Literaturversorgung im medizinischen Fachbereich weicht aufgrund der historischen Entwicklung von der nsonsten homogenen einschichtigen Bibliotheksstruktur ab. Neben der zur UB gehörenden Fachbibliothek Medizin, die sich aus einer Reihe integrierter Institutsbibliotheken konstituierte und zentrale Literaturversorgungsaufgaben hat, existieren im Klinikum bis heute noch 40 personell und finanziell eigenständige Bibliotheken in Instituten und Medizinischen Einrichtungen, von denen die größte zur Inneren Klinik (Tumorforschung) gehört. Allerdings verfolgt die Fachbibliothek Medizin seit vielen Jahren das Ziel, insbesondere die Zeitschriftenbestände zu koordinieren, um unwirtschaftliche Doppelabonnements zu vermeiden und die Zugänglichkeit der Literatur für alle Hochschulangehörigen zu vereinfachen.

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Technische Entwicklungen

Während die baulich-räumliche Gestalt und die personelle Ausstattung der Bibliothek sich in den letzten zwei Jahrzehnten nur noch unwesentlich verändert hat, gab es auf dem Sektor der Technik, vor allem der Automatisierung, einen ständigen Fortschritt.

Anfangs wurden alle Arbeiten noch konventionell durchgeführt, auch die Ausleihverbuchung und Katalogisierung. Die primäre Aufgabe der neugegründeten Gesamthochschulbibliothek lag in der Vereinheitlichung der unterschiedlichen Verfahren der Vorgängereinrichtungen. Nach der erreichten Integration und dem Bezug der Räumlichkeiten auf dem Campus konnte nun an die Automatisierung der Geschäftsgänge gedacht werden. Dabei kam die Bibliothek für ihre drei Hauptbereiche Erwerbung, Katalogisierung und Benutzung zu unterschiedlichen Lösungen.

Für die Ausleihverbuchung wurde das vom Rechenzentrum der Ruhr-Universität Bochum entwickelte und in der dortigen UB bereits eingesetzte Verbuchungssystem BABSY übernommen. Die Automatisierung der Ausleihe wurde im Wintersemester 1977/78 eingeführt. Ab 1991 bildete die Vernetzung aller Ausleihstellen die Grundlage, um einen integrierten Auskunftsplatz für die Bibliotheksbenutzer anbieten zu können. 1994 wurden die ersten für Benutzer zugänglichen BABSY-Arbeitsplätze mit den Funktionen Vormerkung und Verlängerung bereitgestellt. Einen weiteren Fortschritt bedeutete im folgenden Jahr die Einführung des sogenannten OPAC (Online Public Access Catalogue), der den Bibliotheksbenutzern eine komfortablere Literatursuche im Vergleich zu den bisherigen Microfiche-Katalogen ermöglichte und durch Integration von Komponenten aus dem Verbuchungsprogramm nun nicht nur das selbständige Vormerken und Verlängern von Büchern sondern auch das Aufgeben von Fernleihbestellungen erlaubte. Seit 1996 können alle Hochschulangehörigen diesen elektronischen Katalog auch von zuhause aus über das World Wide Web nutzen.

Abb. 2: Computerraum der UB (1981)

Abb. 2: Computerraum der UB (1981)

Bei der Katalogisierung beteiligte sich die Gesamthochschulbibliothek Essen am Katalogisierungsverbund der nderen Gesamthochschulbibliotheken, der über das neuerrichtete Hochschulbibliothekszentrum in Köln koordiniert wurde. Anfangs arbeitete dieses System noch offline; die Katalogisate wurden auf Datenträgern nach Köln übermittelt, auf dem großen Rechner umgesetzt und in Form von Interims-katalogen wieder den angeschlossenen Bibliotheken zugeleitet. Nach Vornahme der noch erforderlichen Korrekturen fanden die Aufnahmen dann Eingang in den alphabetischen Katalog, der vom Hochschul-bibliothekszentrum dann auf Microfiche ausgeliefert wurde.

