Judentum

 

Jüdische Friedhöfe

 

Inhalte:

Lanterstraße / Ecke Moltkestraße

Diesen ältesten jüdischen Friedhof in Essen belegten die jüdischen Gemeinden von Essen und Steele.
Drei Grabsteine sind noch vorhanden. Darunter ein Grabdenkmal aus dem Jahre 1731, das zugleich das älteste steinerne Zeugnis zur Geschichte der Essener Juden ist. Die hebräische Inschrift lautet in deutscher Übersetzung:

Hier ist geborgen ein Mann
scharfsinnig und bewandert
sein Lernen knapp und geläutert,
sein Tun ohne Makel
und Demut seine Eigenschaft.

 

Reckhammerweg

Der größte jüdische Friedhof in Essen liegt im Sege­roth, hinter der Universität. Ein Mitglied der Familie Hirschland war der erste Tote, der dort 1885 bestattet wurde. Seitdem befindet sich dort die Familiengruft der Familie Hirschland. Eine letzte Bestattung erfolgte noch 1991. Der Friedhof steht unter Denkmalschutz.

 

Schulzstraße

Seit 1931 bis heute bestattet die Jüdische Gemeinde ihre Toten auf einem Friedhof in der Schulzstraße, direkt neben dem städtischen Parkfriedhof. Ein Grab­feld aus der Nazizeit mit kleinen und schmucklosen Steinen macht die Einschränkungen der Juden in dieser Zeit bei der Totenehrung deutlich. Auf diesem Friedhof findet man auch in einem eigenen Bereich Grabsteine, die in der NS-Zeit von dem Friedhof Lazarettstraße  gerettet werden konnten. Daran erinnert ein Gedenk­stein.
Ein weiterer erinnert am Hauptweg an die während der Jahre 1933-1945 ermordeten Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Essen.

Auf dem Friedhof befindet sich eine unter Denkmal­schutz stehende Trauerhalle aus dem Jahre 1931, die heute noch genutzt wird. Der Friedhof gehört der Jüdi­schen Gemeinde, die ihn auch pflegt. Er ist zu normalen Öffnungszeiten frei zugänglich.

Jüdische Friedhöfe sind am Samstag (Schabbat) generell geschlossen.

 

Kettwig

Die Kettwiger Juden wurden auf zwei Friedhöfen be­stattet, die beide heute nicht mehr auf Kettwiger, son­dern auf Ratinger bzw. Heiligenhauser Gebiet liegen.

Friedhof am Blomericher Weg

Oberhalb von Schloß Landsberg mitten im Wald, frei zugänglich, wenige Gräber von 1786-1890, sehr verwittert, weil Ruhrsandstein, hebräische Inschriften, ein Grab mit segnenden Händen

 

Friedhof am Görtscheider Weg

Außerhalb der Besiedlungsgrenze von Kettwig vor der Brücke, Bestattungen von 1890 bis zur Deportation 1942 nach Izbica / Polen (dorthin wurden die meisten Kettwiger Juden gebracht), Gedenkstein für das Ehe­paar Aaron, das man Tage nach der Pogromnacht tot und aneinandergefesselt aus der Ruhr geborgen hatte.

 

Werden

Friedhof am Pastoratsweg mitten im Wald

Bestattungen ab ca. 1835 (erst ab 1804 durften Juden in Werden - weil jetzt preußisch geworden - siedeln.) Die letzten Bestattungen fanden während des 2. Weltkrieges statt. In der Nähe des Eingangs befindet sich ein schwarzer Stein, auf dem Namen von Werdener Juden, die im KZ umgebracht wurden, stehen.

 

Kontaktstelle:


Jüdische Kultus-Gemeinde Essen

 

Sedanstr. 46
45138 Essen


Friedhof am Görtscheider Weg

Schlüssel: Herr Gustav Harf,

Tel.: 02054 / 2310

Anfahrt: Kettwig vor der Brücke, Richtung Heiligenhaus, nach der S-Bahn-Unterführung rechts, Görtscheider Weg

 

Werden, Friedhof am Pastoratsweg

Schlüssel: beim Bergfriedhof Heidhausen, Scheppener Weg 58a
Tel.: 0201 / 402171

Anfahrt: Clemensborn bis Jugendherberge, hier Auto auf dem Parkplatz lassen,    Fahrweg weitergehen in Richtung Restaurant „La Buvette“, vorher aber rechts am Hang hinter dem kleinen Häuschen den Weg abwärts gehen