Das geknickte Rohr
wird er nicht zerbrechen,
und den glimmenden Docht
wird er nicht auslöschen.
Jes. 42, 3

Mitunter will mir scheinen, dass auf meinem ehrenamtlichen Engagement in der Gemeinde mehr Segen ruht als auf dem im politischen Sektor. Dort gab es schon mehrfach Rücktritte, Austritte, Enttäuschung über eigenes schlechtes Abschneiden oder die Sturheit und Ignoranz der anderen.

Als mein Optimismus, durch eigenes politisches Handeln in welchem Rahmen auch immer die Welt verbessern zu können, bald nach dem Verlassen der Universität, spätestens durch den Bruch der sozialliberalen Koalition 1982 und das Scheitern der Liberalen Demokraten 1983 verloren ging, hatte ich während meines Zivildienstes in der Kirchengemeinde Sterkrade schon ein vielversprechenderes Handlungsfeld gefunden.
1992 wurde ich Mitglied des Presbyteriums, einige Jahre später dessen stellvertretender Vorsitzender, war zeitweise auch Mitglied der Oberhausener Kreissynode und  im Rahmen einer Steuerungsgruppe mitverantwortlich für den Fusionsprozess zwischen den beiden Gemeinden Holten und Sterkrade.

Je mehr auf diese Weise das Gefühl wuchs, so etwas wie ein Kirchenfunktionär zu werden, wurde mir  als Gegenpol zunehmend die spirituelle Dimension wichtig.

Die Erprobung von liturgischen Elementen, das Halten von Andachten, die Mitwirkung bei Salbungsgottesdiensten und manches andere waren für mich aus heutiger Sicht Vorstufen zur eigenverantwortlichen Übernahme ganzer Gottesdienste.

Im Laufe von etwa 20 Jahren habe ich im Zusammenhang der Gemeinde zahlreiche Texte verfasst, die von Andachten und liturgische Elementen über Gemeindebrief-Artikel bis hin zu richtigen Predigten reichen. Einen wesentlichen Teil davon habe ich anlässlich meines Abschieds aus der Gemeindeleitung 2012 in einem Buch zusammengefasst.