Einen wesentlichen Fortschritt stellte Mitte der 80er Jahre dann der Umstieg auf die Online-Verbundkatalogiserung dar. Der Weg vom ersten Katalogisat bis zum gültigen Eintrag wurde nun wesentlich verkürzt. Durch die ständig wachsende Zahl der Verbundteilnehmer stieg der Anteil der von anderen Verbundbibliotheken bereits erstellten Titeleinträge, die für Essen übernommen werden konnten (Fremdleistungsübernahme), es wuchs andererseits aber auch der Koordinierungsaufwand.

Während sich die Essener Bibliothek in den beiden vorgenannten Bereichen an andernorts entwickelte Systeme anschloß, ist sie bei der Automatisierung der Erwerbungsgeschäftsgänge recht bald einen eigenen Weg gegangen. Bis 1977 arbeitete die Gesamthochschulbibliothek Essen im Verbund mit dem Hochschulbibliothekszentrum in Köln im Rahmen des Offline-Systems mit Nutzung von Fremdleistungen in den Bereichen Katalogisierung und Erwerbung. Nach den ersten Aufbaujahren zeigte es sich jedoch, daß durch die größeren Datenmengen das Offline-System zu Verzögerungen führte, die in Essen den Entschluß reifen ließen, mehrere automatisierbare Arbeiten am Hochschulort vorzunehmen. In den Jahren von 1975 bis 1977 wurde die erforderliche Hardware erworben und das sog. Essener Automatisierte System (EASY) entwickelt. Die Konzeption von EASY sah kein integriertes EDV-System vor, vielmehr ging die Planung dahin, die Arbeiten der einzelnen Abteilungen in einer Art Baustein-System nacheinander zu automatisieren. Die wichtigsten Veränderungen wurden durch EASY im Bereich der Monographienerwerbung ermöglicht. Eine Programm-Komponente erlaubte die Erfassung von Bestellungen in einer eigenen Datenbank und den Ausdruck von Bestellzetteln für die Buchhändler. Da die Abwicklung über das Hochschulbibliothekszentrum entfiel, waren die neubestellten und noch nicht gelieferten Titel nicht mehr im Katalog nachgewiesen, konnten aber unmittelbar vor Ort schnell recherchiert werden. Ein suchender Zugriff auf die ständig wachsende Bestelldatei gewährleistet bis heute schnelle Auskunftsmöglichkeiten.

Da bis zum Beginn des Jahres 1979 im Verbund auch noch keine konkreten Vorschläge für die Zeitschriftenkatalogisierung vorlagen, suchte die Gesamthochschulbibliothek Essen nach einem eigenen Weg, in relativ kurzen Zeitabständen Neuauflagen von Zeitschriftenverzeichnissen herzustellen. Somit entstand das Zeitschriftenprogramm 'Journal', das nicht nur zur Katalogerstellung diente, sondern auch die Grundlage abgab für eine Zeitschriftenfinanzdatei zum Zweck der Etatüberwachung und ein weiteres Programm zur Automatisierung der Auftragserstellung durch die Einbandstelle.

Durch die Fortschritte der Online-Verbundkatalogisierung und der Zeitschriftendatenbank als zentralem Nachweis aller Zeitschriften in den wissenschaftlichen Bibliotheken der Bundesrepublik ist das Programm 'JOURNAL im Laufe der 80er Jahre entbehrlich geworden, seine Derivate, vor allem das Statistikprogramm ‘FINITO’ wurden jedoch weiterentwickelt. Andere Bestandteile wurden neu hinzugefügt, die u.a. die Verwaltung von Buchhändler-Adressen, die Etatüberwachung im Bereich Fortsetzungen und Loseblatt-Werke oder die Anzeige aktueller Konto-Stände für die jeweiligen Fachetats ermöglicht. Als die wichtigsten Komponenten dieses Systems dürften heute das Programm für die Erfassung der Neubestellungen (LEIKA/LEXIKA) und das differenzierte Haushaltsüberwachungssystem mit dem Herzstück KONTO gelten.

Die technischen Weiterentwicklungen der 90er Jahre wurden weniger innerhalb der Bibliothek entwickelt als von außen an sie herangetragen. Die neuen Medien machten es möglich, gewünschte Informationen zügiger und effektiver zu suchen und zu finden. Die UB hatte allerdings 1987/88 bereits die Möglichkeiten des Einsatzes von vernetzten Personal-Computern anstelle zentraler Großrechnerlösungen durch ein zunächst im Rahmen ihres eigenen Verwaltungsbereiches eingesetzten Local-Area-Networks (LAN) zum Tragen gebracht.

