(Symbolbild) Ein blauer Pass, der aus der Hosentasche eines Mannes herausschaut
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Visum & EU-Freizügigkeit

Staatsangehörige aus Mitgliedstaaten der EU, aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz benötigen generell kein Einreisevisum. Zur Einreise reicht ein Personalausweis. Dennoch müssen Sie sich innerhalb von zwei Wochen bei der Stadt anmelden (s. Punkt "Anmeldung bei der Stadt").

Aufgrund verschiedener Visumsabkommen benötigen Staatsangehörige weiterer Staaten zunächst kein Visum, bei einem Aufenthalt von mehr als drei Monaten muss allerdings eine Aufenthaltserlaubnis beantragt werden (s. Punkt "Aufenthaltstitel") oder ein gesondertes Visum beantragt werden. Eine stets aktuelle Liste dieser Staaten finden Sie beim Auswärtigen Amt.

Welche Dokumente Sie für die jeweiligen Visumsarten benötigen, erfahren Sie bei Ihrer zuständigen deutschen Auslandsvertretung.

Schengen-Visum (C-Visum)

Ein Schengen-Visum wird für einen kurzzeitigen Aufenthalt von bis 90 Tagen pro Halbjahr ausgestellt. Es kann nicht verlängert werden oder in einen anderen Aufenthaltstitel umgeschrieben werden. Nach Ablauf der Gültigkeit des Visums müssen Sie ausreisen. Reisen Sie auf keinen Fall mit diesem Visum nach Deutschland ein, wenn Ihr Aufenthalt länger als drei Monate dauert oder Sie einen Arbeitsvertrag erhalten.

Nationales Visum (D-Visum)

Ein nationales Visum wird bei einem Aufenthalt von über 3 Monaten oder bei Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ausgestellt. Nach Ablauf der 3 Monate muss es in einen längerfristigen Aufenthaltstitel umgeschrieben werden.

Tipp: Schengenvisum

Für das Schengen-Visum gibt es ein elektronisches Antragsformular, das ausgedruckt und mit den notwendigen Antragsunterlagen persönlich bei der deutschen Auslandsvertretung abgegeben werden muss.

Weitere nützliche Informationen zum Schengenvisum können Sie auf dieser Webseite nachlesen.

Tipp: Gebühren

Stipendiatinnen und Stipendiaten deutscher Förderorganisationen müssen unter Vorlage der entsprechenden Bescheinigung weder das Visum noch die Aufenthaltserlaubnis bezahlen.

Aufenthaltstitel

EU-Bürger/innen unterliegen der EU-Freizügigkeit und müssen keinen Aufenthaltstitel beantragen. Angehörige anderer Staaten müssen bei einem Aufenthalt über die Dauer ihres Visums oder visumsfreien Aufenthaltes (s. Punkt "Anmeldung bei der Stadt") hinaus die Ausländerbehörde kontaktieren, um einen Aufenthaltstitel zu beantragen.

Die Ausländerbehörde ist persönlich aufzusuchen, um seinen Aufenthaltstitel, die befristete Aufenthaltserlaubnis oder die unbefristete Niederlassungserlaubnis zu erhalten. Der Aufenthaltstitel ist an den Zweck des Aufenthaltes gebunden.

Für die Paragraphen §19 und §20 ist in Essen nicht die Ausländerbehörde, sondern das Welcome Center der Stadt Essen zuständig (s. Punkt "Anmeldung bei der Stadt")

Benötigte Unterlagen

  • ausgefüllter Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitel
  • gültiger Reisepass
  • 1 aktuelles biometrisches Passbild
  • Stipendienzusage, Arbeitsvertrag oder sonstiger finanzieller Nachweis (mit Angabe des monatlichen Stipendiums oder Gehalts in €)
  • Nachweis einer in Deutschland anerkannten Krankenversicherung
  • Für Familienangehörige: Heirats- und/oder Geburtsurkunden in deutscher oder englischer Übersetzung
  • Gebühren: variieren
  • Mietvertrag (Zimmer/Wohnung mit mindestens 12 qm pro erwachsener Person)
  • Aufnahmevereinbarung der Universität (nur bei Aufenthalt nach §20)
Je nach Art des Aufenthaltstitels können auch weitere Dokumente verlangt werden.
Die Art des Aufenthaltstitels wird durch den Aufenthaltszweck bestimmt und ist mit bestimmten Rechten verknüpft. Folgende Aufenthaltstitel finden im Forschungsbereich die häufigste Anwendung:
 
  • §16 Aufenthalt zum Studium, Sprachkurs oder Ph.D-Studium
  • §18 Aufenthalt zur Beschäftigung
  • §19 Niederlassungserlaubnis für Hochqualifizierte
  • §19a Blaue Karte EU
  • §20 Aufenthalt zur Forschung (bei §20 benötigen Sie zusätzlich zu o.g. Dokumenten eine Aufnahmevereinbarung der Universität)

Eine detailliertere Ansicht der verschiedenen Aufenthaltstitel, Zielgruppen, Erteilungsvoraussetzungen etc. hat die Hochschulkonferenz hier (PDF) zusammengestellt.

Fiktionsbescheinigung

Eine Fiktionsbescheinigung weist Ihnen das Bestehen eines vorläufigen Aufenthaltsrechts nach. Es gibt verschiedene Arten der Fiktionsbescheinigung:

Erlaubnisfiktion

Eine Erlaubnisfiktion kann Ihnen ausgestellt werden, wenn der Ablauf Ihres Visums oder ihrer visumsfreien Zeit von 90 Tagen (s. Punkt "Anmeldung bei der Stadt"), die Ausländerbehörde allerdings noch Bearbeitungszeit braucht, bis sie Ihnen einen Aufenthaltstitel ausstellen kann. Sie stellt damit eine vorläufige Verlängerung Ihres Visums dar.

