DAAD PROFIN Projekt KompaTiBeL

 

„Der Andere besitzt ein Geheimnis [...] dessen, was ich bin. “ (Sartre: 1974, 467)

 

 

Worte wie „interkulturelle Kompetenz“ oder „intercultural awareness“ sind heutzutage als Modewörter in aller Munde, wenn auch allzu oft gar nicht so klar ist, was sie eigentlich bedeuten.

Dabei hängen der Umgang mit Fremdheit und entsprechende Bedingungen und Verlaufsformen interkultureller Kommunikation nicht nur von allgemeinen kulturellen und historischen Rahmenbedingungen ab, sondern ebenso vom Ausmaß sozialer Differenzierungen, der Entwicklung von Schrift und dem Buchdruck, modernen Kommunikationstechnologien oder massenhafter Migration. Insofern wird die Rolle des „Anderen“, seine Akzeptanz aber auch seine Bedrohlichkeit in archaischen und modernen Gesellschaften jeweils anders aufgefasst und bestimmt.

Die Universität Duisburg-Essen (UDE) als Universität mitten im Ruhrgebiet zeichnet sich durch ihre Vielfalt aus. Studierende wie Lehrende stammen aus verschiedenen Regionen, Nationen, Kulturkreisen und gesellschaftlichen Schichten. Um die Vielfalt der Hochschule zu fördern und langfristig weitere Bevölkerungskreise in Bildung und Wissenschaft zu integrieren, werden interkulturell kompetente Hochschulakteure gebraucht. Der professionelle Umgang mit Heterogenität rückt als Indikator guter Lehre und gutem Hochschulmanagement immer stärker in den Blick der Öffentlichkeit und bedarf entsprechender Qualifizierungsangebote von Seiten der Hochschule.

Das Projekt KompaTiBel zielt im Bereich interkulturelle/diversity-Kompetenz auf eine nachhaltige Professionalisierung der unterschiedlichen Akteursgruppen im Bereich von Studium und Lehre, um den offeneren Umgang mit internationalen Studierenden zu fördern und die Rolle des Fremden im Fokus eines interkulturellen Dialogs zu verarbeiten.

Den Lehrenden und studentischen Tutor/inn/en, sowie den Studierenden der UDE standen folglich am Zentrum für Hochschul- und Qualitätsentwicklung (ZfH) ein hochschuldidaktisches Professionalisierungsprogramm zur Verfügung mit dem sie sich u.a. zu den Themen Kommunikation ohne Sprache, heterogene Lerngruppen gestalten und Präsentations- und Kommunikationstraining weiterbilden konnten. Neben den methodisch-didak­ti­schen Kompetenzen ge­winnen interkulturelle Kompeten­zen für Studium, Lehre und Beratung immer mehr an Bedeutung. Das hochschuldidaktische Professiona­lisierungsangebot wurde dabei in den Jahren 2010 bis 2013 im Rahmen von „KompaTiBeL“ in Kooperation mit dem Prorektorat für Diversity-Management und dem Akademischen Auslandsamt im Bereich Interkulturalität stetig weiterentwickelt

  • durch interkulturelle Sensibilisierungstrainings-Workshops,
  • durch die Integration von Awareness-Elementen in das hochschuldidaktische NRW-Zertifikatsprogramm „Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“,
  • durch die Konzeption und den Einsatz multimedialer und multimodaler Elemente zum Umgang mit Heterogenität im universitären Alltag und
  • durch einen kontinuierlichen Dialog und Austausch in in- und ausländischen Hochschullandschaften.

Workshop für Studierende

Nachtisch verbindet - Ein interkulturelles Sensibilisierungstraining

Inhalte:

„The great divisions among humankind and the dominating source of conflict will be Cultural“

Ausgehend von Samuel Huntingtons Essay: „The Clash of Civilizations?“ setzen wir uns kritisch damit auseinander, dass Worte wie „interkulturelle Kompetenz“ oder „intercultural awareness“ heute als Modewörter in aller Munde sind, von denen oft gar nicht so klar ist, was sie eigentlich bedeuten. Somit stehen die praktischen Fragen im Vordergrund: Wann ist man eigentlich interkulturell kompetent und wann verfügt man über eine interkulturelle awareness? Um im Umgang mit dem Fremden überzeugend und konstruktiv zu kommunizieren, werden wichtige Fähigkeiten und Fertigkeiten in praktischen Übungen und Rollenspielen erprobt und reflektiert.

Hierzu werden im Workshop folgende Aspekte thematisiert und aktiv trainiert:

  • Kulturelle Diversität und Stereotypen
  • Kulturelle Werte in Deutschland im Kontrast zu anderen Ländern
  • Individuelle kulturelle Skripte und fremde Kulturen
  • Strategien und Techniken der Interkulturelle Kommunikation
  • Techniken der interkulturellen Konfliktlösungsfähigkeit

Hierbei soll zum Workshop ein für den Teilnehmer/die Teilnehmerin landestypischer Nachtisch vorbereitet und mitgebracht werden. (Näheres hierzu wird vor Workshopbeginn bekannt gegeben)

Lernziele:

Dieser Workshop soll dazu beitragen, durch praktische Übungen und Rollenspiele, die wichtigsten Kerngedanken der interkulturellen Kommunikation kennenzulernen. Interkulturelles Bewusstsein im Umgang mit dem Fremden soll bewusst zur Sprache gebracht und erweitert werden.

Termine:

13.12.2013: 10:00-15:00, Duisburg SK010

20.12.2013: 10:00-15:00, Duisburg SK010

Anrechenbarkeit:

Der Workshop ist mit 1 ECTS im Modul E1: Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenz anrechenbar.

Anmeldung:

Die Anmeldung erfolgt über die Anmeldemaske des IOS (Institut für Optionale Studien) der Universität Duisburg-Essen.

Weiterbildungsprogramme für Lehrende

Hochschuldidaktische Weiterbildung & Coaching

Lehrende haben die Möglichkeit, im Rahmen von modularsierten Weiterbildungsprogrammen, ihre Lehrkompetenzen auszubauen. Der Besuch der Programme wird zertifiziert. Zur Auswahl stehen dabei:

Für (neu berufene) Professorinnen und Professoren bieten wir eine spezielle Hochschuldidaktik kompakt Veranstaltung an.

Einen Einblick in das hochschuldidaktische Veranstaltungsangebot finden Sie in unserem Terminplaner.