1991 hielt die CD-ROM ihren Einzug in Essen. Noch im selben Jahr wurde mit dem Aufbau eines bibliotheksinternen CD-ROM-Netzes begonnen. Gegenwärtig stehen im Bereich der Mediothek und in den Fachbibliotheken 13 Netzarbeitsplätze sowie 2 Einzelplätze zur Verfügung und es befinden sich im Angebot der UB etwa 50 laufende Verzeichnisse, dazu kommt eine wachsende Zahl von Einzelwerken, die je nach technischen Möglichkeiten und Benutzerbedarf im Netz oder am Einzelplatz aufgerufen werden können. Die Einbindung der Bibliothek in das Universitätsnetz ermöglichte den Zugriff auf einige CD-ROM-Daten von allen auf dem Campus angeschlossenen Rechnern wie auch bald darauf das Abrufen von Bestelldaten und Kontoständen der einzelnen Fächer. Die Zahl der Aufrufe der CD-ROM-Datenbanken überschritt 1995 die 100.000er Marke (1994: 77.008, 1995: 110.207 Aufrufe, eine Steigerung von 43,1 %).

Die wachsende Verfügbarkeit von CD-ROM-Datenbanken führte übrigens zu einem spürbaren Rückgang der Online-Datenbank-Recherchen bei externen Anbietern. Diese wurden seit 1978 von der UB angeboten, wobei die erste Informations-Vermittlungsstelle (IVS) in der Fachbibliothek Medizin eingerichtet wurde. Heute sind die IVS-Dienste eher als Ergänzung des CD-ROM Angebotes zu sehen, was beispielsweise für die Suche nach komplexen Sachverhalten gilt und für Recherchen hoch spezialisierten Datenbanken, deren Anschaffung als CD sich nicht lohnen würde.

Der Beschleunigung der Abwicklung der Fernleihen dient das 1995 eingeführte JASON-Programm (Journal Articles Sent On Demand), ein für das Land NRW eingerichtetes elektronisches Bestell- und Liefersystem für Zeitschriftenaufsätze.

1996 schließlich schloß sich die UB dem World Wide Web bzw. Internet an, präsentiert sich seitdem mit einer eigenen Homepage und bietet eine ständig wachsende Zahl von Dienstleistungen, u.a. elektronische Zeitschriften, Neuerwerbungslisten der UB, Kataloge anderer Bibliotheken und fächerbezogene Informationsangebote im Online-Zugriff an. Für die nächste Zukunft ist geplant, alle Datenbanken im Internet anzubieten. Diese Zugriffsmöglichkeiten sollen sowohl innerhalb der Bibliothek (durch ein erweitertes Angebot von PC-Arbeitsplätzen) als auch von außen (über das LAN der Universität) optimiert werden. Schlagwörter wie ‘Virtuelle Bibliothek’ oder ‘Datenautobahn’ sollen zwar keine zu hohen Erwartungen wecken, deuten aber den Weg an, auf dem sich die UB Essen konsequent weiterentwickelt.

Sichtbar wird die technische Weiterentwicklung im Bereich der Neuen Medien im wachsenden Stellenwert der Mediothek. Während es Ende der 80er Jahre noch so aussah, daß auf Benutzeranfrage hin eine Kollegin den ansonsten verschlossenen Medienraum öffnete und die Benutzung von Videocassetten oder Microfilmen ermöglichte, wird die Mediothek heute von einem festen Mitarbeiterstamm betreut und befaßt sich zukünftig insbesondere auch mit elektronischen Medien als Substitut oder Ergänzung von Printmedien.

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Das Essener Symposium

Die Pionierrolle, die sich die Gesamthochschulbibliothek Essen um die Mitte der 70er Jahre im Bereich des EDV-Einsatzes für bibliothekarische Geschäftsgänge erarbeitet hatte, fand ihren Niederschlag auch in einer Veranstaltungsreihe, die bis heute als eins der Markenzeichen für die Bibliothek gilt.

