ESSENER UNIKATE 8

Geisteswissenschaft – 20 Jahre „Poet In Residence“ (1996)

1975 hielt als erster poet in residence Martin Walser eine Vorlesung in Essen. Das 20-jährige Jubiläum dieser Einrichtung, von Horst Albert Glaser ins Leben gerufen und von Jürgen Manthey engagiert fortgeführt, war Anlass, auf die Geschichte der seitdem veranstalteten Autorenvorlesungen und Schreibworkshops an der Universität Essen zurückzublicken. In Texten und Bildern, in denen alle Autoren, die in Essen zu Gast waren, noch einmal in Erscheinung treten. 90 Seiten.

Federführung Jürgen Manthey ISBN 3-934359-08-6
Impressum - Vertrieb

Aus dem Inhalt

Rolf Hochhuth

„Eröffnung eines Dialogs – Ein brieflich gefasster Entwurf“

Wie nähert sich ein Autor der komplexen und schwierigen Aufgabe, sich als poet in residence einer ihm unbekannten Gruppe von Studenten zu stellen?

Günter Grass

„Blindstellen auf der Spur – Über den Sieg des Sekundären“

Viele Studenten interessieren sich nicht mehr für die Quellenlektüre. An die Stelle der selbsterarbeiteten Perspektive tritt das Zitat.
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Ursula Krechel

„Offene Türen – Von der Geburt des Gedichts aus dem Nichts. Ein Gespräch“

Können Träume für die Literatur fruchtbar gemacht werden? Zwischen Psychoanalyse und Surrealismus montiert Ursula Krechel Gegenwelten zur Alltagsrealität.
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Rolf Haufs

„Neunzehn Luftballons – Von der mühevollen und guten Absicht, Studierenden das Staunen zu lehren“

„Lyrisches Ich und biographisches Ich“ – ein Seminarthema aus der subjektiven Sicht des Lehrenden.
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Guntram Vesper

„Gruppe, namenlos – Siebzehn Teilnehmer und ein Gedicht“

Im Abstand von vierzehn Tagen wuchsen in Guntram Vespers Poetikseminar jeweils neue Glieder einer lyrischen Kette – von Autor und Studenten gemeinsam erarbeitet.
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Dieter Wellershoff

„Hinweis auf eine kulturelle Lücke – Wir brauchen Seminare für creative writing“

Seminare, in denen kreative Fähigkeiten entfaltet werden sollen, leiden in der Regel unter der Zeitknappheit der Lehrpläne. Ein Erfahrungsbericht.
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Cees Nooteboom

„Von neuer deutscher Republik – Erste Einstimmung“

Schon bevor er nach Essen kam, fasste Cees Nooteboom seine Eindrücke von der Ruhrgebietsstadt zusammen: Ein niederländischer Autor auf Lesereise im Westen.
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Jürg Laederach

„Nachmittage, beim Wort genommen. In der Literatur kommt auf jeden richtigen Satz ein falscher – “

Bietet ein Autor Seminare an, so setzt er sein eigenes Sprachgefühl aufs Spiel. Denn das Medium der Erklärung ist das Medium, worin die Hervorbringung geschehen soll.
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Martin Walser

„Gedankensplitter – “

Ein Autor, der seine Berufung ernst nimmt, ist dazu aufgefordert, seine eigene Unsicherheit wahrzunehmen und sie fortwährend zu überdenken.
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Heinar Kipphardt

„Der Schriftsteller in der Gesellschaft – Politik? Wirklichkeit?“

Wer schreibt, darf sich nicht scheuen, unbequeme Wahrheiten offenzulegen. Die künstlerische Existenz steht immer mit auf dem Spiel.
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Uwe Kolbe

„Fahrtenschreiber – Gedichte kann man nicht aufgeben. Ein Gespräch“

„Erfahrung“ kommt von „Fahren“. Uwe Kolbe über Mangelerscheinungen in der ehemaligen DDR und den westlichen „Markt der Eitelkeiten“.
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Herbert Heckmann

„Geschichte und Trauerspiel – „Dichterische“ und „wirkliche“ Räume“

Mit dem Blick auf eine Barocktragödie führt Herbert Heckmann das Verhältnis von Literatur und Historie vor.
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Jurek Becker

„iteratur als Wirtschaftsgut – Die Vermehrung des Gängigen“

Welche spezifische Produktionsweise unterscheidet ein literarisches Werk von der Masse der konsumierbaren Zerstreuungen? Einige Vermutungen.
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Günter Herburger

„Poesie im Land der Parallelautobahnen – Reflexionen eines Zwischenaufenthaltdichters“

Ein einsamer Parzival kapituliert nahezu vor der Aufgabe, eine Poetikvorlesung abzuhalten. Einen „Schimmer von Erlösung“ spürt er schließlich doch noch angesichts vierundsechzig kreideweißer Kästchen, verheert und überkreuzt von Bezugspfeilen.
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Peter Rühmkorf

„Auswege aus dem Fußnotenlabyrinth – Über die Lehrbarkeit der Dichtung. Ein Gespräch.“

„In der Lyrik, wo es allein auf die eine betörende, tragende, überzeugende Stimme ankommt, ist etwas exorbitant oder gar nicht.“ Peter Rühmkorf über Schreibwerkstätten und seine Gastseminare an der Universität GH Essen.
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Wilhelm Genazino

„Schreiben heißt Warten – Zur Notwendigkeit von Geduld“

Es gibt Stimmungen und Zustände, die dem Schreiben vorausgehen oder in der Lage sind, es herbeizurufen.
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Nicolas Born

„Im Innern der Gedichte. Ein Versuch – “

Ist es möglich, Lyrik lyrisch zu deuten, zu erklären? Zugänge zu sich selbst zu finden, ohne die Behausung zu verlassen? Ein Versuch anstelle eines Beitrags.
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Reinhard Lettau

„Für Essen für Nicolas – Letzter Gruß an einen Vorgänger“

Nicolas Born starb 1979, kurz nachdem er in Essen sein Lyrikseminar abgehalten hatte. Die Nachricht von seinem Tod erreichte Reinhard Lettau während seiner Lehrtätigkeit.
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Keto von Waberer

„Nur eine Spur zu einer Tür – Innenansichten des Schreibens“

Ideen, Bilder, Sätze, Menschen. Das eigenartige Gefühl von Leben, von Schicksalen, von Zeitabläufen. Wer schreibt, begibt sich in die Gesellschaft von Visionen.
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Elmar Tophoven

„Das Verschwinden hinter den Zeichen. – “

Wer übersetzt, bleibt verborgen. Wer kennt schon die Übersetzer der fremdsprachigen Werke, die wir in unserer Muttersprache kennen- und schätzengelernt haben? Ein Textausschnitt versucht, die unsichtbare Leistung „vor Wort“ zu zeigen.
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Hans Christoph Buch

„Idyllische Krise – Rückblick auf ein Gedicht“

Anfang der achtziger Jahre: Atomare Bedrohung und ökologische Endzeitstimmung finden ihre literarischen Formen. Aus heutiger Sicht fast schon eine unstatthafte Idylle.
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Hartmut Kasper

„Über die Zukunft der Schreibakademie. Ein Ausblick – “

Noch können sie nicht als etabliert gelten: weder die Fußnote als literarische Gattung, noch die vielen Schreibwerkstätten, Poet- und Writer-in-residence-Seminare. Doch mit dem Beginn des nächsten Jahrtausends wird sich selbstverständlich auch das ändern.
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