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© Florian Schmitzberger

Was passiert im Inneren einer Zelle, wenn sie sich teilt? Genauere Aufschlüsse darüber haben Forscher der Universität Duisburg-Essen (UDE) anhand von Hefe gewonnen und eine detaillierte dreidimensionale Karte erstellt. Ihre Resultate wurden jetzt im renommierten EMBO Journal veröffentlicht.

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© Perihan Nalbant

[24.10.2017]  Wenn man nichts sieht, muss man sich herantasten – dies gilt auch für einzelne Zellen. Welche molekularen Abläufe dafür verantwortlich sind, haben jetzt zwei Arbeitsgruppen von der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Technischen Universität Dortmund (TU Dortmund) herausgefunden.

Die Forscher um Prof. Dr. Perihan Nalbant (UDE) und Priv.-Doz. Dr. Leif Dehmelt (TU Dortmund/Max-Planck-Institut für Molekulare Physiologie) identifizierten einen Mechanismus, mit dem menschliche Zellen die elastischen Eigenschaften ihrer Umgebung ertasten können. Ihre Ergebnisse wurden jetzt im renommierten Journal of Cell Biology veröffentlicht.

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[11.09.2017 ] Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den aggressivsten und am schwierigsten zu behandelnden Krebserkrankungen. Mit insgesamt 1,3 Millionen Euro fördert die Deutsche Krebshilfe ein neues Verbundprojekt, um zu erforschen wie Therapieresistenzen bei dieser Krebsart verhindert werden können.

Das Projekt startet am Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) des Universitätsklinikums Essen und fünf weiteren Standorten. Geleitet wird es von Prof. Jens Siveke, der an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) die Professur für Translationale Onkologie des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) innehat.

Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den Krebserkrankungen mit der höchsten krebsbedingten Sterblichkeit. Besonders das sogenannte duktale Pankreaskarzinom ist kaum behandelbar, weil die Tumorzellen gegen verfügbare Medikamente schnell resistent werden. „Nahezu jeder Patient entwickelt im Verlauf der Behandlung Resistenzen gegenüber einer Chemotherapie oder ist schon zu Beginn der Therapie resistent“, sagt Prof. Jens Siveke.

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© UDE/Frank Preuß

Prof. Dr. Elsa Sánchez García ist neu an der UDE

Biochemische Simulation

von Dr. Alexandra Nießen | 29.06.2017 |

Wie Moleküle wichtige physiologische Prozesse steuern, ist ein zentrales Forschungsthema von Dr. Elsa Sánchez García (40). Sie wurde jetzt auf die Professur für Computational Biochemistry an der Fakultät für Biologie der Universität Duisburg-Essen (UDE) berufen.

Wie Moleküle miteinander interagieren, ist für viele chemische und biologische Prozesse wichtig, sei es für die Proteinfaltung oder Enzymreaktionen. Methodisch greift Professorin Sánchez García auf Computersimulationen zurück, entwickelt Modelle für die untersuchten chemischen und biochemischen Prozesse und erarbeitet daraus Vorschläge für die experimentellen Kooperationspartner. Wenn mehr über die Wechselwirkungen zwischen Molekülen bekannt ist (z.B. Proteinen oder Arzneistoffen), könnten u.a. pathologische Vorgänge besser verstanden und behandelt werden.

Sánchez Garcías Forschung ist Teil des Programms „Molecular and Chemical Cell Biology“ des Zentrums für Medizinische Biotechnologie (ZMB). Es ist interdisziplinär ausgerichtet und verbindet die molekulare Zellbiologie und Genetik mit Chemie und struktureller Biologie.