In Fortführung der nationalen und internationalen Aktivitäten der Arbeitsstelle für Bibliothekstechnik (ABT) in Berlin veranstaltete die Gesamthochschulbibliothek gemeinsam mit dem Deutschen Bibliotheksinstitut 1978 und 1979 zwei internationale Tagungen "Der Einsatz von Kleincomputern in Bibliotheken unter Berücksichtigung von Verbundsystemen" (1978) und "Bibliotheksautomatisierung - Benutzererwartungen und Serviceleistungen" (1979).

Seit 1980 wurden diese Kolloquien von der Gesamthochschulbibliothek allein durchgeführt und das jährlich im Herbst stattfindende "Internationale Essener Symposium" unter Federführung des Bibliotheksleiters Dr. Ahmed Helmi Helal ins Leben gerufen.

Hauptthema der folgenden Jahre war die Bibliotheksautomatisierung; begonnen wurde 1980 mit dem Fragenkomplex der automatisierten Zeitschriftenbearbeitung. 1983, 1988 und 1991 war das Thema "Elektronisches Publizieren", 1994 "Information Superhighway und Internet" bis hin zu den "Auswirkungen auf das Bibliotheksmanagement" 1996. Mit diesem 19. Symposium wurde es letztmals unter Leitung von Dr. Helal, der dann in den Ruhestand ging, gestaltet.

Die offizielle Sprache des Symposiums war Englisch, um dem internationalen Teilnehmerkreis Rechnung zu tragen, der sich insgesamt aus 37 verschiedenen Herkunftsländern rekrutierte. Ab 1984 wurden während der Tagung herausragende Persönlichkeiten des Bibliothekswesens geehrt, darunter Frederick G. Kilgour, Günther Pflug, Maurice B. Line u.a.

Die Vorträge an den vier Veranstaltungstagen wurden durch ein festliches Rahmenprogramm und Firmenpräsentationen aus dem Bereich der Bibliothekstechnik abgerundet. Die Tagungsbände, 18 an der Zahl, wurden in der Schriftenreihe "Veröffentlichungen der Universitätsbibliothek Essen (Publications of Essen University Library)" veröffentlicht und an Bibliotheken im In- und Ausland sowie an interessierte Fachleute verschickt.

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Bibliotheksleitung

Nahezu während der gesamten hier im Rückblick betrachteten Zeit wurde die UB Essen von Dr. Ahmed Helmi Helal geleitet. Er wurde am 23.10.1931 in Kairo geboren, studierte Biologie, Geologie und Chemie und promovierte 1957. Nach Lehrtätigkeiten in verschiedenen arabischen Ländern kam er 1963 an das Geologische Institut der Universität Bonn. Von 1964 bis 1966 absolvierte er die Ausbildung für den Höheren Bibliotheksdienst. Seit 1965 arbeitete er an der Universitätsbibliothek Bochum, wo er sich als Stellvertreter des Direktors vor allem um den Fortschritt der Automatisierung im Verbund einsetzte. 1972 wurde er zur Leitung der neugegründeten Essener Gesamthochschulbibliothek abgeordnet.

Abb. 3: Dr. Helal

Abb. 3: Dr. Helal

Diese Funktion hat er bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand im Oktober 1996 innegehabt. Auch hier hat es sich als Pionier in Fragen der Bibliotheksautomatisierung einen Namen gemacht, vor allem bei der Überbrückung der durch den offline-Betrieb bedingten Probleme in der Aufbauphase. Dazu kam im Laufe der Jahre ein vielfältiges weiteres Engagement, wobei hier nur seine Rolle als Unesco-Berater für Bibliothekswesen und Dokumentation, insbesondere für die Bibliotheca Alexandrina, genannt werden soll.

Der Eindruck vom Ende einer Ära nach Dr. Helals Verabschiedung im Herbst 1996 wurde durch den Umstand verstärkt, daß nur ein halbes Jahr später auch der langjährige stellvertretende Leiter der Bibliothek, Dr. Pedro Guillermo Hastedt, in den Ruhestand ging.

