Projekte der Abteilung 'Pädagogische Psychologie'

01.04.2017 Forschungsambulanz "FoBu"

Kurzbeschreibung

Im Rahmen der Initiative ProViel der Universität Duisburg-Essen, bietet die Abteilung 'Pädagogische Psychologie' die Lehr- und Forschungsambulanz "FoBu" zur Diagnostik und Intervention bei Lern- und Entwicklungsstörungen an. Das Angebot richtet sich an Kinder, Eltern, Erziehungsberechtigte, Lehramtsstudierende, Lehrpersonen und Schulen. Wir bieten Diagnostik, Intervention, sowie Beratung für Kinder und deren Familien an. Lehramtsstudierende, Lehrpersonen und Schulen können von unserem Lehr- und Fortbildungsangebot profitieren.

15.02.2018 Diágo – Problembasierte E-Learning-Plattform für Lehramtsstudierende

Kurzbeschreibung

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen bewilligte dem Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie von Prof. Dr. Fritz-Stratmann zum 1. Februar 2018 ein Fellowships für Innovation in der digitalen Hochschullehre. Durch dieses Fellowship wird die Problembasierte E-Learning Plattform für Lehramtsstudierende zur Simulation von prozessorientierter Diagnostik und Förderung von SuS im inklusiven Schulunterricht gefördert.

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Im Rahmen der fortschreitenden Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention stehen zukünftige Lehrkräfte vor neuen Herausforderungen. Als Prinzip der Umgestaltung des Schulsystems zielt Inklusion darauf, Partizipationsbarrieren für alle Schülerinnen und Schüler (SuS) zu beseitigen, weshalb sich das Heterogenitätsspektrum in der Schule vergrößert und sich neue Anforderungen an die Unterrichtsgestaltung ergeben. Zukünftige Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung den Leistungsstand ihrer SuS zu erfassen und eine passgenaue Förderung umzusetzen. Hierfür benötigen Lehramtsstudierende diagnostisches Wissen und Erfahrung in der individuellen Förderung. Für die Universität Duisburg-Essen als größte lehramtsausbildende Universität in NRW beginnt die Verknüpfung von theoretischem und praxisorientierten Inhalten bereits im Studium. Neben fachdidaktischem, theoretischen Wissen sollten die Kompetenzen in der Erkennung und Prävention, sowie in der Diagnose und Förderung bei Lernschwierigkeiten praktisch erworben und erprobt werden. Das fallbasiertes E-Learning Diágo ergänzt das bestehende Lernangebot passend  und kann dabei auf effiziente Weise einer großen Zahl an Studierenden praktische Erfahrung in der Diagnostik und Förderung bei Kindern mit Lernschwierigkeiten ermöglichen. Die problembasierte E-Learning-Plattform bietet den Studierenden virtuelle SuS (Videoausschnitte, Dokumente), die im Rahmen einer Fallvignette prozessorientiert diagnostiziert und gefördert werden. Die E-Learning-Plattform Diágo beinhaltet 3 Module (Allgemeine Informationen zur pädagogischer Diagnostik, Vorstellung von Testverfahren, Problembasierte Fallarbeit). Modul 1 (Allgemeine Informationen zur pädagogischen Diagnostik) und Modul 2 (Vorstellung von Testverfahren) beinhaltet einen Theorieblock, der sich aus Lehr-Videosequenzen, Onlinetexten, Quizfragen zur Wissensüberprüfung sowie Gruppenarbeiten in Präsenzsituationen zusammensetzt. Diese Module bieten die Grundlage für das problembasierte Lernen der E-Learning-Plattform. Modul 3 beinhaltet die problembasierte Fallarbeit und stellt den Studierenden virtuelle SuS anhand von Videosequenzen und Dokumenten vor. In der digitalen Lernumgebung üben die Studierenden den praktischen Einsatz des zuvor erworbenen Wissens. Durch Videosequenzen von alltäglichen Lernsituationen und diagnostischen Testsituationen schulen die Studierende diagnostische Beobachtungs- und Testfertigkeiten. Bspw. füllen die Studierenden anhand einer Videosequenz den Auswertungs- /Beobachtungbogen eines Testverfahren aus; üben kritische Testsituationen anhand von Videosequenzen, in denen sie durch die Auswahl eines möglichen Testleiterverhaltens das Verhalten des virtuellen SuS beeinflussen; identifizieren anhand von Videosequenzen Testleiterfehler.
Die Lehr- und Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls von Prof. Dr. Annemarie Fritz-Stratmann sind Lern- und Leistungsschwierigkeiten bei Kindern, insbesondere die Rechenschwäche. Hier entwickelte sie Testinstrumente (z.B. MARKO-D; MARKO-D1) und evidenzbasierte adaptive Förderprogramme (z.B. Mina und der Maulwurf, MARKO-T), die auf dem von ihr entwickelten und empirisch validierten „Modell der mathematischen Kompetenzentwicklung“ basieren. Der Lehrstuhl bietet jedes Semester Lehrveranstaltungen zu dieser Thematik an und kann auf jahrelange Erfahrungen und Dokumente zu diagnostischen Verfahren und Förderprogrammen zurückgreifen. Mit der Konzeption und Etablierung einer E-Learning-Plattform für fallbasiertes Lernen können Studierende an virtuellen SuS konkrete Praxiserfahrung unabhängig von Zeit, Ort und Dozent im simulierten Alltag sammeln.