Elsa Sánchez García studierte Chemie bis 1999 an der University of Havanna, an der sie im Anschluss drei Jahre lehrte. 2002 ging sie nach Deutschland ans Max-Planck-Institut für Strahlenchemie, wurde 2006 mit Auszeichnung an der Universität Bochum promoviert und forschte dort bis 2008 als Postdoktorandin. Danach wechselte sie für zwei Jahre ans Mülheimer Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, wo sie von 2010 bis 2017 eine Forschungsgruppe leitete. Ihre Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. rer. nat. Elsa Sánchez García, Tel. 0201/183-3839, elsa.sanchez-garcia@uni-due.de

Redaktion: Alexandra Nießen, Tel. 0203/379-1487

 

von Julia Weiler | 06.09.2017 |

Unwillkürliche Bewegungen sind ein markantes Symptom der Chorea Huntington. Die erbliche Krankheit setzt schleichend ein, aber beeinträchtigt die Betroffenen früher oder später massiv und führt letztendlich zum Tod. Ein wirksames Medikament existiert bislang nicht.

Forscher der RUB und der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben nun einen potenziellen Ansatz für eine Therapie entdeckt. Ursache der Chorea Huntington ist ein Defekt im Huntingtin-Gen, in dem eine bestimmte Gensequenz wiederholt auftritt – zu viele Wiederholungen lösen die Krankheit aus. Das Huntingtin-Gen enthält den Bauplan für das gleichnamige Protein. Krankhafte Huntingtin-Proteine verklumpen, und diese Aggregate wirken toxisch.

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© nature

[09.06.2017] Wasser schmeckt selten sauer. Aber gerade die Rezeptoren für diese Geschmacksrichtung, signalisieren dem Trinkenden: „Was jetzt über die Zunge strömt, ist Wasser.“ Das haben erstmals Wissenschaftler des Instituts für Anatomie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) zusammen mit Kollegen des California Institute of Technology nachgewiesen. Hierüber berichtet das Fachmagazin Nature Neuroscience* in seiner aktuellen Ausgabe.

„Das Richtige zu trinken ist lebenswichtig. Reines, mineralienfreies Wasser schmeckt zwar nach nichts, trotzdem wird es zweifelsfrei beim Trinken erkannt. Uns interessierte, wie so etwas möglich ist“, erläutert Prof. Dr. Gunther Wennemuth, Direktor des Instituts für Anatomie der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum Essen.

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[29.05.2017] Meist wird vermutet, die Essstörung Anorexia nervosa (AN) – bekannt als Magersucht – habe psychische Ursachen. Dass man aber auch eine Veranlagung dazu haben kann, konnte nun erstmals nachgewiesen werden. Eine internationale Forschergruppe, die in Deutschland von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) geleitet wurde, gelang es, das Gen auszumachen, das AN begünstigt. Das Fachmagazin The American Journal of Psychiatry berichtete darüber.

Daten von insgesamt 3.495 AN-Patientinnen untersuchten die Wissenschaftler und entdeckten das Gen auf dem Chromosom 12. „Diese Region wurde bereits mit Diabetes mellitus Typ 1 und Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht“, erläutert Prof. Dr. Anke Hinney von der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der UDE. Magersucht könnte so mit weiteren Erkrankungen verknüpft sein – wie etwa auch mit Schizophrenie bzw. Neurotizimus: Die Gene, die dafür empfänglich machen, überlappen sich.“

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© Bettina Siebers

[05.05.2017] Enzyme in lebenden Zellen nachweisen – das ist Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen (UDE) mit einer neuen Methode gelungen. Das aktivitäts-basierte Protein-Profiling (ABPP) kommt ohne experimentelle Vorarbeiten aus und hilft dabei die funktionelle Vielfalt in Organismen und Lebensräumen zu entschlüsseln. Vorgestellt wird es aktuell in der Online-Fachzeitschrift „Nature Communications“.

