Universität Duisburg-Essen, Institut für Evangelische Theologie 

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Schart, Aaron, last edited: 2007-04-05

Vom Hausbau (Mt 7,24-27 // Lk 6,47-49)

barbeitet von  Simone Behn


1. Gegliederte Synopse

Gliederung Mt 7,24-27 Lk 6,47-49 ursprüngl. Fassung (Schart)
Erste Behauptung:
Haus des klugen Mannes
24 Wer diese meine Worte hört und danach handelt, 47 Ich will euch zeigen, wem ein Mensch gleicht, der zu mir kommt und meine Worte hört und danach handelt. Wer diese meine Worte hört und danach handelt,
  ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Er ist wie ein Mann, der ein Haus baute und dabei die Erde tief aushob und das Fundament auf einen Felsen stellte. ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.
Beweis: Haus hält Unwetter stand 25 Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Als nun ein Hochwasser kam und die Flutwelle gegen das Haus prallte, konnte sie es nicht erschüttern, weil es gut gebaut war. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.
Zweite Behauptung:
Haus des unvernünftigen Mannes
26 Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. 49 Wer aber hört und nicht danach handelt, ist wie ein Mann der sein Haus ohne Fundament auf die Erde baute. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute.
Beweis: Haus hält Unwetter nicht stand 27 Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört. Die Flutwelle prallte dagegen, das Haus stürzte sofort in sich zusammen und wurde völlig zerstört. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.

2. Kommentare

Dieses Gleichnis stellt zwei Bilder gegenüber. Das Haus des klugen Menschen, der auf dem Felsen gebaut hat und das Haus des unvernünftigen Mannes, der auf  Sand gebaut hat. Das auf dem Felsen gebaute Haus hält dem Unwetter stand, da der Regen nicht unter das Haus dringen kann. Hingegen wird das auf Sand gebaute Haus unterspült und zerstört.

Jesus gebraucht diese beiden Bilder, um sie „als Spiegel dem Hörer vorzuhalten. Wem wollt ihr gleichen mit dem Bau eures Lebenshauses?“[1]. Dem unvernünftigen Mann, der alles verliert, oder dem klugen Manne, dem nichts passiert? Jesus macht deutlich,  dass es nur diese zwei Möglichkeiten gibt. Diejenigen Menschen, die auf ihn hören und danach handeln, denen wird nichts passieren.

Das Unwetter wird als etwas sehr Gewaltiges beschrieben. Mit diesem Bild wird „an das große Unwetter der Erdzeit gemahnt“.[2] Der Mensch steht vor Gericht und kann nur bestehen, wenn er in seinem Leben auf Jesus gehört hat und daraufhin sein Lebenshaus gebaut hat. Er kann nicht noch mal von vorne anfangen zu  bauen. Er muss sich für sein eines Haus verantworten. “Nur der kann bestehen, dessen Leben von einem einzigen Ziel her gebaut war: „Gottes Königtum-und seine Gerechtigkeit“.[3]


[1] Trilling,Wolfgang: Geistliche Schriftlesung, Das Evangelium nach Matthäus, Patmos Verlag3 ,1990, S.176

[2] Trilling,Wolfgang: Geistliche Schriftlesung, Das Evangelium nach Matthäus, Patmos Verlag3 ,1990, S.177

[3] Trilling,Wolfgang: Geistliche Schriftlesung, Das Evangelium nach Matthäus, Patmos Verlag3 ,1990, S.178

3. Außerbiblische Parallelen

Es gibt eine Vergleichstelle aus Abot de Rabbi Nathan (ARN) § 24 (3.-4.Jh., Kompilation 7.-9.Jh.), die inhaltlich den gleichen Sachverhalt wie in Mt 7,24 – 27 und Lk 6,47-49 wiedergibt. Ein Mensch, der viel Torah studiert und in dem gute Werke sind, wird mit Kalk verglichen, der auf die Steine gestrichen wird und den Regengüssen trotzt.  Ein Mensch, der viel Torah studiert, aber keine guten Werke tut, ist wie Kalk, der auf Ziegel gestrichen wird, vom Regen weich und fortgespült wird. Auch hier wird deutlich, dass „hören“ nicht das Alleinige ist, sondern dass man danach „handeln“ muss.

Der  Text lautet folgendermaßen:

Elisha ben Abuja sagt: Einer, in dem gute Werke sind, der viel Torah studiert hat, mit was kann er verglichen werden? Mit einem Menschen, der erst mit Steinen baut und danach mit Ziegeln (ungebrannt, nur in der Sonne getrocknet): Auch wenn viele Wasser kommen und sich sammeln an ihrer Seite, lösen sie sie nicht von ihrer Seite weg. Aber <263:> ein Mensch, in dem keine guten Werke sind, obgleich er Torah studierte, mit was kann er verglichen werden? Mit einem Menschen, der zuerst mit (ungebrannten) Ziegeln baut und danach mit Steinen. Auch wenn nur geringe Wasser sich sammeln, stürzen sie sie sogleich um.

Er pflegte zu sagen: Ein Mensch, in dem gute Werke sind, der viel Torah studiert hat, mit was kann er verglichen werden? Mit Kalk, der auf Steine gestrichen ist: Auch wenn einige Regengüsse auf ihn fallen, können sie sie nicht vom Platz bewegen. Ein Mensch, in dem keine guten Werke sind, obgleich er viel Torah studiert hat, ist wie Kalk, der auf Ziegel gestrichen ist: Auch wenn geringer Regen darauf fällt, wird er weich und wird fortgespült.

 Quelle: Berger/Golpe Nr. 163, 105. Zitiert nach Erlemann, Kurt, (1958-). Gleichnisauslegung: ein Lehr- und Arbeitsbuch. UTB für Wissenschaft, no. 2093. Tübingen: Francke Verlag, 1999, Teil C, 262-263.