ZMB Pressemitteilung
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Wie Nanobodies die biomedizinische Forschung verändern
ZMB in Nature Methods Wie Nanobodies die biomedizinische Forschung verändern
[06.01.2026] Das Zentrum für Medizinische Biotechnologie (ZMB) der UDE ist in einem aktuellen Beitrag der renommierten Fachzeitschrift Nature Methods vertreten. Im Technology Feature „What nanobodies can do for you “ beleuchtet Wissenschaftsjournalistin Vivien Marx die rasante Entwicklung sogenannter Nanobodies – besonders kleiner Antikörper, die neue Möglichkeiten in der Grundlagenforschung, der Diagnostik und der Krebstherapie eröffnen. Forschende der UDE werden dabei als zentrale Akteure auf diesem Gebiet porträtiert.
Nanobodies stammen aus dem Immunsystem von Kameliden wie Lamas oder Alpakas. Sie sind deutlich kleiner als konventionelle Antikörper, besonders stabil und genetisch einfach herzustellen. Dadurch eignen sie sich hervorragend als modulare Werkzeuge in der Zellbiologie, Strukturbiologie und Medizin. Ihre kompakte Struktur erlaubt es ihnen, Bindungsstellen an Proteinen zu erreichen, die für klassische Antikörper unzugänglich sind – ein entscheidender Vorteil für präzise Analysen und gezielte Eingriffe in zelluläre Prozesse. Diese Eigenschaften und Anwendungen werden im Nature-Methods-Artikel ausführlich dargestellt.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Arbeit von Prof. Dr. Shirley Knauer und Dr. Mike Blüggel am Zentrum für Medizinische Biotechnologie ZMB der UDE. Ihr Team entwickelt Nanobodies als innovative Werkzeuge, um zentrale Krebsproteine wie Survivin und die Protease Taspase 1 gezielt zu binden, zu visualisieren oder sogar abzubauen. Ziel ist es, krankheitsrelevante Signalwege in lebenden Zellen kontrollierbar zu machen und neue therapeutische Strategien zu ermöglichen. So kombinieren die Forschenden Nanobodies mit modernen Ansätzen der gezielten Protein-Degradation (z.B. PROTAC-Konzepte), um onkogene Faktoren selektiv auszuschalten.
„Wir nutzen Nanobodies nicht nur, um Proteine sichtbar zu machen, sondern um sie aktiv zu steuern“, erklärt Shirley Knauer im Beitrag. Die kleinen Antikörper lassen sich mit Fluorophoren, lichtsensitiven Schaltern oder Abbaumechanismen koppeln und können so die Funktion eines Zielproteins gezielt verändern. Diese Präzision eröffnet neue Wege für die Analyse von Signalnetzwerken in Krebszellen und für die Entwicklung maßgeschneiderter Therapieansätze.
Die Würdigung in Nature Methods unterstreicht die internationale Sichtbarkeit des ZMB im Bereich der biomedizinischen Nanotechnologie und der translationalen Krebsforschung. Sie zeigt zugleich, wie interdisziplinäre Ansätze von der Molekularbiologie über Strukturbiologie bis hin zu datengetriebenen Methoden an der UDE zusammenwirken, um innovative Werkzeuge für die Medizin von morgen zu entwickeln.
Weitere Informationen
Artikel:
Nature Methods: "What nanobodies can do for you"
Kontakt:
Prof. Dr. Shirley Knauer
Dr. Mike Blüggel
Universität Duisburg-Essen
Zentrum für Medizinische Biotechnologie
E-Mail: shirley.knauer@uni-due.de