01.09.2018 Kultur-faire Erfassung mathematischer Konzepte am Schuleingang

Kurzbeschreibung

Gefördert vom Profilschwerpunkt "Wandel von Gegenwartsgesellschaften" der Universität Duisburg-Essen erstellten Moritz Herzog (Institut für Psychologie) und Dr. Erkan Gürsoy (Institut für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache) in diesem Projekt ein Diagnoseinstrument, das die Erfassung mathematischer Konzepte von Erstklässlern sowohl auf Deutsch als auch auf Türkisch ermöglicht.

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Rund 30% der Erstklässler in Deutschland haben eine andere Erstsprache als Deutsch bzw. wachsen mit einer weiteren Sprache neben Deutsch als Familiensprache auf - Tendenz steigend. Unter diesen Kindern ist Türkisch nach wie vor die häufigste Herkunftssprache. Das neu entwickelte Diagnoseinstriment ermöglicht es, effizient Kinder mit Förderbedarf in Mathematik zu identifizieren. Dazu wurde ein bereits auf Deutsch existierendes theoriebasiertes Screening zur Erfassung von Mathematikleistungen am Schuleingang übersetzt und validiert werden. Mit Hilfe eines solchen Screenings können förderbedürftige Kinder unter Berücksichtigung ihres Gesamtsprachenbesitzes genauer identifiziert werden. Der kriteriale Ansatz des Screenings darüber hinaus eine direkte Ableitung von Fördermaßnahmen aus den Ergebnissen ermöglichen. Perspektivisch sind darüber hinaus auch Fördermaßnahmen angedacht, die im Mathematikunterricht der Grundschule in Koordination mit dem Herkunftssprachenunterricht eingesetzt werden können, mit dem Ziel mathematische Förderung gesamtsprachlich zu initiieren.

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Lehrprojekt: Den Umgang mit sprachlicher Heterogenität interdisziplinär vermitteln – Problemorientiertes Lernen zum Mathematiklernen bei mehrsprachigen Kindern

Kurzbeschreibung

Um die fachlichen Inhalte aus den Bereichen Bildungswissenschaften, Fachdidaktik Turkistik und Deutsch als Zweit- und Fremdsprache interdisziplinär besser zu verknüpfen wurde von Prof. Dr. Annemarie Fritz-Stratmann und Moritz Herzog (Pädagogische Psychologie) in Kooperation mit Dr. Erkan Gürsoy (DaZ/DaF) und Jun.-Prof. Dr. Sevgi Çıkrıkçı (Institut für Turkistik) an der Universität Duisburg-Essen das Lehrprojekt "Den Umgang mit sprachlicher Heterogenität interdisziplinär vermitteln – Problemorientiertes Lernen zum Mathematiklernen bei mehrsprachigen Kindern" ins Leben gerufen.