Im Frühjahr 1997 trat mit Albert Bilo der zweite Direktor der Universitätsbibliothek Essen sein Amt an. Er wurde 1953 in Bergisch-Gladbach geboren, wohnt aber bereits seit 1983 in Essen. Nach dem Studium der Sozialwissenschaften und Geschichte für das Lehramt der Sekundarstufe II an der Technischen Hochschule in Aachen war er 1981 bis 1986 Mitarbeiter des Soziologischen Instituts der RWTH Aachen. Seine Ausbildung für den Höheren Bibliotheksdienst absolvierte er von 1986 bis 1988 in der Universitätsbibliothek Bochum, in der Stadtbibliothek Essen und in Köln. Danach arbeitete er zunächst als Fachreferent für Wirtschafts- und Ostasienwissenschaften an der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. Von 1989 bis 1994 war er dort darüber hinaus als Leiter der Informationsvermittlungsstelle (Datenbankrecherchen) und als Beauftragter für den CD-ROM-Einsatz im Bibliotheksnetz tätig. Zuletzt leitete er das Dezernat Erwerbung und war zuständig für die Verwaltung der Haushaltsmittel der Bibliothek und fungierte als Projektleiter von COMBI, einem aus Bundesmitteln finanzierten Projekt zum Marketing und Controlling an Bibliotheken.

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Literaturbeschaffungsmittel

Das wichtigste Beratungsgremium in der Hochschule bei der Verteilung der Literaturbeschaffungsmittel ist die Bibliothekskommission, die zunächst nur als Unterkommission der Struktur- und Haushaltskommission konzipiert war, dann jedoch durch den § 33 des nordrhein-westfälischen Universitätsgesetzes als eigene Senatskommission gesetzlich verankert wurde und "Empfehlungen, insbesondere für die Verwendung der der Hochschule zur Verfügung stehenden Literaturbeschaffungsmittel sowie zum Verfahren bei der Literaturauswahl" geben soll.

Laut Grundordnung der Universität Essen setzt sich die Bibliothekskommission aus fünf Vertretern der Professoren, zweien der wissenschaftlichen Mitarbeiter und je einem der nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter und der Studierenden zusammen. Der Kanzler der Hochschule und der Leiter der Bibliothek nehmen mit beratender Stimme teil.

Vor dem Hintergrund einer ausgewogenen Mittelverteilung auf die Fächer bestand eine der Hauptaufgaben darin, Etat-Kontingentierungsmodelle auszuarbeiten, die vor allem eine vernünftige Relation zwischen laufenden jährlichen Verpflichtungen und frei verfügbaren Literaturmitteln für den Monographienerwerb vorgaben. Die Bibliothek lieferte hierzu die Grunddaten, indem sie Verpflichtungskosten berechnete und die bibliotheksfachlichen Vorgaben zusammenstellte. Sie ließ sich dabei primär leiten von den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zum Ausbau der wissenschaftlichen Einrichtungen (Teil 2: Bibliotheken), wo die Relation zwischen Verpflichtungsanteil und freien Literaturmitteln, d.h. ein sinnvolles Verhältnis zwischen Zeitschriften und Monographien, mit 60:40 angegeben wurde.

Eine Ausnahme mußte gemacht werden bei einigen ‘zeitschriftenintensiven’ naturwissenschaftlichen Fächern (Chemie, Physik, Mathematik, auch Medizin); aber selbst die Verpflichtungsquote von 85% konnte nicht durchgängig eingehalten werden, sodaß die Beschaffung von Monographien für diese Fächer auf ein Minimum reduziert wurde. Abbestellungen von Zeitschriften gerade in diesem Bereich waren unvermeidlich. Der Höchststand von über 5.750 Abonnements zu Beginn der 80er Jahre ist inzwischen um über 1.000 Titel gesunken. Neben den Preissteigerungen der Verlage und den nicht kalkulierbaren Wechselkursschwankungen hat sich seit 1993 auch die siebenprozentige Einfuhrumsatzsteuer für den innergemeinschaftlichen Warenverkehr als zusätzliche Belastung für den Erwerbungsetat ergeben.

Seit Einführung des Versuches 'Hochschule und Finanzautonomie' in NRW 1995 sind die Möglichkeiten der strukturellen und hochschulpolitischen Schwerpunktsetzung bei den Literaturmitteln gewachsen. Mit der Bereitstellung von Verstärkungsmitteln für Literatur durch das Rektorat im Rahmen des Globalhaushaltes können die Probleme, die sich aus den seit Jahren stagnierenden Literaturmitteln ergeben, zu einem Teil kompensiert werden.

