Universität Duisburg-Essen, Institut für Evangelische Theologie 

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Schart, Aaron, Stand: 2007-04-05

WAZ - Mülheim Nr. 147, Freitag, 28. Juni 2002 - akö

Schüler suchen Spuren jüdischer Flüchtlinge - Eindrucksvoller Film mit Zeitzeugen

Schüler gehen auf Spurensuche: Die Zehntklässler der Hauptschule Bruchstraße haben den Weg jüdischer Kinder ins Ausland verfolgt, die während des Nationalsozialismus dort aufgenommen worden waren. Eine Dokumentation, die sie in einer Ausstellung und einem Film festgehalten haben.

Nach der Reichspogromnacht konnten einige jüdische Kinder dank der Mithilfe verschiedener Länder, darunter England, aus Deutschland geholt und weit weg vom Nationalsozialismus untergebracht werden. Ziel des Projektes „Mülheimer Schüler gehen auf Spurensuche" war es, zu erfahren, wie die Kinder von damals die Transporte und das Ausland erlebt haben.

Die Schüler haben lange Fotos und Wissen zusammengesucht, und lehrreicher und informativer kann das Material gar nicht sein: Über die Uni und die Synagoge in Essen entstand ein Kontakt zu zwei Zeitzeugen in London. Das Film-Gespräch zwischen den beiden Frauen und den Schülern, die zum Abschluss ihrer Projektarbeit auf Studienfahrt gehen durften, ist der wohl eindrucksvollste Teil ihrer Arbeit.

Die Frauen berichten von ihrem Leben unter den Nazis, den Kindertransporten, dem Flüchtlingsalltag in England. Ihre Erzählungen sind mit den Schreckensbildern dieser Zeit unterlegt. Mit dieser Arbeit haben die Schüler nicht nur ihre Mitschüler und Lehrer beeindruckt, sondern bereits zwölf Mülheimer Schulen zur Ausstellung an die Bruchstraße geholt. Weitere Schulen haben bei den Projektleitern Jürgen Parussel und Oliver Decka nach einer Kopie des Films gefragt.

„Wir müssen vermitteln, was früher passiert ist", sagt Mohammed Lasfaghi fest. Der 16-Jährige ist an der nachfolgenden Projektgruppe beteiligt, die die Dokumente, Zeitzeugenberichte und die Zeittafel auf CDRom bannen will, die bis zum Ende des Schuljahres fertig sein soll.

Das Thema bewegte auch die Gäste der Saarner Gesamtschule, die bei der Vorführung des Films anwesend waren und selbst über die Lage von Zwangsarbeitern forschen. Vor allem aber bewegt es Flüchtlingskinder, die zwischen ihren Schulkameraden sitzen. Projektleiter Parussel: „Sie können den Flüchtlingsalltag nachempfinden." Diese Kinder wissen, wie es ist, sich in einem fremden Land mit fremder Kultur und Sprache zu befinden und vor Bomben zu fliehen. akö


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Arbeitshilfe "Kinder, die dem Holocaust entkamen", Inhaltsverzeichnis.