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Innerhalb der Lehramtsausbildung kommt dem Umgang mit Heterogenität in zunehmendem Maße Bedeutung zu. Rund ein Drittel der Erstklässler in Deutschland wachsen noch mit einer anderen Muttersprache neben Deutsch auf – Tendenz steigend. Die in Deutschland häufigste weitere Sprache ist das Türkische. Internationale und nationale Vergleichsstudien haben gezeigt, dass insbesondere Kinder, die mehrsprachig Türkisch und Deutsch aufwachsen, geringere Leistungen in Mathematik erbringen, wobei hierbei der Blick nur auf das Deutsche gerichtet wird und mehrsprachige Fähigkeiten außer Acht gelassen werden. Aus diesem Grund ist es für angehende Lehrkräfte wichtig zu lernen, mit den sich aus den diversen sprachlichen Hintergründen ergebenden Lernvoraussetzungen umgehen zu können. Aufgrund des Anteils und der Benachteiligung deutsch- und türkischsprachiger SuS in Mathematik rücken diese Kinder besonders ins Blickfeld. Als Reaktion auf die sprachliche Vielfalt gibt es in Fachdidaktiken und den Bildungswissenschaften verschiedene Ansätze, Lehramtsstudierende auf die sprachliche Heterogenität vorzubereiten.

Für Details zur Struktur des Projekts:
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01.09.2018 "State- und Trait-Modell der Mathematikangst"

Kurzbeschreibung

Mit seinem Promotionsprojekt möchte Lars Orbach die Phänomenologie und Effekte von Mathematikängsten bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen erforschen. Für die Anliegen, einen Beitrag zur Begriffsklärung zu leisten und den Zusammenhang zwischen Mathematikangst und Mathematikleistung aufzuklären, wurde das state-trait-Angstmodell  (Spielberger, 1972) für Mathematikängste adaptiert.

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Die Emotion Angst hat eine zentrale Funktion für den Menschen. Sie warnt ihn davor, sich Gefahren auszusetzen und hat daher eine Schutz- und Überlebensfunktion. In kurzer Zeit registriert ein Mensch bedrohliche Reize, sodass durch die darauffolgende Erregung des vegetativen Nervensystems eine Angstreaktion ausgelöst wird. Im Verlauf der Entwicklung sind Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Situationen konfrontiert, die ihnen Angst bereiten können (Marks, 1987; Scarr, 1999). In manchen Altersbereichen sind Kinder gefährdeter, Ängste vor bestimmten Situationen zu entwickeln. So leiden Kinder im Grundschulalter häufiger unter Ängsten vor schulspezifischen Situationen (Scarr, 1999). Mathematik kann eine solche angstauslösende Situation sein.

Gegenwärtig liegen inkonsistente Forschungsbefunde für Mathematikängste bei Kindern und Jugendlichen vor, was hauptsächlich auf differente Begriffsdefinitionen und Operationalisierungen zurückzuführen ist. Mit dem Anliegen, einen Beitrag zur Begriffsklärung zu leisten und den Zusammenhang zwischen Mathematikangst und Mathematikleistung aufzuklären, wurden in diesem Promotionsvorhaben das state-trait-Modell für MA adaptiert und Forschungsdaten von ca. 2200 Kindern erhoben.

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01.09.2018 "Linguistische Einflüsse auf die Entwicklung integrierter verbal numerischer Konzepte"

Kurzbeschreibung

Mit ihrem Promotionsprojekt möchte Julia Hartmann explizites Wissen über unterschiedliche linguistische Einflüsse auf integriterte verbal numerische Konzepte und deren Gewichtung gewinnen und diese dem intuitiven, allgemeinen Zusammenhang gegenüberstellen.

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Konkret zielt das Forschungsvorhaben darauf ab, den unterschiedlichen Einfluss der verschiedenen sprachlichen Parameter auf die numerische Kompetenz bei 3jährigen Kindergartenkindern zu messen und zu gewichten. In enger Zusammenarbeit mit Kindergärtnern und Kindergärtnerinnen werden seit September 2016 mithilfe einer Aufgabensammlung zu den drei Teilbereichen Numerik, Sprache und Gedächtnis Daten über einen Zeitraum von vier Jahren erhoben.