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Aus- und Fortbildung

Die Universitätsbibliothek Essen hat von Anfang an ihren Beitrag zur Ausbildung des bibliothekarischen Nachwuchses geleistet und sich als Praktikumsbibliothek für das Bibliothekar-Lehrinstitut in Köln, die spätere Fachhochschule für Bibliotheks- und Dokumentationswesen, zur Verfügung gestellt. Den wichtigsten Stellenwert hatten die elfmonatigen bzw. bzw. eineinvierteljährigen großen Praktika für die Anwärter des gehobenen (ab 1974) bzw. mittleren Dienstes (ab 1978) für wissenschaftliche Bibliotheken. Dazu kamen immer wieder die kürzeren Praktika für Studierende mit dem Schwerpunkt Dokumentationswesen (ab 1982) oder Öffentliches Bibliothekswesen (ab 1974). Insgesamt hat die UB Essen bisher 150 Praktikanten betreut (56 gehobener Dienst, 23 mittlerer Dienst, 16 Dokumentationswesen und 55 Öffentliches Bibliothekswesen). Daneben sollten auch die Schnupperpraktika für Essener Schülerinnen und Schüler nicht vergessen werden. Nicht nur für 'Landeskinder', sondern auch für Studierende anderer Ausbildungsstätten (z.B. Hannover oder zuletzt Leipzig) hat die UB Essen Informationspraktika ermöglicht, dazu kamen auch eine Reihe von Auslandspraktika, die seit Beginn der 80er Jahre durch Vermittlung des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes (DAAD) zustande kamen.

Neben praktischer und theoretischer Unterweisung gehören zum Angebot für die PraktikantInnen auch immer Besuche bei anderen Bibliotheken und Kultureinrichtungen in Essen und der näheren Umgebung.

Einer beachtlichen Zahl der ehemaligen PraktikantInnen konnte die UB Essen nach Beendigung ihrer Ausbildung einen dauerhaften Arbeitsplatz anbieten.

Seit einigen Jahren hat auch die Fortbildung der Mitarbeiter für die UB an Stellenwert gewonnen. Im Jahr 1995 wurde erstmals eine Fortbildungsbeauftragte ernannt, um Angebote der verschiedenen Veranstalter und die Interessen der Beschäftigten zu koordinieren.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten werden für die Mitarbeiter innerhalb der eigenen Bibliothek, durch das Hochschulrechenzentrum und durch externe Veranstalter angeboten. Unter diesen hat das Hochschulbibliothekszentrum (HBZ) in Köln inzwischen die wichtigste Funktion, da es vom Bibliotheksverbund NRW als zentrale Einrichtung mit der Betreuung der bibliothekarischen Fortbildung der Beschäftigten der Hochschulbibliotheken und bibliothekarischen Zentraleinrichtungen beauftragt worden ist. Die Schulungen innerhalb der Bibliothek haben vor allem die Aufgabe, mit neuen technischen Entwicklungen vertraut zu machen, wie dies z.B. bei der Einführung des OPAC oder von JASON/JADE der Fall war.

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Mitgliedschaften und sonstige Aktivitäten der Bibliothek

Die UB Essen ist korporatives Mitglied folgender Verbände:

  • VdB NW (Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen),
  • DBV (Deutscher Bibliotheksverband),
  • IFLA (International Federation of Library Associations and Institutions),
  • IATUL (International Association of Technical and University Libraries).

Abgesehen von Benutzerschulungen, Führungen für auswärtige Gäste und der Präsentation besonderer Neuerwerbungen hat die Bibliothek immer wieder Ausstellungen in ihren Räumlichkeiten veranstaltet, teilweise in Zusammenarbeit mit Fachbereichen der Universität (z.B. über Schrift, Buch und Bild im Mittelalter 1986) oder mit auswärtigen Geschäftspartnern (z.B. über kostbare Bucheinbände 1979/80). Darüber hinaus tritt die UB als Gastgeberin für wissenschaftliche Tagungen in Erscheinung, da sie mit dem Bibliothekssaal über eine geeignete Räumlichkeit verfügt. Hier finden auch immer wieder Veranstaltungen wie Rektoratssitzungen, Antrittsvorlesungen oder Kanzlertagungen statt. Eine Zusammenarbeit auf internationaler Ebene fand u.a. statt mit der Universität von Alexandria (Ägypten) und ihrer Bibliothek, die auf einen im Jahr 1986 zwischen den beiden Hochschulen abgeschlossenen Kooperationsvertrag zurückgeht. Die UB Essen hat im Laufe der Jahre zahlreiche Praktikanten aus Alexandria betreut und ist noch heute die Anlaufstelle für Fernleihbestellung der dortigen Bibliothek.