Mit ABPP können Enzyme, also Proteine, die Stoffe in der Zelle umwandeln, über Sonden direkt in der lebenden Zelle nachgewiesen werden. Für ihre Identifizierungsversuche nahmen sich Bettina Siebers, Professorin für Molekulare Enzymtechnologie und Biochemie, und Markus Kaiser, Professor für Chemische Biologie, die Enzymklasse der Esterasen und Lipasen vor, die z.B. in der Waschmittelindustrie beim Abbau von Fetten benutzt werden.

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Impfstoff gegen argentinisches Fieber Bekämpft auch Tumore

[13.03.2017] Ein Impfstoff, der Tumore bekämpft – dieser Vision sind Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) nun ein Stück nähergekommen. Mithilfe eines in Argentinien verwendeten Impfstoffs (Candid#1) konnten sie in Krebsmodellen zeigen, dass stimulierte Immunzellen Krebszellen abtöten können. Hierüber berichtet das renommierte Fachmagazin Nature Communications in seiner aktuellen Ausgabe

Der verwendete Impfstoff wurde ursprünglich für eine bestimmte Infektionserkrankung („argentinisches hämorrhagisches Fieber“) entwickelt. „Wenn man ihn verabreicht, vermehrt er sich in den Tumorzellen und lockt die Immunzellen zum Tumor. Dann behindern sie dessen Wachstum; teilweise bildet er sich sogar ganz zurück“, erläutert Prof. Dr. Karl-Sebastian Lang, Direktor des Instituts für Immunologie der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum (UK) Essen. In einer klinischen Studie soll nun die Wirksamkeit des Medikaments überprüft werden.

Diese richtungsweisenden Erkenntnisse konnten in enger Zusammenarbeit mit der Inneren Klinik (Tumorforschung), der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und der Klinik für Dermatologie gewonnen werden. Entscheidend war dabei auch, dass Dr. Halime Kalkavan aus der Inneren Klinik (Tumorforschung) dank eines IFORES-Stipendiums der Medizinischen Fakultät der UDE das Forschungsprojekt im Institut für Immunologie intensiv bearbeiten konnte.

„Durch die enge Verbindung von exzellenter Grundlagenforschung mit klinischer Krebsforschung am Westdeutschen Tumorzentrums des UK Essen hoffen wir, solche neuen Behandlungsansätze bald auch auf der Station anwenden zu können“, so Prof. Dr. Martin Schuler, Direktor der Inneren Klinik (Tumorforschung) und DKTK-Standortsprecher.

Immunologie, Infektiologie und Onkologie sind wissenschaftliche Schwerpunkte der Medizinischen Fakultät der UDE am UK Essen. An der Studie war ebenfalls die Charité in Berlin beteiligt. Beide Einrichtungen sind Teil des DKTK.

Weitere Informationen: http://www.nature.com/articles/ncomms14447
Christine Harrell, Medizinische Fakultät, Tel. 0201/723-1615, christine.harrell@uni-due.de

[07.03.2017] Das menschliche Immunsystem bekämpft Erkrankungen wie Infektionen oder Krebs. Manche Immunzellen können diese Krankheiten allerdings verschlimmern, etwa myeloide Suppressorzellen (MDSC). Um sie genauer zu untersuchen, haben sich kürzlich mehr als 100 Wissenschaftler aus 25 europäischen Ländern zu Mye-EUNITER zusammengeschlossen. Sprecher des European Network of Investigators Triggering Exploratory Research on Myeloid Regulatory Cells ist Prof. Dr. Sven Brandau, Leiter der Forschungsabteilung der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen.

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[15.02.2017] Winzige Nano-Container aus DNA-Material zu konstruieren, die passgenau jeweils ein ganz bestimmtes Protein binden können - dies gelang jetzt der Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Barbara Sacca von der Universität Duisburg-Essen (UDE). „Dies gibt unserer Arbeit einen richtigen Schub“, freut sich die junge Projektleiterin im DFG-Sonderforschungsbereich Supramolekulare Chemie an Proteinen. Ihre Erkenntnisse wurden jetzt in der internationalen Forschungszeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

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