Fortgeltungsfiktion

Eine Fortgeltungsfiktion stellt einen vorübergehenden Fortbestand Ihres bereits bestehenden Aufenthaltstitels dar. Sie wird Ihnen beispielsweise ausgestellt, wenn Ihr Aufenthaltstitel bald abläuft, die Bearbeitungszeit für einen neuen Aufenthaltstitel aber die Gültigkeit Ihres alten Aufenthaltstitels übersteigt.

Zu sehen ist ein Dokument auf einem schwarzen Tisch. Ein verzierter, geöffneter Füller liegt daneben.
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Einladungsschreiben

Zur Beantragung eines Aufenthaltstitels sowie einer eventuellen Einschreibung als Promovierende/r wird ein offizielles Einladungsschreiben benötigt. Dieses sollte auf Deutsch verfasst sein und folgende Informationen beinhalten:

  • Voller Name, Geburtsdatum und Geburtsort des Forschenden
  • Aufnehmender Lehrstuhl bzw. Fakultät
  • Dauer der Tätigkeit mit genauem Enddatum
  • Art der Tätigkeit bzw. Zweck des Aufenthalts (z.B. Angestellter der Fakultät, Ph.D. Studium bzw. Postdoc mit Stipendium)
  • Bei Aufnahme einer Tätigkeit: Nennung der monatlichen Bruttovergütung (mindestens 1.993,25€ für alleinstehende Personen)
  • Bei Stipendiaten: Nennung der monatlichen Höhe des Stipendiums

Familiennachzug

Grundsätzlich ist ein Familiennachzug zur Herstellung und Wahrung der familiären Lebensgemeinschaft möglich, wenn Sie über eine Aufenthaltserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis verfügen, ausreichender Wohnraum vorhanden ist, Krankenversicherungsschutz besteht und der Lebensunterhalt gesichert ist.

Der Aufenthaltstitel für den/die nachziehende/n Ehepartner/in des/der Forschenden ist die Aufenthaltserlaubnis (§§ 27, 29, 30 AufenthG). In Abhängigkeit von dem Aufenthaltsstatus des/der sich bereits im Bundesgebiet aufhaltenden Forschenden und der geplanten Aufenthaltsdauer wird dem/der nachziehenden Ehepartner/in eine Aufenthaltserlaubnis erteilt. Verfügt der/die internationale Forschende über eine Niederlassungserlaubnis oder über eine einjährige Aufenthaltserlaubnis, muss dem Ehegatten/der Ehegattin eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden. Ist der Aufenthaltstitel des/der Forschenden hingegen weniger als ein Jahr gültig, kann dem/der nachziehenden Ehegatten/Ehegattin eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden (Ermessensentscheidung der Ausländerbehörde).

Bei minderjährigen Kindern ist ein Familiennachzug bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres möglich. Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren kann bei einer günstigen Integrationsprognose (u.a. deutsche Sprachkenntnisse) oder in Härtefällen ein Aufenthaltstitel erteilt werden.

Benötigte Dokumente

  • Gültige Pässe
  • Heiratsurkunde (Original und beglaubigte Übersetzung)
  • Geburtsurkunden (Originale und beglaubigte Übersetzungen)
  • Kopie des Passes und der Aufenthaltsgenehmigung des Partners, der bereits in Deutschland ist
  • Alle weiteren aufenthaltsbezogenen Unterlagen des Partners, der bereits in Deutschland ist
  • Ggf. A1 Zertifikat des nachreisenden Partners (Nachweis der Deutschkenntnisse; bei §20 nicht notwendig)

Besuchereinladung

Falls sonst ein Besuchervisum für Ihre Familienangehörige nicht gestattet werden kann, können Sie Besucher für kürzere Zeiträume mit einer Verpflichtungserklärung nach Deutschland einladen. Hierfür benötigen Sie folgende Dokumente:

  • Pass bzw. Personalausweis
  • aktuelle Einkommensnachweise des Verpflichtungsgebers für die letzten drei Monate
  • ggfls. Nachweis über Wohnraum / Kosten
  • Verwaltungsgebühr

Bezüglich des Gastes:

  • Familienname, Vorname(n),
  • Geburtsdatum und Geburtsort,
  • Staatsangehörigkeit,
  • Wohnadresse im Heimatland,
  • Nummer bzw. Kopie des Reisepasses,
  • Das voraussichtliche Einreisedatum

Bitte beachten Sie, dass mit einer Verpflichtungserklärung bestimmte Pflichten verbunden sind:

  • Im Falle einer zwangsweisen Rückführung des Gastes übernehmen Sie alle Kosten
  • Übernahme aller Kosten für den Lebensunterhalt des Gastes während dessen/deren Aufenthalt

Zwischen Ausstellung der Verpflichtungserklärung und Einreise des Gastes sollen nicht mehr als 6 Monate liegen.

Tipp: Verpflichtungserklärung

Das Merkblatt für eine Verpflichtungserklärung können Sie hier vorab einsehen: Merkblatt Verpflichtungserklärung

Das notwendige Informationsblatt zur Verpflichtungserklärung finden Sie hier.

Familie und Kinder

Bei Fragen zur Kinderbetreuung und eventuellen Leistungen, die Sie beziehen können, lesen Sie bitte den Punkt "Familie & Kinder".