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01.09.2018 "Validierung eines Entwicklungsmodells tragfähiger Stellenwertkonzepte"

Kurzbeschreibung

Mit seinem Promotionsprojekt möchte Moritz Herzog die Zusammenhänge von Stellenwertkonzepten und Mathematikleistungen erforschen und ein empirisch belegbares hierarchisches Modell von Stellenwertkonzepten erarbeiten.

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Zahlen lassen sich auf verschiedene Arten darstellen. Neben der simplen Eins-zu-eins-Wiedergabe (IIII=4) und neben Additionssystemen, bei denen mehrere Objekte zu Bündeln zusammengefasst werden (z.B. 10=X) ist unser Dezimalsystem als Stellenwertsystem relativ komplex. Als Positionssystemen enthalten die einzelnen Zahlsymbole im Dezimalsystem (Ziffern) zwei Informationen: Welche Bündelgröße sie repräsentieren durch ihre Position und wie viele dieser Bündel durch ihren Zahlenwert (30=3*10+0*1). Durch die doppelte Information der Ziffern sind Positionssysteme besonders effektiv hinsichtlich der Durchführung von Rechenoperationen (Fritz & Ricken, 2008).
Aus diesem Grund stellt das Verständnis unseres dezimalen Stellenwertsystems einen zentralen Lerninhalt im Mathematikunterricht der Primarstufe dar. Neben der Relevanz für die Grundrechenarten kommt dem Stellenwertverständnis mit der Zahlsystemerweiterung der rationalen Zahlen und der Einführung der Dezimalbrüche in der Sekundarstufe eine große Bedeutung für den Erwerb arithmetischer Kompetenzen zu. Um Schülerinnen und Schülern ein tragfähiges Konzept des Stellenwertsystems zu vermitteln, bieten Kompetenz- und Entwicklungsmodelle einen hilfreichen Rahmen, der die Gestaltung von Unterricht und Förderung erleichtert. Sind bestimmte Lernschritte und konzeptuelle Niveaus bekannt, können Kinder individuell bei deren Erwerb und Bewältigung unterstützt werden.

Bisherige Untersuchungen zum Stellenwertverständnis sowohl aus den Bereichen der Mathematikdidaktik als auch aus pädagogischer und neuropsychologischer Perspektive weisen grundlegende Gemeinsamkeiten auf, allerdings unterscheiden sie sich auch in vielen Aspekten.

In Herzogs projekt wurde zur Beantwortung der Forschungsfrage(n) zunächst ein ein Kompetenzmodell des
Stellenwertverständnisses erarbeitet. Diese theoretische Modellierung wird nun in mehreren Pilotierungsstudien (gesamtes N≈3000) in den Klassen 2-5 erprobt und im Anschluss bei Bedarf hinterfragt und überarbeitet.

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01.09.2018 "Implementation und Evaluation eines Fördertrainings mathematischer Kompetenzen in der Primarstufe"

Kurzbeschreibung

Mit seinem Promotionsprojekt möchte Alexander Müller untersuchen, wie und in welcher Form mathematische Förderung im Anfangsunterricht effektiv als auch nachhaltig verankert werden kann.

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Die Implementationsstudie, die an zwei Grundschulen in Wuppertal durchgeführt wird startete im Schuljahr 2014/ 2015 und endete zum Schuljahr 2018-2019. Differenzierte Daten wurden jeweils zu Beginn und zum Ende des Schuljahres auf der Ebene des Förderprogramms durch Ermittlung kurz- und langfristiger Effekte der Förderung (standardisierte Testverfahren), auf der Ebene der Lehrkräfte (Fragebogenerhebung und Interviews) und auf der Ebene der Schule (schulorganisatorische Statistik) erfasst. Die Kombination verschiedener Ebenen der Datenerhebung (Mixed-Methods-Design) berücksichtigt Perspektiven der Implementationsforschung: Programmeinhaltung (fidelity), Dosierung des Einsatzes (dosage), die Akzeptanz der Lehrkräfte (participant responsivness) und Evaluation der Wirksamkeit.

Eine erste, aber wesentliche methodologische Schlussfolgerung unserer Studie besteht darin, nicht nur die die schulischen Bedingungen für das Förderprogramm verändern zu wollen, sondern das Förderprogramm selbst an die schulischen Bedingungen anzupassen (adaptation).

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