ZMB Pressemitteilung
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Förderung für innovativen Ansatz in der Hirntumorforschung
Neue Förderung für innovativen Ansatz in der Hirntumorforschung Nachwuchsgruppe erschließt neuartiges Wirkprinzip im Glioblastom
[01.07.2026] Die Nachwuchsgruppe Funktionelle Biochemie unter der Leitung von Dr. Mike Blüggel erhält eine bedeutende Drittmittelförderung für das Forschungsprojekt „TaNdem - Taspase1-Nanobody Dual Engagement Mechanism“. Die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung unterstützt das Vorhaben ab Oktober 2026 über 24 Monate.
Im Zentrum des Projekts steht die Protease Taspase1, die ursprünglich im Kontext von Leukämien entdeckt wurde und mittlerweile auch in zahlreichen soliden Tumoren als biologisch relevanter Faktor beschrieben ist. Besonders im Glioblastom, einer der aggressivsten und bislang therapeutisch kaum beherrschbaren Hirntumorentitäten, ist die biologische Bedeutung von Taspase1 gut etabliert, wurde jedoch bislang noch nicht konsequent in therapeutische Strategien dieser Tumorentität überführt.
„Wir greifen mit TaNdem einen biologisch hochrelevanten Knotenpunkt auf, der ursprünglich aus der Leukämieforschung bekannt ist, dessen Bedeutung aber weit darüber hinausgeht“, erklärt Dr. Blüggel. „Gerade im Glioblastom sehen wir hier eine bislang wenig erschlossene therapeutische Angriffsmöglichkeit.“
Das Projekt verfolgt einen neuartigen, modular aufgebauten Ansatz, bei dem zwei funktionelle Prinzipien miteinander kombiniert werden: Zum einen ein bereits etablierter Nanobody, der Taspase1 bindet und dessen Aktivität beeinflusst, zum anderen ein zellulärer Abbauweg, der das Protein zusätzlich aus dem zellulären System entfernt. Diese Kombination ermöglicht es, biologische Effekte auf zwei komplementären Ebenen zu untersuchen. Ein besonderer Innovationsaspekt liegt in der erstmaligen Integration des TRIM21-vermittelten Abbauwegs in diesem spezifischen experimentellen Kontext. Während vergleichbare Forschungsansätze der Arbeitsgruppe bereits erfolgreich in anderen Tumorentitäten wie Leukämien oder mit alternativen E3-Ligase-Systemen umgesetzt wurden, wird hier ein bewusst neuer mechanistischer Zugang gewählt und auf eine bislang unterrepräsentierte Tumorentität übertragen.
Das Projekt wurde in einer frühen Phase bereits durch die Lörcher-Stiftung für medizinische Forschung im Rahmen einer Anschubfinanzierung unterstützt. Diese Förderung ermöglichte erste experimentelle Arbeiten sowie den Aufbau zentraler molekularbiologischer Werkzeuge und Konstrukte. Aufgrund des begrenzten Fördervolumens konnte zunächst nur ein initialer Projektteil umgesetzt werden. Die nun bewilligte Förderung durch die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung setzt genau hier an und ermöglicht erstmals eine systematische Untersuchung des Ansatzes in Glioblastom-Modellen. Darüber hinaus können unterschiedliche Designvarianten des Systems direkt miteinander verglichen werden, was eine entscheidende Weiterentwicklung des Konzepts auf breiter experimenteller Basis erlaubt. Langfristig verfolgt TaNdem das Ziel, modulare Prinzipien der Proteinmodulation weiterzuentwickeln und auf weitere bislang schwer zugängliche krankheitsrelevante Proteine in der Krebsbiologie zu übertragen.
Weitere Informationen:
Dr. Mike Blüggel
Universität Duisburg-Essen
Zentrum für Medizinische Biotechnologie
mike.blueggel@uni-due.de