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UB Essen - Der Film

Die wissenschaftlichen Bibliotheken nahmen sich Ende der 70er Jahre der Benutzerschulung mit wachsendem Engagement an. Klassische Informationsmittel wie Handzettel und Bibliotheksführungen wurden ergänzt durch Tonbildschauen und Videofilme.

An der UB Essen entstand in dieser Zeit einer der ersten professionell produzierten Bibliotheksfilme. Anlaß dafür war der Umzug im Frühjahr 1977. Die neuen, weitläufigen Freihandbereiche waren für die Benutzer anfangs noch ungewohnt. Der Einführungsfilm sollte die räumlich und organisatorische Orientierung erleichtern und den Benutzern die wesentlichen Schritte von der Katalogrecherche bis zum erfolgreich entliehenen Buch zeigen. So entstand noch im selben Jahr in Zusammenarbeit mit einem professionellen Filmautor, einem Fototeam und professionellen Sprechern sowie mit Unterstützung des audiovisuellen Medienzentrums eine 24minütige Produktion, die aus einem musikalisch unterlegten Farbfilm und einer Tonbildschau bestand.

Der erste Teil des Films folgt einer Studentin durch die Freihandbereiche. Die Benutzerin bedient dabei u.a. ein Microfiche-Lesegerät, sucht sich Bücher aus dem Regal, liest am Lesetisch und entleiht schließlich ein Buch.

Der zweite Teil besteht aus kommentierten Standbildern. Er befaßt sich mit Themen, die den Benutzern nach Erfahrungen aus den Bibliotheksführungen Schwierigkeiten bereiten, wie etwa der Aufbau der Signaturen, die Ausleihmodalitäten etc.

Aufgelockert wird die an sich trockene Materie durch Cartoons, die den Essener Bibliotheksfuchs im Umgang mit den Einrichtungen der Bibliothek zeigen. Die freche Comicfigur, die erst während der Filmarbeit entstand, etablierte sich seitdem als inoffizielles Logo der UB Essen, das sich auch heute noch auf Handzetteln, Lesezeichen usw. findet.

Abb. 4: Der Bibliotheksfuchs

Abb. 4: Der Bibliotheksfuchs

Der Bibliotheksfilm wurde 1979 wegen einiger technischer und organisatorischer Änderungen neu aufgelegt und um einen zweiten Film ergänzt, der sich mit der Fernleihe befaßt.

Heute werden diese Filme allerdings nicht mehr gezeigt, da sie aufgrund der technischen Weiterentwicklungen ihre Aktualität eingebüßt haben.

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Vergleichszahlen 1972 / 1996

  1972/73 1977 1982 1987 1992 1996
Studierende 6.123  11.235  17.511  17.473  22.173  24.301 
Frauenanteil 31%  35,8%  38,7%  39,7%  43,2%  43,1% 
Ausländer 2,7%  3,2%  3,9%  4,6%  7,7%  10% 
Professoren 391  443  488  474  427  398 
Bestand der UB* 140  380  710  887  1.134  1.225 
laufende Zss. 700  1.830  5.756  5.080  4.722  4.584 
Erwerbungsetat** 2.150  2.275  3.054  4.066  4.572  4.881 
Personalstellen 24  80  86  82  84  83 
Benutzer 4.835  7.085  11.925  16.545  23.418  22.800 
Ausleihen 63.400  159.968  306.373  352.343  407.874  440.219 
aktive Fernleihen 2.742  3.111  27.171  49.370  60.318  43.565 
passive Fernleihen 2.310  9.124  20.835  30.942  25.229  36.867 
Öffnungszeit 45h  53h  53h  50h  60h  60h 

 

Quellen:

  • Deutsche Bibliotheksstatistik 1981 ff.,
  • Handbuch Hochschulen in Nordrhein-Westfalen,
  • Jahrbuch der Deutschen Bibliotheken 1973ff.,
  • Universität Essen: Zahlenspiegel 1995ff.

Bei den Zahlen für 1972 wurde teilweise auf Werte für 1973 zurückgegriffen.

* in Tausend Bänden;

** Angaben jeweils in Tausend DM; 1972-1977 Etatansatz, ab 1982 Summe der Erwerbungsausgaben incl. Sondermittel.

Abb. 5: Das Team der UB Essen (1991)

Abb. 5: Das Team der UB Essen (1991)

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Literatur

Bibliotheksverbund in Nordrhein-Westfalen. Planung und Aufbau der Gesamthochschulbibliotheken und des Hochschulbibliothekszentrums 1972 - 1975. Hrsg. von Klaus Barckow... München: Saur, 1976 (Bibliothekspraxis ; 19)

Egidy, Berndt von: Die erste Fachbibliothek der Gesamthochschule Essen im neuen Gebäude. In: Mitteilungsblatt VdBNW 24 (1974), S. 314 - 324

Egidy, Berndt von / Delius, Käthe / Weiß, Joachim: Die Benutzerschulung an der Gesamt-hochschulbibliothek Essen. In: Bibliotheksdienst 13 (1979), S. 205 - 210

Gesamthochschulbibliothek Essen: EASY. Essener Automatisiertes System. Essen: GHB, 1981

Helal, Ahmed H.: Bericht über den Aufbau des Bibliothekssystems der Gesamthochschule Essen (01.08.1972 bis 31.12.1973). Essen 1974 (Masch. vervielfältigt)

Helal, Ahmed H.: Essener Automatisiertes System. Ein Sammelsystem zur Lösung bibliothekarischer Probleme in einem off-line-Verbundsystem. In: Der Einsatz von Kleincomputern in Bibliotheken unter Berücksichtigung von Verbundsystemen. München: Saur 1979, S. 33 - 66

Helal, Ahmed H.: Probleme des Verbundsystems in NRW aus der Sicht der GHB Essen. In: Die Zukunft automatisierter Bibliotheksnetze in der Bundesrepublik Deutschland. München: Saur, 1977, S. 68 - 123

Koßmann, Bernhard: Der Neubau der Zentralbibliothek des Klinikums Essen. In: Mitteilungsblatt VdBNW 21 (1971), S. 197 - 206

Planungsgruppe Bibliothekswesen im Hochschulbereich Nordrhein-Westfalen beim Minister für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen: Empfehlungen für das Bibliothekswesen an den fünf Gesamthochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen. Zwischenbericht. Düsseldorf, Juni 1972

Planungsgruppe Bibliothekswesen im Hochschulbereich Nordrhein-Westfalen beim Minister für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen: Allgemeine Zielvorstellungen für das Bibliothekswesen in den Gesamthochschulbereichen des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf, März 1973

Priesack, Theodor: Zum Umschlagbild. In: Bibliotheksdienst 13 (1979), S. 385 - 388

Rimbach, Gerhard: Vom Reformmodell zur modernen Universität. 20 Jahre Gesamthochschulen in Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf: Ministerium f. Wissenschaft u. Forschung 1992

Stäglich, Dieter: Finanzautonomie (Globalhaushalt) an nordrhein-westfälischen Hochschulbibliotheken. Chance oder Risiko für Bibliotheken? In: Arbeitsfeld Bibliotheken. 6. Deutscher Bibliothekskongress, 84. Deutscher Bibliothekartag in Dortmund 1994. Hrsg. von Hartwig Lohse. Frankfurt a.M.: Klostermann, 1994, S. 236 - 248 (ZfBB Sonderheft ; 59)

Universität Essen Gesamthochschule: Leistungen. Texte zu zehn Gründungsjahren, 1972 - 1982. Berichte aus Fachbereichen und zentralen Einrichtungen 1981/82. Essen: Uni-GH (1982)

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Abbildungsnachweis

Abb. 1 - Archiv der UB Essen

Abb. 2 - Archiv der UB Essen

Abb. 3 - Foto: C. Fedrau

Abb. 4 - Archiv der UB Essen

Abb. 5 - Foto: C. Gollan

Die etwas umfangreichere Print-Ausgabe ist als Broschüre bei der UB Essen erhältlich.

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